Beiträge von Sheigra

    Nochmal Wolfsspitz: Shira ist keine, die sich anderen Leuten an den Hals wirft. Meine Lovvy (BC) war so ein Exemplar, da ist die Reserviertheit Fremden gegenüber, die Shira zeigt, sehr viel entspannter. ;)

    Bei uns ging das mit der Züchterin schnell. Nachdem ich mich auf den Wolfsspitz festgelegt hatte, suchte ich im Internet nach Züchtern, meldete mich in einschlägigen FB-Gruppen an, und fand dort eine Mitteilung einer Züchterin, dass bei ihrer Hündin ein Ultraschall gemacht wurde. Da dachte ich mir, ich rufe dort mal an, so für den Anfang. Eine Stunde später stand ich auf der Warteliste. Ein paar Wochen später war Urlaub geplant, also rief ich nochmal an und sagte ihr, dass wir ein paar Tage verreisen aber per Mail und Handy erreichbar sind. Am Ende dieses längeren Gesprächs hatte ich die Zusage für einen Welpen. Ich kam wohl sehr überzeugend rüber. Der Rest der Geschichte steht in unserem Foto-Thread.

    Mein Plüschwolf liegt gerade unterm Schreibtisch und wärmt mir die Füße. Hach, wie schön!

    Ich hatte am Wochenende den direkten Kooiker - Wolfsspitz - Vergleich. Sammy, der Kooiker meiner Tochter, war zu Besuch.

    Sammy: Wechselt zwischen Hibbelhund und Schlafmütze, seit er kastriert werden musste. Vorher war er nur Hibbelhund. Sensibler als es meine Bordercollies waren; ein leises Zischen von mir und er fällt in sich zusammen. Unverträglich mit den meisten Artgenossen. Jagdlich durchaus ambitioniert. Alleine bleiben ist bei ihm kein Thema, das haben Tochter und Schwiegersohn von Anfang an trainiert, genau wie die Fremdbetreuung. Ein ganz lieber Hund in seiner Familie und auch bei seiner Betreuung, der einfach alles richtig machen will, aber eben mit ein paar Besonderheiten.

    Shira, die Wolfsspitzhündin: Ein ruhiger und unauffälliger Zeitgenosse, der im Alltag so nebenher mitläuft. Alleinebleiben war nie ein Problem. Betreuung durch meine Tochter oder meine Eltern, auch mal wochenlang, ist auch unproblematisch. Bellen beschränkt sich auf "Melden"; Dauerkläffen gibt es hier nicht. Eigenständig - ja, so im direkten Vergleich zu meinen früheren Hunden, ist sie durchaus eigenständig. Aber daran hatte ich mich, selbst nach mehr als 20 Jahren Bordercollies, schnell gewöhnt. Es behindert die Erziehung nicht; ich musste mich nur auf sie einlassen. Jagen - Mäuse haben hier keine Chance, aber an größeren Tieren (Kaninchen aufwärts) ist sie nicht interessiert. Es sei denn, eine fremde Katze lässt sich hier blicken. Ein Immer-Dabei-Hund ist sie nicht, darauf habe ich sie aber nicht erzogen. Wenn ich einen Stadtbummel mache oder ins Café gehe, muss mein Hund nicht dabei sein.

    Und, aus aktuellem Anlass: Sie trägt zur Heizkostenersparnis bei. Wenn sie mir die Füße wärmt, kann ich die Heizung runterdrehen. ;)

    Ja, das wusste ich damals auch schon. Aber da der alte Ofen sowieso nur noch eingeschränkt funktionierte und ein neuer angeschafft werden musste, war das egal. Mit dem neuen Ofen (der inzwischen auch schon wieder fast 10 Jahre alt ist) habe ich das noch nicht gemacht... ;)

    Bei meinem Ofen macht das Backofenthermometer durchaus Sinn. Als der Ofen neu war, habe ich das gleich getestet. Ofen piepte: "Ich habe die 250° erreicht!". Das mittig auf dem Backstein stehende Thermometer zeigte gerade mal 180° an. Ich habe das Thermometer auch schon bei 270° benutzt (und vorher die Anleitung nicht gelesen).

    Zum Schwaden habe ich meine Altmetallsammlung: Alte Kastenform mit altem Metallbesteck mit aufheizen, Brot einschieben, und sofort danach mit einer Marinadenspritze Wasser auf das Metall geben. Das verteilt den Dampf "explosionsartig" im ganzen Backraum. Beim alten Ofen habe ich das Wasser einfach auf den Boden des Backraums geschüttet, was ihn aber nicht unbedingt schöner machte. Daher die Altmetallsammlung im neuen Ofen. Es geht auch stilvoller mit Edelstahlkugeln: Schwaden

    Vom Ardvreck Castle aus fahre ich nur ca. zwei Kilometer weiter, bevor ich den nächsten Parkplatz ansteuere: Den Parkplatz in der Nähe des Inchnadamp Hotel. Ein Parkplatz für Wanderer und Spaziergänger, groß genug für ein paar Autos, zu klein für Reisebusse, mit Picknickbank und Mülleimer.

    Von dort aus gehe ich zu den Traligill Caves. Die habe ich zwar schon einmal besucht, aber da war nicht viel Wasser im Fluss. Nach dem vielen Regen in den letzten Tages wird sich das heute sicherlich lohnen.

    Unterwegs lohnt es sich, einen Blick zurück in Richtung Loch Assynt zu werfen, auch ohne Regenbogen:

    Externer Inhalt live.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Externer Inhalt live.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Kurz vor der ersten Höhle geht eine Brücke über den River Traligill. Unterhalb der Brücke baue ich mein Stativ auf und mache ein paar Aufnahmen.

    Externer Inhalt live.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Ein Stück weiter in Richtung Höhle, der Blick zurück zur Brücke:

    Externer Inhalt live.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Hier verschwindet der River Traligill in einer Höhle und kommt erst ein ganzes Stück bergab wieder ans Tageslicht:

    Externer Inhalt live.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Von der ersten Höhle gehe ich zurück zur Brücke und auf der anderen Seite weiter bergauf. Wenig später kommt die zweite Höhle, in der man den Fluss unterirdisch fließen sieht:

    Externer Inhalt live.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Die dritte Höhle, noch ein Stück bergauf, sehe ich mir auch an, aber dort hört man den Fluss nur; zu sehen ist er nicht.

    Und dann denselben Weg zurück zum Parkplatz. Jetzt verlässt mich das gute Wetter; es fängt wieder an zu regnen, und die Sonne lässt sich nicht mehr blicken. Es regnet den ganzen Nachmittag weiter. Eigentlich wollte ich am Knockan Crag Visitor Centre einen Spaziergang machen, aber bei Regen, Wolken im Tiefflug und ohne Aussicht - nein, das brauche ich nicht. Ich halte in Ullapool an zum Einkaufen und zum Tanken, und fahre weiter nach Kinlochewe, wo ich mich für eine Woche in einem "Mountain Chalet" einquartiert habe. Diese Chalets liegen zwar schön ruhig und im Grünen, aber sind so was von runtergekommen, dass mir klar wird, warum sie nicht so teuer sind wie die anderen Unterkünfte. Es riecht muffig, nach feuchten Wänden, feuchten Schränken, feuchten Matratzen (so arg, dass ich im nächsten Quartier alle Klamotten in die Waschmaschine packe). Wifi gibt es nicht, mobiles Internet nur gelegentlich, und Handyempfang schon mal gar nicht. Offline ist erholsam, irgendwie!

    Fotos von meinen Touren rund um Kinlochewe kommen später.

    Am 8. Oktober geht die Reise weiter. Mein nächstes Quartier ist in Kinlochewe, nur gut zwei Stunden oder so mit dem Auto von Kylesku entfernt. Ich kann mir also viel Zeit lassen. Das Wetter spielt mit, zumindest vormittags.

    Erster Stopp: Ardvreck Castle am Loch Assynt. Ein freier Parkplatz, kein Regen, gelegentlich Sonnenschein - das alles veranlasst mich, meine Sammlung von Ardvreck-Castle-Fotos zu vergrößern. Diese Ruine im Loch Assynt ist aber auch zu fotogen, bei jedem Wetter. In meiner Sammlung fehlt noch ein Ardvreck-Castle-unterm-Sternenhimmel-Foto, und eines mit Polarlichtern. :smirking_face:

    Herbstfarben, Berge, Wolken, Ruine, See - typisch Schottland. Fehlen nur noch die Schafe.

    Externer Inhalt live.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Externer Inhalt live.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Externer Inhalt live.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Gegenüber, auf der anderen Seite der Straße, ist ein hübscher kleiner Wasserfall. Als ich vor etlichen Jahren zum ersten Mal dort fotografierte, gab es dort keinen Pfad. Inzwischen ist auf beiden Seiten des Bachs ein Weg getrampelt.

    Externer Inhalt live.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Als ich alle Fotos im Kasten habe, hat sich der Parkplatz und auch die Haltebucht schon gut gefüllt. Nichts wie weg. Nur zwei Kilometer weiter stelle ich das Auto auf einem Wandererparkplatz ab und mache mich startklar. Mein Ziel sind die Traligill Caves. Auf dem Weg dorthin sollte man ab und zu einen Blick zurück werfen, es kann sich lohnen. So wie hier: Das sehr auffällige, neu gebaute "Inchnadamph House" ("sleeps sixteen in great comfort", Preis auf Anfrage) unterm Regenbogen.

    Externer Inhalt live.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Die Wetterlage ist stabil dieses Jahr im Oktober im Nordwesten Schottlands: Regen und Sturm, täglich.

    Donnerstag ist es ganz übel; es schüttet den ganzen Tag. Da ist selbst mir nicht nach Wandern; ich setze mich ins Auto und fahre nach Ullapool. Viel zu sehen gibt es dort nicht, aber ich finde ein nettes Café, in dem ich ein wenig Zeit verbringe. Danach fülle ich meine Lebensmittelvorräte im Supermarkt auf und mache mich auf den Rückweg.

    Immerhin: Die Vorhersage für Freitag sieht ein klein wenig besser aus. Sogar sunny spells soll es geben.

    Auf der Suche nach einer Wanderung, bei der ich weder Hochwasser-Bäche noch Sumpfgebiete durchqueren muss, und auf der es keine ausgesetzten Abschnitte gibt, auf denen ich dem Wind die einzige Angriffsfläche biete, finde ich den "River Inver and Glencanisp-Circuit", mit Start und Ende in Lochinver.

    Auf der Fahrt nach Lochinver kommt mir eine Regenwand entgegen. Innerhalb von Sekunden ist die Sicht runter auf wenige Meter; die Scheibenwischer schaffen es kaum, das viele Wasser von der Scheibe zu befördern. Zum Glück habe ich ein Auto vor mir, an dessen Rücklichtern ich mich orientieren kann. Anstrengend, so etwas! Kurz vor Lochinver lässt der Regen nach, und als ich das Auto abstelle, hört er ganz auf. Trotzdem ziehe ich die volle Montur an: Regenhose, Wanderstiefel, Gamaschen, Regenjacke und Halstuch. Mütze und Handschuhe sind griffbereit; die Kamera (und alles andere) ist im Rucksack in einem wasserdichten Packsack. Dann die quietschgrüne Regenhülle über den Rucksack (und nochmal runter damit, um die Autoschlüssel einzupacken), und los geht die Tour.

    Der River Inver hat Hochwasser. Ich war schon einmal hier und erinnere mich an einen zwar breiten, aber friedlichen Fluss. Nicht an so etwas hier:

    Externer Inhalt live.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Immerhin: Der Wald hat seine Herbstfarben angelegt, und wenn tatsächlich mal kurz die Sonne rauskommt, strahlen die mit den weißen Schaumkronen auf dem Wasser um die Wette:

    Externer Inhalt live.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Herbst im Wald ist auch in Schottland schön:

    Externer Inhalt live.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Aussicht auf den River Inver:

    Externer Inhalt live.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Hier verläuft der Weg direkt am Ufer. Nur noch ein wenig Wasser mehr, dann ist er überschwemmt. Ich plaudere kurz mit einem Angler; er nennt den Fluss "a killer". Zum Baden lädt der Inver heute jedenfalls nicht ein.

    Externer Inhalt live.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Bald verlasse ich den Pfad am Fluss, und es geht ein wenig bergauf. Hier bin ich froh für die Gamaschen, die den Matsch von meinen Hosenbeinen fernhalten. Bergauf bedeutet, dass es bald gute Aussichten gibt, hier auf den Suilven:

    Externer Inhalt live.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Quinag ist auch schön zu sehen (und nicht im Gegenlicht wie der Suilven):

    Externer Inhalt live.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Nach einigen Kilometern auf einem matschigen Pfad komme ich auf einen Landrovertrack. Den kenne ich: Im Juni 2017 kam ich hier mit dem großen Rucksack entlang, nach einer stundenlangen Wanderung im Dauerregen, nass bis auf die Haut und im Wind reichlich durchgefroren. Ich sah damals aus wie etwas, was man aus dem Fluss gezogen hat... Heute ist es besser; ich gehe im Windschatten und kann sogar die Jacke ausziehen. Der Landrovertrack kommt an der Glencanisp Lodge an ein kleines Sträßchen, das nach Lochinver zurück führt. Unterwegs gibt es wieder Aussichten zu bewunderen.

    Loch Druim Suardalain und Suilven:

    Externer Inhalt live.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Canisp und Suilven:

    Externer Inhalt live.staticflickr.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Kurz nach diesem Foto fängt es wieder an zu regnen. In Goretex verpackt laufe ich zurück zum Auto, packe das nasse Zeug in den Kofferraum, und fahre zurück zu meiner Unterkunft. Und es regnet immer noch...