Erst mal: ich finde auch, dass das für einen Aussie nicht unnormal klingt = ) . Eher niedrige Frustrationstoleranz (und das dann auch gerne mal an anderen auslassen
), sehr sensibel ihrem Menschen gegenüber, aber kein Problem sich mit Hinz und Kunz anzulegen... Fremde Menschen sind nicht schnell potentiell neue beste Freunde, territorial.
Meine Erfahrung mit meinem Aussie ist: am allerwichtigsten ist, was ich selbst ausstrahle. Jede Unsicherheit meinerseits bedeutet für meinen Hund, das was da vor uns steht, ist ein Problem. Und Grisu hat kein Problem damit, bei der "Lösung" zu helfen
. Bin ich sicher im Auftreten, strahle aus, dass alles ok ist, ist Grisu ebenfalls nett und entspannt. "Kommandos" oder gar Strafen helfen da nur sehr bedingt. Wichtig ist, dass du deinem Hund vermittelst, alles ist ok oder dass du alles im Griff hast. Letzteres ist unser "Notfallplan", denn ich kenne es von mir selbst, diese self-fulfilling prophecy, man selbst wird ja auch mit blöden Erlebnissen unsicherer. Da ein klares Vorgehen zu generalisieren, an dem man sich selbst anfangs langhangeln kann und das für den Hund dann eben "normal" für die Situation wird, ist da sehr hilfreich. Also vorher die Situation vorstellen und sich dabei genau überlegen, wie es optimal laufen sollte und wo man selbst dabei in welcher Form agieren muss. Das gibt einem selbst dann auch Sicherheit. In dem "blöden" Moment selbst dann ganz auf sich und seinen Hund konzentrieren, nicht auf den fremden Hund/Mensch.
Wenn dein Hund das unerwünschte Verhalten (mit Auslösern) schon stark abgespeichert hat, muss man schauen, wo man da ansetzen kann (möglichst früh bei möglichst geringer Reizlage) um ein Alternativverhalten aufzubauen. Was ich bei Grisu anfangs auch genutzt habe: ihm eine andere Aufgabe geben in dem Moment, auf die er sich konzentrieren konnte. War bei ihm um Längen einfacher, als "schimpfen". Ein Abbruch (hey so nicht), funktioniert bei Grisu auch mit Abstand am besten, wenn er sofort danach ein Verhalten zeigen kann, das dann bestätigt wird. Ich glaube, es ist sehr schwer, wenn man einen Hund hat, der eigentlich nur "für sein Rudel" arbeitet (und "Feinde" auf Distanz halten gehört ja durchaus dazu), nur zu "deckeln". Das kann der Hund ja eigentlich nicht verstehen.
Hund hinter mich schicken hat bei Grisu auch Wirkung gezeigt (so als Teil des Gesamtpakets als Zeichen für "ich übernehme jetzt"). Auch darf Grisu mir grundsätzlich "gefährliches" melden (was mit den Jahren zur Folge hatte, dass er ungefähr nichts mehr gefährlich findet, denn meine Rückmeldung ist ja eh immer "ich geh mal schauen... och nö, ist nix"
). Klingt erst mal wiedersinnig, aber "Anspannung" seinerseits habe ich damit anfangs durchaus positiv belegt. Ihm mitgeteilt, ja, ich habe es auch wahrgenommen und schau jetzt mal, ob das wirklich was doofes ist. Danke fürs Melden
. Das ist sicher ein Ansatz, über den man streiten kann, hat bei Grisu aber prima funktioniert.
Frustrationstoleranz kann man ebenfall üben, auch Ressourcenverteidigung kann man stark verbessern. Ich hab da viel über paralleles Spiel/Übungen/Futtergabe mit beiden Hunden gemacht, jedes sich zurück nehmen lohnt sich
. Auch ganz klares Vermitteln: das gehört dir und das geht dich nichts an (ich teile zu und dabei bleibt es dann).