Beiträge von Maus1970

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    Das sehe ich nicht so. Warum sollte es anders sein als bei positiver Verstärkung durch Belohnung? Entscheidend ist, dass der Hund sein Fehlverhalten mit einer Sanktion verbindet. Erklär mal, warum es immer dieselbe sein muss. Ich kann doch z. B. auch positive Verstärkung mit Strafe verbinden (Leckerlies, Leinenruck). Entscheidend ist nur der richtige Moment und die Verknüpfung.

    Der Unterschied ist, daß eine positive Strafe für den Hund etwas negatives ist, und er deshalb versucht sie zu vermeiden. (Darauf zielt sie ja auch ab: Hund zeigt Fehlverhalten-erfährt positive Strafe-erlebt sie als negativ und vermeidet deshalb das Verhalten, das zur positiven Strafe geführt hat.
    Da eine positive Strafe für einen Hund etwas negatives ist, ist es für ihn wichtig genau zu wissen wann sie erfolgt und wie er sie vermeiden kann. Ein Hund der nicht immer und mit der selben positiven Strafe gestraft wird kann das nicht wissen; denn mal erfolgt auf ein und das selbe Verhalten eine positive Strafe und mal nicht. Er weiß also nicht woran er ist. Und das führt zu Unsicherheit im Allgemeinen und in der Beziehung zum Menschen.
    Um mal bei deienm Beispiel mit dem Leinenrucken zu bleiben: Du gehst mit deinem Hund spazieren. Der zieht wie ein irrer an der Leine. Du gibst ihm im richtigen Moment einen Leinenruck. Der Hund lernt: Leinen ziehen=unangenehmer Leinenruck=lasse ich besser sein.
    Hund läuft einen Augenblick lang gut an der Leine, beginnt dann wieder zu ziehen. Diesmal sagst du aber nur "Nein" Hund reagiert und geht wieder eine Zeit lang gut an der Leine. Dann legt er wieder los mit ziehen. Diesamal du sauer:"Jetzt ist aber Schluß" und ruckst wieder an der Leine. Für den Hund ist da nichts berechenbar.
    Bei positiver Bestärkung fällt das nicht ins Gewicht, da dem Hund ja nichts Negatives wiederfährt wenn diese mal ausbleibt oder es ein anderes Leckerlie gibt. Es ist nichts im Spiel was dem Hund unangenehm ist und er meiden möchte. Das ist der springende Punkt.

    LG

    Franziska mit Till

    Ich denke, ob und wieviel Vertrauen durch einen Schlag bei einem Hund kaputt geht hängt im Wesentlichen damit zusammen ob für einen Hund diese Maßregelung verständlich war und er sie als gerecht empfindet.
    Bei einem Hund der einen Klaps ganz klar mit einen bestimmten Fehlverhalten verknüpfen kann wird auch kein Vertrauen verloren gehen. Ebenso wie ein Hund keine Angst vor einen anderen Hund bekommt wenn der von dem, für ihn verständlich und gerecht, gemaßregelt wird
    Und noch etwas kommt hinzu: Wenn man einen Hund durch positive Strafe erziehen möche, dann ist es wichtig, daß einen bestimmten Fehlverhalten auch immer und zu 100% die selbe positive Strafe erfolgt um den Hund nicht zu verunsichern. Erfolgt eine positive Strafe nur sporadisch oder nicht wirklich konsequent dem Fehlverhalten wird der Hund diese als Willkür empfinden, weil er nicht sauber verknüpfen kann und ihm kein zuverlässier Orientierunsrahmen gegeben wird.
    Und das ist eben nur sehr sehr schwer zu erreichen. Das ist das Problem an positiver Strafe.


    LG

    Franziska mit Till

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    Eben. Weshalb sich mir auch nicht wirklich erschließt warum ich denn einen nachweislich futterfixierten und verfressen Labbi in solche Situationen bringe.

    Ist wie einem trockenen Alkoholiker ewig ein offenes Bier zu kredenzen und drauf zu vertrauen, dass er es nicht anrühren wird, da er ja um seine Probleme mit Alk und seine Sucht weiß.

    Für mich ist der Grund einfach der, daß ich es als extrem Anstrengend empfinde stets und ständig darauf achten zu müssen, daß bloß nichts essbares in, für den Hund, erreichbarer Nähe liegt. ... und ein Beagle kann sich laaaaaaaaaaaaaang machen und ist sehr sportlich. ;)
    Gerade in Situationen in denen man Abgelenkt ist oder vielleicht Besuch da ist finde ich das schon anstrengend. Also habe ich es ihm beigebracht. Was jetzt keines Falls bedeutet, daß mein Hund jeden Tag eine halbe Stunde lang eine Schnitzel liegen lassen muß. Es läuft halt so wie es der Altag fordert. Außerdem ist es gerade für solche Hunde ein super Training für die Impulskontrolle. Was sich dann auch auf die Kontrolle am Wild auswirkt.
    Um beim Beispiel mit dem Alkoholiker zu bleiben. Auch der muß damit ja umgehen lernen, daß er, in unserer Gesellschaft, jeder Zeit problemlos an Alkohol kommen kann, wenn er will.

    LG

    Franziska mit Till

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    Ja, Franziska, nur weiß ich auch beim guterzogenen Hund um das Risiko.

    Und einen Hund mit ausgeprägten Jagdtrieb würde ich nur bedingt vertrauen.

    Hund ist ein Lebewesen und keine Maschine!

    Lach, ist die Katze aus dem Haus, dann tanzen die Mäuse. Ist nicht nur bei Hunden so....

    Das ist richtig. Gewisse Dinge riskiert man nicht, weil die Folgen zu verheerend wären. Da gebe ich dir recht.

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    ....und dennoch sind die allermeisten Hunde, egal wie gut erzogen, Opportunisten erster Klasse. Keiner meiner Hunde wuerde in meinem Beisein ein Schnitzel vom Couchtisch klauen, auch nicht wenn ich kurz aus dem Raum gehe......ist die Katze aber ausser Haus waere das Schnitzel Freibier!

    Das habe ich bei meinen beiden Hunden bisher anders erlebt. Wenn sie ein Tabu verstanden hatten, dann saß/sitzt es auch. Das heißt das Schnitzel liegt auch nach einer halben Stunde Abwesenheit meinerseits noch da.

    LG

    Franziska mit Till

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    Jap, nur wenn ich weiß, dass mein Hund futterfixiert ist ( wobei die Definition Labbi kann nicht anders nur sehr ungern höre), dann spiele ich nicht mit dem Feuer.

    Ich sag ja auch nicht bei meiner Jagdsau: "Da vorn ist ein Kaninchen, ich vertraue dir mal", und habe ihn nicht im Blick.

    Und eines sollte der Hund auch können: ein gescheites Abbruchkommando.

    Das rechtzeitig gegeben wirkt auch wahre Wunder.

    Ich sehe das ein wenig anders. Ich habe einen extrem verfressenen Beagle. Mein Ziel war es von vornherein ganz klar ihm beizubringen, daß er sich nichts von Tischen und Arbeitsplatten zu nehmen hat. Also habe ich es ihm beigebracht. Das kann man aber nicht, in dem man ständig alles wegräumt. Wo soll es dann noch Gelegenheiten zum Lernen geben? Wenn ein Hund das im Grunde beherscht kommt irgendwann zwangsläufig der Punkt an dem man vertrauen muß. Natürlich kann es dann noch mal daneben gehen. Davor ist man nie gefeit. Dann ist Konsequenz angesagt. ( In meine Augen allerdings nicht in Form von Schlägen )

    LG

    Franziska mit Till

    Till ist zunächst auch nicht geschwommen. Er ist von vornherein gerne bis zum Bauch ins Wasser gegangen, weiter aber nicht. Zu schwimmmen hat er sich nicht getraut.
    Ich bin dann einmal mit ihm zusammen ins Wasser gegangen. Da war er etwa 8 Monate alt. Ich habe ihn dann mit mir ins Wasser genommen und er ist dann auch geschwommen. Seit dem hat er keine Angst mehr, schwimmt gerne und apportiert sicher auch aus tiefen Wasser.

    LG

    Franziska mit Till

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    Und die Frau hat sich nichtmal entschuldigt bei Dir???

    Ich würde sie anzeigen. Die Hunde bedrohen Dich immerhin. Du hast berechtigte Angst.

    Gut, jedem können mal die Hunde durchbrennen. Aber dann sichert man die Hunde schnellstmöglich und entschuldigt man sich wie verrückt. Und man sieht sich in Zukunft vor. Aber die Halterin scheint ja da sehr "lässig" zu sein.

    Das jedem Mal die Hunde durchbrennen können, da gebe ich dir recht. Aber für mich ist schon die Frage, was ein Hund dann tut, wenn das passiert.
    Ist ein Hund freundlich und friedlich ist es das eine, ist er hingegen agressiv ist es das Andere. Wenn ich das weiß, darf ich soetwas nicht mehr riskieren und der Hund gehört an die Leine.
    Nicht jeder reagiert so besonnen wie die TS. Ich meine was passiert denn wenn da mal jemand in Panik wegrennt?
    Ich bin ja kein Fan davon jemanden sofort anzuzeigen. Aber nach dem die TS selbst mehrere solcher Vorfälle erlebt hat, also nicht nur vom Hören/Sagen davon weiß und die Situation bedrohlich ist würde ich doch zu Polizei gehen. Letztendlich würde ich, anstelle der TS, auch nicht wollen, daß da irgendwann noch einmal wirklich etwas passiert und ich nichts gesagt habe. Womöglich noch einem Kind das in Panik wegrennt.

    LG

    Franziska mit Till

    Vielleicht werden mittlerweile auch zu viele Hunde aus dem Ausland zu uns geholt, so daß man mit den Bedarf an Pflegestellen nicht mehr hinterher kommt und deshalb die Ansprüche an die Pflegestellen herunter gefahren werden um die Tiere überhaupt noch unterbringen zu können.
    Und leider geht es in manchen Fällen den Auslandsorgansationen auch einfach nur uns Geld

    LG

    Franziska mit Till