Dann oute ich mich auch mal als ein solcher dummer Hundehalter und gebe zu es genauso wieder zu machen beim passenden Hund 
Das geht meines Erachtens vor allem vom Hund aus, und ist daher nicht mit jedem Tier möglich. Mein erster Hund war auch von dieser Sorte - das sind Hunde, die dir soweit entgegenkommen, die selbst die feinsten Signale so deuten, dass du irgendwann das Gefühl hast, sie lesen deine Gedanken und reagieren darauf.
Exakt genau so war es bei meinem CC. Wenn wir an einer Straße entlang gelaufen sind und ich einen (!) Schritt schräg Richtung Straße gesetzt habe, hat der Hund 20-30m vor mir eingelenkt, kam auf meine Höhe zu mir und wir haben gemeinsam die Straße überquert. Das habe ich ihm definitiv nicht beigebracht, er hat es irgendwann von allein angeboten. An jeder Straße wurde stehen geblieben, bei Hunden die er kannte und es erlaubt war lief er zum begrüßen hin, bei "doofen" Hunden blieb er stehen oder kaum ins Fuß, bei unbekannten guckt er mich an. An Wegkreuzungen blieb er stehen und drehte sich ein in die Richtung die er gerne laufen wollte. Wenn ich die Zeit hatte, sind wir dann seinen Weg gegangen und wenn nicht ging es ohne Diskussion in die Richtung weiter, die ich vorgegeben habe.
Dieser Hund lief bei mir überall frei. An normalen Straßen, auf Feldwegen, in der Berliner Innenstadt, an der Bundesstraße, auf Autobahnraststätten, in unbekannten Gebieten, im Urlaub, im Wald, auf dem Feld. Egal ob ein anderer Hund/Mensch dabei war, ob er fremd war oder gut bekannt.
Natürlich kann man das definitiv als leichtsinnig betrachten. Aber ein gewisses Risiko besteht immer, wenn ich einen Hund ableine. Selbst wenn ich in absoluter Einöde einen sonst so gut hörenden Hund ableine, kann der 5km bis zu nächsten große Straße durchstarten und ist Matsch. Das Risiko besteht ausnahmslos immer, kein Hund ist perfekt. Aber bei diesem Hund habe ich selbst an großen Straßen, Autobahn etc das Risiko so gering eingeschätzt, wie andere es eben in der Einöde.
Und für diesen Hund bedeutete diese Freiheit enorm viel. Wenn man die gleichen Strecken an der Leine lief, hat einen der Unterschied förmlich angeschrien. Ohne Leine war so viel mehr Freude, das kann man nicht in Worte fassen. Und wenn ich diese Freude auslösen kann und unsere gemeinsame Freiheit (wie oft, habe ich die Leine komplett zu Hause vergessen oder bewusst erst gar nicht mitgenommen) für uns realisieren kann, ist es mir dieses wahnsinnig geringe Risiko, dass er sich einmal über dieses Regeln/sein Verhalten hinwegsetzt es Wert gewesen. Und bei uns ist bis zu seinem Tod genau gar nichts passiert.
Bei meinen beiden jetzigen würde ich im Traum nicht einmal darüber nachdenken 