Beiträge von Shoppy

    ich geb zu, ich hab nicht alle Seiten durchgelesen, falls was doppelt ist, oder so ;D
    und ganz vor ab: ich seh da nen hektischen Hund, der oft nachfragt, was er denn als nächstes machen soll - das ist für mich nicht das gleiche, wie erlernte Hilflosigkeit - da tut ein Hund nämlich von alleine NIX mehr, sondern sieht für Ottonormalmensch aus wie der "perfekt gehorchende Hund" aus, der "allerbravst neben Herrchen/Frauchen herschlufft", und vor lauter Angst was falsch zu machen eben keine eigenen Ideen mehr ausprobiert - aber genau das tut er doch: ausprobieren, welches Verhalten denn lohnenswert ist...

    Was manchen?
    Aaaaaaaaaaaalso:

    Als aller erstes tät ich mal ganz fix ein Entspannungssignal einführen.

    Dann würde ich dem Hund viel mehr Struktur vorgeben. Ich hab den Eindruck, dass es für ihn einfacher ist, wenn er eine klare Aufgabe hat, von der er genau weiß, wie er sie erledigen soll. Und da man von einfach zu schwierig trainiert, fängst Du eben so an.

    Klar, er soll auch lernen, sich entspannt mit seiner Umwelt auseinander zu setzen, aber derzeit ist das offenbar zu stressig für ihn, also mußt Du das in kurze Häppchen zerlegen und diese dann langsam aufbauen.

    Ich würde mir da "Ortslernen" zunutze machen, und die Tatsache, dass Hunde Kontextlerner sind. Du mußt ja an bestimmten Streckenabschnitten eh darauf achten, dass er nicht auf Straßen etc. brettert. An den Abschnitten hältst du ihn eben im Arbeitsmodus.

    Dann suchst du Dir ein paar Stellen auf den Strecken aus, wo er es ihm leicht fällt, etwas runter zufahren und machst da Entspannungspausen, an denen du aktiv an der Enspannung arbeitest. Also irgendwelche Orte, wo er möglichst nicht so "guckig" ist, wo es langweilig ist, wo ihr nicht gestört werdet... Setz Dich mit ihm auf Erde (Decke mitnehmen) und mach irgendwas, von dem du weißt, dass es ihm beim Entspannen hilft (siehe Entspannungssignal). Er muß nicht in Tiefschlaf fallen, aber ruhigeres Atmen, ruhiges sitzen oder liegen, vielleicht mit Augen zu, oder zumindest etwas "schlitziger" werden sollte gehen.

    Dann würde ich auch ganz bestimmte Streckenabschnitte vorsehen für: hier wird er möglichst nicht angesprochen sondern soll schnüffeln, buddeln, hundiges Zeug machen. Logisch, das macht man nicht auf der Straße, oder an Stellen, wo du auf andere Leute Rücksicht nehmen mußt, sondern vielleicht auf einer Wiese, paar Meter neben dem Waldweg - auf Wegen, die eben sonst keiner nutzt, etc.

    Ausserdem würde ich diese unterschiedlichen Streckenabschnitte noch dadurch von einander abheben, was er "anhat" - z.B. normale Leine für "wir gehen im Arbeitsmodus an der Straße/auf dem Radweg lang. Für den "Schüffel/Freizeitmodus" trägt der Hund von heute eine modischer Schleppe. Und für das Entspannungsprogramm ist er nackich ;D
    Ausserdem, und das wurde ja auch schon mehrfach vorgeschlagen, Signale auf- oder ausbauen für alle drei "Zustände". Entspannungs- und Pausesignal ist ja eh klar, aber ich tät auch für den "Ran an die Arbeit"-Modus ein Signal aufbauen.

    Zu diesen drei Streckenabschnitten würde ich noch versuchen, einen vierten einzurichten, wo du das alles "mischt". :D
    Um einem Hund zu vermitteln, dass man sich auch aus einer hohen Erregungslage schnell wieder abregen kann, spiel ich gern ein "revving up/cool down"-Spielchen. Da geht je nach "Intresse" des Hundes ein Zergelspiel oder Reizangeln oder ähnliches. Dabei ist es besonders anfangs extrem wichtig, dass man darauf achtet, dass man das "revving" so gering wie möglich macht - man schubst das Erregungsniveau minimalst an, um dann durch sofortiges "abbrechen" sofort den "cool down" einleitet.
    Mit "abbrechen" meine ich kein Abbruchsignal, sondern dass man einfach nur sofort mit dem anheizen aufhört, möglichst still aber entspannt stehen bleibt, und den Hund "ignoriert". Auch "ignoriert" steht in Häkchen, weil man zwar möglichst nicht auf den Hund reagiert, egal was der so anstellt. Allerdings muß man halt schon genau gucken, denn WENN man ein "runterfahren" beobachtet, dann kann man das markern und mit "revving up" belohnen. Das Spiel geht also um so ehr wieder los, umso schneller sich der Hund abregt.
    Nach und nach kann man das "revving" dann länger ausreizen, wildere Sachen veranstalten, kleine Übungen einflechten, wie Sitz oder Platz aus dem kompletten rumspinnen, etc.
    Und - wie bei den anderen "Zustandsänderungen" würde ich auch hierfür Signale verwenden.
    Wenn z.B. schon ein Entspannungssignal existiert, könnte man es in/mit solchen Spielchen verknüpfen und ausbauen.
    Auch ein "jetzt kannst du mal so richtig abgehen"-Signal finde ich angebracht, weil er dann genau weiß, JETZT darf ich austillen. Beim Reizangeln verwende ich da ein aufputschendes "faaaaaang das Ding". Fürs Zergeln bau ich grad ein "Kill it" auf ;D
    Man sagt also erst das Signal, und leitet dann die dazugehörige Aktion ein.


    Was ich sowieso gerne mache, ist, dass ich benenne, was der Hund grad tut, und von dem ich möchte, dass er es MEHR tut. Also zum Beispiel soll er ja gerne selbstständig schnüffeln. Also sagst du sehr leise und ruhig "schnüffeeeeeeeeln", wenn er es grad tut. Das holt ihn vielleicht die ersten Male raus, aber das macht nichts. Wirf ihm direkt nachdem Du es gesagt hast, relativ kleine Leckerchen in die Nähe der Stelle, an der er grad geschnüffelt hat, und kommentiere es wieder mit "schnüffeln", wenn die Nase hinterhertaucht um die Guddies aufzuschnorcheln.
    Je nachdem, was er sonst noch so an ruhigen, entspannenden Sachen von alleine macht, kannst Du auch diese benennen. Der Gandhi schmeißt sich z.B. gerne mal ins Gras und kullert sich dadrinn rum - das kommentiere ich mit tiefgeflüstertem "wäääääääääääääääälzen" und ruhigem verbalen Lob. Beim Gandhi kann ich da auch reinclicken, weil ihn das nicht unterbricht, und er sich durch weiterwälzen selber belohnt. Würde er aufspringen und Erwartungshaltung kriegen, würde ich das lassen, und einfach nur sehr ruhig und leise loben.


    Noch mal grad zu "stressig" - versuch rauszufinden, was er da alles stressig findet (ausser, dass er grad nicht im Arbeitsmodus sein "darf". ) und dann möglichst viel davon je nach Möglichkeit gegenzukonditionieren oder zu vermeiden, zumindest zeitweise.

    naja, man kann gleichzeitig gucken, wo der Hund eigene Kategoriegrenzen hat ,D

    z.B. fährt Herr Gandhi ja auch auf "Vögel" ab. Das ist bei ihm alles, was bis Amselgröße hat, und schnell hin und her saust, am liebsten im Schwarm. "Krähen" sind für ihn alles, was Raubvogelig ist -da mußte ein anderes Wort für nehmen, nachdem ich gemerkt hab, das er da deutlich unterscheidet sie mir nicht anzeigt und verwirrt ist, wenn ich nach Vögeln frage, wenn nur Krähen, Raben, Sperber etc. sichtbar sind.
    Dann kennt er noch "Hühner" und da zählen Enten und Gänse ganz offenbar nicht dazu. Da wir die hier aber quasi nicht haben, gibts dafür kein eigenes Wort.

    Weiterhin gibts die Kategorie "Auto" - alles was motorisiert und vier oder mehr Räder hat. Da gehören LKWs dazu, Trecker aber nicht ;D

    Mofas: alles was morotisiert ist und zwei Räder hat
    Fahrrad - nur Fahrräder

    Bei "Leute" zeigt er mir alle Menschen an, egal ob Mann, Frau, Kind - manche Hunde machen da aber deutliche Unterschiede.


    Schafe: Da zeigt er mir auch Ziegen an...
    "Ponies" sind Pferde, egal wie groß, auf einer Wiese.
    Pferde mit Reitern, die an uns vorbei Galoppieren müssen, obwohl die Hunde schon rumhampeln, sind offenbar da nicht mit eingeschlossen.... (sowas hatten wir aber auch Freitag das erste mal, und brauch ich auch möglichst erstmal nicht wieder)

    Erstmal das Signal ("da ist der Igel") weg lassen, und nur anclicken, wenn er das "Was-auch-immer" von alleine anschaut, damit er auf die Idee kommt, dass das das Verhalten ist, dass er machen soll.

    Wenn du dann nach ein paar Wiederholungen ganz sicher bist, dass er das "Was-auch-immer" in der nächsten Sekunde ansehen wird, kannst Du Dein gewähltes Wort davor sagen. Wenn Du nämlich immer wieder was sagst, was er nicht wirklich mit einem bestimmten Verhalten (das Dings angucken) verbindet, dann machst du das Signal zum wertlosen Hintergrundgeräusch

    du machst mich ganz wuschig, wenn du "Sie" groß schreibst und den Hund meinst und nicht "Sie" als Anrede ;D


    Also nochmal für mich Dummie:
    Nala bleibt ruhig, ausser der Hund geht an euch vorbei und sie durfte ihn nicht begrüßen?

    Was passiert, wenn ihr direkt hinter dem anderen Hund umdreht und ein paar Schritte hinter ihm her geht?

    ich sags ja nochmal, weils vielleicht noch nicht angekommen ist: mir ist es bei meiner Futterschleduer Aktion, was der Hund macht.
    Wichtig ist mir, dass der zugehörige Mensch das mitbekommt, dass ich Futter werfe, und er soll möglichst so reagieren, wie die meisten das tun: finden, dasss das schlimmste ist, was man einem Hund antun kann. Denn dann wird er, wenn er mich das nächste Mal sichtet, sein Tierchen umgehend einfangen, damit es keinesfalls wieder von mir mit Futter beglückt werden kann.


    Training an der Ursache (ignoranter Hundehalter) nicht am Symptom (Hund, der eben macht, was Hunde machen...)