Beiträge von Shoppy

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    Umorientierung ist bei mir ein Pfiff (ohne Pfeife): Ich belohne jede Reaktion (Ohren wackeln, zu mir gucken usw.) variabel seit mehr als 3 Wochen in unterschiedlichen Situationen (meist auf Spaziergängen) aber irgendwie klappt es nicht immer.
    Langsam hab ich das Gefühl es wird nie was... Enkis Namen hab ich glaub ich schon kaputt gebabbelt - da kommt überhaupt keine Reaktion, deshalb wollte ich das über Pfiff mit aufbauen.
    Wie oft am Tag soll ich das bewußt machen? Also teils spiele ich auch so mit ihm. Pfiff- er guckt - ich werf Lecker - Pfiff - usw. usf.

    Oh, ich finde, das kann man pauschal so schwer sagen. Ich mach das sehr abhängig von der Reaktion - wenn die auch in ablenkenden Situationen flott und zuverlässig ist, dann hab ich offenbar grade eine gute Bestärkungsrate - und die versuche ich so zu halten, oder etwas auszuschleichen.
    Ist mir die Reaktion nicht schnell genug, oder klappt in gewissen Situationen nicht so zuverlässig, wie ich das gern hätte, dann schieb ich den Bestärkerregler hoch, sprich, ich mach es öfter - und mit hochwertigen Belohnungen.
    Bei Hunden, die schlecht auf ihren Namen reagieren empfehle ich das Namens-Spiel: erstmal wie immer möglichst keine Ablenkkug, Hund direkt bei einem, Name sagen, Belohnung. Hund muß NIX als Gegenleistung tun. WENN der Hund dabei auf seinen Namen reagiert, und Blickkontakt anbietet, und/oder sich zu mir umdreht, dann click ich das auch an - ansonsten erstmal im ersten Schritt ohne Click.
    So kann man dann auch selber gut merken, ob man zum zweiten Schritt (mehr ablenkung) über gehen kann - wenn man von 10 Versuchen mindestens acht mal clicken konnte, weil eine Reaktion erfolgte, dann kann man die Sache etwas schwieriger für den Hund gestalten. Im Prinzip machst Du mit dem Pfiff das ja genau so.


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    Brücke ist bei mir "schnellschnellschnell" immer wenn er sich auf mich zu bewegt. Aber ich glaub da bin ich zu doof... Enki läuft immer an der 10 m Schlepp und hält den Radius mittlerweile toll ein. Es kommt selten vor (wenn nur im Spiel, oder wenn er sich eine Belohnung abholen kommt) das er auf mich zu rennt, was ich ja eigentlich belohnen bzw. unter Kommando stellen will.

    Nutz genau solche Situationen. Darum gehts im Aufbau im Prinzip - das man Situationen hat, in denen der Hund das Verhalten zeigt, damit man das Signal mit dem Verhalten verknüpfen kann.
    Wenn du ein "normales" Rückrufsignal hast, dass in bestimmten Situationen zuverlässig klappt, kannst du auch das nehmen: "Normaler Rückruf" - Enki beginnt, zu Dir zu laufen - "schnellschnellschnellschnell" Ankomen, Jackpot...

    Hier ein schönes Video, wie man ein bißchen Spaß und Abwechslung ins RR-Training bringen kann - Kath hängt hinter den RR andere Tricks, wie durch die Beine laufen, um den Menschen rum laufen... Die haben gemeinsam, dass die Hunde, um diese Tricks ausführen zu können, zu Kath laufen "müssen" - Kath ist Trainingsjunkie, und die Hunde können ungefähr dreimillionen Tricks, und "Müssen" daher nicht, sondern "Wollen" unbedingt!!

    Das einzige was Kath nicht hat, ist der Anker - der käme dann zwischen "come" und dem Trick.
    http://www.youtube.com/watch?v=8az4wx…player_embedded

    Sie schickt auch die Hunde mit "away" zum Leckerchen ;D

    Mir gefällt auch das "Scavenger hunt" Spiel sehr gut, das spiele ich recht ähnlich - ich werfe nur meistens die Leckerchen entweder hinter mich, oder in Laufrichtung des Hundes (dann wechsle ich aber die Weggerichtung)


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    Wenn die Schlepp schleift und er sich mehr als 10 m entfernt kommt es öfter vor, dass er zu mir rennt, wenn ich ihn nicht mit Kommando im Radius halte.

    auch eine Gelegenheit, wo du das schnellschnellschnell einflechten könntest. und wenn nur einmal schnellschnell reinpasst, egal!

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    Irgendwie komm ich nicht richtig weiter mit dem Rückruf :/ Das ist so schade, weil wir schon einiges hinkriegen, aber das wichtigste Kommando irgendwie nicht :-( Ich hab das Gefühl, dass ich mit ihm besser trainieren könnte, wenn ich ihn wirklich frei laufen lassen würde, da ich mich glaub ich teils unbewusst auf der Schlepp "ausruhe"...

    Man kann aber auch nicht immer alles trainieren. Wenn dann andere Sachen sehr gut laufen, dann kannst Du da etwas "schleifen lassen" und arbeitest dann vermehrt am Rückruf.
    Oft ist es auch so, wenn die Nasen beginnen Spaß daran zu haben, Sachen mit ihren Menschen zu machen, dann klappt auch der RR besser, weil dann ist es ja kein "Abhalten vom Spaß" mehr - sondern eben Signal zur Ankündigung von Spaß mit Menschen - einfach nur eine andere Art von Spaß. Und wenn man auch noch einrichten kann, dass der Hund nach dem RR eine Umweltbelohnung bekommen kann (an das Mauseloch gehen, von dem man abgerufen hat, zu dem Menschen laufen, den er begrüßen wollte, den Raben vom Feld scheuchen (naja, nicht jetzt, da gibts Streß mit dem Bauern...), sich in das Stinkekram werfen, von dem man abgerufen hat, ins Wasser.... etcuswuä... ;D Dann stellt man schon erst recht keine Spaßbremse mehr dar! :D

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    Hilfe! habt ihr Tipps?

    willtze noch mehr *kicher*

    Ich beginne bei Welpen sofort mit shapen. Am liebsten Targetübungen, wie auf eine Decke zu gehen, Fingertarget, Targetstab. Ausserdem fangen wir mit den Markersignalen alles an "gutem" Verhalten (auch wenns erst mal nur Ansatzverhalten ist) was die Welpen so zeigen.
    Seit ich ganz viele "ja, wir haben das mit dem Clicker auch ausprobiert, aber die Hunde sitzen und glotzen uns nur an" hatte, lade ich den Clicker nicht mehr großartig auf, und vor allem machen wir nicht erst tagelang ausschließlich "Sitz" und/oder "anglotzen".

    nunja,
    man bekommt das Verhalten, das man bestärkt. Wenn du "bei mir sein" so stark bestärkt, dass es die Umweltbestärker toppt, was mußt du dann machen, dass letztere wieder zum Zug kommen?

    Wenn du dann weniger bestärkst, wirst Du wieder Situationen haben, wo du Schwierigkeiten hast, gegen die "Ablenkungen" anzukommen - dann mußt du deine Bestärker wieder "anheizen"

    Verhalten ist niemals never ever statisch es driftet mit den Bestärkern...

    Was Du machen solltest ist, ein "jetzt hast du von mir keine Bestärker (keine besonders wichtigen jedenfalls) zu erwarten"-Signal einzuführen. Das sagst Du dann, bevor du sein erwartungsvolles Aufmerksamkeitsheischendes Verhalten beginnst zu ignorieren.
    Dann brauchst du aber auch ein "Einschalt-Signal" - da könnte man z.B. ein das Umorientierungssignal, den Hundenamen, das Rükrufsignal, etc. verwenden.
    Bei meinen gibt es als "du hast jetzt freizeit" ein "Okay" oder "geh schnüffeln".

    Gandhi hatte auch einen völlig normalen TSH - alle anderen Werte waren unterhalb des Grenzwertes, bis auf den T4, der war bei 1,5 bei untererem Grenzwert 1,4

    Mein Ex-TA fand also, dass der keine SDU habe, weil, ist ja alles gut... Allerdings hatte der die Antikörper ja nicht nehmen lassen und TAK ist bei Gandhi positiv...

    Am Besten ist, am schreibt diesen Fritzen genau auf, welche Werte anzufordern sind, dann haben sie die ganzen genommenen Werte schriftlich abzuliefern, und mit den gewonnenen Daten wendet man sich an Ute BB (http://www.cumcane.de - die freut sich, weil sie Datenbank davon aufbaut) oder Dr. Christiane Wergowski (http://www.bhv-net.de/index.php?opti…Profile&user=73)

    Ich denke, Zeigen und Benennen ist ein Hilfsmittel, den Hund in Anwesenheit von seinen Auslösereizen "operant" zu bekommen oder zu halten.
    Wenn der Hund das Spiel nicht mehr braucht, weil alles jetzt Easypeasy ist, dann schleicht man es eben aus, macht vielleicht ab und an, oder in bekannt schwierigeren Situationen noch mal ein paar Wiederholungen.

    Ich benutze Z&B beim Gandhi als "Stimmungsbarometer". Ich weiß ja, worauf er normalerweise so reagiert, und weise ihn dann also darauf hin, dass da gleich XY kommt - und immer öfter ignoriert er mich :???: :lachtot: , weil ihn das jetzt einfach nicht mehr aufregt.
    Was ich auch mache ist: ich drehe andere Anforderungen höher. Ich fange Z&B ja "stationär" an - sprich im stehen oder sitzen und auf Entfernung.
    Angenommen wir gehen also an einer Straße lang und ich seh ein Auto kommen, bleibe ich jetzt vielleicht nicht mehr, oder jedenfalls nicht mehr sofort stehen, sondern erwarte noch weiteres an lockerer Leine gehen, bis die Distanz/Geschwindigkeit/andere Faktoren sich der "Brenzlichkeit" annähern. Dann nehme ich halt die Schwiergkeiten, die ich "verlange" raus, und bleibe z.B stehen, mache einen Schritt zur Seite, oder helfe mit dem Geschirrgriffsignal, oder greife tatsächlich ins Geschirr. Ich versuche immer gerade nur so viel noch zu helfen, wie er braucht, damit sich die "Hilfebedüftigkeit" langsam rausschleicht.

    Manchmal steckt man einfach nicht drin - keine Ahnung, warum manche Auslöser dann gelegentlich voll zuschlagen, und das alte Verhaltensprogramm anwerfen.
    Vermutlich sind es sich überlagernde Faktoren - neun Jogger lang konnte er sich ausreichend beherrschen - aber die Hormone werden ja ausgeschüttet, und irgendwann kursieren dann vielleicht genügend im Blut, sodass der zehnte Jogger angegiftet wird. Oder es war zu kalt, zu war, zu wenig gegessen, zu viel gegessen, die Pfote tut weh und es riecht grad total nervig und dann kommt nach den dreieinhalb mäßig frustrierenden Situationen eine weitere mäßig frusstrierende Sache - und entläd sich das.

    Ich bin ein extrem launischer Mensch - bei mir kann die Laune extrem schnell von - alles ist superprima in "ich muß jetzt sofort wen foltern und töten" umschlagen. Und ich brauche dann enorm viel emotionale Energie, damit ich das nicht an irgendwem ablasse, der grad zur Hand ist. Ich weiß das über mich, ich weiß wie ich ticke, und theoretisch weiß ich auch, dass und wie ich das in den Griff kriegen kann, aber, ich geb es zu, es gelingt mir nicht immer. Wie viel schwieriger muß das für einen Hund sein, der ja im hier und jetzt lebt, und über seine Emotionen nicht ein "wir denken da mal erst noch kurz drüber nach, ob es cool ist, diesem Hund/Mensch/Auto ins Gesicht zu explodieren" schieben kann, dass das Verhalten abbricht oder zumindest abmildert. Das geht meiner Meinung nach nur mit viel Hilfe seines Menschen und viel viel viel Übung, durch die sich ein anderes Verhalten automatisiert.

    Und selbst damit kann es halt doch ab und an passieren, dass das Faß überläuft.
    Dann ist das eben so.
    So what.

    Was ich dann versuch ist, mir möglichst genau zu merken, was genau war, um bei weiteren unguten Situationen vielleicht rausfiltern zu können, was der auslösende Faktor/die Faktoren sind.
    Aber IN DER SITUATION hake ich das sofort ab, Hund ist explodiert, nun ist es mein Job, ihn aus der Mondumlaufbahn wieder auf die Erde zu bekommen, zu entspannen und unfallfrei nach Hause zu bekommen.
    Wenn ich da emotional in der Situation hängen bleibe und/oder auf die Emotion des Hundes umsteige (was meiner Meinung nach bei den Methoden, bei denen Strafen/Abbruchsignale etc eingesetzt werden passiert, da man Aggressivität/Angstverhalten/Frust mit einem aversiven Reiz beantwortet), muß es der Hund ja fast zwangsläufig auch (hängenbleiben, bzw eskalieren - ausser er gibt auf...).

    hui, super!!

    Das mit dem sehr lange gerade aufeinander zugehen ist sehr schwierig - die Erfahrung habe ich auch gemacht.
    Ich glaube, ich weiß warum, aber ich habe derzeit wenig Gelegenheit, das zu testen.
    Wenn Hunde unangeleint aufeinander zugehen, dann gehen sie nicht wirklich direkt auf einander zu - das berücksichtigen schon ganze viele Halter, indem sie bögeln.

    Aber das macht man ja eigentlich erst, wenn man an dem anderen Hund vorbeigeht, gell, oder jedenfalls erst kurz vorher.
    Was macht man denn bis da hin? Mench geht, Hund soll mit.

    So machen Hunde das aber nicht - die bleiben stehen, schnuppern irgend wo rum, markieren jeden 3. Grashalm, drehen noch mal um, weil sie eine wichtige Schnupperstelle "überrochen" haben, biegen kurz mal in einen Hauseingang, auf eine Wiese oder sonstwohin ab - und sagen sich so die ganze Zeit, wie höflich sie doch bei der Annäherung sind. Mit Mensch an der Leine ist alles anders, und schon gehts nicht mehr. Das ist dann eine Kombo aus gemachten Erfahrungen (ich soll an der Leine mitgehen), Mensch achtet nicht drauf (dem fällt erst auf, dass es schwierig wird, wenns denn dann schwierig wird, und der Hund nicht mehr entspannt an der Leine läuft, sondern entweder festfriert, sich hinlegt und lauert, oder nach vorne brezelt) und "hab nie gelernt, wie Hundebegegnungen an der Leine gehen (vielleicht nicht mal ohne Leine)".

    Ich versuche also, solche langen "wir gehen aufeinander zu, und die Erregung geht hoch, bis es irgendwann knallt" Sequenzen aufzusplitten - das Zeigen und Benennen tut es eh, weil der Hund ja zwischendurch von dem anderen weg sieht. Nur reicht das eben nicht immer. Also bleibe ich zwischendurch mehr oder weniger oft und mehr oder weniger lange stehen, lasse den Hund z.b. vom anderen Hund abgewand sitzen, streusele Leckerchen auf die Erde, frage ein paar Fingertouches oder andere Tricks ab, wende den Geschirrgriff und das Entspannungssignal an - und wenn es irgendwie geht, nutze ich Garangeneinfahrten, Wiesenauffahrten, Büsche hinter denen man mal kurz verschwinden kann, damit es eben nicht immer schnurrstracks auf den anderen Hund zu geht. Wenn der Ort das nicht hergibt, streue ich einige Back-Ups oder Kehrtwenden ein.

    Und falls sich der Hund dennoch zu hoch gedreht haben sollte, kann ich als "Allzweckwaffe" immer noch den angekündigten Geschirrgriff anwenden - der sitzt beim Gandhi jetzt so gut, dass der dann Wurzeln schlägt, und ein Kleintransporter fast über seinen Schwanz fahren kann, bzw irgendwelche Fremdhunde eine kleine Darmspiegelung bei ihm vornehmen können - solange die Shoppy dabei vorne genügend schnell Leckerchen einfüllt.


    Doof gelaufene Situationen wird man immer mal wieder haben - und zwar ganz egal, nach welcher Methode man trainiert, das ist nun einfach mal so. Wer was anderes behauptet, lügt sich meiner Meinung nach was in die Tasche.
    Für mich geht es darum, dem Hund eh blöd laufende Situationen nicht noch durch mein Verhalten zu verschlimmern, sondern dadurch, dass ich mich konsequent "nett" ihm gegenüber verhalte, verläßlich bin. Ich kann den anderen Hund/Autofahrer/Jogger/Heißluftbalon/Whatever nicht kontrollieren, aber mein Verhalten sollte ich einigermaßen unter Kontrolle haben, angeblich ist das ja die große Stärke des Menschen. Für mich ist das ne Lebensaufgabe, meinen Jähzornteufel im Zaum zu behalten - aber Hunde sind großartige Lehrmeister - Kommunikation und Lernen sind keine Einbahnstraßen ;)

    So "Überfälle" passieren halt gelegentlich - besonders wenn man in der Gegend Hundehalter wohnen hat, die nicht mitdenken, und ihre Hunde einfach so los brettern lassen.
    Das wird immer weniger dramatisch, weil die Hunde ja generalisieren, Erfahrungen machen, und auch immer schwierigere Situationen meistern können.
    Wenn man also versucht, auch solche nicht so idealen Situationen so angenehm wie möglich für die Hunde zu machen (anderen Hund abblocken, die gelernte Routine abspuhlen, mit für den Hund tollen Konsequenzen verknüpfen...) dann sind solche Begegnungen wenigstens nicht für den Ar*** sondern auch daraus können die nasen lernen: "wenn mich son Proll umrennt, macht mein Mensch genau das selbe wie sonst auch immer und versucht mir zu helfen, sogut man das als Plattfüßiger Zweibeiner halt so kann ;) "

    Ich mach in solchen Situationen Clickersalven, solange bis ich das Gefühl hab, jetzt ist er wieder "operant und ansprechbar" dann versuch ich irgend ein Verhalten abzufragen, oder falls ich nach der Belohnung für das ganze geclickere gefragt werde, gibts die eben.