Historisch betrachtet wurden Katzen doch ganz anders gehalten als Hunde, oder irre ich mich?
Katzen lebten doch im selben Bereich, aber nicht unbedingt „zusammen“ mit dem Menschen. Katzen wurden nicht besonders gezüchtet, die waren da und haben ihre Aufgabe gemacht. Ungeziefer vernichten.
Hunde wurden schon sehr lange explizit gezüchtet, um die Eigenschaft XY besonders zu erfüllen. Noch bei meinem Vater waren Hunde einfach wertvoller, als dass man sie Streunern lassen würde. Bei Katzen hieß es dann oft „Kriegst du umsonst auf dem Bauernhof“. Mau war auch umsonst vom Bauern.
Katzen sind nicht darauf selektiert worden, führbar zu sein. Lange Zeit war die Otto-Normal-Katze gar nicht durch den Menschen selektiert.
Die Katzenzucht basiert (vorwiegend) auch nicht auf Eigenschaft sondern auf Aussehen. Da wird nur auf Kopfform, Ohren, Fell oder was weiß ich selektiert. Beim Hund wurde davor aber auf Eigenschaften selektiert. Heute noch bei Arbeitshunden. Jagd, Hüten, Rattlern, ja auch Begleithundeeigenschaften.
Katzen bringen kein Verständnis für Leinen und Co mit. Habt ihr schonmal eine Katze an der Leine gehabt? Kito hätte mich ernsthaft verletzt, als er sich kurz erschrocken hat und nicht abhauen konnte.
Was ich damit sagen will, die Haltungs- und Anforderungsbedingungen sind einfach geschichtlich so entstanden. Und je mehr Arbeit in einem Tier (züchterisch) steckt, desto eher wird von „Normalhaltern“ Acht drauf gegeben. Soziale Regeln und Verhaltensweisen spielen auch mit rein. Katze = Arbeitsgerät, Hund = Begleiter und Arbeitsgerät.