Beiträge von Shoppy

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    Ist bei euch der Trainingsstand denn auch so sprunghaft? Wir "Zeigen und Bennen" mit Aiko jetzt schon einige Monate. Letzten Sonntag sind wir an 16 Hunden fast problemlos vorbeigekommen; nur einmal hat er kurz gewufft, war aber sofort wieder ansprechbar. Seit Montag ist der Hund wieder völlig neben der Kappe. Jeder Hund, ob groß oder klein wird schon wieder von Weitem angekläfft. Geht es euch auch so? Langsam aber sicher verzweifel ich...


    Das kann an verschiedenen Sachen liegen.
    Vielleicht fand er die vielen Begegnungen zusammen genommen doch sehr aufregend.

    Stell es dir vor wie einen Wassereimer. Immer wenn ein anderer Hund kommt, läuft da eine entsprechende Menge an "Erregungshormonen" rein. Über die Zeit werden die natürlich auch wieder abgebaut, aber bei 16 Hunden ist da ja eine ganze Menge zusammen gekommen, und je mehr darin ist, desto länger dauert auch der Abbau UND desto mehr läuft bei weiteren Begegnungen auch rein.
    Oder anderes gesagt - der "Hormonwasserstand" entspricht dem Erregungsniveau, und je öfter das "angeschubst" wird, desto länger braucht es eine "Anschubsfreie" Pause, um wieder auf "Normalnull" abzusinken.

    Wenn ich mit dem Gandhi einen schwierigen Tag hatte, auch wenn er den offensichtlich gut gemeistert hat, hatte er am nächsten Tag "frei" - sprich, da gab es nur Garten oder eine Runde möglichst ohne Stressoren und ganz viel schlafen und Kausachen zum "Streßwegkauen".

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    Noch mal kurz nachfragen:
    Wenn Ihr eine Hundebegegnung habt zB ein Hund kommt Euch entgegegen. Clickt Ihr die ganze Zeit, bis der Hund vorbei ist? Also ich meine CLICK-Leckerli, Hund guckt wieder zum anderen Click-Leckerli, ...usw????


    Jep!

    So, sorry für die Verspätung - ich hab getz erstmal die neuen Beiträge ignoriert. Ich guck dann noch, ob ich da noch was beantworten sollte ;D


    Also.

    Erstmal möchte ich sagen, dass "zu eng" natürlich von Hund zu Hund verschieden sein kann, bzw. sehr vom Trainingsstand abhängt.
    Beim Gandhi waren anfangs Autos in einen km Entfernung "zu dicht" - er fuhr hoch und kam dann eigentlich nicht mehr runter, oder jedenfalls nur minimal! Bei Hunden war "zu dicht" anfangs ebenfalls, sobald sie sichtbar waren. Aber vermutlich hing das mit dem Erregungsniveau seiner anderen Baustellen zusammen.

    JETZT
    Können Autos/Motorräder/Fahrräder direkt an uns vorbei fahren. Und wenn ich Zeit hatte, ihn darauf vor zu bereiten, dass da gleich eins kommt, dann kann er problemlos sitzen, stehen oder manchmal sogar einfach weiter gehen und Anzeigen, wo die fahrenden Dingers sind.

    Hunde sind dann zu dicht, wenn sie ihm die Nase in den Po schieben müssen...


    Wenn man also möglichst vermeiden möchte, dass der Hund negative Reaktionen zeigt, muß man erstens wissen, wie viel Platz er denn so braucht, und zweitens wenn möglich seine Strecken so wählen, dass man immer genügend Platz hat.
    Das klappt verständlicherweise nie zu Hundert Prozent. Man kann bei der Streckenauswahl darauf achten, dass man genau weiß, wo sich "Notfallhaltebuchten" befinden - wie die Dinger in Autobahnbaustellen - in die man notfalls ausweichen kann.
    Erfahrungsgemäß müssen die soooooooo groß gar nicht sein. Ich hab den Gandhi z.B. auf Gartenmäuerchen geschickt - und die gewonnene Distanz in Meter liegt dabei ungefähr bei 0,5 ;D
    Allerdings ist der wahrgenommene Effekt auf den Hund wohl echt viel größer. Garageneinfahrten eignen sich hervorragend oder Hauseingangstreppen gehen auch gut.
    Neulich habe ich für einen entgegenkommenden Hund den Hund eines Kunden hinter meiner geöffneten Autotür "versteckt". Der entgegenkommende Terrier war in zögernd-ängstlichen Stelzschritt übergegangen. Frauchen hat nix mitbekommen und die Flexileine neigte sich in der ausfahrbarkeit dem Ende entgegen. Nachdem sich der Joker hinter die Autotür gesetzt hat (Platzgewinn real wieder nur 50 cm) konnte das Terriertier wieder traben.... aha! Direkt auf unserer Höhe hat er dann etwas misstrauisch geguckt und ist dann schnell hinter Frauchen her gehoppelt...
    Joker hat sich in diesem Fall überhaupt nicht für den anderen Hund interessiert. Aber ich finde, man kann gut sehen, wie sich das immer gegenseitig beeinflußt und eventuell wechselseitig zum hochfahren führen könnte.

    Wenn reinweg NICHTS zum hinter verstecken da ist, und keine "Nothaltebucht" - dann versuche ich mich selber so zu stellen, dass ich zwischen meinem und dem anderen Hund stehe -mit dem Rücken zum anderen Hund. Wobei "stehen" dann auch mal "hin und her bewegen" bedeutet, wenn nämlich mein Hund versucht, um mich rum zu gucken.
    Man kann auch üben, dass der Hund sich mit dem Rücken zum anderen Hund setzt und selber steht man mit dem Rücken zum eigenen Hund, sodass man selber den anderen Hund im blick behalten kann - das ist meiner Meniung nach schon ein ziemlich fortgeschrittener Trainingsstand.


    Ist es so viel "zu eng", dass der Hund wahrscheinlich los poltern wird, verwende ich den angekündigten Geschirrgriff, halte den Hund fest, steige auf verbalen Marker um (oder bediene den clicker mit der "Geschirrhand") und sorge dafür, dass ich schnell und viel Futter anbieten kann, hab ich meinen Mund noch "frei", setze ich ausserdem das Entspannungssignal ein. Alles andere Gequatsche oder Rumkommadieren wird derweil eingestellt.
    Gandhi hats mir da einerseits sehr leicht gemacht, der kann bestimmt noch vorne Futter reinschlingen, wenn er hinten plattgefahren ist...
    Andererseites mußte ich ihn manchmal mit beiden Händen im Geschirr "ankern", weil er sonst gnadenlos davongeflogen wäre, nachdem er mich als Absprungbrett genutzt hätte...

    Kann der Hund kein Futter mehr nehmen, kommt eben alles andere bisher genannte zum Einsatz.


    Wenn man RICHTIG große Schwierigkeiten hat, genügend Distanz zu bekommen, sollte man sich
    A. einen kompetenten Trainer suchen, der hilft, geeignete Situationen gezielt zu stellen
    B. unbedingt untersuchen lassen, ob irgendwelche organische Ursachen dafür verantwortlich sind, dass der Hund einfach nicht kann, was er soll
    C. sich über weitere Trainingshilfsmittel informieren. z.B. ist das Calming Cap da eine gute Sache, weil es die Optischen Reize mindert - man kann durch den Stoff zwas noch etwas sehen, aber nur noch undeutlich und verschwommen. Das kann helfen, einen Fuß in die Trainingstür zu bekommen. Weiterhin kann man durch Körperbandagen, T-Shirts oder Thundershirts die ausschüttung von Oxytozin fördern. Oxytozin ist DAS Entspannugnssignal, dass u.a. durch Streicheln und Massagen ausgeschüttet wird.
    D. Unbeingt prüfen, ob es anderweitige Stressoren im Leben des Hundes gibt, und diese weitestgehend ausschalten.

    Weiterclicken! ;)

    Das clicken ist mit positiven Emotionen verknüpft. Das willst Du in dem Moment an den Hund weitergeben.
    Nicht immer können diese Veränderungen (die leichten Verschiebungen der Emotionen in Richtung "netter" an der "Oberfläche" = im Verhalten des Hundes, z.B. durch "kann futter nehmen" oder "kann auf Signale reagieren" sehen. Aber im "Untergrund" verändert sich eben doch etwas.

    Damit sich die Wirkung des Clickers durch solche Aktionen nicht abnutzt, darf man ihn halt nicht NUR in solchen Situationen verwenden, sprich - in anderen Situationen großzügigst mit "Tolle Sachen passieren nach dem click" aufladen.

    In einem anderen Thread habe ich mal Dresche dafür bekommen, dass ich schrieb, dass ich z.B. clicke, kurz bevor mein Hund irgendwas für ihn großartiges erleben wird, (fast) ganz unabhängig von seinem Verhalten in der Situation. zum Beispiel könnte man clicken, bevor man die Futterschüssel gibt, bevor man den Ball wirft, bevor man den Hund in den Garten läßt, bevor der hund an einer interessanten Stelle schnüffelt, bevor er an einem mauseloch graben darf...... und so weiter und so weiter. Dabei geht es darum, tolle Sachen "auf den Clicker aufzuladen" - Klassische Konditionierung.
    Die Dame, die mich dazu verhaute, hatte leider nicht verstanden, was dabei der wesentliche Punkt war...


    zu dem "was mache ich, wenn es zu eng wird" schreib ich heute abend was, jetzt muß ich erstmal mit den Hunden in der Stadt Zeigen und benennen spielen ;D

    Tja, wenn Du plötzlich das Signal nicht mehr vollständig gibst ;) - dadurch, dass sie gelernt hat, beim "krich" dem auf dem Boden liegenden/gehaltenen Leckerchen zu folgen und das Leckerchen nun weg ist, ist auch kein Signal mehr da.

    Ich würde bei ihr jetzt per freiem Formen diverse Targets aufbauen. Unter anderem eines, dem sie folgt.

    Ich habe auch deinen anderen Faden gelesen.
    Es ist ziemlich kontraproduktiv, wenn der Clicker aufgebaut wird, während der Hund nichts weiter tut, als zu sitzen und niedlich auszusehen. Da bestärkst du nämlich drei mal am Tag unzählige Male "rumsitzen" - dabei versteht der Hund, dass er sitzen soll - aber nicht, dass er Verhalten anbieten soll, um sich den Click zu erarbeiten....

    Ich lade den Clicker nie auf, ich benutz ihn einfach. Und die Hunde fangen sofort an, Verhalten anzubieten...

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    Für das Entspannungssignal bin ich irgendwie zu blöd :ops: Es haben mir schon zwei mal Foris ausführlich erklärt, die Theorie ist mir auch klar. Aber irgendwie versteht Anjou es nicht bzw. verbindet da nichts mit. Er ist bei Ansprache, Berührung (ins Geschirr greifen z.B.) auch jedes mal gleich absolut aufmerksam und dadurch erwische ich ihn nicht in entspannten Situationen, sondern reiße ihn meist raus.
    Ich sollte es vielleicht noch mal versuchen, es würde sicher helfen, aber irgendwie platzt der Knoten bei mir nicht :headbash: Das und das Signal "hinter" (mich) sind echt die einzigen Sachen, wo ich ihm nicht wirklich verklickern kann, was ich möchte.

    Gibt es irgend eine Situation, in der er zuverlässig entspannt?

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    Meiner Meinung ist der Beagle kein einfacher Hund, denn von seinem Halter lässt er sich nicht so schnell beeinflussen, da den Meutehunden und da gehört auch der Beagle zu, der soziale Rudelinstinkt vollkommen fehlt oder nur wenig davon vorhanden ist!


    Als MEUTEhund fehlte den Beagln der soziale Rudelinstinkt???

    :lachtot:

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    Hi Anayu,
    Hi Thera,

    danke für eure Einschätzung, dann lag ich mit meiner Theorie ja doch nicht so falsch. Ich werde das Thema auf dem Platz noch mal anschneiden und dann hoffe ich, das man mir Gehör schenkt^^

    Außer dass die Clicker sich unterschiedlich anhören, können Hunde doch auch erkennen, aus welcher Richtung der Click kommt - also welche Person geclickt hat. Wenn also "sein" Mensch nicht clickt, und die anderen clickenden Menschen ihn nie nach dem Click belohnen, dann lohnt es sich auch nicht, darauf zu achten.

    Na klar, die reagieren schon mal darauf, besonders, wenn sie von der Person schon mal geclickert wurden (in meinem Fall z.B. von mir, weil ich manche Sachen eben direkt mit einem Kundenhund vorführe). Aber das ist meist eine kurzfristige Verwirrung, und dann wissen sie genau, mit wem sie arbeiten.

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    @ shoppy
    Ganz vielen lieben Dank, dass du meinen Hilferuf erhört hast!


    Und dabei mache ich mir nicht die Konditionierung kaputt? Bei Mitch wird das eher kein Problem sein, da er fast ständig Blickkontakt hält. Andiamo ist da eher der problematische. Ich weiß nicht, ob ich von ihm schon erwarten darf, dass er da trennen kann. Zumindest in Stressituationen. Aber die sind eigentlich für Mitch nicht vorhanden, sodass man da wahrscheinlich eben eher nur Andiamo clickern wird. Dann muss ich meinen Mann soweit erziehen, dass er in Situationen, die für Andiamo stressig sind, Mitch dann besser nicht clickert??? Oh je, jetzt muss ich dann auch noch Männe trainieren :???: :lachtot:

    Nein, wenn Dein Mann Mitch clickert und Du den Andiamo, weiß doch jeder Hund nach kürzester Zeit, von welcher Person welche clicks kommen. Natürlich kann Dein Mann den Mitch für gutes Verhalten auch in Momenten clicken, wenn der Andiamo grad etwas gestreßt ist.


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    Ja, wenn einer von uns mit beiden alleine unterwegs ist, wird Mitch dann wohl weiterhin sein Leckerchen bekommen ;) Auch wenn es für seine Figur nicht unbedingt gut ist.


    Dann gibts eben weniger aus dem Napf. Ich treff ziemlich viele Hunde - die Clickerhunde sind selten zu dick - bei den "wir wollen draussen nicht füttern, dann werden die ja zu dicken rollen"-Hunden ist der Prozentsatz von Übergewicht viel höher - aber das ist ja vielleicht nicht repräsentativ :roll:


    Ich finde es übrigens noch aus einem anderen Grund vollkommen in Ordnung, beide Hunde zu belohnen, wenn einer gestreßt und der andere eigentlich nicht gemeit war.
    Hunde lernen auch immer Stimmungen mit. (Klassische Konditionierung)
    So. Du clickst den Andiamo in einer für ihn schwierigen Situation, und der ist vielleicht etwas gestreßt. Wenn der Mitch dann immer nichts kriegt, weil er war ja nicht gemeint, was lernt er dann?
    Frust, wenn Andiamo Streß hat, denn Streß = ich krieg nix ab... im Schlimmsten Fall lernt er, in solchen
    Situationen passt du nur auf Andiamo auf und er muß halt selber sehen, wie er klar kommt. Das klappt jetzt ja offenbar problemlos, aber das soll ja so bleiben, gell. Es bleibt aber nur Verhalten bestehen, das "gepflegt" (belohnt) wird, und wenn Du es nicht pflegst, verläßt Du dich quasi darauf, dass irgendwas in der Umwelt es aufrecht erhält. Wir wissen aber alle, dass auf die Umwelt diesbezüglich nicht wirklich Verlass ist.
    Daher würde ich an Deiner Stelle, wenn Du mit den Beiden ohne Deinen Mann unteregs bist, einfach auch den Mitch mitbelohnen, wenn der nen Click mitbekommen hat, auch wenn der für den Andiamo war.
    Und wenn Ihr zu viert los geht, clickert halt jeder "den eigenen" Hund.