Das Problem bei mehrtägigen Wanderungen ist nach meiner Erfahrung nicht die Tageskilometerzahl an sich, sondern die Tatsache, dass man diese (geplanten) Kilometer wirklich jeden Tag laufen muss. Das lässt z.B. viele West-Highland-Way-Wanderer schon an deutlich kürzeren Etappen verzweifeln. Tag 1 ist toll, man fühlt sich wohl, die Motivationslage ist klasse. Am Tag 2 zwickt und zwackt es ein wenig, womöglich bilden sich ein paar Druckstellen an den Füßen (laufen mit Belastung durch einen Trekkingrucksack belastet die Füße stärker als laufen ohne Gepäck), aber noch ist alles im grünen Bereich. Der große Knick kommt bei vielen (auch bei mir) am Tag 3. Ab Tag 5 läuft es dann wieder, dann hat sich der Körper (und auch der Kopf) an die Situation angepasst.
Ich schreibe jetzt nur vom zweibeinigen Wanderer - was der Hund kann oder nicht, das kann nur der Hundeführer einschätzen. Läuft der Hund wirklich jeden Tag so viele Kilometer, oder plagen ihn auch irgendwelche Beschwerden? Ich weiß es nicht.
Aber ich werfe noch ein paar Bedenken ein: Körperliche Probleme bei Mensch oder Hund, z.B. wunde Pfoten, Blasen an den Fersen, die Gelenke zwicken weil sie die (Dauer-) Belastung nicht gewohnt sind. Schlechtes Wetter, das die Motivation runterzieht. Nervige Leute, mit denen man sich unterwegs rumärgern muss. Schlecht geschlafen, und das jede Nacht. Und alles läuft irgendwie nicht so, wie man sich es vorgestellt hat... Die Psyche ist nicht zu unterschätzen, auch bei einer nur ein paar Tage dauernden Tour nicht (Stichwort "Innerer Schweinehund").
Mein Tipp: Plant kürzere Etappen. Strafft die Tour etwas. Wenn das von den Übernachtungsmöglichkeiten nicht geht, plant eine andere Tour. Gerade bei der ersten Tour, wenn man die "Gesamtumstände" noch nicht so recht einschätzen kann, sollte man es nicht so ambitioniert angehen.
Schreibe ich, die all das schon falsch gemacht und daraus gelernt hat... ![]()