Als ich vor zwei Wochen in Schottland auf dem Rückweg vom Gipfel des Carn Dearg (Corrour) war, fiel mir ein Vogel auf, der Roadrunner-mäßig auf dem Ridge herumrannte. Immer in einem Dreiviertelkreis hinter mir vorbei. Es war ein Ptarmigan - ich vermute, dass sie mich von ihrem Gelege / ihrem Nachwuchs weglocken wollte. Die Show dauerte, incl. Fotosession, gut eine Viertelstunde. Dazu hätte ich mein schnelles Tele gebrauche können; das Suppenzoom stieß wirklich an seine Grenzen.
Nein, diesen Berg hatte ich sowieso auf dem Plan. Wenn das Knie nicht so rumgezickt hätte, wäre es nicht bei dem einen Gipfel geblieben. In der Nachbarschaft des Carn Dearg stehen noch mehr schöne Berge herum. Die habe ich jetzt immer noch auf meiner To-Do-Liste...
Ich hoffe, dass der Baum noch lange Zeit steht. Allerdings sieht er ziemlich schlimm aus, wenn man ihn aus der Nähe sieht. Nur noch etwa die Hälfte davon trägt Blätter... Und im letzten Frühjahr wurden viele der schönen alten Bäume hier auf den Wiesen gefällt. Jetzt wachsen dort Weinreben an Metallstangen, was natürlich weniger fotogen ist als ein paar knorrige alte Apfelbäume. Hoffen und Daumen drücken!
Hier ein anderes Sternenhimmelfoto, dieses Mal aus Schottland. Anfang Juli ist es etwas ungünstig zum Sterne fotografieren, da es kaum richtig dunkel wird. Noch dazu bei einem Fast-Vollmond... Aber ich hatte Glück und wurde genau zur richtigen Zeit wach. Abends baute ich im strömenden Regen und völlig durchnässt mein Zelt auf, hatte total schlechte Laune, und verkroch mich schmollend in den Schlafsack. Wenige Stunden später dann das hier:
So, wo war ich stehengeblieben vor diesem Exkurs auf die Western Isles? Ah ja, an einem Sommertag in Inverness.
Die Wettervorhersage für Fort William sei gut, versicherte man mir im Tourist Information Centre. Die Times und metcheck behaupteten das auch. Nun gut, ich passte meine Pläne entsprechend an. Am Mittwoch saß ich mit frischen Essensvorräten, frisch gewaschenen Klamotten und getrockneter Ausrüstung im Bus nach Fort William. Es war wirklich sommerlich warm, und nach zwei Stunden im Bus war ich froh, wieder an der frischen Luft zu sein.
Zunächst lief ich ein Stück auf der Forest Road ins Glen Nevis rein. Dort stand die Luft, und bald schon hatte ich keine Lust mehr. Ich nahm den nächsten Abzweig zur Straße und versuchte mich erfolgreich als Anhalter. Die Welt ist ein Dorf, stellte ich wieder einmal fest, als ein Ehepaar hier aus der Gegend anhielt und mich bis zum Ende der Straße mitnahm.
Ich lief vom letzten Parkplatz aus durch die Schlucht, und war wie immer begeistert von dem Anblick, der sich mir bot. Schlängelte sich der schmale Weg eben noch zwischen großen Felsen hindurch, oberhalb eines tosenden Wildbaches, öffnete sich plötzlich die Landschaft zu grünen Flussauen, einem sanft dahinplätschernden Fluss, und einem hohen Wasserfall in der Entfernung. Einfach nur schön. Ich ging weiter und suchte mir ein Stück weiter oben im Tal ein schönes Plätzchen zum zelten. Weit genug entfernt und oberhalb des Flusses - der Wetterbericht hatte vereinzelte Gewitter mit Starkregen vorhergesagt, und die Wasserstände steigen schnell hier oben. Ich wollte wirklich kein fließendes Wasser im Zelt haben...
Ich verbrachte einen teils sonnigen, teils wolkigen, gewitterfreien Nachmittag und Abend am Nevis. Ich planschte im Wasser herum, fotografierte, und genoss einfach die Zeit. Warm war es, sogar nachts zeigte mein Thermometer noch 22,4°C an.
Von den äußeren Hebriden kenne ich bisher nur Harris, und davon auch nur den Norden. Aber das hat mir extrem gut gefallen! Diese langen Sandstrände an der Westküste! Und die tollen Berge im Norden! Wir wollen uns mal für die Hebriden drei Wochen vornehmen, mit drei verschiedenen Ferienhäusern, und uns von Lewis im Norden bis nach Barra im Süden vorarbeiten. Wenn wir zusammen in Schottland Urlaub machen, mieten wir immer Ferienhäuser. Da hat man einfach mehr Platz, mehr Ruhe, und mit Kindern ist das sowieso ideal. Ohne aber auch...
Achte auch darauf, dass du eine wasserdichte Transportmöglichkeit für den Schlafsack im Rucksack hast, wenn du mit nassem Wetter rechnest (sage ich als Schottlandwanderer). Ich habe für meine Schlafsäcke wasserdichte Kompressionspacksäcke.
Beim Schlafsacks selbst musst du halt überlegen, ob dir Gewicht und Packmaß wichtig sind, oder doch eher der Preis. Kunstfaserschlafsäcke sind preiswerter als Daunentüten, sind aber voluminöser und schwerer. Obwohl ich nur in potentiell nassen Regionen unterwegs bin, habe ich mich für Daune entschieden - war bisher kein Problem.
Familienurlaub? Darf ich dich da mehr zu fragen? Wo wart ihr? Was habt ihr unternommen?
Wir überlegen noch, uns nächstes Jahr eine kleine Insel zu mieten. Mit Cottage drauf und ganz für uns allein.
Willst du evtl mal ganz nach Schottland kommen?
Um die letzte Frage zuerst zu beantworten: Nein, zumindest nicht während meines Erwerbslebens. Wenn ich in 17 Jahren in Rente gehe, denke ich noch mal drüber nach. Bis dahin liegt mein Lebensmittelpunkt ganz klar hier in DE; und da ich einen sicheren, nicht schlecht bezahlten Job habe, der meistens sogar Spaß macht, habe ich keinen Grund, mich zu neuen Ufern zu bewegen.
Familienurlaub: Ich sollte dazu sagen, dass meine Tochter schon 24 Jahre alt ist, und ihren Freund mit dabeihatte. Männe und ich und die Hunde reisten mit dem Auto an, mit der Rotterdam - Hull Fähre. Tochter und Freund flogen nach Aberdeen und übernahmen dort einen Mietwagen. Unterwegs trafen wir uns, übernachteten in einem schon vorher gebuchten Hotel, und fuhren am nächsten Tag ganz entspannt in den alleräußersten Nordwesten, noch jenseits von Kinlochbervie. Das Ferienhaus in dem Ort, der so heißt wie mein Forumsname, stand am Ende der letzten Straße dort oben. Viel ruhiger geht es kaum. Wir unternahmen Ausflüge mit dem Auto, wir wanderten, und verbrachten einen Teil der sternklaren Abende draußen, um die Milchstraße zu fotografieren. Erholung stand ganz klar im Vordergrund. Für die Hunde waren die Strände natürlich toll; egal ob Sandwood Bay, Balnakeil, Sango, Oldshoremore, Polin oder Sheigra - die beiden waren kaum zu bremsen. In der zweiten Woche hatten wir ein Ferienhaus mitten in Ullapool. War auch nett, und ein guter Ausgangspunkt für diverse Ausflüge. Mit dem Freund meiner Tochter unternahm ich zwei Bergtouren in Assynt; Ardvreck Castle sah uns mehr als einmal, und vor allem die beiden Männer konnten sich auf den Single Track Roads rund um Lochinver ausleben.
Früher, als unsere Tochter noch kleiner war, waren wir auch oft in Schottland. Sie war immer zufrieden, wenn sie draußen war. Ob in ganz jungen Jahren Steine in den Fluss geworfen wurden, oder später längere Spaziergänge uns zu kleinen Gipfeln führten - sie ist eindeutig schottlandsüchtig.
Ich bin ein- bis zweimal im Jahr in Schottland, meist zum wandern. Letzte Jahr schaffte ich vier Besuche - drei kürzere Trips zum Wandern (und zum Abbau von Überstunden), und im November ein Familienurlaub bei wirklich bestem Wetter.
Ja, dieses Jahr war es wettertechnisch nicht so gut. Den 24°C-Tag habe ich live miterlebt und nachts auf dem Schlafsack noch geschwitzt...
In einer gälischen Krabbelgruppe dürfte ich mich, was den Wortschatz angeht, gut aufgehoben fühlen.
Pollynixe, die Insel im River Ness war einfach eine der Ness Isles, die man über diverse Brücken quasi neben dem Stadtzentrum von Inverness erreichen kann. Keine Ahnung, ob die irgendeinen Namen hat. Sie hatte aber eine schöne Bank mit Sonne und Wind und war gut, um Spaziergänger zu beobachten.