Moin.
Deine Schilderungen erinnern mich ganz arg an meine Leelah damals.
Bloß hat sie alles mögliche zerfetzt, reingemacht und statt bellen gejault.
Und rate was? Mittlerweile bleibt sie allein- im Kennel! 
Ich schildere dir mal genau wie was wo warum:
Da ich zwei Hündinnen habe und eine davon extrem Ressourcenagressiv ist, wenn ich nicht dabei bin kam für mich nach einigen blutigen Streits beim Alleinbleiben nicht mehr infrage die zwei in direktem Kontakt alleinzulassen.
Ich habe erst eine räumliche Trennung ausprobiert. Zu diesem Zeitpunkt konnte mein Ressourcenagressiver Hund schon allein bleiben. Leelahs Grenze lag da bei etwa 30 Minuten.
Ich habs also mit räumlich trennen probiert und durfte so herausfinden, dass beide damit absolut nicht klar kamen.
Ich entschloss mich also dazu es mal mit den Kenneln auszuprobieren. Kaufte zwei Stück, damit niemand den anderen anstacheln kann, indem er sich hektisch hin und herbewegt.
Dann fing ich an die Kennel positiv zu belegen: Leckerlies rein, weiche Körbchen rein, Futter rein, etc.. Das alles die ersten zwei Tage absolut ohne Kommando, also rein freiwillig. Zu dieser Zeit legten sie sich trotzdem schon freiwillig rein.
Dann fing ich an ein Kommando dafür zu nutzen.
Soweit so gut.
ABER!
Der Ausschlaggebende Punkt war letztenendes nicht der Kennel!
Ich las in einem Buch, dass es eine Alternative zu dem üblichen Alleinbleiben Training gibt, die sich vorallem auf Routine stützt.
Leelah ist ein kleiner Kontrollfreak, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint.
Undzwar geht es darum einen ganz bestimmten Ablauf zu konditionieren.
Es soll ein Signal für 'wir gehen zusammen raus' geben und ein anderes für 'ich gehe allein raus'.
Mein Signal für 'ich gehe allein raus' ist: beide kommen in die Kennel, ich verschließe sie, starte die Aufnahme um zu wissen was passiert ist, während ich weg war, lehne die Tür vom Zimmer an, gehe ins Schlafzimmer und schalte den Fernseher an, damit sie nicht bei dem kleinesten Geräusch anschlagen und gehe dann schlussendlich.
Mache ich irgendwas davon anders oder falsch, kann ich damit rechnen, dass sie es nicht so gut vertragen, wie wenn ich genau dieses erlernte Schema abspule.
Zu Anfang bin ich immer zu der gleichen Zeit für etwa die gleiche Zeit rausgegangen. Das war so etwa einmal um den Block, 10 Minuten, nach dem Gassi Nachmittags..
Die ersten etwa 10 male kratzte Leelah am Kennel und versuchte irgendwie herauszukommen. Sie hat sich logischerweise damit selbst gestresst.
Solange man allerdings den Kennel weiterhin so positiv wie möglich belegt und standhaft die Routine einhält sollte das Kratzen bald aufhören.
Wenn ich die Monster jetzt für etwas länger (4 Stunden) alleinlassen will gehe ich vorher aufs Feld und mache sie richtig platt, damit ich sicher bin, dass sie wirklich schlafen.
Mittlerweile (nach 6 Monaten Training) kann ich rausgehen ohne SO krass auf die Routine zu achten. Ich kann Nachts rausgehen, Morgends oder Nachmittags, dabei einen Flickflack machen etc..
Bei uns war und ist es also unheimlich wichtig eine Struktur reinzubringen, die dem Hund hilft zu verstehen was passiert.
Noch sind wir nicht so weit, dass ich die Kennel auflassen kann, aber ich bin mir sicher, dass auch das bald wird. 