Das geile am Clickern ist, dass man es immer den eigenen Möglichkeiten und Bedürfnissen anpassen kann.
Man muß dazu einfach nur eben überlegen, wie man es anpassen KANN.
Mal an diesem konrekten Szenario rumüberlegt. Hund regt sich über Spur von Kaniggeln auf.
Bedürfniss, er möge sich da bitte nimmer so reinsteigern, rumschreien und wie blöde an der Leine reissen, sondern vielleicht sauber anzeigen und dann langsam an lockerer Leine ein paar Meter der Spur ausarbeiten und dann Mitkommen, wenn Mensch genug davon hat.
Möglichkeiten: der Mensch kann nur auf Grund von Erfahrung und optischen Hinweisen wissen, wo normalerweise die Niggels langhopsen. Hund weiß genau, ob Niggel Frieda oder Niggel Hermann da lang gehopst ist und zwar um genau wie viel uhr und was die jeweils vorher gefressen haben und so weiter.
Wenn der Hund sehr aufgeregt auf Niggelspuren reagiert, wird man das in seinem Verhalten erkennen können.
Natürlich wäre es ideal, wenn man genau wüßte, wo der Auslöser ist, und man wüßte wo wann und wie er auftaucht, weil man dann selber vorbereitet ist. ABER
Man kann auch dann erst beginnen, wenn der HUND den Auslöser entdeckt hat.
Da der Olle Auslöse-Duft ja noch gar kein Signal hat, MÜSST ihr also erstmal die Reaktion des Hundes darauf anclicken. Da ist es doch egal ob ihr wisst, ob es am nächsten Grashalm duftet, oder erst am nächsten Laternenpfahl.
Man clickt also so früh es geht in das "Ich habe da nen wahnsinnsgeilen Geruch entdeckt"-Verhalten rein und bestärkt. Vielleicht wird der Hund wie Bolle weiterschnüffeln und sich vom Click nicht unterbrechen lassen, deshalb "befehle" ich in dem Fall "geh schnüffeln".... Das Signal ist natürlich nicht bekannt, wird durch wiederholte Verknüpfung mit dem Verhalten dann irgendwann verstanden werden. und ist zudem ein obergeiler Premack-Verstärker.
Wie sieht das nun aus:
Man schluppt mit Hundi durch die Gegend, der wird plötzlich zum Drogenschnüffler und man sieht die Nase fast glühen. Gar nicht schlimm, wenn man anfangs nicht gleich die ersten Anzeichen erwischt, man muß auch erst selber lesen lernen, wann der Hund einen aufregenden Duft in die Nase bekommt. Wenn man aber drauf achtet, lernt man das recht schnell.
Man clickt also rein. Wenn der Hund sich umorientiert und eine Belohnung vom Menschen erwartet, prima, wenn nicht, nicht schlimm, dann "geh schnüffeln" oder so was sagen, denn das tut er vermutlich eh.
Da macht man wieder unzählige Sachen mit dem "armen" Hundehirnchen gleichzeitig: man macht nicht irgendwas, um das schnüffeln zu verhindern, und erhöht also auch nicht den Frust: Hund darf ja schnüffeln. Indem man es anclickt, schaltet man sich selber in sein Verhalten ein: Hund bekommt mit, dass der Mensch es durchaus nicht doof findet, dass er da was tolles entdeckt hat: ist der Duft Auslöser für Angstverhalten, bewirkt das Anclicken über die Wiederholung als Gegenkonditionierung: der Duft löst immer weniger Angst und damit Angstverhalten aus. Der Hund lernt, dass es ein Signal für sein Verhalten gibt.
Bestimmt hab ich noch was vergessen, was da noch gleichzeitig passiert, aber ich hab grad Kopfschmerzen und denke nur mit 50% Leistung ;D
das originale "Zeigen und Benennen" hatte den Sinn, dem Hund auch Mitteilen zu können, falls wir optisch einen Reiz vor dem Hund erkannt haben, damit er sich z.b. nicht erschreckt. Das wird beim geruchlichen Reiz nicht funktionieren, weil wir einfach "geruchsblind" sind - ausser wir WISSEN, dass der böse Erzfeindhund kurz vorher genau an den Strauch gepieselt hat, und nun hinter der Mauer auf uns lauert.
Man merkt schon: alleine ein Beispiel (dem Hund voranzukündigen, dass er gleich den Erzfeindeduft riechen wird) dafür zu finden, ist ziemlich konstruiert. Aber, wie gesagt, man muß nicht immer alles genau mit Punkt und Komma und Bindestrich nachmachen.
Man hat den Hund auch schon begonnen, auf "anderen Hund erspähen" gegenzukonditioniren, als man das "Wo ist der Hund" noch nicht eingeführt hat. Und manche Hunde sind so schnell zu überzeugen, dass andere Hunde ja gar nicht so doof sind, dass man es vielleicht gar nichz zu benennen braucht. Es GEHT also auch ohne - und wenn Menschen eben gar nicht die Möglichkeit haben, etwas anzu kündigen, lassen wird diesen Teil eben weg. Statt den auslöser zu benennen, benennen wir das Verhalten des Hundes ("geh schnüffeln") und wenn wir aus Erfahrung lernen, dass der Erzfeind immer da lang geführt wird, oder an diesem Grasbüschel immer die Niggels nagen, dann schicken wir da einfach mal "geh schnüffeln" - und schon ist es eben auch wieder ein Spiel, dass die Hunde mit uns spielen...