Beiträge von Shoppy

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    Hallo!
    Aber was mache ich, wenn ich kein Entspannumgssignal habe? Ich bekomme das einfach nicht geregelt. Mit dem Geschirrgriff ist das ähnlich, ich weiß nicht, wie ich das 40 mal (eigentlich 80 mal, bei 2 Hunden) am Tag schaffen soll.

    Man baut es auf. Wie alle anderen Signale, die der Hund befolgen soll auch. Ich bin ziemlich sicher, dass es keinen hund auf der Welt gibt, der auf die Welt gekommen sind, und schon wußte, dass er den Poppes zu Boden senken sollten, wenn Mensch das Geräusch "Sitz" von sich gibt.

    Vierzig Mal Geischirgriff dauert ca. 40 mal 10 Sekunden.
    2 Mal beim/nach dem Geschirr anziehen, 2 Mal vor dem Raus gehen, 2 Mal direkt vor der Haustür. Ca. alle 150 Meter einmal auf dem Spaziergang, bei einem Gang von 1,5 Kilometer sind das zehn Mal.
    2 Mal vor der Haustür beim Reingehen, 2 Mal direkt hinter der Haustür beim Reingehen, nochmal vor dem Geschirr ausziehen. das sind für einen Spaziergang 26 Mal und es kostet wieviele Sekunden mehr Zeit? 11 mal zehn Sekunden machen bei mir nicht mal 2 Minuten. Der Rest ist eh "Gassi-Zeit"

    Das Ganze Multipliziert mit den Gassigängen pro Tag.

    Der Aufbau des Entspannungssignals "kostet" doch auch gar keine Zeit. Wenn man faul ist, braucht man einfach nur zu beobachten, in welchen Situationen sich die Hunde vorhersehbar von alleine entspannen werden. Man sage das zu konditionierende Wort davor, und ein paar Mal während die Hunde entspannt sind, fertig.
    Baut man es etwas gezielter auf, wie in den Links beschrieben, kann man Zeit verwenden, in denen man sich eh, vielleicht anders, mit den Hunden beschäftigt hätte.


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    Was mach ich, wenn die Lieblingsfeindin um die Ecke kommt, so wie heute, und ich zwar ein bischen ausweichen kann, die Mädels aber gar nicht ausweichen wollen, die wollten lieber tösen? Soll ich dann einfach weiter klicken, bis eine Reaktion kommt?


    Die Hunde "wollen" nicht lostöseln - die wissen einfach nicht, wie es anderes geht, und KÖNNEN gar nicht ausweichen. Sie haben noch gar nicht die Lernerfahrung gemacht, dass es ihnen ohne Losbrüllen emotional viel besser ginge.

    Dazu sind die in diesem Faden beschriebenen Übungen da: dass sie kleinschrittig = machbar, lernen können, dass Kooperation mit ihren Menschen und entspannt bleiben sich einfach besser anfühlt als rumkreischen und durchknallen.

    Wenn sie schon losgetöselt haben, warst Du schon viel zu dicht dran. Versuch viel frühzeitiger auszuweichen, die Hunde "aufzuwärmen" mit Dir an dem "wo sind die Hunde"-Trick zu arbeiten, und vielleicht zu sitzen, oder ein paar Schritte weiter zu gehen.
    Was genau zu machen ist, ist wirklich schwierig zu beschreiben: Du hast gewisse Situationen im Kopf, mit Ort und bestimmten Gegebenheiten, und Informationen über Deine und die Anderen Hunde, die ich nicht habe. Ich habe eigene Vorstellungen über meine Erfahrungen zu dem Thema, und muß dann "raten" wie eure Situation ausgesehen haben.

    Wichtig ist, dass man weiß wie Lernen funktioniert, und wie Verhalten entsteht. Verhalten entsteht aus einer Emotion, die durch einen Reiz ausgelöst ist.
    Im Beispiel:
    Dein Hund hat "anblick fremdhund" mit "emotional sehr aufwühlend" (z.b. Angst, oder Frust) verknüpft. Also gerät er beim Anblick von "fremdhund" in eine höhere Erregungslage und Stress und zeigt dann das für ihn typische Verhalten, was individuell von Hund zu Hund sehr unterschiedlich sein kann. Manche fliegen wie kreischende Flipperkugeln durch die Gegend und sind nicht mehr ansprechbar, andere frieren ein - und sind nicht mehr ansprechbar. Andere fliegen/kreischen, lassen sich aber relativ leicht da mit einem Umorientierungssignal rausholen, andere erstarren und reagieren gut auf ein UOS. und natürlich gibt es alle Schattierungen dazischen.
    Die wichtige Aussage dadrinn ist: als erstes wird die verknüpfte Emotion ausgelöst, dann bekommen wir das dazugehörige Verhalten zu sehen.

    Durch egal was wir mit dem Hund machen, nehmen wir, ob wir das nun bewußt machen, oder nicht, oder ob wir sogar behaupten, wir machen das auf keinen Fall, weil es nicht in unser Weltbild passt (in mein Weltbild passt die Schwerkraft nicht, aber verdammt noch mal, ich kann trotzdem nicht schweben oder fliegen, blödes Naturgesetz...) GLEICHZEITIG Einfluß auf die Emotionen und das Verhalten des Hundes in Bezug auf alle möglichen anderen gerade für den Hund anwesenden Reize.
    Wenn ich Fifi anbrülle, wenn er grad ein Kind gesichtet hat, und er Angst vor Angebrüllt werden hat, dann wird er ziemlich wahrscheinlich die empfundene Angst mit dem Kind verknüpfen.
    Anderes Beispiel: wenn ich Fifi immer bestärke, wenn er ein Kind sieht, wird er Kinder ziemlich toll finden, denn die sorgen offenbar dafür, das Shoppy Bestärker zur Verfügung stellt.

    So. Nun kommt in den beiden Beispielen gar kein Verhalten vor, gell? Habe nicht beschrieben, WAS der Hund tut. Ist auch gar nicht so wichtig, weil das Verhalten der Emotion "folgt".
    Wenn der Hund Angst hat, wird er Angstverhalten ausführen - die Angstverhalten, die in seinem Naturell liegen und die in seinem bisherigen Leben funktioniert haben.
    Angstverhalten sind reflexiv - der Hund denkt nicht darüber erst nach, ob es sinnvoll ist, jetzt vielleicht weg zu laufen, oder hmmmm, vielleicht doch nicht. Das macht evolutionär keinen Sinn. Wenn das Gehirn einen Reiz als lebensbedrohlich eingestuft hat, dann muß es sofortiges Handeln auslösen. Allerdings ist eine Strategie "einfrieren" - aber auch da wird nicht "gedacht".

    Wenn der Hund Kinder toll findet, wird er anfangen, welche zu suchen und seinen Menschen darauf aufmerksam zu machen, denn der Mensch muß ja schließlich bemerken, dass der Hund die Kinder bemerkt hat, um die Bestärker zu zücken. "Menschenkinder finden und anzeigen" ist ein gelerntes Verhalten und kein unbedingter Reflex - hier wird tatsächlich das Vorderhirn, der denkende Teil benutzt. Der Hund ist also in einem glücklichen, denkenden Zustand, und wenn er das ist, dann ist er auch in der Lage, mit seinem Menschen zusammen zu arbeiten.
    Im "Angst"-Beispiel ist er das nicht oder jedenfalls nur sehr eingeschränkt.

    Daraus wird ersichtlich, hoffe ich, dass es dem Hund sehr viel leichter fällt, zu lernen was Menschen von ihm wollen, wie er sich bei Anblick Fremdhund verhalten soll, wenn sein Gehirn noch nicht den Angstemotions-Schalter gedrückt hat. In dem Zustand kann direkt Verhalten gelernt werden, weil die Emotion es schon zuläßt. Der Fachausdruck für diese Art zu lernen ist "Operant".

    Ist der Hund im Emotionalen Zustand "Angst" kann aber auch immer noch was gelernt werden, allerdings meistens nichts operantes, was Mensch sich wünschen würde. Natürlich lernt der Hund operantes Verhalten: ANGSTVERHALTEN nämlich.
    Aber noch wichtiger, er lernt in diesem Zustand über klassische Konditionierung:
    Alles was er in diesem Zustand registriert, wird wahrscheinlich mit der Angst verknüpft. Deshalb hat man so viele Hunde, die Geräuschangst, z.B. generalisieren: Sie haben Angst vor Gewitter, und nun hat einmal direkt vor so einem Donnerschlag das Händy gepiept, bumms, hat man Angst vor Händypiepen. Angst wird oftmal durch ein einziges Erlebnis gelernt (das ist der Grund dafür, warum "gut" gemachtes Training über aversive Reize schneller funktioniert, als das über positive Bestärkung, das nur mal so am Rande :p ). Dann macht der Kühlschrank ein komisches Geräusch bevor die Mirkowelle, die so ähnlich piept, wie das Händy.... Draussen piepen Müllwagen, wenn sie rückwärts fahren und schon ist die ganze Welt eine Geisterbahn.
    Wenn ich jetzt aber konsequent etwas, dass der Hund sehr positiv findet, einem Reiz folgen lasse, den der Hund beängstigend findet, dann wird dieser beängstigende Reiz zur Ankündigung für: gleich kommt was tolles für mich.

    Und das ist im Prinzip schon alles, was man zum Thema Hundetraining verstehen muß:
    Verhalten, dass ich will, muß ich bestärken.
    Dazu muß ich wissen, was der Hund bestärkend findet.
    Verhalten, dass ich nicht möchte, muß ich möglichst im Auftreten vermeiden.
    Und alles was ich tu (und ws die umwelt tut natürlich auch) hat einfluß darauf, wie der Hund das findet, was er da lernt.

    Ich bin ein äußerst neugieriger Mensch, wenn mich ein Thema fesselt, arbeite ich nächtelang durch, um dem anf den Grund zu gehen.
    In der Schule war ich ehr schlecht.
    Woran liegt das? Lehrer und Schule sind dummerweise bei mir offenbar aversiv klassisch verknüpft worden. Zum Glück habe ich das aber nicht auf das Lernen an sich generalisiert - das passiert aber eben leider sehr häufig. Ausserdem habe ich nach der und ausserhalb der Schule offenbar genügend positive Verknüpfung mit dem Verhalten "Lernen" herstellen können. Aber offenbar nicht zu jedem Thema...hm...

    Aufdas Hundetraining übertragen:
    Gerne wird empfohlen, wenn ein Jogger kommt, soll der Hund abgelegt werden.
    Schöne Idee an sich. WENN man nun aber das Abliegen z.B. über positive bestrafung/negative Bestärkung aufgebaut hat = mit einer negativen Emotion verknüpft hat, dann wird der Hund den Jogger irgendwann wie finden? Denn der Jogger kündigt an, das man gleich welches Gefühl bekommt, wenn der Platzbefehl kommt?

    Hach, jetzt hab ich das * vergessen hihi

    Also hier noch mal:

    zum anderen Hund gucken, Click (Sekundärer Bestärker) --> Hund dreht sich zu Dir, Bestärken (Primärer Bestärker)*

    Aus dem Satz wird ziemlich klar, dass Du doch schon die Umorientierung zu Dir bestärkst ;)

    Zitat


    Ich glaub ich bin zu doof zum clickern :ops:.

    Heute, bei unser Morgenrunde nur hier um den Block, haben wir 3 Hunde gesehen. Aber die waren weit entfernt von uns. Benny hat aber natürlich alle 3 bemerkt. Ich clicke, Benny schaut zu mir und bekommt seine Belohnung.
    Ich hab gar nicht die Möglichkeit das anzeigen und die umorientierung zu mir zu clickern. Benny weiß nach dem click gibt es was feines und schaut mich nach dem click für das anzeigen von selbst zu mir. Ich komme gar nicht dazu das clicken noch mit einem Kommando zu verbinden :???:.

    Irgendwie kapiere ich das ganze noch nicht so richtig

    Und dabei machst Du doch alles richtig ;)

    Also:
    Dein Hund bemerkt einen Hund, du clickst es an er orientiert sich zu Dir um, Leckerchen(oder andere Belohnung)

    Das ist der ideale erste Schritt, perfekt. Dein Hund soll auf die Idee kommen, dass es eine sehr tolle, weil lohnenswerte Sache ist, andere Hunde zu entdecken.
    Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn Du erstmla noch nicht dazu kommst ein "Wo ist der Hund" einzuführen.
    Das ist ein folgender Lernschritt (meistens ein Lernschritt für den Mensch, nämlich WANN er das Wort sagen muß, damit der Hund das Wort mit seinem "ich sehe einen anderen Hund" Verhalten zu verknüpfen.
    Wenn du also ein paar mal "Hund sieht anderen Hund" geclickt hastm wird er das Verhalt "zu dem anderen Hund schauen" als gelernten Trick anbieten:
    zum anderen Hund gucken, Click (Sekundärer Bestärker) --> Hund dreht sich zu Dir, Bestärken (Primärer Bestärker)*

    zum anderen Hund gucken, Click (Sekundärer Bestärker) --> Hund dreht sich zu Dir, Bestärken (Primärer Bestärker)

    zum anderen Hund gucken, Click (Sekundärer Bestärker) --> Hund dreht sich zu Dir, Bestärken (Primärer Bestärker)

    zum anderen Hund gucken, Click (Sekundärer Bestärker) --> Hund dreht sich zu Dir, Bestärken (Primärer Bestärker)

    Das ganze wird dann einen für dich vorhersehbaren Rhythmus annehme und dan KANNST Du das Signal vor dem Verhalten geben, nämlich wahrscheinlich zum Beispiel dann, wenn der Hund grad das Leckerchen kaut oder runterschluckt.

    Dann ist der Ablauf also:

    zum anderen Hund gucken, Click (Sekundärer Bestärker) --> Hund dreht sich zu Dir, Bestärken (Primärer Bestärker) --> "Wo ist der Hund?"

    zum anderen Hund gucken, Click (Sekundärer Bestärker) --> Hund dreht sich zu Dir, Bestärken (Primärer Bestärker) --> "Wo ist der Hund?"

    zum anderen Hund gucken, Click (Sekundärer Bestärker) --> Hund dreht sich zu Dir, Bestärken (Primärer Bestärker) --> "Wo ist der Hund?"

    zum anderen Hund gucken, Click (Sekundärer Bestärker) --> Hund dreht sich zu Dir, Bestärken (Primärer Bestärker) --> "Wo ist der Hund?"

    und je nachdem wie gut der Hund darin ist, Geräusche als Signale zu lernen, muß du das eben wiederholen, möglicherweise über mehrere TAge bei den ganzen Hundesichtungen, die ihr eben so habt.


    Zitat


    Wenn wir Hunden begegnen ( an der Leine) dann wird es meistens eng. Wir wohnen in der Stadt,man kann nicht einfach mal so auf die schnelle die Strassenseite wechseln. Also muss man ziemlich dicht aneinander vorbei gehen. Wie mache ich das dann??? Benny bleibt dann erst mal stehen, fixiert und auf gleicher Höhe würde er dann am leibsten zum anderen Hund hin oder fängt an zu kläffen und sich in die Leine zu hängen.

    Sorry wenn ich noch mal so extrem blöd nachfrage :gott:.

    Gruß
    JackieBenny


    Es gibt keine blöden Fragen :D

    Wenn ich durch eine Situation durch muß, die der Hund eigentlich nicht bewältigen kann, weil er einfach im Training noch nicht so weit ist, ich aber nicht ausweichen kann, oder was auch immer, dann setze ich den angekündigten Geschirrgriff an. Wie der Geschirrgriff aufgebaut wird: http://www.youtube.com/watch?v=FCQe8bds1zY&feature=share
    Zur weiteren Unterstützung habe ich ein entspannungsignal aufgebaut:
    http://www.cavecani.de/wissenswertes/…-hundetraining/
    http://www.easy-dogs.net/angebot/shop/w…ntspannung.html
    http://www.easy-dogs.net/home/blog/trai…grundlagen.html
    http://www.frauhund.de/hund/verhalten…rte-entspannung

    und ich nutze Gegenstände und/oder mich selber um möglichst zu splitten.

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    Danke Martina :kiss:

    Shira sitzt/liegt und starrt ja meistens auch ... aber wenn ich dann einfach abwarte, komme ich erstens die nächsten 15 Minuten keinen Centimeter mehr weiter, zweitens kommt der andere Hund dann meist zu uns (inklusive neugierigem Halter) und dann gibt es Leinenchaos. Kontakt an der Leine mag ich ja eigentlich nicht.

    Ist es "erlaubt" den Hund schrittchenweise per Clickern wegzulocken? Also Shira guggt - Click - sie schaut zu mir - Leckerchen wird ein paar Schritte weit weg geworfen... So dass sie sich nach und nach wieder bewegt?
    Bei ihr hab ich auch schon festgestellt, dass ich diese "Salzsäulen"-Starre durch bewegung ganz schnell lösen kann. Wenn wir an anderen Hunden vorbei JOGGEN, statt zu gehen, bleibt sie nicht stehen


    Es ist immer praktisch, wenn man durch gestellte Situationen solche wie die von Dir beschriebene durcharbeiten kann. Klar ist es im "realen Leben" meistens utopisch, das Training so hinzukriegen, dass es für den Hund ideal wäre. Wenn ich auf ideale Trainingssituationen für den Gandhi gewartet hätte, wären wir noch auf dem Stand von November 2010...

    Es hilft, wenn man weiß, wo man "Reales Leben" Situationen so aufsuchen kann, dass neugierige Hunde(halter) nicht bis zu einem ran kommen können. Dazu überlegt man sich: Man braucht einen Ort, an dem die Wahrscheinlichkeit, dass man einen Hund sieht, hoch ist, und wo dieser Hund kaum Möglichkeit hat, bis zu einem hinzulatschen. Spontan fallen mir Hundeplätze ein, Tierarztpraxen, Futterläden, Parks mit Leinenpflicht - und dort sucht man sich eine Aussichtsplattform", von der man selber gut gucken kann, man nicht gestört wird, man aber notfalls gut verschwinden kann, und wo es irgend eine Art von Barriere gibt, die andere HuHas davon abhält angelatscht zu kommen.

    Und an so einem Platz kann man das eben gut üben, was du selber grad geschriben hast, das stückchenweise weg lotsen. Ich nenn das "Wegstottern".

    Das haben wir derzeit in unserer Welpengruppe immer wieder: den Zwergen fällt es natürlich noch verdammt schwer, vom Spielpartner weg zu gehen, also gehen die HuHas hin, clicken in eine Spielpause, und lotsen dann mit Hilfe folgender Hilfsmittel "stotternd" auseinander: die Leine wird so gekürzt, das Verwicklungen nicht möglich sind, mit hilfe von Fingertouch oder/Und Leckerchen "rückt" man die Nasen auseinander, dieser erste Ansatz wird geclickt und das Leckerchen wird so gegeben, dass die Zwerge sich wieder eine Winzigkeit von einander entfernen und so weiter. Wenn beide sich erstmal komplett abgewendet haben, dann kann man meißt problemlos an langer/lockerer Leine mit nehmen oer paar schritte weggehen und abrufen. Abrufen direkt ist einfach nicht möglich - selbst wenn die Knilche kurz auf das Umorientierungssignal reagieren, sind sie einfach noch zu kurz mit ihrer Aufmerksamkeitsspanne und/oder so gefangen in dem tollen Spiel, dass das einfach illosorich ist, das zu erwarten.
    Wegzerren würde aber nur den Frust erhöhen - sie wollen NOCH MEHR nicht von den anderen Hund weg....
    Macht man es "stotternd" ist es leichter für sie, sie werden mehrfach für "vom anderen Hund entfernen" bestärkt, und bekommen bei uns auch sehr oft die ABSOLUTE Bestärkung: sofort wieder zu dem anderen Welpenzwerg dürfen.

    Das tüt tüt ist ein Rückruf in einem bestimmten Zusammenhang (Dummytraining), den Du bestärkst, gell?

    Der Anker ist ein tertiärer Bestärker (er kündigt (zumindest) einen sekundären Bestärker und oftmals sogar einen primären Bestärker an.

    Wie kann der Einsatz eines Bestärkers direkt hinter einen Signal dieses Signal schwächen?

    Aaaalso

    Man kann doch beides clicken ;)

    WENN ich dem Hund "Wo ist der Hund" *befehle*, clicke ich logischerweise, dass er mir den anderen Hund anzeigt.
    Wenn er den Hund z.B. vor mir entdeckt hat, und sich selber umorientert, na klar, dann clicke ich die umorientierung zu mir
    Ich möchte beides, also clicke ich auch beides (abwechseln - oder in abhängigkeit davon, was ich in der situation ehr bestärken möchte).
    Wenn der Hund zu lange oder zu hektisch zu dem anderen Hund guckt, würde ich umorientierung und/oder längeres gucken zu mir bestärken.

    Was ich wichtig finde: IMMER auf den Hund gucken (seinen eigenen) und wirklich versuchen abzuschätzen: Was KANN mein Hund in dieser Situation - kann ich mehr verlangen, oder muß ich es ihm einfacher machen und falls ja, WIE kann ich es ihm einfacher machen.
    Wenn sich irgendwas nicht wie erwartet verbessert, steckt irgendwo ein Fehler.
    Clickertraining kann man nicht starr nach Rezept machen - man muß quasi ständig "on the go" mitdenken, analysieren, planen: wie ist der IST-Zustand - wie sieht der SOLL-Zustand aus - WAS muß ich verändern, bestärken, managen, um vom IST zu SOLL zu kommen.
    Und es ist durchaus so, dass sich auch der SOLL-Zustand ändern kann.

    Durch das Zeigen und Benennen lernen Hunde, ihre Umgebung nach den Signalen abzusuchen, die Bestärker vorhersagen, z.B. andere Hunde, und dann GUCKEN sie eben mehr da hin. Das ist ein Zwischenziel, wenn man das erreicht hat, merkt man das (der Hund "fordert" den Click ständig an, indem er einem die anderen Hunde anzeigt) - und es sagt einem, dass der Hund im Vorderhin, also bewußt denkend ist, weil sonst KÖNNTE er das ja nicht.
    Manche Hunde werden dabei aber dann vielleicht aufgeregt (entweder, weil sie dann keine Angst mehr vor den Hunden haben und zu denen hin wollen, oder weil sie supertolle Bestärker erwarten). Dann muß man eben seine Bestärkerrate und/oder Bestärkerart anpassen.


    Man WILL doch wirklich beides, oder nicht - man möchte, dass der Hund einen anderen Hund (oder was auch immer ihn aufregt, das funktioniert mit ALLEN Aufregern, auch Wild) erblicken (und auch länger anssehen, oder gar beobachten) kann, ohne sich aufzuregen aber man möchte auch, dass er sich selbstständig und/oder auf Signal von dieser Ablenkung lösen kann und "empfangsbereit" ist für weitere Signale von uns.


    Und nochmal: was ein Hund in einer bestimmten Situation leisten kann oder nicht - ist von unzähligen Faktoren abhängig.
    Wenn es die Umstände es unmöglich machen, dass der Hund sich weiterbewegen kann, dann ist es extrem aversiv, ihn da weiter zu zerren. Klar, das kann mal notwendig sein, wenn man sonst zu überfahren werden droht o.ä. Ansonsten würde ich aber einfach stehen bleiben ud gucken, was denn sonst geht. Vielleicht geht gesittet sitzen, oder abwenden, oder ein Fingertouch.

    Ich habe einen RR im Training, der kann sich nur sehr schwierig abwenden. AnfangsISTzustand war: Hund entdecken - hinbrettern, weil spielen wollen. Da Frauchen nur unwesentlich schwerer ist, hat das oftmals funktioniert :headbash:
    Zwischenstadium war: an straffer Leine stehen und glotzen, Umorientierung und Leckerchen nehmen konnte er nicht - wir haben trotzdem geclickert und gelobt und manchmal konnte "geh spielen" als Bestärker eingesetzt werden, wenn die anderen HuHa einverstanden waren oder es eine extra dafür gestellte Situation war.
    Der jetzige Zwischenstand ist, dass er stehen (lockere Leine), gucken, sich auf Click kurz umwenden (dafür gibts direkt einen zweiten Click) und ein extrem hochwertiges Leckerchen und den *befehl* sofort wieder zum anderen Hund zu gucken. Diesen Hund kann man extrem lange gucken lassen, weil er nicht ins fixieren kommt, sondern einfach nur beobachten möchte.

    Hunde, die entfeder anfangen zu fixieren oder bei denen die Erregung durchs Dach geht, unterbreche ich SOFORT per Click noch bei der Kopfbewegung Richtung Reiz. Da versuche ich auch das "zu mir" gucken viel stärker/öfter zu bestärken als das zum Reiz gucken.

    Pauschal zu sagen "wenn, dann".... ist echt schwierig und es gibt nicht pauschal ein richtig oder falsch. Es kommt drauf an, wo man steht, und wo man hin will, mit dem Verhalten ;D und wie weit man in einer Situation mit dem Training kommt hängt davon ab, was der Hund leisten kann. Wenn ich mir vornehme, "in 5 m Entfernung in leichtem Bogen geht, denn gestern gings in 7m, der Hund aber schon bei 15 Meter Entfernung Sorgenfalten bekommt, anhängt zu hampeln oder einzufrieren, dann verabscheidet man sich eben von dem netten Plan und nimmt was man kriegen kann.

    Mensch wird durch erblicken eines Hundes ganz automatisch zum Hundetrainer ;)


    Es ist KEINE Ablenkung - denn der Hund wird doch gar nicht gehindert, zu gucken.

    Aber vielleicht meinte Frau Schlauberger ja auch das SIE eine (für dich ungewünschte) Ablenung für die Hunde produziert hat, indem sie ungefragt Deine Hunde lockte.

    Also könntest du auf die Frage durchaus mit "Ja, lockende Menschen sind eine sehr große Ablenkung für meine Hunde, aber haben sie das nicht toll gemacht, einen schönen Tag noch" antworten...