Beiträge von Shoppy

    Decke, anbinden Hund ignorieren, solange er rumfuchtelt, und nur angenehme Ruhe bemerken und belohnen, das funktioniert am schnellsten.

    Jegliche Ansprache rumkomandieren, "konsequentes" ins Platz schicken, bestärkt das Rumzappeln.


    Ausserdem würde ich auf den Spaziergängen immer wieder Phasen ein bauen, in denen Herr Dackel sich runterfahren kann, damit der nicht auf höchstem Erregungsniveau ist, wenn er liegen und die Füße stillhalten soll, sondern zwischen durch immer mal wieder die Gelegenheit hatte, sich wieder zu beruhigen.

    Am allerbesten für einen solchen Hund sind erstmal ruhige LEINENspaziergänge auf Abstand mit wenn überhaupt nur ultrakurzen Spielsequenzen (also eine Minute lang!!! Höchstens)

    Ich würde den eigenen Hund anleinen.

    Und ich würde sie auffordern (nicht bitten) ihren Hund an die Leine zu nehmen. Kurze Sätze
    LEINEN SIE IHREN HUND AN!
    ICH WILL NICHT BELÄSTIGT WERDEN!

    Keine Diskussion, alles was aus der rausblubbert ignorieren. Weitergehen.
    Falls sie nicht anleint, und der Labbi kommt zu Euch, wird dein Hund lospalavern, nicht schön aber vielleicht geht ihr ein Licht auf.

    Wirf Leckerchen. Eine ganze Handvoll, irgendwas klebrigmatschiges extrems stinkig-leckeres, das mit einem saftigen Platsch im Gesicht vom Labbi landet (möglichst auf Entfernung).

    Wenn sie irgendwas dazu sagt, kannst Du antworten, dass Du schon mehrfach höflich darum gebeten hast, dass der Hund euch nicht belästigt.

    Und dann gehst Du. Ohne irgendwelche Diskussionen.

    Du KANNST mit Deinem Hund reden: "Schade, gell, dass manche Hundehalter so rücksichtslos sind und denken, ihnen gehöre die Ganze Welt. Und dieser assoziale Hund, durfte nie lernen, wie man angemessen mit anderen Hunden umgeht, armer Kerl... Es ist echt kein Wunder, dass Hundehalter so einen schlechten Ruf haben, wenn einzelne sich so unmöglich aufführen. Verständlich, dass es Hundehasser gibt, die Giftköder auslegen... Komm wir gehen und treffen uns lieber mit Leuten, wo gegenseitige Rücksichtnahme groß geschrieben wird..." :D

    Das bringt die Leute ziemlch auf die Palme, aber weil man sich ja ganz offentlichtlich nicht mit ihnen unterhält, stehen sie nur da und schnappen nach Luft...


    Ich hab die Erfahrung gemacht, dass Hundehalter bei der Nächsten Sichtung ihren Hund fix anleinen, könnte ja sein, dass die Futterschleuder unverschämterweise wieder ungefragt den Hund füttert, das geht ja mal gar nicht...


    Wichtig ist halt, dass die MENGE beeindruckend und es von der Konsistenz her so ist, dass nicht alles auseinander fliegt, sondern relativ eng an einem Ort runterplatscht, sodass der Hund da möglichst dran hängen bleibt und es aufschnorchelt.
    Das klappt bei vielen Labradören. Wenn sie nicht gleich dran bleiben, laufen sie wenigstens danach da wieder hin, um es aufzuschnorcheln.

    Ich click das erste Mal irgendwas, wenns sein muß, atmen ;D

    Das Leckerchen werf ich dann so, dass der Hund aufstehen muß, sofern er gesessen hat und Click irgenwas nach dem Leckerchen aufsammeln.

    Und als erste Shapingübung nehme ich mir auch nichts vor - ich forme einfach irgendwas weiter, was der jeweilige Hund anbietet.

    Ich nutze Zeigen und Benennen für alles, was den Hund interessiert.
    Nicht immer kommt da dann der "Benennen"-Teil dran, aber wenn ich bemerke, dass der Hund sich für irgendwas so interessiert, dass es potentiel zu stark ablenken könnte, oder weil er vielleicht eh Angst davor hat, oder sich grad darüber erschreckt hat, gibts Click und Belohnung.

    ungewöhnlich, spannende, erschreckende Sachen werden so generalisiert zu: "ich wende mich mal an meinen Menschen.

    So sollten meiner Meinung nach Welpen sozialisiert werden - nicht einfach nur den dreißigmilliarden neuen Eindrücken aussetzen sondern geziehlt mit "dann gibts was nettes von Deinem Menschen".
    So kriegt man einen Hund, der bei neuen/interessanten/beängstigenden Sachen nicht hinbrettert/flüchtet, sondern im Zweifel erst mal seinen Mensch fragt, was das denn nun wieder war, und gibts was feines nun dafür.
    Wenn es ihn nicht aufregt/beängstigt, wird er nicht drauf reagieren. Man bekommt also nicht einen Hund der dann wegen allem und jedem beim Menschen betteln geht.

    ERgänzung:


    das "reale Leben" sorgt für "genügend" Situationen wo nicht gilt "anderer Hund = gute sachen folgen", weil
    der blöde Assi-Köter voll in unseren Hund reinbrettert - schon aus diesem Grund kann man es sich einfach nicht erlauben, selber da irgendwelche Ausnahmen, weswegen auch immer zu machen. sonst Denkt man zwar gemütlich vor sich hin, dass man Gegenkonditionierung betreibt, tut es aber nicht. Um dan zu behaupten, dass sie nicht funktioniert.
    Nee, kann ja auch nicht, weil eben gar nicht immer vorhersehbar gilt, dass "anderer Hund = Gute Sachen folgen" ...

    Zitat

    Beim "Z & B" wird aber nicht nach erfolgter Kontaktaufnahme zum HH geclickt, sondern "hinein" geclickt (wenn der Hund z. B. tobt, bellt, fixiert = Ziel ist: negatives Gefühl mit Positiven zu belegen....wurde hier aber schon mehrfach geschrieben..).

    Naja, nain ;D

    Ziel beim Zeigen und Benennen ist eigentlich, dass man so arbeitet, dass der Hund "vorderhirnig" ist, gucken kann, aber nicht rumtoben, bellen, fixieren muß. Das läßt sich nur nicht immer bewerkstelligen.


    Zitat


    Finde schon, dass der Weg auf jeden Fall ein enormer Unterschied ist zur "vereinfachten" Gegenkonditionierung, vorallem wird er nicht mit "Hund ausschimpfen weil er tobt, bellt, fixiert" belegt.
    Ich bilde mir ein, dass man durch dieses menschl. Verhalten den Hund in seinem Tun bestärkt oder zum Meiden verdammt. Um in diesem Fall an der Gegenkonditionierung arbeiten zu können, muss der Hund ja erstmal auf mein Abbruchsignal reagieren (und wie erreiche ich das am Einfachsten und mit einer größeren Wahrscheinlichkeit, dass es funktioniert?) und das finde ich doch bei manchen Hunden sehr schwierig.


    Ich hab jetzt nicht genau verstanden, ob Du meinst, dass man nur Gegenkonditionieren kann, wenn der Hund ruhig ist, notfalls nach einem Abbruchsignal?
    Oder meinst Du, dass genau das schwierig ist?

    Das ist nicht nur schwierig, das klappt nicht, denn:

    Das wichtige bei der Gegenkonditionierung ist, dass
    - dem Reiz (also im Fall eines Leinenpöblers ein anderer Hund) vorhersehbar immer ein anderer Reiz (sagen wir mal zum Beispiel Futter) folgt, welcher eine bestimmte Körperliche Reaktion auslöst (erstmal gehts um die, dass der Hund in der Folge lernt "seh ich Hund, wende ich mich meinem Mensch zu, denn der hat Essen" is sekundär - der Hund fängt ERST an zu speicheln ;D )

    Das dick markierte vorhersehbar immer ist die wichtige Information an dem ganzen. Immer ist dabei nicht ganz richtig, die Wahrscheinlichkeit muß aber deutlich über 50 % liegen, sonst bildet sich erst diese Verknüpfung gar nicht.

    Und wenn man an Auslösern "andere Hunde" arbeitet, was hat man da? Man hat auch noch verschiedene Auslöser - wir wissen, das Hunde schlecht generalisieren. Wenn Anblick von Fiffi klassisch mit Futter verknüpft wurde, heißt das längst nicht, dass der Anblick von Bello klassisch mit Futter verknüpft ist, und schon gar nicht mit dem Staatsfeind Nummer 1.

    Damit "Anblick von allen möglichen Hunde" zuverlässig "gleich kommt Futter" vorher sagt, muß man es also mit allen möglichen Hunden machen.


    Die Verknüpfung "Hund = Futter" wird ausserdem erheblich geschwächt, wenn manchmal nicht nur kein Futter kommt, sondern ein Abbruchsignal.

    Denn dann hat man ein "entweder/oder". Für den Hund ist nicht mehr klar, was kommt. Futsch ist die ganze Arbeit mit der Gegenkonditionierung.

    Deshalb darf man die Verknüpfug von "anderer Hund = Futter" nicht vom Verhalten des Hundes abhängig machen.


    Ich kann verstehen, dass sich da die Nackenhaare sträuben, aber man KANN Aggression nicht durch hinzufügen von für den Hund angenehme Sachen bestärken. Was vielleicht asl zwischenzeitlicher Trainingsergebnis passieren KANN, dass der Hund das als "Trick" (ich bell den anderen Hund an, dann krieg ich Kekse).

    1. Ist das ein Trainingsschritt und nicht das gewünschte Endergebnis, sprich man hört da nicht mit dem Training auf
    2. Ist der Hund, wenn er das als "Trick" anbietet im "Vorderhirn-Modus" = ansprechbar und damit in der Lage, statt dessen ein akzeptables Verhalten zeigen zu können, dass man z.B vorher geübt hat, und nun abfragt, ein Sitz, oder sowas.
    Wenn man also bemerk: nun macht er es mit der Absicht, einen Keks zu erarbeiten, gibt man als weiteren Trainingszwischenschritt ein Signal für ein Alternativsignal - wie und was man da genau nimmt ist relativ wurscht. Theoretisch kann man es sogar über Löschung machen (sprich, man läßt den Hund den Trick abspuhlen, belohnt nicht, und markiert und belohnt ein Verhalten, dass der Hund von alleine anbietet, vielleicht eine Umorientierung zum Menschen nach dem Motto "Ej, siehste nicht, wie ich den anbelle, wieso krieg ich nix dafür????"
    Und bevor jemand "Vorsicht Verhaltenskette" sagt, jaaaaaaaa, die Gefahr besteht. :smile:
    Die ist ganz leicht zu beheben, wenn man den Regeln der Klassischen Konditionierung entgegen handelt :p und zum Beispiel

    Nach dem freiwillingen Umorientieren beim ersten Auftreten einen Jackpot gibt, nach dem Motto, tolle Idee DAS darfst Du gerne wieder machen.
    Beim zweiten Auftreten der Kette "Anquaken, umorientieren" erst noch "Sitz" abfragt und erst das Sitz markiert und belohnt"
    Man beim dritten Mal ein anderes Alternativ Verhalten dazwischen schiebt.
    Beim vierten Mal "Touch, Sitz, Platz-Bleib" Komm" dazwischen baut (und erst das Komm markiert und belohnt, sodass:

    - die Kette immer länger wird
    - nicht immer vorhersehbar ein gleiches Verhalten folgt

    Da sind sie wieder die Zauberworte der klassischen Konditionierung. Vorhersehbar und immer.
    Wenn man keine Verhalstenskette will strubbelt man "vorhersehbar/Immer" durcheinander.

    Wenn man was klassisch (Gegen)Konditionieren will, muß "vorhersehbar/immer" verknüpft werden.


    um das nochmal zu sagen: wenn der Hund als "Trick" einen anderen anplärrt, "sitzt" die Verknüpfung "anderer Hund = Keks" und man kann anfangen, tatsächlich an dem sichtbaren Verhalten zu arbeiten.

    Allerdings würde ich dann auch nicht mit Verhaltensabbruch weiter machen.

    Das wär so, als hätte man den Clicker konditioniert, und belegt den dann mit ner Ankündigung für unangenehme Sachen, die manchmal danach folgen. Da ist nicht nur die Verknüpfung "Click = Belohnung" weg, sondern das Signal ist vergiftet (zum Poisoned Cues wird ziemlich ausführlich an der Universität von Nord-Texas geforscht...), uuups.
    Da der Hund aber das Lernfähige Hirn an hat, kann man da dann mit operanter Konditionierung weiter machen.
    Wobei man beachten sollte, dass jedes gelernte Verhalten mit einer Emotion verknüpft gelernt wurde.
    Angenommen, man hat "Platz" mit körperlicher Einwirkung gelehrt, dann ist mit dem signal "Platz" eben nicht Spaß, Belohnung etc verknüpft, sondern körperlicher Zwang (auch wenn man das "nur ein paar mal machen mußte (siehe poisoned cue)) - und wenn man das in diese Situation reinknüpft, indem man "Platz" als Alternativverhalten befiehlt, zerstrubblet man sich erfolgreich die Klassische Gegenkonditionirung.

    Wie sagte ein bekannter Indianerhäuptling "All things are connected!"
    Jep, so ist das!

    Zitat

    Nur wirst du zugeben müssen, dass ein Hund, der die Sichtung eines anderen Hundes mit einer positiven Verstärkung durch den Hundeführer verknüpft hat, in 9 von 10 Fällen Kontakt zum Hundeführer aufnimmt, WEIL er die Bestätigung erwartet.

    Meinst Du mich?
    Habe ich das abgestritten? ;)

    Zitat

    Stimmt so nicht ganz. Gegenkonditionierung bedingt, daß der Hund den Reiz in Zukunft mit einem anderen Gefühl verknüpft, das ist bei beschriebener erlernter Verhaltenskette nicht unbedingt der Fall.


    Das ist aber genau das Ziel.

    Meiner Ansicht nach, IST Zeigen und Benennen ein Hilfsmittel zur Gegenkonditionierung.

    Ich gebe dem "Monster" eine Namen (Signal), damit ich den Zeitpunkt bestimmen kann, wann der Hund das Monster wahrnimmt.
    Wenn der Hund operant lernt, dass "Wo ist der Hund?" heißt, dass er seine Umgebung bitte nach einem Hund abscannen soll, dann habe ich eine Chance, in Distanzen gegenzukonditionieren (und systematisch zu desensibilisieren ;) ), in den ich noch "unterschwellig" arbeiten kann.
    Ich kann das Signal auch nutzen, um einen Reiz anzukündigen, der gleich zu plötzlich und für den Trainingsstand zu dicht beim Hund auftauchen wird, um ihn vorzuwarnen UND ihn in das bekannte, mit positiven gefühlen (Gegenkonditionierung...) Spiel einzustimmen.

    "Reine" Gegenkonditionierung ist: warten bis der Hund den Reiz sieht, füttern (oder andere positiv empfundene Dinge machen/zur verfügung stellen) und damit weiter machen, bis der Reiz verschwunden ist EGAL WAS DER HUND DABEI MACHT.
    Letzteres ist wichtig, denn klassische Konditionierng konditioniert kein Verhalten, sondern verknüpft einen Reiz mit einem anderen...