Unserer schläft, wo und wie er gerade will. Ob bei Männe auf dem Schoß, oder neben einem der Hunde in der Kudde, auf dem Esszimmertisch, oder auch unter der Bettdecke. Da sieht man ihn nur, wenn ein Stück felliges Etwas unter der Decke rausschaut. Oder wenn es im Schlafzimmer schnarcht, ohne dass ein Mensch im Bett liegt. Der Kampfkater kann richtig laut schnarchen...
Mittwochs unternahm ich die vorhin beschriebene Wanderung, die ich wegen zu viel Wetter abgebrochen habe. Die Wettervorhersage für Donnerstag war grottenschlecht. Ich beschloss, einfach nach Inverness zu fahren, um dort den Tag zu verbummeln. Das ist dort nicht schwer; es gibt einen schönen Buchladen in einer alten Kirche, einen weiteren schönen Buchladen in einem Einkaufszentrum, diverse Touri-Nippes-Läden, und ein paar brauchbare Klamottenläden.
Freitags unternahm ich dann die letzte Wanderung. Ich fuhr mit dem Zug zur Corrour Station, einem kleinen Bahnhof mitten im Moor. Den gibt es dort schon seit Ewigkeiten, genau wie die Corrour Lodge am anderen Ende des Loch Ossian. Meine Lieblingsjugendherberge, das Loch Ossian Hostel, liegt nur zwei Kilometer (oder so) vom Bahnhof entfernt. Station House, Hostel, Lodge - mehr ist dort nicht. Ich wanderte zur Corrour Old Lodge, einer Ruine, bei der ich schon mehrmals gezeltet hatte, und wieder zurück. Unterwegs gibt es tolle Ausblicke über das Rannoch Moor, die Berge rundherum, und das Blackwater Reservoir. Schön ruhig ist es außerdem dort. Der Weg zur Ruine war schön, zwar kalt und windig, aber immer wieder mit etwas Sonnenschein. Kaum hatte ich mich dort niedergelassen, um im Windschatten eine Pause zu machen, fing es an zu schneien. Und es schneite, und schneite, und hörte gar nicht mehr auf. Ich lief dann zurück zum Bahnhof, genehmigte mir im Station House eine Kanne Tee, und taute dort auf. War das kalt...
Abends traf ich mich in Fort William im Grog & Gruel mit einem Bekannten, der seinen ersten Urlaubstag hatte. Da ich keine Lust hatte, im Pub bei einem Glas Limo zu sitzen, lief in ins Städtchen. Später lief ich auch wieder zurück - das Wetter hatte sich deutlich gebessert, und die ersten Sterne waren zu sehen. Ich lief eine knappe Stunde von der Innenstadt bis raus zum Wohnwagen, holte das schon verpackte Stativ und die Kamera, und lief noch etwas weiter ins Glen Nevis rein. So kam ich am letzten Urlaubstag zu dem Sternenhimmelfoto, das ich vorher nicht machen konnte.
Samstags war dann Abreisetag. Mein Autochen und ich zockelten gemütlich nach Aberdeen, bei schönstem Wetter (hätte das nicht schon ein paar Tage früher kommen können?). In Aberdeen trennten sich unsere Wege, und am Nachmittag saß ich dann im Flieger Richtung Frankfurt.
Und jetzt warte ich auf den nächsten Urlaub. Am 1. Juli geht es wieder los, dann aber zum Trekken. Ohne Auto, ohne Komfort, und hoffentlich ohne Schnee...
Die Mitwirkenden: Eine Blume aus dem Blumentopf vor der Haustüre, ein Blatt weißes Fotopapier, ein Fenster (als Ersatz für einen Leuchtkasten), eine zweckentfremdete Tageslichtlampe, ein Reflektor, ein paar Streifen Tesafilm, ein Aufsteckblitz mit Softbox davor, meine Kamera und ich. Irgendwie hätte ich mehr als zwei Hände gebrauchen können... Die Nachbearbeitung erfolgte in PSE und mit einem SilverEfEx Plugin für die monochrom-Darstellung.
Der einzige Grund, warum Kartoffelpüree-Flocken im Haus sind, sind meine Brötchen... Ansonsten - igitt. Geht nichts über selbst gestampftes Kartoffelpü. Ich gehe jetzt auf die Suche nach einem neuen Brötchen-Rezept. Irgendwas mit Dinkel und Vollkorn und Sauerteig. Mal sehen, was ich finde.
Nach einer Nacht mit nur sehr wenig Schlaf, wurde ich morgens unsanft von heftigen Windböen geweckt, die mir mein gesamtes Zelt ins Gesicht gedrückt haben.
War das Zelt denn ordentlich abgespannt? Das Hogan (es ist doch eines, oder) übersteht normalerweise so einiges. Nicht richtig abgespannt kann sogar ein Sturmbunker von HB in einem Stürmchen zerlegt werden, habe ich mir sagen lassen.
Aber das ist ein Erlebnis, das kein Mensch braucht.
Im Mai 2011 verbrachte ich während einer Trekkingtour in den North Harris Hills zwei Nächte voll angezogen im Schlafsack, neben mir einen fertig gepackten Rucksack, und wartete nur auf ein "ratsch" oder ein "knacks", weil der Sturm (und auf den Hebriden kann es ganz ordentlich wehen) das arme kleine leichte LaserComp so beutelte. Das Zelt hielt, meine Nerven nicht. Die folgenden Nächte verbrachte ich dann in einem B&B....