Ich habe auch einen Aussie und wohne so ziemlich genau so wie du. Sooo territorial finde ich Grisu dabei eigentlich nicht (z.B. im Vergleich zu Berner-DSH-Collie-Lucy). Aber er ist extrem aufmerksam, nimmt jeden Reiz wahr, übderdenkt und bewertet ungefähr alles, erst mal wird alles neue genaustens in seine möglichen Konsequenzen zerlegt. Er meint häufig, so da muss man doch jetzt was tun... was tun wir? Okay, ich probier und untersuch mal genauer... Das zu deckeln (bei Lucy funktioniert ein klares Ja-Nein hervorragend), ist bei Grisu wenig hilfreich. Der verzweifelt dann zwischen Reiz, es mir recht machen wollen, heraus finden, was wohl am besten wäre, sich einbringen wollen...
ZitatAnstatt ihm andere Hunde/Dinge "unspannend" zu machen, würde ich einen Weg suchen ihn die Situation in einem anderen Rahmen bewältigen zu lassen. Der Hund soll ja seine Umwelt wahrnehmen und sich für sie interessieren - innerhalb von akzeptablen Grenzen.
Das war so bei uns der Schlüssel. Z.B. darf er mir Meldung erstatten, was er begeistert wahrnimmt. Oder ich gebe Alternativverhalten vor (bzw. verstärke die Dinge, die er von selbst anbietet und mir genehm sind). Er darf was tun, er darf darf nach dem "besten Weg" suchen, das gibt auch ihm Sicherheit. Was ebenfalls sehr gut funktioniert, ist eine Abwandlung von Staffys "das ist doch nur ein Dackel...". Ich laber ihn voll mit der Nebensächlichkeit des Ereignisses, was mich auch selbst sehr runter bringt. Grisu ist letztlich ein Spiegel von mir.
Grisu ist mittlerweile ein prima "Anzeiger" von Ungewöhnlichem, er zeigt aber auch bei Dingen, denen man zumindest ab und an mal begegnet (z.B. fremden Hunden alle drei Spaziergänge, ein Mensch im Gebüsch etc. ) ein antrainiertes, geformtes, von mir genehmes Verhaltensmuster.
Da war so einiges bei uns. Hinter mir laufen lassen in bestimmten Situationen, ein "prima!!! ist das toll!!" (so ein wenig Zeigen und Benennen vermute ich) beim auftauchen/bemerken bestimmter Reize, ein Bogen laufen + in der Nähe bleiben + Alternativverhalten festigen/auch spielen, selber auf den Reiz zugehen, kurz begutachten, Hund mitteilen, ist alles in Ordnung, jedes Melden (bei mir!) bestätigen... Ich weiß, das ist absolut nicht Jedermanns Weg und klar macht man den Reiz damit nicht nebensächlich. Aber bei Grisu hat es funktioniert, der ist nun in fast jeder Situation sehr entspannt und im Zweifelsfall spult er das Alternativverhalten ab oder erstattet Meldung bei mir.