Beiträge von Shoppy

    Warum sollte ein Hund irgend was abwehren, was ihm piep egal ist?

    Und WIE genau wehren "Schutzhunde" eigentlich ab - jetzt mal abgesehen von "Schutzhundesport" o.ä.?

    Sie bemerken dinge, die nicht in ihre Umgebung gehören und vertreiben durch Verbellen (oder dadurch, dass durch das Bellen ihr Mensch auftaucht, und den eindringling vertreibt.

    Es hat einen Grund, warum man bei bestimmten Rassen vermehrt Angst/Aggressionsprobleme sieht...

    "Schutztrieb" ist nichts anderes als genetisch fixierte Angst vor neuen ungewöhnlichen Sachen.

    Sachen vor denen man keine Angst hat, braucht man nicht abzuwehren.

    "Schutztrieb" zu haben, ist in der heutigen GEsellschaft ehr unpraktisch und je nachdem wo man wohn nicht alltagstauglich. Es muß also daran gearbeitet werden, dass der Hund nicht vor allen möglichen für ihn bedrohlichen Sachen "schutztriebig" wird, sondern schnell generalisiert: "oh, neu, hatten wir noch nicht, das bedeutet, es passiert was tolles mit/bei meinen Menschen = neue Sachen sind großartig!"

    Also ich "untermale" solches Verhalten (also nette Begrüßung von fremden Hunden) mit Lob. :roll:

    Wenn es öfter mal dazu kommt, dass zu aufdringliche Hunde angeknurrt/abgeschnappt werden (was ich für völlig legitim halte - manchmal aber der andere Hundehalter nicht....), könntest Du versuchen, ob du nach der netten Begrüßung abrufen kannst, sodass sich automatisier, dass er von dem anderen Hund WEG geht - anstatt zu warten, bis es ihm zu viel wird und er dann deutlicher werden muß.
    Dazu sollte der verwendete Rückruf aber rein positiv aufgebaut sein, damit sich etwaige negative Emotionen nicht zurück auf die Begrüßung mit fremden Hunden ketten.

    Zitat

    Seit gestern beschäftigt mich folgendes "Problem" :

    Gestern Abend war Mogli auf seiner Abendrunde ziemlich aggressiv .Bei Rüdenbegegnungen kenn ich das ja von ihm . Aber gestern hat er auch ne Hündin und nen Welpen ( er spielt sonst gern mit Welpen ) angegiftet .Sowas kenn ich gar nicht von ihm und bin deshalb etwas verunsichert.

    Meine Mutter meinte dann ,es käme ,weil er Hunger hat . Er hatte knapp 12 Stunden nichts gefressen. Was aber die Woche über durchaus normal ist bei uns .

    Also ,was haltet ihr von der These,dass ein hungriger Hund zur Aggression neigt ?


    Öhm, kennst Du die Mars-Werbung?
    Du bist nicht Du, wenn Du Hunger hast!!

    Allerdings ist das beworbene Produkt nicht wirklich gut geeignet, Hunger zu beseitigen, es gibt einem nur kurzfristig Zuckernachschub. Der ist dann so schnell wieder weg, wie er gegessen wurde, aber für den Moment hifts erstmal.


    NATÜRLICH hat es Einfluß auf das Verhalten, wann man was zuletzt gegessen hat!!

    Zitat

    Hallo,

    Wir haben eine 8 Monate alte Hündin.Schäfer-Goldie Mischling.
    Sie ist sehr lieb,und gut sozializiert gegenüber anderen Hunden,da gibt es keinerlei Probleme.

    Aber,sobald ein Jogger zu schnell und zu nah an mir/uns vorbei rennt fängt sie schlagartig an zu knurren,gestern ist sie sogar an einem Jogger hochgesprungen.Anfangs dachte ich das sind spielereien weil sie ist ja noch jung etc.( kein knurren vorher)

    Aber ich möchte das nicht.Das gleiche Problem wir gehen Gassi,und ein Mann steht an seiner Hecke,und handwerkt dort.Sobald wir ihn erreicht haben,und vorbeilaufen wollen,bellt sie ihn an? warum? das hat sie vorher alles nicht getan.Ich denk sie lässt echt den Bigboss raushängen.Wie reagiere ich in diesem Moment?
    Ablenkung?

    Hallo,

    in der Entwicklung von Hunden gibt es mehrere Angstphasen, eine davon ist - je nach dem, bei wem man nachliest, zwischen 7 und 18 Monaten.
    Das passt für Deine Hündin vom Alter und auch vom Verhalten. Also keine Bigboss-Anwandelungen - Angst.

    Wenn Ihr solche Situationen habt wo sie irgendwas komisch finden KÖNNTE, sprich, du siehst noch gar nichts, sie knurrt noch nicht, dann fängst Du umgehend an, dies Dings mit etwas für sie schönen zu verknüpfen.
    Wichtig zu wissen ist, dass das in dieser Phase alles mögliche sein kann. Das Gehirn Deines Hundes ist gerade in einer Umbauphase, d.h. sie kann auch Sachen, die sie "eigentlich" schon kennt, jetzt als beängtigend einstufen.
    Das ist an sich kein Problem, wenn man das weiß - allerdings ist es jetzt eben wichtig, dass man das nicht als "jetzt will sie wohl grenzen austesten..."-Verhalten betrachtet, sondern als "Oweia-was ist das wieder für ein Dings, was mach ich nun damit???" einstuft.
    Du hast eine ganz andere Einstellung zu Deinem Hund, je nachdem, ob Du a oder b vermutest. Bei a wirst Du bedacht sein, die Macht wieder zurück zu erlangen, bei b bist du geneigt zu helfen.
    Bitte sei geneigt, zu helfen - sie muß grad wichitge Sachen lernen!
    Eine amerikanische Trainerin vergleicht diese Angstphasen mit Zeiten von geschwächtem Imunsystem der Körper ist anfälliger für Angriffe von Krankheitskeimen. Das ist bei der Angsphase ähnlich: Das Gefühsleben des Hundes ist anfälliger für "Angriffe" von "Monstern" - und wenn man die jetzt falsch behandelt, wird die Angst davor nicht kleiner, sondern man strickt sich alle möglichen Risiken und Nebenwirkungen die Mensch und Hund nicht gebrauchen können.


    So, was macht man nun im Einzelnen.
    Ich persönlich lasse den Hund das gefährliche Dings aus Entfernung angucken. Dazu spiele ich ein Spiel, das "Zeigen und Benennen" heißt (Guckstu hier: https://www.dogforum.de/zeigen-und-benennen-t128830.html).
    Wenn man dem Hund Zeit gibt, das Dings zu beobachten, und es ausserdem mit für den Hund angenehmen Sachen verknüpft, kann der Hund feststellen, dass das Dings nicht gefährlich ist, und kann dann auch daran vorbei gehen, ohne zu knurren, oder es anzuspringen.
    Weil man manchmal nicht so viel Zeit oder auch Platz hat - z.B. wenn der Jogger auf einen zugerannt kommt, sollte man versuchen, dem Hund so vie Platz wie möglich zu geben, indem man z.B. einen Bogen geht und/oder mit dem Hund so stehen bleibt, dass zwischen Jogger und Hund sowiel Platz ist, wie eben geht. Ausserdem kann man sich zwischen Jogger und Hund stellen.
    Das bedarf fleißigen Trainings, damit man den Hund nicht an der Leine zerren muß, sondern das sie halt selbstständig mit geht. Aber sowas kann man ja alle paar Hundertmeter mal üben, ohne dass es den Spaziergang weiter unterbricht ;D
    "Erwischt" es einen auf einem ganz schmalen Weg und man kann gar nicht ausweichen, benutze ich den "angekündigten Geschirrgriff" - d.h. ich kündige dem Hund an, dass ich ihn gleich in das Geschirr fassen und dann festhalten werde. Auch das wird vorab aufgebaut.
    Man überlegt sich ein Wort, mit dem man das Geschirranfassen ankündigen möchte - ich nehme dazu "Stopp!" - sagt stopp, greift ins Geschirr und ziehe ein kleeeeeeeeeeeines bißchen nach hinten oder zur Seite (keinesfalls nach oben), markiert das (z.b. mit dem Clicker oder einem Wort wie "YES, JUP, JEP..."), gibt ein Leckerchen und läßt das Geschirr dann wieder los.
    Beim Aufbau dieses Signals muß man das ehr oft am Tag wiederholen, bis das "Stopp" verknüpft ist. Oft stellt man fest, dass der Hund sich auf das "Stopp" zum Menschen umorientiert. Super - sehr guter Ansatz, auch das sollte man schon belohnen. Manche Hunde fangen an, sich hinzusetzen, wenn man am Geschirr zieht - dafür gibts dann einen Jackpot. Meistens lernt der Hund dann, sich schon auf "Stopp" zu setzen.
    Ich finde den Geschirrgriff für Hunde, die mit Anspringen, hinterher rennen oder in die Leine hampeln auf bestimmte Sachen reagieren, unersetzlich ;D


    Zitat


    Wenn wir Gassi gehen wollen war es vorher immer so,dass sie erst als erstes durch die Tür ist,sie als erstes die Treppe runtergelaufen ist,und sie auch wieder als erstes durch die Haustür gestiefelt ist.

    Den Spieß habe ich jetzt umgedreht.

    Ich mache jetzt jeden Schritt vor ihr.
    Gehe als erstes aus der Haustüre etc.Das klappt langsam auch ganz gut.Das zeigt ihr schonmal dass sie nicht machen kann was sie will.

    Niedlicher Trick (zumindest, wenn man es denn nett aufgebaut hat, und nicht mit körperlichem Bedrängen, was leider immer noch so oft empfohlen wird), hilft aber nicht bei der Problembehandlung, weil das eine nichts mit dem anderen zu tun hat. :D

    Es zeigt ihr NICHT, dass sie nicht machen kann, was sie will. Es zeigt ihr, dass Du als erstes durch die Tür möchtest... Hunde lernen sehr Situationsbezogen. Sie wird das nur auf die Situation "als erstes durch die Tür" und wahrscheinlich mit Deiner Körpersprache verknüpfen.
    Allerdings hat letzteres wieder einen Haken: wenn man (und bitte korriere mich, wenn Du das anders aufgebaut hast) mit dazwischen/abdrängen aufbaut, dann lernt der Hund, dem Menschen auszuweichen. Da der Hund Situationsbezogen lernt, müßtest Du das also auf andere Situationen generalisieren und DANN tut ers eben - generalisieren nämlich. "ich muß meinem Menschen ausweichen.... wie anleinen, ich sollte Dir doch ausweichen?!??!??" "Wie, bürsten, ich sollte doch ausweichen..."
    Ich hatte schon Hunde zum sitten hier, die hatten das so gründlich gelernt, dass sie an der Leine gezogen haben wie Bolle, denn sie mußten ja ausweichen. Sie sind einfach an der Leine auch so weit ausgewichen, wie das nur irgendwie ging. Und sie sind nur seeeeeeehr zähflüssig darauf gekommen, sich zu mir umzudrehen, wenn ich stehengeblieben bin, weil sie zogen, denn ich gehe nun mal keinen Schritt, wenns an der Leine zieht. Eigentlich brauchte ich nicht nachzufragen, wie die das in der Hundeschule dann gemacht haben - nämlich Hund zurückziehen und dann vor den Hund drängen und nicht mehr vorbei lassen... muß toll sein, so spazieren zu gehen... :ugly: aber das ist bissi OT


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    Sitz,Platz klappt soweit auch ganz gut,nur das " bleib" hat sie noch nicht ganz eingefleischt.
    Generell hört sie schon ganz gut.

    Bau das "Sitz" weiter aus, das kann man immer gut gebrauchen - Sitz in jeder Lebenslage, möglichst automatisch und mit hoher Bestärkungsrate hilft bei allem möglichen unter anderem Deinem Bellen und Anspringen Problem.


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    Wie reagiere ich also wenn wir draußen sind,sie an der Leine-und sie fängt an zu knurren und zu bellen?
    (Sie bellt keinen Hund an)

    Liebe grüße

    Versuch zu erkennen, dass sie etwas komisch findet, BEVOR sie knurrt und bellt und bestärke DAS Verhalten. Lass sie aus größerer Entfernung gucken, verknüpfe es mit positive Sachen, bleib freundlich! unfreundliche Abbruchsignale verändern ihre emotionale Einstellung zu den gefährlichen Dingen nicht, sondern hemmen nur das dazugehörige Verhalten. Unter Umständen erziehst Du Dir so einen Hund, der nicht mehr bellt und knurrt, die Dinge aber immer noch Scheiße findet und dann "ohne Vorwahrnung" anspringt, oder schlimmer noch, beißt. Und das ist so leicht zu vermeiden, wenn man an der Ursache und nicht an dem Symptom arbeitet :headbash: