Ben Nevis, höchster Berg Großbritanniens, und bei schönem Wetter ein beliebtes Ausflugsziel. Zu Fuß - die gesamten 1.344 Höhenmeter vom Tal zum Gipfel, denn so etwas wie eine Seilbahn gibt es nicht (die geht auf einen Berg in der Nähe, Aonach Mòr, und heißt irreführenderweise Nevis Range Mountain Gondola).
Hier der Ausblick vom Gipfelplateau auf die Nordwand, ein beliebtes Klettergebiet.
Es führt zwar ein guter Pfad vom Start bis zum Gipfel, was auf schottischen Bergen Seltenheitswert hat, aber das verleitet jedes Jahr Menschen dazu, völlig unvorbereitet loszulaufen, sich in den meist tief hängenden Wolken zu verlaufen, oder an der Nordwand zu verunglücken. Die Lochaber Mountain Rescue hat dort immer gut zu tun, und jedes Jahr gibt es tödliche Unfälle.
Lorcan hat das in seinen jungen Jahren genau ein einziges Mal versucht. Er hat meinem Mann - ausgerechnet als er ausnahmsweise mal mit der Hundeschule war - ans Bein gepinkelt. Es gab ein mittleres Donnerwetter, Lorcan war ein paar Tage vorsichtig wenn mein Mann in der Nähe war, aber danach war alles wieder gut.
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Zehn Tage später musste ich nach der Ankunft im Städtchen erst einmal eine kurze Hose und ein leichtes Shirt kaufen. Wanderhose und Wollshirt waren eindeutig zu warm:
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Aber von vorne.
Meine letzte Trekkingtour machte ich im Frühjahr 2015. Also die letzte, die ich planmäßig durchzog. Im Sommer 2015 musste ich wegen Schmerzen im rechten Knie abbrechen, 2016 war das Jahr der abgesagten Urlaubsreisen, und 2017 hatte ich derart üble Rückenschmerzen, dass ich die Tour auch abbrechen musste.
Jetzt aber: Im Mai 2019, mit drei Wochen Urlaub und dem festen Vorsatz, ein paar Kilometer Highlandpfade unter die Schuhsohlen zu bekommen, ziehe ich los. Ich habe einen Plan A, einen vagen Plan B, und keinen Plan C (das wäre der Plan für „ultimativ schlechtes Wetter“). Ich habe mir nur kurze und überschaubare Etappen vorgenommen, keine langen oder schwierigen Strecken. Das Erlebnis, endlich mal wieder „so richtig draußen“ zu sein, vom Alltag Abstand zu gewinnen und meine Prioritäten neu zu sortieren, das alles ist mir wichtiger als sportliche Leistungen, durch anspruchsvolles Gelände zu laufen, Gipfel zu erklimmen oder spektakuläre Fotos zu machen. Aufgrund der schon erwähnten „Baustellen“ (Rücken, Knie, und ganz allgemein - man wird nicht jünger…) gehe ich es vorsichtig an.
Das Fotografieren ist bei dieser Tour eher eine Nebensache. Ich nehme nur die kleine Sony RX100, ein paar Ersatzakkus, Speicherkarten und ein leichtes Velbon-Stativ mit. Die große DSLR-Ausrüstung bleibt zuhause.
Bekannte Pfade
Da Lufthansa den für mich so praktischen Direktflug von Frankfurt nach Aberdeen schon vor einiger Zeit eingestellt und durch einen Flug nach Glasgow ersetzt hat, reise ich über Glasgow an. Ich übernachte in der Nähe der Buchanan Bus Station, kaufe morgens eine Gaskartusche, und fahre später mit dem Zug nach Inverness. Von dort aus geht es - wieder mit dem Zug - zur Achnashellach Station.
Dort stehe ich nun an einem milden Frühlingsnachmittag, rücke den Rucksack zurecht, und starte auf dem mir gut bekannten Pfad ins Coire Làir in den Urlaub.
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Die richtige Urlaubsstimmung will aber noch nicht kommen. Der Rucksack drückt und ist schwer und ungewohnt, der Weg ist steil und steinig, und irgendwie fühlt sich das noch nicht wie „mein“ Urlaub an.
Immerhin: Die im Sportstudio verbrachte Zeit und Vivians Trainingsplan machen sich bemerkbar. Positiv natürlich! Ehe ich es so richtig realisiere, stehe ich am Abzweig zum Coire Làir.
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Dort fällt mir auf, wie trocken alles ist. Kaum Matsch, keine murmelnden Bäche, viele ausgetrocknete Pfützen. Da tut sich ein in Schottland eher unübliches Problem auf: Finde ich Trinkwasser in der Nähe meines geplanten Zeltplatzes? Bei meinem letzten Besuch, im Sommer 2014, waren Weg und Bach eines, so stark hatte es geregnet. Aber alles passt. Ich finde einen schönen Zeltplatz mit Aussicht, und einen kleinen Bachlauf unweit davon.
Beim Aufbau der Hilleburg bemerke ich die fehlende Routine. Aber das wird sich ändern. Endlich: Die Burg ist aufgebaut, die Matratze ist aufgeblasen, der Schlafsack loftet, von seinem Packsack befreit, vor sich hin, die Wasserflasche ist aufgefüllt, und es macht sich so etwas wie Ordnung breit im Zelt. Nach dem Abendessen schlafe ich fast im Sitzen ein.
Ich habe den Rest des Nachmittags beim Fotografieren immer auf diesen Rüden geachtet - kam er in meine Nähe, bin ich aufgestanden. Sein Frauchen saß völlig entspannt in der Sonne...
Shira ist die Hündin, die ein rein graugewolktes Fell hat. Ihre Schwester und der Bruder hier im Bild haben einen großen Anteil an beige im Fell, der Bruder hat sogar etwas rotes Fell auf dem Rücken. Später kam noch ein Bruder dazu, der es mir so rein optisch echt angetan hat: nicht so massig wie der im Bild oben (der ist viel zu dick, und hat noch viel zu viel nicht ausgekämmtes Winterfell), und ganz, ganz dunkel. Ein hübscher Kerl. Fotos kommen vermutlich noch, die habe ich noch nicht gesichtet.
Ich habe heute viele Spitze getroffen. Einen Mittelspitz und 8 Wolfsspitze. Der Cairn Terrier und der weiße Mittelspitz brachten etwas Farbe ins Graugewolkte...
Treffen bei den Windhainer-See-Wölfen. Shiras Mutter und die Mutter des B-Wurfs, Shira und drei ihrer Geschwister, und zwei Welplinge aus dem B-Wurf zusammen auf einem Platz. War das schön! Und friedlich. Die beiden Jungrüden fanden natürlich die Mädels ganz interessant, und Shira lernte bei der Gelegenheit endlich, einem aufdringlichen Rüden eine klare Ansage zu machen. Töchterchens Sammy muss sich bei der nächsten Begegnung auf was gefasst machen, glaube ich.
Shira ist, verglichen mit den anderen Hündinnen, eine kleine und zierliche Hündin. Ups, und ich halte sie immer für etwas zu mopsig... Da muss ich vom Bordercollie-Schema doch langsam umdenken. Und sie konnte sich so toll auf mich konzentrieren, trotz der vielen Ablenkung durch andere Hunde, kleine Kinder, einen großen Grill mit leckeren Sachen und so. Mitten im Getümmel legte sie sich auf Anordnung ins Platz und blieb liegen. Ich platzte beinahe vor Stolz.
Ein wenig angep***t war ich auch. Ich sitze da so im Gras herum, fotografiere, und plötzlich wird mein Rücken warm und nass. Jungrüde, unerzogen. Hund und Frauchen bekamen von mir eine klare Ansage.