Beiträge von Shoppy

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    Ich habe eher das andere Problem. Zum Beispiel der Wäschekorb: Anschauen - C&B; Berühren - C&B; Pfote rein -C&B

    Hund hat keine Ahnung, wie nun weiter, guckt zu mir, bellt, beißt in den Korb, schleudert ihn rum und wird immer ungehaltener. Eventuell kommt er auch zu mir und zeigt, was er so alles kann (platz, sich drehen, sitz).

    Mir bleibt dann nichts anderes übrig, als das Ganze abzubrechen. Hat jemand eine Ahnung, wie man dem vorbeugen kann?


    Welches Verhalten soll es den werden? In den Wäschekorb steigen und reinsetzen/legen? Oder soll es die Kreativ-Übung "101 Dinge, die man mit einer Box machen kann" sein?

    Ui, auf einem neuen Platz mit lauter unbekannten Hunden. Finde ich ganz normal, dass er da erstmal sehr unruhig ist. Ich gehe mit meinen manchmal "an" einen Hundeplatz, wenn da Agi-Training oder was auch immer ist. Zum "viele Hunde auf einmal gucken".
    Dort wo ich hingehe ist es üblich, dass die Hunde an den Zaun gebunden werden, während mensch Käffchen trinkt, Parcours baut, und dann die Hunde nacheinander laufen. Natürlich schreien fast alle Hunde die ganze Zeit da rum, weil ihnen ja keiner dabei hilft entspannt zu bleiben, und sie das somit nie gelernt haben. spätenstens, wenn der erste Hund im Parcours ist, wirds Ohrenbetäubend. Die Leute finden das offenbar erstens völlig normal, zweitens sehen sie auch keinen zusammenhang damit, dass die Hunde danach hochgedreht sind wie Flitzebogen, und ein Startlinienbleib nicht möglich ist.
    Lange Rede. Die wenigsten dort, werden begreifen, was Du da machst, und schon gar nicht warum. Mach einfach :D
    Wenn es irgendwie möglich ist - die z.B. auch noch andere Trainingszeiten haben, wo Du nicht auf dem Platz mitmachen willst, würde ich diese Trainingszeiten von aussen nutzen - damit er lernt:
    Da sind meist ziemlich viele Hunde. Die machen da Sachen. Ich gucke zu und spiele "Wo ist der Hund" und bin obercool und Kekse gibts dafür auch noch, geil!

    die beiden sind schon zusammen vor dem Trike gelaufen, der eine gibt die Richtung vor (wir bleiben auf dem Feldweg...) der andere sorgt für gescheite Zugleistung :hust:
    ... wofür hat man schließlich einen vernünftigen Hund und einen Knallsack, muß doch für irgendwas gut sein ;)

    Und noch mal für die, die sooo unbedingt "wir lernen ein ganzes Leben lang" mit "der arme, arme, arrrrrrrrrrrrme Hund kann noch immer fast nix" miteinander verwechseln müssen.


    Gandhi geht kaum noch cooler.
    Gandhi läuft frei (shleifende Schleppe), und zwar seit grüüüübel, Mitte Oktober.

    Wird er jemals an Straßen ohne Leine laufen. Nein. Wie keiner meiner Hunde und auch keiner meiner Gasthunde.
    War die Leine locker, sodass er losbrettern KÖNNTE - oh ja, allerdings nicht so lang, dass es bis vor die Räder gereicht hätte.

    Gandhi und Crispel, und mögliche Nachfolger in ca. 20 Jahren, werden ihr Leben lang neue Hunde, neue Menschen, neue Umgebungen, neue Herausforderungen, neue Verhalten und weiß der Geier noch alles kennen lernen, sprich LERNEN. Leben ist Lernen.

    um noch mal darauf zurückzu kommen, wie lange was gedauert hat.

    Gandhi ist seit Anfang Mai da. Ich habe von Anfang an so mit ihm gearbeitet, wie ich das jetzt auch noch tue.
    Es gab bei allen bearbeiteten Baustellen und sogar bei unbearbeiteten Baustellen umgehend Fortschritte zu sehen.
    Bezüglich seiner "draussen"-Baustellen gab es ein "Sägezahnmuster" in der Lernkurve: steil bergauf, nächsten Morgen alles wieder weg, steil bergauf, nächsten morgen fast alles wieder weg... und so weiter und so weiter...
    Anfang August haben wir ein Schilddrüsenprofil gemacht - das Kerlchen hat SDU mit allen Werten ausserhalb der Grenzwerte bis auf T4, das bei einem Grenzwert von 1,4 noch einen Wert von 1,5 aufwies... Der TA lachte mich aus, und meinte, der sei halt im Pöbelalter, da müßten wir durch... Die nächste TA, die sich ein wenig mit dem Thema auseinandergesetzt hatte, forderte (erneute Blutabnahme....) die von mir auch schon beim EX-TA verlangten Antikörperwerte nach - der Gandhi hat Antikörper gegen seine eigene Schilddrüse, sprich, in absehbarer Zeit keine mehr... Aber egal, wozu braucht ein Lebewesen schon eine Schilddrüse.
    Ende September (nach dem von Dragon beschriebenen Kennenlernen...) haben wir mit der Substitution angefangen - und seit dem Tag haben wir kein Sägezahnmuster mehr in der Lernkurve.
    Wenns noch mal einen Zacken gab, habe ich dann anschließend irgendwo eine ausgespuckte Tablette gefunden....

    Ich könnte also auch mit gutem Recht behaupten, daß das Training überhaupt erst seit Ende September möglich war.
    Das stimmt aber so auch nur zum Teil, denn das Leinenpöblenproblem mit anderen Hunden war selbst zu dem Zeitpunkt schon großteils abgehakt, sofern nicht noch andere massive Stressoren vorlagen (alles was rollt....)

    Soweit also zu "jaaaaaaaaaaaaaahrelangem Training"

    Und überhaupt: Ja, natürlich trainiere ich jahrelang mit meinen Hunden. So lange wie sie leben werden sie irgendwas lernen. Solange wie ich lebe, werde ich irgendwas lernen, hoffe ich, wie öde wär das Leben sonst?
    Muß ich vielleicht ein Leben lang an Gandhis Autofahrer-Verhalten "trainieren" - ja, vielleicht, na und? Der läuft locker mit mir an einer Straße lang, auf die gerade eine Horde Motoradfahrer, die durch die Rühler Schweiz gecruised sind, einbiegen, auf der Hauptstraße von vorne und von hinten andere Fahrzeuge lang fahren, und er kann locker mitgehen, oder ruhig sitzen und gucken. Das ist eine ziemliche Steilkurve für, ach sagen wir doch einfach mal 12 Monate, auch wenn das gar nicht stimmt, UND man mal bedenkt, wie viele Motorradfahrer denn so in den Wintermonaten unterwegs sind....

    Und nochwas zu den "jaaaaaaaaaaaaaaaaahrelangen Training"
    Ich trainiere gar nicht jeden Tag an diesen Sachen, die meiste Zeit latschen wir (d.h. ICH latsche, er rennt mit schleifender Schleppe (bzw. jetzt grad mit schleppe in der Hand wegen Leinenzwang in Niedersachsen)) durch die Gegend und treffen mal EIN Auto, während wir (angeleint) die 100 Meter von mir bis zur Feldmark zurücklege....

    Wer wissen will, wie viele Minuten wir tatsächlich mit "Verkehrserziehung" verbracht haben, kann man ja mal folgendes Nachrechnen: man nehme die Tage, die er jetzt hier ist, der einfachheithalber 365. Man teile durch 2, meinetwegen gerne durch 1,5. Denn nach einem Tag "arbeiten" hat er meistens am nächsten Tag Streßabbau-Wellnesstag im Garten. Man multipliziere mit, in Klammern, sagen wir mal 45 Minuten, das ist so die Durchschnittszeit, die wir so unterwegs sind - manchmal 2 Stunden, manchmal nur ein paar Minuten, je nach Tagesform, Wetter, xyz und substrahiere die Minuten des Spaziergangs wo wir gar keinen Auslöser treffen) Klammer zu, durch 60 und man hat Stunden, durch 24 und man hat Tage... und selbst bei der allergroßzügigsten Rechnungsweise komme ich auf 274 Stunden Trainingszeit... Stunden, nicht Tage, Wochen, Monate oder Jaaaaaahre. Das find ich schon ziemlich schnell, und nicht nur das, denn es ist effizient und effektiv.

    und überhaupt. Bin ich in einem Wettrennen, wer am SCHNELLSTEN XY erreicht?
    Für mich ist schon die Idee ganz falsch - ich will nicht irgendwas in irgendeiner Zeit erreichen, sondern ich mit meinen Hunden auf eine ganz bestimmte Art und Weise umgehen. Die Dauer wird diesem Ziel untergeorndet, nicht andersrum!


    Es gibt übrigens eine Firma, deren Geschäft es war, möglichst schnell mit geringstmöglichem Aufwand sehr viele Tiere auf sehr hohes Niveau zu trainieren. Und das Verhalten mußte stabil bleiben: in neuen, oftmals sogar wechselnden Umgebungen mit hochgradiger Ablenkung, unter schwersten Bedingungen, mit unerfahrenen unbekannten Menschen. Da WAR das Ziel also genau "höher, schneller, weiter..."
    Diese Firma hat ein paar zehntausend Tiere aus ich glaube 400 oder mehr TierARTEN trainiert, darunter für diverse Amerikanische Regierungsbehörden, hat offenbar gut gewirtschaftet, denn die Firma hats ein paaaaaaaar Jährchen gegeben. Wens interessiert, wie die gearbeitet haben, kann beim forschen hier: http://en.wikipedia.org/wiki/Keller_Br…_Keller_Breland anfangen, oder hier: http://www.behavior1.com/


    Die Frage ist nicht ob es "rein positiv" GEHT, sondern ob man es a.) WILL und b.) KANN....
    zu a.) kann ich JA sagen, denn das ist mein Ziel.
    zu b.) leider immer noch nicht immer. :/

    Aber zum Glück bin ich ja noch nicht "fertig" mit lernen, und die "Kann nicht"Situationen werden immer weniger.

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    Hast du den nicht mittlerweile 1 Jahr ?

    Ja, ziemlich genau. Er kam im Mai, zunächst als Pflegehund, mit allem als Baustellen, was man als Hund so haben kann, ausser Trennungsangst und Stubenreinheit.

    Und er bleibt für den Rest seines Lebens. Daher habe ich auch genau SO lange Zeit, weiterhin Spaß und Erfolg beim gemeinsamen Lenen mit ihm zusammen zu haben.

    Wie lange ist sie schon bei Dir?
    Ist das der "andere" Hund aus dem Mumien-Thread?


    Ich würde die beiden Hunde erst einmal trennen - man braucht das nicht für dis ganze Zeit tun - ich würde z.B. dann trennen, wenn ich nicht wirklich ein Auge drauf haben kann, wie sich die beiden miteinander verhalten. Ein paar Tage Vorsicht, die dann vielleicht etwas lästigeren Aufwand erfordern, sind definitv besser, als ein-zwei dumm gelaufene Situationen, an denen Du dann langwierig "reparieren" müßtest.

    Ich würde Bella einclickern - auch Marker-Wort, man schleppt ja nicht immer einen Clicker mit sich rum (nicht mal ich :hust: ) und würde ihr erstmal vermitteln, dass FAST alles was sie macht, richtig ist - wenn sie was NICHT macht, wie ein Platz-Signal auszuführen, hat sie schlicht Pech gehabt, dann gibts eben keine Belohnung. Wenn ich problematische Kandidaten im Haus habe, verdienen die sich ihre Mahlzeiten in solchen Trainingsgelegenheiten ihr Essen - drei vier Clickersessions, wo es in kurzer Zeit eine kleine Mahlzeit zu verdienen gibt.

    Wenn der Clicker verstanden ist (und ich perönlich lade den nicht mal mehr auf, ich bin die ersten Sessions nur einfach extrem großzügig ;) ), benutze ich den Clicker/Markersignal, um deeskalierendes Verhalten zwischen den beiden Hunden zu markieren und zu bestärken - Das geht von Blinzeln bis abwenden, hinlegen, weggehen... alles was unter Calming-Signals fällt... Alles, was Bella da so in Kommunikation mit Deinem Hund zeigt, kannst Du bestärken.
    Ich habe einen Stammgasthund, der zu Hause dafür MINDESTENS ausgeschimpft wird, wenn er anderen Hunde anknurrt :gott:
    Also schnappte er dann eben gleich zu... da er "nichts zeigte" - habe ich ihn dafür geclickert, dass ein anderer Hund nähergekommen ist. Der andere Hund (mein eigener RR), ist quasi mein Fremdsprachendolmetscher - bleibt stehen, oder geht sogar wieder weg, wenn er die feinstens "bitte bleib Weg"-Signale erkennen kann. Da der Gasthund dann die Erfahrung gemacht hat, dass seine Signale so funktionieren, wie von der Natur vorgesehen, UND er dafür von mir keinen auf den Schnabel sondern IN des selbigen bekommen hat - Kekse nämlich, hat er dann irgendwann angefangen, wieder deutlicher zu warnen.
    Ich habe mit diesem Hund auch ganz viel "Zeigen und Benennen"/Wo ist der Hund gespielt, UND er kommt, wenn er hier ist, nur mit Hunden zusammen, die seine Signaleumgehend respektieren, und nicht trotzdem über ihn rüberwalzen. Da er immer sicher wird, dass seine Kommunikation RICHTIG ist, und verstanden und respektiert wird, kann er viel besser mit anderen Hunden klar kommen, und droht schlußendlich wieder weniger - nicht weil er sich nicht traut, oder es verlernt hat, sondern, weil er sicherer im Umgang mit den anderen Hunde ist.
    Übrigens wurde parallel zur erlangten Sicherheit im Umgang mit den anderen Hunden (und mir, weil er sich inzischen hundert Pro sicher ist, dass ich ihn nicht bestrafen werde) sein Gehorsam allerdeutlichst besser... Sogar der angeblich nicht vorhandene Rückruf funzt, naaaa, nicht 1A, aber igendwo zwischen 2+ und 1-
    Für einen Hund, der 3 Mal im Jahr für jeweils eine-zwei Wochen da ist, seit Mitte 2008, glaub ich, ist das ne ziemlich stramme Leistung - sind ja auch bis auf den Crispel jedes mal andere Hunde, mit denen er es dann hier zu tun bekommt...

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    Glückwunsch :gut: Was war es denn für ein Seminar? *neugierig bin* :D

    Lg Caro & der kleine Schwarze

    das war das "Mutmachtraining" mit Maria Hense, sehr empfehlenswert, und, diesem Fall ausnamslos erfahrene, positiv arbeitende Trainer und Halter da. Gandhi war in den Theorieteilen zu Hause, im Auto und für NACH der Trainingseinheit gestern für ca. eine Stunde mit im Semianrraum.

    Trainiert wurde draussen, in der "Realität" - heute war es speziell für MICH und Gandhi extrem real :hust: -
    Ich sag nur, geiles Wetter, Sonntag, Rühler Schweiz, Motorräder, Cabrios, und Fahradfahrende Familien... :D

    Ich bin ja SO!!! *mitdenausgestrecktenarmenzeigwiegroß* stolz auf den Ex-Kreischsack :gut: