Beiträge von Atrevido

    Wir kennen dich hier alle nicht, daher ist es schwer bis unmöglich zu sagen, ob ein Rottweiler für dich der richtige (Erst)Hund ist. Das ist ganz, ganz viel Typfrage.

    Ich war 16 als mein erster Hund einzog. Nein kein Familienhund, wirklich auf alles bezogen (Erziehung, Finanzierung, Beschäftigung etc) meiner. Und das war ein Cane Corso.

    Ich hatte großes Glück, dass mein Vater vollends hinter mir stand. Weil meine Mutter und das gesamte Umfeld die Hände über den Kopf zusammen geschlagen hat. Ein junges Mädchen und "so ein Vieh" :D Ich kanns auch schlecht erklären, aber ich wusste es damals einfach. Der und kein anderer. Und wir haben es allen gezeigt :p

    Nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis, passt dieser Hundetypus einfach zu 100% zu mir. Vieles was von außen als negativ oder kompliziert gesehen wurde, fand ich gerade gut oder spielte mir vielfach in die Karten. Und mit dem Wissen um bestimmte Eigenschaften und den richtigen Umgang damit, kann so ein Hund ein unkomplizierter Begleithund wie jeder andere werden.

    Hier zog nach ihm trotzdem kein anderer mehr und eventuell auch nie wieder. Denn um die Gesundheit steht es mehr wie schlecht und da steht der Rottweiler kaum besser da. Was kranke, eingeschränkte ~50kg bedeuten, kann man sich erst richtig vorstellen, wenn man das Problem hat.

    Und eben für dich vermutlich auch komplizierte, diese enge Bindung an den Besitzer. Vielfach ist das ganz, ganz toll. Aber es führt auch zu Problemen. Da wir die ersten Jahre noch bei meinen Eltern wohnten, waren das meine Notfallkontakte, wenn etwas war. Da er sie sehr mochte udn gern bei ihnen war, aber zu sagen hatten sie ihm auch gar nichts :pfeif: Das längste was ich von dem Hund getrennt war, waren knapp 1,5 Wochen Winterurlaub, wo er nicht mit konnte. Die letzten Tage hat er bereits nicht mehr gefressen und sich kaum mehr bewegt, trotzdem er bei meinen Eltern war. Und es hat zB geschlagene 2 Jahre gedauert, bis er mit meinem damaligen Freund überhaupt vor die Tür gegangen ist. Vollkommen Fremde hätte er niemals herein oder an sich heran gelassen, wenn niemand eng Vertrautes dabei gewesen wäre. Eine Hundepension wäre vollkommen ausgeschlossen gewesen. Und alleine bleiben ist oft ein Problem bei Hunden die so eine enge Bindung eingehen.

    Und da kommen wir zu dem Punkt den ich unabhänigg von der Rasse bei dir als Störfaktor sehe. Er ist zu lange alleine. Selbst wenn er vorher und nacher genug Bewegung bekommt. Er muss sich trotzdem lösen. Und es kommen ja noch Zeiten für Einkaufen, Friseurbesuche, Arztbeusche, Wegzeiten, Ämtertermine, Freunde etc dazu.

    Die Wohnungsgröße ist in der Tat nicht so ausschlaggebend. Aber es ist eine Rasse mit ordentlich Wachtrieb. Sprich er könnte andere Mieter durchaus als Eindringlige identifizieren und dann auch ständig anschlagen, was die Denkweise über Hunde deines Vermiters ändern könnte. Und anders als im EG würde ich mit so einem Hund aus Erfahrung nicht wohnen.

    Und ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber ich kenne die Tabellen. Das Gehalt eines Erziehers in Teilzeit ist leider nicht gerade üppig. Neben Wohnung und normale Versorgung eines solchen Hundes, wird es mit Tierarztkosten dann einfach verdammt eng.

    Aoleon

    Der wäre mir nicht stabil genug. Ich habe den und muss ne Decke drunter stellen, damit er bei meinen beiden (6,5 kg) nicht kippelt.

    In die Höhle würde er problemlos reinpassen. Aber meine gehen da zB gar nicht rein, weil sie 0 kuschelig oder weich ist.

    Ich bin so phänomenal begeistert von dem Equafleeceanzug :cuinlove:

    Ja es sieht verdammt blöd aus und Shira hat mittlerweile den Beinamen Pylone. Aber sie fühl sich so wohl darin und gestern hatten wir richtig widerliches Wetter. ~ 0 Grad, dabei ganz widerlich nasskalt (mir selbst zog es überall kalt hoch und rein :igitt:) bei dicker Nebelsuppe.

    Nicht nur, dass sie freudig mitlief, obwohl sie das Wetter eigl hasst. Sie war auch molligwarm, trocken und ich habe sie jederzeit, selbst im dicksten Nebel gesehen :bindafür::D

    Wenn sie mit weiteren Personen freudig und ausgelassen läuft, wird es wohl nicht an "keine Lust auf Gassi" oder gesundheitlichen Dingen liegen.

    Ich würde am ehesten auf Unsicherheit/Angst tippen. Meine Hündin war auch lange so. Mit mir allein wollte sie anfänglich (und das zog sich) am liebsten gar nicht spazieren gehen. Allerdings kam sie sofort und freudig mit, wenn ich den Rüden mit dazu genommen habe. Er war ein tiefenentspannter, sehr souveräner Hund, der ihr offenbar anfänglich deutlich mehr Sicherheit geben konnte, als ich.

    Natürlich ist das irgendwo traurig, aber dann ist eben so und man muss am Vertrauen arbeiten und seinen Umgang mit dem Hund kritisch hinterfragen. Lässt du sie vielleicht bei einigen Situationen (unbewusst) ins offene Messer laufen? Achtest du überkritisch auf sie? Korrigierst du an der Leine zu viel? usw...

    Wie äußert sich dieser "Werwolf" denn, Atrevido ?

    Bei Menschen die sie ängstigen, bestimmten Geräuschen, unbekannten Dingen etc geht sie immer rückwärts, macht sich klein und "erträgt" die Situation in Schreckstarre (ich schütze sie natürlich so gut es geht, ist aber eben nicht immer machbar). Bei Fremdhunden möchte sie ausweichen, ist das nicht möglich geht sie dort aber angstaggressiv nach vorn. Erste Wahl ist trotzdem die Situation meiden.

    Als sie dann mal Futter mit Mais bekam, war sie zu Hause wie immer. Sowie wir unterwegs waren, ist sie aber bei allen Lebewesen, Bewegungen und Geräuschen schier eskaliert. Brüllend, bellend, knurrend in die Leine gegangen, hat abgeschnappt und kam überhaupt nicht mehr runter. Sie hat jede Sekunde mit gerechnet, das was passiert, angespannt ohne Ende und hat eben komplett überreaggiert.

    Ich dachte schon an Schmerzen und hab sie beim TA komplett durchchecken lassen :ugly: An den Mais habe ich erst sehr viel später gedacht, das Futter von jetzt auf gleich abgesetzt und nach 2 Tagen hatte ich schlagartig meinen alten Hund zurück. Nach ein paar Wochen habe ich es nochmal kurz nachgetestet mit demselben Ergebnis. Bei ihr liegt es also definitiv am Mais.

    Kann ich so nur bestätigen.

    Ich habe einen super nervösen Hund, bei dem ich bei Futter mit Mais überhaupt keinen Verhaltensunterschied bemerkt habe.

    Shira, absolut entspannter, gechillter Hund, aber in einigen Situationen recht ängstlich ist mit Mais quasi zum Werwolf mutiert :ugly: Nie wieder kommt mir nur ein Fitzelchen Mais in diesen Hund.

    Für mich ist das absolut hundeabhängig.

    Meine jetzigen beiden laufen an Straßen überhaupt nicht frei. Lito nicht mal an der Flexi. Der hört sehr, sehr gut. Ist aber viel zu wuselig, unruhig, reizoffen. Ehe ich den zurückrufen könnte, würde er schon unter den Rädern liegen. Shira hat nicht im Ansatz diesen on-point-Gehorsam. Bei Stop läuft sie noch einige Schritte weiter, kommt erst beim zweiten, dritten mal rufen usw. Zu dem geht sie bei Artgenossen nach vorn, wenn sie sich bedroht fühlt und ist insgesamt ein unsicherer Hund, der lieber einen Satz zur Seite macht. Viel zu viel Risko, also niemals offline an Straßen.

    Mein mittlerweile verstorbener CC lief dagegen seit dem erwachsenen Alter zu 99% (Autobahnraststätten, Bundesstraßen, Wohngebiet, Berliner Innenstadt, Wald, Fußgängerzonen, Parks (wo es erlaubt war), Nebenstraßen, fremde Gegenden im Urlaub) überall frei. Und die 1% waren da, wo er musste wie Bahnhöfe, Öffis, Tierparkanlagen usw.

    Wild war erst ab Rehgröße interessant (und da saß der Gehorsam auch relativ gut), sprich Eichhörnchen, Kaninchen und Co waren uninteressant. Katzen waren Freunde. Autos, Radfahrer, fremde Hunde und Menschen waren gleichgültig, daher kein Grund dahin zu wollen. Der Bordstein war eine imaginäre Grenze die nur nach Aufforderung übertreten wurde, Verkehrsinseln, Ampeln und Co wurden als solches erkannt. Dazu kamen Nerven aus Stahl und immer ein Auge bei mir. Gehorsam war quasi unnötig (trotzdem vorhanden), weil er eh stehen blieb, wenn ich es tat, eine Straße kam, bei entgegenkommenden an meine Seite kam usw. Insgesamt einfach ein Traum von Hund :herzen1:

    Lieblingslaufgeschwindigkeit war flotter Trab. Unterbrochen mit viel Schnüffelei. Daher wäre ein Spaziergang an der Leine ätzend hoch 100 gewesen für uns. Und mit Wohnort am Berliner Randgebiet, bist du immer an Straßen unterwegs.

    Ja, ich verstehe absolut, dass es für Außenstehende leichtsinnig scheinen mag. Aber das Risiko, dass diesem Hund etwas passiert, lag für mich bei 0,00xxx%. Also bin ich es für deutlich mehr Lebensqualität für uns beide eingegangen. Und es gab nicht eine nur ansatzweise gefährliche Situation.

    Aber auch dieser Hund lief als Junghund, an der Leine, bis ich mir eben sicher war, dass das mit ihm so machbar ist.