Kurze Geschichte dazu: An dieser Wiese zwischen zwei Waldstücken fahre ich jeden Morgen so gegen 5.20 auf dem Weg zur Arbeit vorbei. Jetzt um diese Jahreszeit sieht das dort von der Straße aus manchmal richtig toll aus: Bodennebel, angehaucht von dem Licht vor Sonnenaufgang. Oder das Ganze mit Sonnenaufgang, in ein paar Wochen. Heute früh wachte ich auch ohne Wecker so früh auf, sah draußen weitgehend klaren Himmel, und dachte mir, dass es nach dem vielen Regen und der Schwüle von gestern und der doch recht frischen Nacht dort schön neblig sein könnte. Ich packte mein Fotozeug, setzte mich ins Auto (mache ich normalerweise nicht um zu fotografieren, nur im Urlaub) und fuhr hin. Hm. Die Straße liegt deutlich höher, von dort hat man einen besseren Überblick als von der Wiese selbst. Das Gras steht derzeit mehr als kniehoch. Über den Gummistiefeln waren meine Hosen klatschnass, obwohl ich nur zwei Schritte weit ins Gras ging. Irgendwie hatte ich mir mehr von diesem Ort versprochen. Ich glaube, ich lege mir die Gummistiefel und ein kleines Stativ ins Auto, und packe jetzt immer die Kompaktkamera ein. Vielleicht ergibt sich ja nochmal was auf dem Weg zur Arbeit.
Auf der Fahrt von Sands nach Fort William, eine Fahrt, für die ich einen langen aber schönen Umweg wählte (ich hatte jede Menge Zeit), machte ich auch Fotos. Die sind aber noch nicht hochgeladen. An höher gelegenen Abschnitten der Straße lag etwas Schnee, die Berge waren weiß, ich sah den Beginn eines mir bis dahin noch nicht bekannten Wanderwegs, und überhaupt - es war tolles Wetter, wenig Verkehr, und ich genoss die Fahrt. Am Eilean Donan Castle machte ich Kaffeepause. Ich fotografierte das Schloss nicht; das Licht war nicht so schön, und ich habe schon etliche schöne Fotos davon auf der Festplatte. Aber der Kaffee war gut... Danach merkte ich am Straßenverkehr, dass ich den Nordwesten bereits verlassen hatte. Es war ordentlich was los auf der Straße, und es gab sogar Fahrer, die es eilig hatten. Daran war ich nach einer Woche dort oben gar nicht mehr gewöhnt. Egal, die Straße war gut ausgebaut und machte es möglich, ein angemessenes Tempo zu fahren. Unterwegs sah ich mir schon gut bekannte Aussichten, aber ich machte keine weiteren Fotostopps. Etwa eine Stunde vor der möglichen Übergabe meines Wohnwagens kam ich im Glen Nevis an. Eigentlich wollte ich noch einkaufen fahren; es war jedoch so viel Verkehr auf dem Weg ins Städtchen rein, dass ich mir das verkniff und auf Sonntag Morgen vertagte. Ich würde schon nicht verhungern. Wie insgeheim erhofft, war mein Wohnwagen schon fertig, und ich konnte ihn gleich in Beschlag nehmen. Gut, der war eine Ernüchterung im Vergleich zu dem nagelneuen riesigen Wohnwagen in Sands. Kleiner und viel älter, mit einem Gasofen als Heizung, aber komplett eingerichtet, ruhig am Rand des Geländes gelegen, und eben meiner. Zumindest für diese Woche. Ich packte aus, richtete mich ein, trank eine große Kanne Tee (Nescafé, Tee, Shortbread und Milch gehören dort zum "welcome tray"), und lief dann rüber zur Campsite, um im Shop etwas Essbares zu kaufen.
Abends machte ich mich dann zu Fuß ein Stück auf den Weg ins Tal hinein. Schönes Wetter, warmes Licht, Schäfchen (leider keine Lämmer, die waren noch nicht "geschlüpft"), tolle Landschaft, und Stille. So, wie ich es dort kenne. Einfach nur schön.
Sonntags morgens fuhr ich früh los zum Einkaufen, deckte mich mit Essbarem für die nächsten Tage ein, und packte dann meinen Wander-/Fotorucksack. Mit dem Auto fuhr ich bis ans Ende des Tals, wanderte durch die Nevis Gorge, weiter bis fast zur Steall Ruine, und dann bergauf ins Coire Ghiusachan. Dort gibt es einen ab und an erkennbaren Pfad, viel Steigung, Matsch und Felsen, ein paar sehr fotogene Wasserfälle (nach starkem Regen machen die natürlich mehr her), und beste Aussichten. Weit oben im Coire beschloss ich, eine lange und sonnige Pause zu machen, und dann wieder abzusteigen. Es war schön warm, die Sonne brannte, und ich machte es mir bequem, nachdem ich meine Fotos gemacht hatte. Später, als ich eingepackt hatte und schon auf dem Rückweg war, kam ein Mann mit einem Jungen an. Ein Holländer mit seinem achtjährigen Sohn. Der Vater wollte wissen, wie weit es zum nächsten Schneefeld sei. Ich erklärte ihm, dass die Schneefelder, die er von hier sehen konnte, alle auf den Gipfeln der Berge waren, und er von diesem Coire aus nur Aonach Mòr und Aonach Beag erreichen konnte. Er könne aber einfach über den Rand des Coires auf dessen Nordseite gehen, dort könnte noch Schnee liegen. Oder einfach warten bis morgen - da sollte es Winter werden und schneien. Er entschloss sich für die Nordseite des Coire. Sein Sohn hätte das Gefühl für Schnee verloren, meinte er. Nun, der Junge kam in der folgenden Woche garantiert auf seine Kosten. Mehr dazu später.
Hier erst einmal ein paar Fotos:
Gleich nachdem ich aus der Nevis-Schlucht raus war und die üblicht "Meine-Güte-ist-das-schön"-Gefühlswallung hinter mir hatte, verließ ich den Weg und ging runter ans Wasser.
Der erste Wasserfall auf dem Weg ins Coire Ghiusachan. Im Gegensatz zu dem bekannteren und leichter erreichbaren Steall hatte ich diesen Wasserfall für ich alleine.
Das Grün ist hier auf dem kalibrierten Monitor wirklich sehr leuchtend... An den nicht kalibrierten im Büro komme ich heute nicht ran, und das alte Netbook ist nach wie vor nicht einsatzfähig.
Bei meinem vorletzen Beitrag war ich wohl etwas verpeilt. Lediglich das letzte Foto, das mit den Ponies, und das erste, vom Loch Kernsary, ist von der Letterewe-Wanderung. Die anderen sind von der Tour zur Shenavall Bothy. Ist zwar dieselbe Gegend, aber von verschiedenen Seiten begangen...
Dann viel Spaß dort! Ich habe meinem Mann so viel von der Campsite in Sands vorgeschwärmt, dass wir spontan eine Woche im Oktober gebucht haben. Flüge, Mietwagen, Hundebetreuung, Wohnwagen auf der Campsite - alles schon geregelt.
Diese Gesellen sah ich auf dem Hin- und auf dem Rückweg. Kurz hinter der Kernsary Farm ist ein großes, eingezäuntes Waldgelände mit einem extrem sumpfigen Weg. Da musste ich durch. Kurz hinter dem Tor prustete es links oben von mir. Da standen doch fünf dieser zotteligen, verschlammten Tierchen und sahen mir zu, wie ich mich um eine sumpfige Stelle herumtastete. Auf dem Rückweg, ich hatte den sumpfigen Waldweg bereits hinter mir, standen sie in der Nähe des Tores. Selbiges ging nur schwer auf und zu; ein paar Tropfen Öl würden hier wahre Wunder bewirken. Wie auch immer. Ich dachte mir "So, Leute, ihr bleibt stehen, rührt euch nicht von der Stelle, bis ich draußen bin und das Tor zu ist". Gut, hat geklappt. Vor dem Tor liegen ein paar große Steine, bequem in Sitzhöhe. Ich hatte bereits mehr als 20km hinter mir, noch gute 8km vor mir, und hatte Hunger. Rucksack absetzen, darin herumkramen ***kruschpelkruschpelkruschpel*** Fünf Paar Ohren gingen hoch. Ich fand noch zwei harte Kekse, in Folie eingewickelt. ***raschelraschelraschel*** Zwei der beiden Zottel kamen durch den Matsch und das Heidegestrüpp an den Zaun. Ich mampfte meine Kekse ***munchmunchmunch****. Ein Ponykopf streckte sich über das Tor, ein anderer schaffte sich durch den Zaun. Pech gehabt, meine Kekse, mein Hunger.
Den verlinkten Stift, einen Blasebalg, ein Mikrofaser-Brillenputztuch, ein normales weiches Mikrofasertuch, den schon erwähnten T-shirt-Zipfel... Was immer gerade griffbereit ist. Und zur Sensorreinigung die Swaps und Reinigungsflüssigkeit von Invisible Dust; zum Schnell-mal-Auspusten einen großen Blasebalg. Ein Displayschutz-Glas habe ich übrigens auch. Bei der kleinen Sony habe ich darauf verzichtet, und da ich die Kamera immer in Jacken- oder Hosentasche trage, ist das Display schon ganz schön ramponiert. Passiert mir nicht nochmal!
Die Fotos von meinem 30km-Spaziergang von Poolewe nach Carnmore und zurück sind noch nicht alle fertig; hochgeladen habe ich erst eines.
Hier noch ein Nachtrag zum Tag davor. Ich war nachmittags am Strand von Gairloch und "spielte" ein wenig mit der Kamera herum. Ich fotografierte den Strand aus unterschiedlichen Blickwinkeln, mit unterschiedlichen Einstellungen, und hier ist ein Ergebnis, das mir irgendwie gefällt. Ich habe es momentan als Desktop-Hintergrundbild...
Das Letterewe-Estate wird auch oft als "Scotland's last wilderness" bezeichnet. Eigentlich umfasst diese "wilderness" die Gegend nördlich des Loch Maree, bis rauf zum Little Loch Broom, von der Westküste bis rüber zur A832 und zu den Fannichs. Es gibt dort stalking paths, mal gute, mal nicht so gut ausgebaute Wanderwege, viele Seen, viel Sumpf, viele Felsen, und ein paar sehr beeindruckende Berge. Unter anderem steht dort, über dem Dubh Loch, der A' Mhaighdean, der als der "remotest Munro" gilt. Eine tolle Gegend, wirklich empfehlenswert für erfahrene Wanderer, und immer noch auf meiner Liste. Bisher war ich nur in den "Randgebieten" unterwegs; einen längeren Aufenthalt, um einmal durch zu laufen und mir vielleicht einen Berg von oben anzuschauen, habe ich noch vor. Dieses Mal lief ich von Westen aus rein. Von Poolewe aus auf einem Fahrzeugweg bis zur Kernsary Farm, dann auf einem unglaublich schlammigen und versumpften Waldweg (das war schon vor zwei Jahren so übel) ins offene Gelände. Da der Wald eingezäunt ist, muss man über einen Zauntritt oder durch ein Tor. Das "Tor zu Wildnis", wie ich es gerne nenne. Von dort aus geht es auf einem weitgehend gut ausgebauten Pfad zum Causeway zwischen dem Fionn Loch und dem Dubh Loch, dem "weißen See" und dem "schwarzen See". Hinter den Seen ist ein beeindruckende Bergkulisse; in Richtung Westen ist das Gelände offen mit vielen Seen und noch mehr Sumpf und dem Blick raus aufs Meer. Es war eine schöne, einfache Wanderung. Hier vorab ein kleines Panorama. Ich habe fast das gleich auf dem Rückweg nochmal gemacht, bei besseren Lichtverhältnissen. Wird nachgereicht!