Beiträge von Shoppy

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    Vor kurzem bei der Arbeit (mit jugendlichen Mädchen)

    Ich: "Lasst den Hunden ihre Ruhe, ich war heute schon 10 km mit denen Fahrrad fahren"
    Mädchen (in vollem Ernst!): "wie haben sie denn den Hunden Fahrradfahren beigebracht?" :headbash:


    So was möchte ich immer gerne fragen, wenn in Tiervermittlungssendungen gesagt wird (oder es auf Vermittlungssieten imText steht), der Hund könne gut Auto fahren!! :hust:

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    Ich denke immer ich bestätige genau das gegenteil, ich clicke ja das anschauen von menschen, aber ich will ja genau das gegenteil.
    Das nala sich garnicht für diese interessiert.

    Aber diese bedenken hatten ja schon viele.

    Naja, klar, du bestärkst "Angucken" - aber Du formst ja, WIE angeschaut wird und du veränderst die emotionale Reaktion, die der Hund hat von: das ist "DAS BÖÖÖÖÖSE" zu "ach guck, da ist wieder das Ding, das bewirkt, dass ich dieses lustige Spiel mit meinem Menschen spiele, cool!"

    hin gehen und ausprobieren ;D die Vorlieben sind doch sehr unterschiedlich.

    ich mag diese: http://shop.clickershop.de/product_info.p…products_id=135

    Die sind von der Lautstärke ungefähr im Mittelfeld, haben die Vorteile von Knopfclickern, ohne deren Nachteile zu haben. (sie haben einen Knopf, aber der steht nur minimalst über, sodass am nicht ständig aus Versehen auslöst, und kann sie auch in die Hosentasche stecken, ohne das man dann dauern ungewollt clickt ;D

    probier es aus - ich habe schon auch die Erfahrung, dass die verbalen Marker oder die sehr leisen Clicker manchmal nicht so "ankommen".
    Manchmal, und das könntest Du mal beobachten, ist es so, dass der Hund sich schon etwas entspannt - also eine positive Veränderung der Stimmung findet schon statt, aber es dringt noch nicht so ganz an die "Verhaltensoberfläche" des Hundes vor.

    Nein, du brauchst den nicht neu zu konditionieren. Hunde "können" Markersignale - und wenn sie schon einen Clicker als Markersignal gelernt hat, übertägt sie sehr schnell auf den neuen!

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    ...und welcher Grund sollte das sein?
    ...interessiert mich wirklich...


    Weil sie darauf selektiert wurden ;D

    Es hat ja schon einen Grund, warum Herdenschützer zum Schutz von Herden eingesetzt werden und kein Labradore.

    Überleg doch mal, was deren Aufgabe ist - nehmen wir die Herdenschützer als extremes Beispiel: die leben doch sehr eigenständig mit dem Vieh zusammen, dass sie beschützen sollen. Anweisungen von Menschen, wann sie jetzt wie gegen was beschützen sollen kriegen sie nicht / brauchen sie auch nicht. Die Schafe aus der Herde kennen sie, darauf sind sie sozialisiert - das ist quasi ihre Familie. Die Herde zieht durch die Landschaft immer dem Futter hinterher und die Hunde mit. Die reagieren weder auf ihre Schafe noch auf "ziehen durch die Landschaft" mit ihrem typischen Verhalten, sondern "da hinten hat sich was bewegt, und es ist keins meiner Schafe!" wirft das Programm "Lautes Gebell - Angreifer wird in die Flucht geschlagen" an.

    Nun KÖNNTE man ja sagen - na, das hat ja nichts mit Angst zu tun,gell...
    Aber! WENN sie keine Angst davor hätten, würden sie ENTWEDER gar nicht drauf reagieren, weil wenns keine Angst macht, warum dann beachten, alles cool määäääääääään!

    ODER sie würden sich ohne Rücksicht auf Verluste drauf werfen. DAS würden sie vermutlich nicht oder nur schwer verletzt überleben, aber damit sind sie für die Hirten unbrauchbar. Solche Exemplare werden also ebenso wegselektiert wie diejenigen, die SO VIEL Angst haben, dass sie sich bei jeder Kleinigkeit bibbernd in die nächste Höhle verkriechen.
    Welche bleiben also über: diejenigen die grad genügend Angst haben, ungewöhnliches Zeugs zu bemerken und zu melden/verscheuchen aber nicht genug sich kopflos in den Kampf zu werfen.

    So. Nun wohnen diese Hunde/deren Nachfahren aber nicht mehr in der für sie "artgerechten" Situation, sondern in der Stadt.
    Erstens wird jetzt "Angst/Keine Angst/genau richtig viel Angst" bei der Selektion gar nicht mehr beachtet. Leider bedeutet das nicht automatisch, das die ängstlichen wegselektiert weden.
    Sondern nur, dass die Evolution würfelt: mal kommen coole Socken und mal Angsthäschen raus und mal auch die "Mittelschicht". Ausserdem wird auch gar nicht mehr drauf geachtet, ob das genetisch bevorzugte Programm "Hilfe bei Mama suchen", "Kopf in den Sand stecken" oder "Auf sie mit Gebrüll" ist. So werden die Verpaarungen ja nicht gewählt, sofern sie denn überhaupt nach irgendwelchen Gesichtpunkten ausgewählt sind.

    Was man als Hundehalter also genau "gezogen" hat, kann man manchmal schon als Welpe sehen, wenn man Glück hat, und wenn man schlau ist, nimmt man nicht das Welpi, das bibbernd hinter oder unter dem Sofa wohnt. Oft entwickelt es sich aber auch erst - in den bösen Angstphasen - da sind sie halt "leicht infizierbar". Und wer nicht angesteckt werden will, muß halt vorbeugen. bzw. in diesem Fall muß der Halter vorsorgen. Und "immunstärkende" Mittel einsetzen und Schonprogramm fahren.


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    Wenn diese "Angstphase" keine Mitwirkung bei der Entstehung des Schutz (Wach)triebes ist, versteh ich das nicht so ganz.

    Hä?? Hier verstehe ich nicht ganz genau, was Du meinst. Jeder Hund hat vermutlich Angstphasen, unterschiedlich stark ausgeprägt und zu unterschiedlichen Zeiten.

    Ich habe nicht geschrieben, dass Angstphasen keinen Einfluß auf das Verhalten haben, natürlich haben sie dass.
    Worauf ich hinaus will ist: Der Hund zeigt gerade vermehrtes Angstverhalten. Er soll aber als "cooler Hund" durchs Leben gehen (jedenfalls hoffe ich, dass das das Ziel ist). Also muß ich daran arbeiten, dass er lernt, dass all diese neuen gefährlichen Sachen nicht gefährlich sind, sondern cool.

    Aus obiger Erläuterung sollte jetzt klar werden, dass man bei Hunden, die genetisch (mehr oder weniger stark) fixiert "Schutztieb " = "Neophobie (Angs vor Neuem/Unbekannten" in der Rassebeschreibung stehen haben - und das ist gerne mal seeeeeeeeeeeeeehr schön blumig umschrieben - bei Ridgebacks zum Beispiel mit "reserviert bis arrogant gegenüber Fremden" - muß man sozialisieren bis zum Erbrechen, weil man sonst irgendwann da steht und einen Hund mit "Schutztrieb" hat.
    Ausserdem sollte man daran denken, dass der das ja nicht "bewußt" tut - das ist mehr oder weniger stark "reflexiv". Und raktives Verhalten beruht immer auf einer emotionalen Reaktion ;) *flüster*: in diesem Fall, Angst...


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    Ein Welpe oder noch sehr junger Hund hat oft keine "Hemmungen" und ist äußerst angetan von fremden Leuten oder Hunden.

    Ja, als Welpe. Bis die Angstphasen kommen, bzw. die "Sozialisationsphase" vorbei ist - da wird dann gelernt, was alles zum Fürchten ist - sofern mensch es nicht schlau mit positiven Eindrücken verknüpft.


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    Die Angstphase die sich dann gegen dem Zeitraum der Pupertät entwickelt "zwingt" den Hund Abstand vom neuen suspekten Objekt zu nehmen(abzugrenzen), um zu beobachten ob Das oder Derjenige ein Gefahr ist...was als die "Angst" könnte sonst ursprünglich den Hund dazu bringen etwas für eine "Bedrohung" zu sehen...das es die "Angst" alleine nicht ist, ist mir eigentlich klar...
    Man sagt ja auch ,das ein sehr ängstlicher Hund dazu neigt nach vorne zu gehen ,um einen Angriff zu starten.

    Es gibt bestimmt verschiede Angstzustände...mit unterschiedlichen Ursachen.
    Aber warum sollte eine Angstphase in diesem Alter keinen Zusammenhang mit der Entwicklung des Triebes haben?
    ...oder habe ich da etwas falsch verstanden? :???:

    Ob ein ängstlicher Hund nach vorne geht oder nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. z.B. Genetischer Veranlagung aber auch Lernerfahrungen.
    Wenn hund gelernt hat, dass Wegrennen, verstecken, Schutz suchen oder Beschwichtigen nichts bringt (Weil Weglaufen durch eine Leine verhindert wird, weil Schutzsuchen durch dumme Hundetrainer verhindert wird, die den HuHas erzählen, dass der Hund da durch muß, weil man sonst seine Angst verstärkt, weil der andere Hund ein Assi ist und deeskalierendes Verhalten ignoriert und trotzdem fröhlich weiter mobbt...) aber Erfolg durch "sich wehren" hatte, dann wird dieses Verhalten eben in Zukunft öfter auftreten.

    Und letzteres erlernt Hund ja fast automatisch, er kuscht, er beschwichtigt, er versucht auszuweichen, geht alles nicht - da brüllt er eben einmal los und schon schleifen die anderen Halter ihren Tutnix von dem "aggressiven Hund" weg! Bingo! Erfolg gehabt. Braucht nur noch ein bißchen geübt zu werden, wann man los brüllt und in welcher Stimmlage :hust:
    Auch andere gefährlich Dinge verschwinden früher oder später, wenn Hund sie anbrüllt, oder der Hund wird weggeführt.
    Und im Gegensatz zu "operanten" Verhalten (welches also "wissentlich" gelernt wird) das sich mehr oder weniger hartnäckig der Generalisierung widersetzt) wird Angstverhalten (oder Verhalten, das aus Angst ausgeführt wird) meistens gleich beim ersten Auftreten gelernt. Schakalacka. Welch ein Mist.
    Und dann puschelt man ewig daran rum, den Hund zu überzeugen, dass diese össelige Mülltonen, die nur ein einziges Mal umgefallen sind, als der Hund grad 10 Monate alt war, keine angreifenden Marsmonster sind, sondern unbewegliche Stinketonnen...

    Daher: In Angstphasen ist vorsich die Mutter der Porzellankiste: Schongang einlegen und potentielle "könnte sich zum Monster entwickeln" sehr großzügig auslegen und alles mit für den Hund positiven Sachen verknüpfen.


    Ich hoffe, mein Geschwalle machts nun etwas deutlicher :???: