Beiträge von Atrevido

    Ich kann nur vom Wheaten sprechen, der nach Rassestandard ja auch einen Bart haben soll. Da werden die Einschränkungen einfach so hingenommen bzw nicht als solche angesehen.

    Je nach Länge tritt der Hund drauf, Essensreste und Dreck, Schlamm etc bleiben hängen (ich kenne welche die ca 4x am Tag nur den Bart waschen - also im Prinzip permanent nasse Schnauze), die Entfernung von Kletten und Schlingpflanzen ist dort für die meisten Hunde besonders unangenehm und der für mich gravierendste Punkt: die Thermoregulierung ist eingeschränkt.

    Ich bin generell überhaupt kein Bartfreund, was die Optik angeht. Ich hatte aber auch die Phase, wo ich es bei Lito versuchen wollte. Man hat wirklich einen deutlichen Unterschied bemerkt. Was ja auch logisch ist. Bei langem, dichten Bart findet der Luftaustausch beim Hecheln ausschließlich nach vorn statt. Ohne Bart kann für Luft im geöffneten Maul komplett zirkulieren. Abgesehen davon, dass ich Lito mit Bart tatsächlich hässlich fand, war das der ausschlaggebende Punkt, dass er nie wieder Bart trägt und hier auch kein Hund jemals Bart tragen wird.

    Ich glaube sofort, dass die Entscheidung alles andere als einfach war. Aber ich bin überzeugt, sie ist für euch 5 in der Situation die allerbeste.

    Ich wünsche deinem Kater weiterhin gute Besserung und hoffe er kommt mit der Einschränkung gut klar und die anderen beiden können ihn damit ebenso gut akzeptieren.

    Auch dir wünsche ich viel Erfolg beim Verarbeiten der Situation. Alles Gute euch!

    Ich muss gestehen aufgrund dieses Absatzes

    Ehrlich, gestern habe ich ihn zwei Stunden im Bad geparkt, weil ich es kaum noch ertragen habe. Ich weiß, er ist alt, ihm ist schwindlig, er ist gelangweilt, aber Hudson war immer anstrengend, selbst jetzt im hohen Alter schafft er es mich so zu nerven, dass ich ihn nur noch anschreien, festbinden, aussperren kann. Alles drei stört ihn übrigens nicht mal peripher.

    Ich will so gerne nett und vertraut und rücksichtsvoll mit ihm sein. Verständnis für ihn haben, aber er macht es einem nicht leicht.

    habe ich herausgelesen, dass du ihn regelmäßig anschreist, festbindest und/oder ausperrst, was in meinen Augen eben überhaupt nicht geht.

    Wenn es jetzt wirklich einmalige Ausrutscher waren, dann nehme ich meine Beiträge in der Deutlichkeit zurück. Gut finde ich das selbstverständlich trotzdem nicht, aber ich kann verstehen, dass einem das in einer besonders angespannten Lage Mal passiert. Das oben las sich für mich wie gesagt anders.

    Wie man das da rauslesen kann :roll:

    Wie oben beschrieben kenne ich das am Ende zu sein, vollkommen verzweifelt, auf dem Zahnfleisch kriechend. Das ist echt beschissen und mir tut jeder Mensch leid, der in so einer Situation steckt. Eben weil ich es kenne.

    Aber der Mensch hat es in der Hand, der Mensch hat unendlich mehr Möglichkeiten mit der Situation umzugehen, sich eine Auszeit zu nehmen, usw... der Hund ist dem Menschen ausgesetzt und hat 0 Möglichkeiten.

    Auch spannend wie im Thread mit der totgebissenen Katze alle (in meinen Augen zurecht) sagen, dass das anschreien und isolieren seelische Folter ist. Aber beim alten, kranken Hund ist das vollkommen okay...

    Glauben diejenigen, die hier Vorwürfe machen eigentlich wirklich, dass Gammur so kalt und abgebrüht ist, dass ihr diese widersprüchlichen Gefühle zu Hudson egal sind?

    Ganz ehrlich gesagt ist mir das egal, so lange der Umgang mit dem Hund stimmt.

    Nochmal: mir geht es nicht darum, dass man genervt ist, dass man auch Mal einen schlechten Tag hat, oder dergleichen. Dafür bekommt hier auch jeder mein vollstes Mitgefühl.

    Aber den alten, kranken Hund anschreien? Mit so viel Ablehnung über ihn schreiben (diese Ablehnung merkt doch auch der Hund), ihn wegsperren, isolieren, ja schon beinahe hoffen, dass er nicht mehr so lange ist? Nein, dafür habe ich kein Verständnis.

    Und ja ich kenne das auch selbst gleich mit 2 Hunden, wo ich jeweils mit mir gehadert habe. Shira, hat eine ähnliche Vergangenheit wie Abby. Sie war schon 3,5 als sie zu mir kam und kannte überhaupt gar nichts. Sie wusste nicht was Halsband, Geschirr und Leine ist, war damit 0,0 umweltkompatibel, war nicht stubenrein (und so verängstigt, dass sie den Kot einfach im Liegen rauspresste und in ihrer Pfütze liegen blieb ohne sich zu bewegen), verfiel ständig in Schockstarre vor Angst wo nichts mehr ging, reagierte hochgradig angstaggressiv auf alles mit 4 Beinen, mutierte zum Berserker wenn es um Fressen ging und ging ständig auf meinen Ersthund los. Richtig zugebissen hat sie bei mir zum Glück nie, aber der Große hatte 2x Löcher von ihr und ich diverse Kratzer, blaue Flecken und zerrissene Jeans, wenn sie sich im Tunnel umorientierte.

    Was glaubst du, was das an Nerven gekostet hat? Dass das nicht schwierig war eine Bindung zu so einem Hund aufzubauen?

    Und der Welpe/Junghund mit dem man eigentlich so einiges vorhatte und dann aufgrund massiver Hormondissbalancen (was aber lange nicht klar war) nicht Mal ansatzweise der Hund war, der man sich vorstellte? Dauerkläffen, -fiepen, -kreiseln, kaum Schlaf, alles war zu viel, dann kamen noch mehrere gesundheitliche Baustellen durch den massiven Stress dazu...

    Aber so habe ich meine Tiere nicht behandelt. Nicht weil, ich ein ach so toller Gutmensch bin und mich das alles kalt gelassen hat, im Gegenteil. Ich habe bei beiden viel geheult, mehr als einmal über Abgabe nachgedacht und vermutlich hätte ich es auch getan, wenn ich ein passenden Platz damals gehabt hätte. Aber mir war immer klar, dass die Hunde dafür nichts können, ich meine Gefühle daher auch nicht an ihnen auslassen darf und wenn sie bleiben, dann eben mit aller Konsequenz. Und ich habe beide mittlerweile schon lange unglaublich lieb und hoffe, dass ich sie noch lange, den Zwerg möglichst sehr lange habe, obwohl mein Leben mit den beiden nicht so ist, wie es mir damals vorgestellt habe und wie es mit meinem ersten Hund war. Es ist nahezu alles, um die beiden und ihre Bedürfnisse (wobei sie mittlerweile beide im Handling um Welten einfacher sind) herum geplant. Das kann nicht jeder, vollkommen klar. Aber dann muss ich den Hund eben abgeben.

    Und in der aktuellen Situation gibt es eben noch mehr Möglichkeiten. Man könnte sich zB zu Hudson in das Zimmer setzen und die anderen Hunde abgrenzen. Dann haben sie ihre Ruhe, sind als Gruppe aber nicht isoliert. Man kann aktiv versuchen Hudson die Unruhe zu nehmen. Wie oft saß ich zB mitten in der Nacht mit dem Hund auf den Schoß am Boden, weil das wenigstens etwas beruhigt hatte... Wenn er keine Demenz hat, wird es dafür ja eine Ursache geben, an die man forschen kann. Und dafür finde ich diesen Thread als Brainstorming auch super. Die Idee mit den Kopfhörern finde ich im übrigen gar nicht schlecht. Nicht als Dauerlösung, sondern für den Moment, wo man gerade wirklich nicht mehr kann.

    Mehr sage ich dazu aber auch nicht mehr. Tun können wir eh nichts, dass muss Gammur alles selbst entscheiden bzw musste es in der Vergangenheit. Mir tut der Hund unter diesen Umständen allerdings sehr leid.