Beiträge von Sheigra

    Morgens gegen 4.00 Uhr werde ich wach: Der Regen prasselt auf die Zeltplane. Egal, denke ich mir, es ist früh, es ist dunkel, im Schlafsack ist es warm. Ich drehe mich nochmals um und schlafe weiter. Aber auch später am Morgen, als es hell (oder so ähnlich) ist, hört es nicht auf zu regnen. Doch, für eine halbe Stunde oder so. Kurz nachdem ich aus dem Schlafsack und dem Zelt gekrabbelt bin, kommt für einen Moment ein Sonnenstrahl durch die Wolken und veranlasst mich dazu, schnell die Kamera aus den Tiefen des Schlafsacks zu holen:

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    between the showers by Marion Woell, auf Flickr

    Der Rest des Tages ist verregnet. Dauerregen, tief hängende Wolken, warm, kein Wind. Eigentlich hatte ich heute vor, den WHW weiter bis zum Kingshouse Hotel zu laufen, und von dort aus durch das Rannoch Moor in Richtung Rannoch Station zu sumpfen. Der erste Teil dieses Wegabschnitts ist ein Landrovertrack, danach wird es interessant. Berichten zufolge soll der Weg nur auf der Karte vorhanden sein; im echten Leben soll man sich einfach an den Strommasten orientieren...
    Aber, ganz ehrlich, bei diesem Wetter? Nein, dazu habe ich keine Lust. Ich beschließe, den WHW bis nach Kinlochleven zu gehen (da habe ich wenigstens einen wettersicheren Weg), und mir dort eine Unterkunft zu suchen. Heizung, Dusche, Trockenraum und so.
    So motiviert, gehe ich weiter. Die Motivation hält nicht lange vor. Als ich die Straße, die von der Glencoe-Straße zum Sessellift führt, erreiche, hole ich mein Schlaufon aus der Tasche: Tatsächlich, ich habe Internetempfang. Citylink sagt mir, dass der nächste Bus in Richtung Fort William in weniger als anderthalb Stunden unten an der Straße abfährt. Na also, passt doch. Nächste Entscheidung: Gehe ich rauf in die Talstation und trinke einen Kaffee, während ich auf den Bus warte, oder stelle ich mich an die Straße und hoffe, dass vorher ein Auto hält? Letzteres. Ich stehe also an dieser kleinen Kreuzung, beginne gerade mich zu langweilen, als ein Auto von der Skilift-Straße kommt und den Blinker in Richtung Fort William setzt. Daumen raus, freundlich-leidend lächeln, winken - und schon habe ich eine Mitfahrgelegenheit bis Fort William. Besser geht es nicht.
    Denn dieses Wetter hier brauche ich heute wirklich nicht mehr:

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    rain, rain, rain by Marion Woell, auf Flickr

    Im Städtchen angekommen, finde ich schnell eine Unterkunft, hänge mein nasses Zelt zum Trocknen auf, lüfte den Schlafsack, gehe was Essen, sehe mir den Wetterbericht an, und mache Pläne.

    Am nächsten Morgen, das Wetter hält sich an den Bericht, ist es nur leicht bewölkt, kälter, sonniger, und vor allem trocken! Ich fahre mit dem Zug zur Corrour Station und laufe los, zu meinem liebsten Zeltplatz.

    Loch Ossian mit der Jugendherberge:

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    Loch Ossian by Marion Woell, auf Flickr

    Später am Tag zieht der eine oder andere Schauer vorbei, aber ich bleibe trocken.

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    Blackwater Reservoir by Marion Woell, auf Flickr

    Morgen geht es auf einen Berg. Aber die Bilder sind noch nicht fertig...

    Danke! :smile:

    Herbst ist in Schottland eine schöne Jahreszeit zum Fotografieren - der Regen ist zwar kälter als im Sommer, aber das Licht ist (wenn es denn da ist) einfach grandios. Dazu diese satten, warmen Farben der herbstlich gefärbten Vegetation.... Das i-Tüpfelchen hat mir allerdings gefehlt: Schnee auf den Berggipfeln. Naja, man kann nicht alles haben. ;)

    Schottland, Rannoch Moor, morgens nach dem Aufstehen. Bis kurz nach dem "hell" werden prasselte noch der Regen auf die Zeltplane, und als er aufhörte, krabbelte ich heraus. Nur um gleich wieder in den Schlafsack zu tauchen und die Kamera zu holen (sie hat ihren Schlafplatz im Fußteil des Schlafsacks). Weiße Wolken, dunkle Wolken, von irgendwo ein Sonnenstrahl, Herbstfarben und ein Regenbogen.

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    between the showers by Marion Woell, auf Flickr

    Der Spaß war übrigens kurz danach wieder vorbei, dann regnete es wieder. Es regnete bis zum Sonnenuntergang...

    Oh, ein Geheimtipp-Wasserfall! Wenn du deine Schwiemu ärgern willst, poste das Bild in einschlägigen Foren und gib eine genaue Ortsbeschreibung mit. Dann wird die "Tripod-Brigade" schon dort einfallen.... :D ;)

    Meist nehme ich das Wasser direkt aus dem Bach oder dem Fluss. Ich schaue halt immer, wo der Bach herkommt. Kommt er direkt vom Berg runter, ist es bedenkenlos trinkbar (dass ein paar Meter weiter oben ein toter Hirsch im Bach liegen kann, läuft unter Restrisiko). Ist das Wasser nicht schnellfließend, ober habe ich irgendwelche Bedenken, oder sind viele Schafe in der Nähe, verwende ich "Aquaventure"-Tropfen. Die kriegen so ziemlich alle Erreger klein. In Gebieten, die stark landwirtschaftlich genutzt werden, wie z.B. im südlichen Bereich des West Highland Way, nehme ich gar kein Wasser aus Bächen oder so. Dort ist es aber auch nicht nötig, weil man sich jeden Tag in der Unterkunft oder im Shop mit frischem Wasser versorgen kann.
    Manchmal hat das Wasser eine leicht bräunliche Färbung, aber das kommt einfach durch das Moor und schadet nicht. Und wenn irgendwelche Teile von Vegetation drin sind - macht nichts, ich esse ja auch Salat... ;)

    Bisher hatte ich noch nie gesundheitliche Probleme, die durch Wasser aus Bächen oder Flüssen verursacht wurden.