Lovvy benötigt derzeit jede Menge gedrückter Daumen: Sie hat eine Kehlkopflähmung. Am Mittwoch habe ich mit ihr einen Termin in der Tierklinik Hofheim; mal sehen, was da noch gemacht werden kann. Ich kann mit ihr nur noch morgens ganz früh ein kurzes Stück laufen, dann wird es schon knapp mit der Luft. Und wenn sie mit Shira spielen will, muss ich das Spiel immer nach kurzer Zeit abbrechen. Nach einigem Hin und Her mit unserer Tierarztpraxis war ich mit ihr letzte Woche in der Tierklinik Egelsbach - es ist nicht das Herz, es ist der Kehlkopf. Ich habe es aufgrund der Atemgeräusche schon fast vermutet. Die Laborwerte etc. sind jetzt in Hofheim, und am Mittwoch werde ich erfahren, wie es weitergeht. Alt werden ist doof. Echt. :/
Am Sonntag habe ich keine Lust auf Autofahren. Ich beschließe, in einem Gebiet zwischen Ullapool und Ardmair einen Spaziergang zu machen. Auf der OS-Map sind Wege eingezeichnet; wie sich herausstellt, sind manche davon, wie in Schottland nicht unüblich, nicht als solche erkennbar, nicht mal für mich mit viel Erfahrung... Da ich aber weiß, wohin ich will, und das Gelände recht einfach ist, finde ich immer einen Weg. Zum Fotografieren gab es wenig; das Licht war nicht gut, und die Gegend relativ eintönig. Am Loch Dubh erreiche ich einen Track, dem ich wieder zurück zur Straße folge. Vorher gönne ich mir eine Pause; immerhin ist es trocken und nahezu windstill.
Heute zieht es mich in den Norden. Ziel sind die Traligill Caves bei Inchnadamph, ein gemütlicher kleiner Spaziergang. Bei walkhighlands ist der Weg beschrieben; auch eine kurze Erklärung zu den Höhlen findet man dort.
Wie so oft, ist der Weg das Ziel. Mein erster Stopp ist am Knockan Crag Parkplatz. Die Aussichten an diesem windstillen Morgen (es sollte der letzte des Urlaubs sein) sind sehenswert.
Kurz nach dem Parkplatz ärgere ich mich: Vor mir öffnet sich die Landschaft, und der Morgennebel hängt darüber, von der Sonne seitlich beleuchtet. Das alles mit Canisp und Suilven im Hintergrund, einfach traumhaft und ein tolles Fotomotiv. Blöde nur, wenn man nicht anhalten kann. Es gibt einen kleinen Parkplatz, aber auf dem steht ein Wohnmobil. Eines der großen Sorte, so ein Mehrfamilienhaus auf Rädern, die in Schottland in den letzten Jahren zu einer regelrechten Plage wurden. Weder vor nach hinter dem Womo ist Platz für meinen kleinen Fiat. Mist. Und dabei verpassen die Bewohner des Womo dieses Schauspiel, denn sie haben die Scheiben noch mit Folie abgedeckt. Ärgerlich. Später, auf der anderen Seite von Elphin, mache ich dann dieses Foto:
Nach den vielen Stopps erreiche ich Inchnadamph, stelle das Auto ab, und laufe gemütlich los. Hier wäre ich bei meiner Tour im letzten Juni rausgekommen, wenn das Wetter nicht so übel gewesen wäre.
Die Höhlen sind nicht gut zu fotografieren, aber es ist beeindruckend, wie der Fluss hier unterirdisch braust und rauscht. Bei der ersten Höhle sieht man ihn, bei der zweiten hört man ihn nur.
Auf dem Rückweg will ich noch bei den Bone Caves vorbeischauen, die liegen ohnehin auf dem Weg. Aber Pech gehabt: Keine Chance, einen Parkplatz zu bekommen. Es ist viel los, und mit den drei oder vier Wohnmobilen ist der Parkplatz schon fast voll. Die restlichen Plätze sind auch belegt, also manövriere ich den kleinen Fiat wieder raus und fahre zurück. Ein anderes Mal wieder!
Später am Nachmittag mache ich einen kleinen Spaziergang in Ullapool.
Danach sitze ich einige Zeit vor meinem Chalet und genieße die Sonne. Irgendwann fällt mir auf, dass es kalt und windig geworden ist, und ich gehe rein. Kalt und windig sollte es für den Rest des Urlaubs bleiben.
Ich fange jetzt mit dem April-Urlaub an, sonst wird das ja nichts mehr. So ein Welpe im Haus bringt meine Routine völlig durcheinander!
Also gut. Ich buchte den Flug und die Unterkünfte schon Ende letzten Jahres. Im Februar las ich dann in einer FB-Gruppe, dass Lufthansa die Strecke Frankfurt - Aberdeen ab Anfang April nicht mehr fliegt. Ich dachte "Das kann doch nicht sein, ich habe doch ein Ticket!", und schaute in meine Lufthansa-Buchungsübersicht. Tatsächlich, die haben einfach meinen Flug gestrichen und durch einen Flug von Frankfurt nach Schiphol und von dort nach Aberdeen ersetzt. Die Ankunft soll erst abends spät sein, was zu meinen Reiseplänen so gar nicht passt. Und überhaupt: Keine Nachricht von Lufthansa. Keine SMS, kein Anruf, keine E-Mail. Normalerweise schaue ich erst am Tag vor dem Abflug in die Buchungsübersicht - das hätte eine üble Überraschung gegeben. Nun gut, so nicht! Ich telefoniere mit Lufthansa und regele das. Der umgebuchte Flug wird durch einen Flug nach Edinburgh ersetzt, einen Tag früher als geplant. Der Rückflug geht auch über Edinburgh. Dann regele ich die Fahrt zu und nach Inverness, buche Hostels und so weiter, und storniere den Mietwagen, den ich in Aberdeen übernehmen wollte. Den übernehme ich jetzt ab Inverness. Klar, ab Edi Airport wäre auch eine Option - aber nicht für mich. Linksverkehr, Rechtslenker, viel Verkehr, mehrspurige Straßen, und kein Beifahrer. Das brauche ich nicht unbedingt. Ab Inverness ist das entspannter. Dann gibt es eine Mecker-Mail an Lufthansa. Ergebnis: "Entschuldigen Sie die Unannehmlichkeiten" und ein paar Gummipunkte auf mein Miles&More Konto.
Dann kann die Reise losgehen. Morgens arbeite ich noch, und am Nachmittag sitze ich im Flieger nach Edinburgh. Ein wenig Städtchen anschauen, und dann liege ich im Bettchen. Ich bin ganz schön erledigt. Morgens fahre ich mit dem Bus nach Inverness, checke im Hostel ein, treffe mich kurz mit einer Bekannten (sie ist auf dem Weg zur Arbeit, es reicht nur für einen kurzen Schwatz), und mache noch ein paar Besorgungen. Am Samstag übernehme ich morgens meinen Mietwagen und gehe erst einmal einkaufen. Gleich neben der Mietwagenstation ist ein großer Supermarkt, da bekomme ich alles, was ich in der ersten Woche brauchen werde.
Und dann sage ich dem Navi, dass es mich nach Ardmair bringen soll. Kurz hinter Inverness schalte ich es aus; ab hier kenne ich die Strecke. Am Loch Droma halte ich kurz an und fotografiere (das Foto zeigte ich hier schon), und dern nächste Stopp ist in Ullapool. Ich brauche dringend einen Kaffee und was zum Futtern; außerdem kann ich mein Quartier erst in zwei Stunden beziehen. Später am Nachmittag erreiche ich die Ardmair Campsite und richte mich in meinem Chalet ein.
Was kann man über diese Unterkunft sagen? Nun ja, man darf Hunde mitbringen. Und sie liegt verkehrsgünstig, wenn man den Nordwesten erkunden will. Ansonsten nicht viel Gutes; die Chalets sind schon ganz schön abgewohnt und hätten eine Grundsanierung nötig. Eine Grundreinigung übrigens auch. Die Tatsache, dass sie verkehrsgünstig liegen, hört man mit jedem Lkw, der sich die Steigung auf der A835 hinauf- oder hinunterquält. Und zugig sind die Behausungen. Lediglich das Schlafzimmerfenster war dicht; die großen Panoramascheiben im Wohnbereich (tolle Aussicht übrigens!) ließen jeden Luftzug durch, genau wie die Eingangstür. Und Luftzüge der kalten Art gab es ab Montag für den Rest der Woche. Die Heizung kam dagegen nicht mehr an. Es war schlicht und einfach ungemütlich und nicht unbedingt wiederholungsbedürftig.