Beiträge von Grinsekatze1

    Ich hatte vor 3 Jahren einen Hund (6 Jahre)der plötzlich vor der Terrassentür lag und sich mit allen 4 Beinen nicht mehr bewegen konnte. CT ergab eine Quetschung der Halswirbel mit starken Einblutungen. (Kein Bandscheibenvorfall - lt. TA entstanden durch äußere Einwirkung - hierüber gibt es nur Vermutungen). Die Hündin konnte einen Tag später nicht einmal mehr den Kopf heben und war scheinbar ab Halswirbel gelähmt. Sie wurde operiert.

    Erst nach 14 Tagen konnte sie wieder den Kopf heben, dann den linken Vorderfuß anheben und je länger es dauerte desto mehr besserte sich die Beweglichkeit. Erst einmal die Vorderpfoten und danach die Hinterbeine. Hinten dauert es eben länger, weil die Nervenbahnen eine längere Leitung haben bis die Impulse ankamen. Auch die Hündin hatte unheimlich schnell Muskeln abgebaut. Physio war angesagt und später Unterwasserlaufband.

    Nach einem halben Jahr hatte ich einen voll beweglichen Hund, der lediglich ein Hinterbeinchen etwas schleifte (Krallen).

    Heute ist von dem Unfall/Fremdeinwirkung nichts mehr zu sehen. Niemand würde jemals vermuten, dass diese Hündin kurz vorm Tode stand.

    Ohne einen Versuch dem Tier vielleicht helfen zu können käme für mich in so einem Fall keine sofortige Einschläferung in Frage. Klar, kam auch bei mir nach der OP die Frage auf, ob meine Entscheidung richtig war.

    Ich weiß also von was ich schreibe; kann gut mitfühlen.

    Verzeiht mir die doofe Frage, aber Pflegedienst kümmert sich nicht um Reinigung der Kleidung oder?

    Körperpflege oder eine Begleitung zum Arzt bzw den Ratschlag einen aufzusuchen ebenfalls nicht, richtig?

    Der Pflegedienst wird sich automatisch kümmern, wenn eine Verwahrlosung droht oder der Eindruck entsteht, dass Person X ihren Alltag nicht mehr alleine bewältigen kann. Dazu sind die nämlich verpflichtet. Die würden sich strafbar machen, täten sie es nicht.

    Aber: alte Menschen wollen oftmals so vieles nicht wahrhaben und da braucht man viel Überzeugungsarbeit und Geduld. Fremde Personen bereiten ihnen Angst und dazu kommt die Angst die Kontrolle über das eigene ICH zu verlieren. Da braucht es viel Feingefühl um einen Einzelgänger von Nachbarn zu überzeugen.

    Vielleicht hat er auch eine "Hilfe" und lässt diese Hilfe nur oberflächlich zu oder vielleicht gar nicht. Auch das muss man als Aussenstehender ertragen können, jedoch nicht wegschauen, sondern die Situation immer weiter regelmässig beobachten und neu bewerten. Gegebenenfalls einschreiten.

    Ich würde die Pflegekraft einmal ansprechen oder direkt in der Dienststelle der Pflegestation vorbeigehen. In der Regel sind die für Hinweise sehr dankbar und froh über Nachbarn die nicht wegschauen.

    Ist eigentlich irgendjemand hier vom Hochwasser betroffen?

    Das werden wir hier so schnell nicht erfahren. Die Infrastruktur ist zusammen gebrochen; Gas, Wasser, Strom und Internet sowie Telefon nicht wirklich da. Das wird schwer werden auf diesem Weg (DF) eine Antwort zu erhalten.

    Ich bin in Gedanken auch bei den vielen Betroffenen und ich weiß, Mitleid hilft ja auch nicht weiter, aber mir tut das alles furchtbar leid. Ich würde gerne helfen wollen!

    Ich würde das (Fehl-)Verhalten nicht von der Rasse abhängig machen. Jeder Hund entwickelt früher oder später einen Wachtrieb und einfach rein und rauslaufen lassen bestätigt den Hund in seinem Kontrollverhalten. Da hätte viel früher bereits entschieden durchgegriffen werden müssen. Jetzt hat der Hund das verinnerlicht und da wird es schwer solch ein Verhalten umzukehren.

    Hund nur noch unter Kontrolle und Schleppleine rauslassen und das negative Verhalten energisch unterbinden.

    Einen Hund mit Bandscheibenproblem lässt du aber operieren, oder siehst in den nächsten 10-14 Tagen mit Physiotherapie und Schmerzmedis eine deutliche Verbesserung und wenn nicht, ja dann gehe ich den letzten Weg mit dem Hund.

    Es ist leider so, dass eine Besserung meist nicht in 10-14 Tagen erreicht wird. Da braucht es einfach mehr Geduld.

    Das Fatale an der ganzen Geschichte ist, dass der Muskelabbau und damit der Kraftverlust viel zu schnell stattfindet. Und wer keine Muskelkraft mehr hat, der kann auch so schnell nicht aufstehen, kommt nicht hoch.

    Was sagt ihr dazu?

    Ich habe mich da auch unter Druck setzen lassen. Anrufe am Nachmittag bis in den frühen Abend. Ich: "Ich habe Magen/Darm und es geht einfach nicht". Irgendwann, nach etwa 20 erneuten Anrufen (Gejammer: "ich finde niemanden der einspringt...."), habe ich mich breitschlagen lassen und bin doch in den Nachtdienst gefahren. Zusammenarbeit mit der Chefin, die auch eingesprungen ist und mir beteuerte "Hauptsache sie sind da und ich bin nicht alleine".

    Den ersten Nacht-Rundgang haben wir gemeinsam im Haus noch notfallmässig hinbekommen. Dann konnte ich nicht mehr, musste mich hinlegen. Sofort eingeschlafen und beim Wachwerden habe ich erneut mehrfach erbrochen. Meine Chefin hielt mir die Brechschale und meinte "Das geht so nicht, das könnte sie nicht verantworten". (Toll, dass sie das jetzt feststellt). Um Mitternacht kam dann der Ersatz für mich und ich konnte (mit dem eigenen Auto) nach Hause fahren. Es hat niemand interessiert, ob und wie ich nach Hause gekommen bin. Es gab keine Anrufe, ob ich angekommen bin und wie es mir in den Folgetagen ergangen ist. Was meint ihr, wie ich mich da gefühlt habe?

    Auf jedem Fall gab es für mich keinerlei Kompromisse mehr. Krank ist krank und da kann anrufen wer will! Niemals wieder! Bis heute blieb ich standhaft! Dank bekommt man in den seltensten Fällen!