Beiträge von pikeur

    Das machte mein Aussie anfangs auch, während er im Schritt und Trab ruhig bei Fuß mitlief.


    Die Lösung war bei uns eigentlich ganz einfach: bevor ich angaloppiere, schicke ich ihn voraus, d.h. mein Hund galoppiert dann einige Meter vor dem Pferd. Mittlerweile hat er das übliche Tempo perfekt drauf. Will ich mal zulegen, animiere ich ihn mit der Stimme.
    Mit Hund voraus im Galopp fühle ich mich auch sicherer, falls das Pferd mal zur Seite hüpft.
    Üben kann man das zunächst zu Fuß und später dann mit dem Rad in entsprechendem Tempo.


    Zum Thema: von oben keine Einwirkungsmöglichkeit auf den Hund: leg dir eine Hetzpeitsche zu, wie die Pikeure bei den Meuten sie zum Führen der Hunde benutzen. Ist eine geniale Verlängerung deines Arms. Aber bitte dein Pferd damit vertraut machen, bevor du mit dem Hund rausgehst!

    Ist das mit der Gefahr für die Hündin durch zu große Welpen tatsächlich so?


    Ich hatte aus alten Zeiten immer im Hinterkopf, daß die Welpen unterschiedlich großer Rassen gar nicht sooo unterschiedlich sind, was ihre Geburtsgröße und -Gewicht betrifft, daß also beispielsweise Zwergschnauzerhündin mit Labradorrüde kein Problem sein müsse.
    Wobei ich mir Yorkie mit Irischem Wolfshund auch nicht vorstellen möchte...


    Was die ethische Seite betrifft: ich habe auch solche Spezialisten in der Nachbarschaft, deren noch nicht einmal einjährige Mopshündin vom eigenen Mopsrüden (hoppla, wie konnte das denn nur passieren) tragend wurde und deren Welpen bei/nach der (natürlich völlig überraschenden Geburt) eingingen. Ein Jahr darauf hatte das arme Viech schon wieder einen, diesmal geplanten, Wurf. Für diese Hündin wäre es sicher auch besser gewesen, man hätte sie nach der ersten Bedeckung komplett ausgeräumt.

    Mein Hund läuft am Pferd prinzipiell bei (Pferde-)Fuß. Insgesamt mußt du dir das jedoch etwas anders vorstellen als beim normalen Spaziergang.
    Bei Fuß am Pferd heißt bei mir je nach Situation: auf schmalen Pfaden direkt hinter dem Pferd, auf breiten Wegen rechts oder links neben dem Pferd, ungefähr auf Schulterhöhe des Pferdes. Vor dem Angaloppieren schicke ich ihn immer voraus, weil er bei dieser Gelegenheit leicht mal hektisch wird; er läßt sich dann aber von alleine wieder auf Pferde-Schulterhöhe zurückfallen und galoppiert neben dem Pferd mit.
    Auf besonders gut einsehbaren Schrittstrecken lasse ich ihn auch mal frei folgen - in unübersichtlichem Gelände und im Wald ist er schon im Schritt strikt bei Fuß, im Trab und Galopp sowieso immer und überall.
    Da ich Jagdreiter bin, reite ich mit Hetzpeitsche statt Gerte - so läßt sich mein Hund prima von oben dirigieren, ohne daß ich an meinem Sitz etwas zu verändern brauche. Der lange 'Schlag' aus geflochtenen Lederriemen ist meistens aufgewickelt in meiner Hand; zum Seitenwechsel mit Kommando 'andere Seite' (bei Hundebegegnungen) lasse ich ihn kurz auf der Seite runterhängen, von der der Hund weichen soll. Ebenso kann ich meinen Hund so durch bloßes Baumelnlassen des Schlags nach vorne begrenzen, mit Stimmkommando 'zurück'. Mit der Zeit klappt es dann auch ohne die Stimmkommandos.
    Ums Pferd herumflitzen oder unter dem Pferdebauch durchrennen ist meinem Hund durch das Bei-Fuß-Laufen nicht möglich. Damit das Pferd nicht erschrickt, wenn er hinter ihm läuft, wenns eng wird oder der Hund die Seite wechselt, trägt er ein gut hörbares Glöckchen - so weiß auch ich immer, ohne mich umdrehen zu müssen, wo er ist.
    Mein erster Reitbegleithund lief frei und nur ausnahmsweise bei Fuß. Weil sich das nicht so bewährt hat, ist es bei meinem zweiten Pferdehund genau umgekehrt. So kommt es erst gar nicht zu den Situationen, die du bei deinem Hund befürchtest. Durch die Jagdreiterei ist mein Pferd mit Hunden sehr gut vertraut und war in den letzten eineinhalb Jahren ein überaus geduldiger Lehrmeister für meinen Junghund.
    Vor zehn Jahren war es genau umgehrt - da war dieses Pferd im Gelände noch sehr unsicher und orientierte sich gerne am vorauslaufenden Hund, wenn es 'gefährlich' wurde...

    Meinen Aussie habe ich vom Junghundealter an zu den Pferden mitgenommen; ab dem Alter von einem Jahr durfte er mich einmal pro Woche bei einem ganz besonders gemächlichen Ausritt begleiten. Jetzt ist er zweieinhalb und ein sehr angenehmer Begleiter geworden.
    Wenn ich auf dem Hof ankomme, darf er noch mit, wenn ich das Pferd hole. Danach geht es für ihn ab in eine leere Box, bis ich mit allen vorbereitenden Arbeiten fertig bin, da ich nicht möchte, daß er sich unbeaufsichtigt auf dem Hofgelände bewegt, während ich mich mit dem Pferd beschäftige.
    Vor dem Auftrensen hole ich meinen Hund, dann geht es direkt ab ins Gelände.
    Nach dem Reiten gibt es frisches Wasser für ihn und, falls Dreckwetter ist, eine Bauch- und Beindusche mit dem Schlauch mit Abfrottieren, danach geht es wieder ab in die Box/ins Auto, bis das Pferd versorgt ist.
    Das unbeaufsichtigte Herumlaufen/Spielen mit anderen Hunden unterbinde ich dort komplett, damit es nicht zu einem Vorfall kommt, wie du ihn geschildert hast. Beim Ausritt hat mein Hund genügend Auslauf - da habe ich auch kein schlechtes Gewissen, wenn ich ihn davor und danach 'wegsperre'.
    Zweimal ist es trotzdem schiefgegangen - einmal wurden die Pferde auf der Koppel zum Laufen animiert, damit ein Interessent sehen konnte, wie die Jährlinge sich bewegen, gerade als wir vorbeiritten; dabei hat er dann ungefragt 'mitgeholfen'.
    Beim zweiten Vorfall hat sich mein schon losgebundenes Pferd erschreckt und ist vom Putzplatz weggetrabt - da ist er auch hinterher. Sobald sie stehenblieb (Stute kennt ihn ja und lässt sich von ihm nicht beeindrucken), war Ruhe.
    Zwei dumme Vorfälle - wäre er stets ohne Aufsicht herumgelaufen, hätten es wesentlich mehr sein können..
    Seit mehr als einem Jahr hat er kein Pferd mehr verfolgt. Er schaut kaum hin, wenn die Jungpferde neben uns auf den Koppeln provokant herumtoben, wenn wir vorbeireiten.


    An deiner Stelle würde ich den einmaligen Vorfall nicht überbewerten, aber auf dem Areal, wo die Pferde stehen, strikt den unbeaufsichtigten Freilauf unterbinden. Wenn die Hunde miteinander toben sollen, dann geht es eben fort vom Hof, ab in die Pampa, wo keine Pferde in Sicht sind. Ein Ort, wo mit Pferden gearbeitet wird, ist kein Hundespielplatz. Das ist meine Meinung als Reiter und Hundebesitzer.

    Als mein Aussie so um ein Jahr alt war, bellte er, freilaufend vor unserem Haus, eines Tages plötzlich das Nachbarskind an, das mit Schulranzen auf dem Rücken und Turnbeutel in der Hand heimgelaufen kam. Der Zweitklässer und mein Hund kennen sich gut und alle Begegnungen vor diesem Zeitpunkt liefen freudig/freundlich ab.
    Der Junge verhielt sich wie im Lehrbuch, blieb ruhig stehen, ließ die Hände unten und schaute über den bellenden Hund hinweg. Als ich mein Untier zur Ruhe gerufen hatte, habe ich die beiden noch einmal zusammengebracht, der Hund erkannte den Jungen nun, verhielt sich friedlich, und Hund und ich begleiteten den Jungen noch bis zur Haustür.
    Danach hat er ihn nie wieder angebellt. Ich nehme an, es lag an der ungewohnten Silhouette mit Schulranzen und Turnbeutel - ähnlich wie bei den Eierschachteln bei eurer Begegnung. Mein Aussie ist durchaus auch Augen- und nicht nur Nasentier.
    Ich habe den Jungen noch gefragt, wie es kommt, daß er sich so toll und richtig verhalten hat. Tja, die Lehrerin hat ihren Goldie als 'Klassenhund' in der Schule dabei und hat ihre Schüler das richtige Verhalten bei kritischen Begegnungen gelehrt - offensichtlich mit großem Erfolg!

    Zitat

    Ich denke es gibt Wenige, die einfach so, ohne Hilfsmittel, Spielzeug, Futter, ... wortlos mit ihren Hunden wandern können und der Hund bleibt bei ihnen.
    Obwohl das ja eigentlich das Ziel jeglicher Hundeerziehung ist.


    Gruß, staffy


    Wie schön, so etwas zu lesen. Ich hatte schon ein ganz schlechtes Gewissen, daß mein Hund und ich oft einfach 'nur so' durch die Landschaft streifen, ganz ohne Programm, und ich mich manchmal auch in Gedanken verliere. Hund ist voraus oder auch mal hinter mir mit Schnüffeln beschäftigt, pendelt von recht nach links und wieder zurück über Weg oder Wiese, weiß, daß er innerhalb meines Wohlfühlradius von plus/minus 30 Metern bleiben soll, worüber wir uns meistens ohne Worte verständigen können.
    Hund ist ein Aussie, bald 2 1/2 Jahre alt, kommt auch beim Reiten mit, spielt vor dem Haus auf der Wiese gerne Frisbee und im Haus mit einem nervtötenden Quitschie, aber wenn Schluß ist, ist Schluß.

    Jetzt habe ich noch eine Frage: ist es normal, dass ihn das Geschirr so juckt? Er ist ständig am Kratzen, sobald er es umhat und schleicht ganz nah an kratzigen Hecken entlang, weil es ihn so nervt. Es ist kein Ledergeschirr, sondern aus Textil/Kunststoff.


    LG,
    krahkrah[/quote]


    Das würde mich auch interessieren. Mein Welpe hat vor zwei Jahren so hartnäckig an seinem Kunststoff-Halsband gekratzt, daß ich doch tatsächlich losmarschiert bin und ihm ein edles Elchleder-Welpi-Halsbändchen gekauft habe - das hat er weniger bekratzt und nach kurzer Zeit dann ganz damit aufgehört. Wenigstens konnte ich es, nachdem er es in kürzester Zeit ausgewachsen hatte, an einen Welpen in der Bekanntschaft weiterreichen - so hat sich die Anschaffung dieses Luxusartikels doch rentiert...
    Vielleicht dünstet das Kunststoffmaterial irgendetwas aus, das den Juckreiz auslöst?

    Sammy hatte noch nie etwas gestohlen oder vom Tisch geholt, als er neulich unbeobachtet im Wohnzimmer blieb, während eine Freundin und ich nebenan waren.
    Wenn sie zu Besuch kommt, hat sie, wie er sehr wohl weiß, immer ein paar Leckerli für ihn in der Jackentasche - eines hatte er an diesem Tag bereits von ihr bekommen.
    Nun ja, irgendwann holte sie ihre Strickjacke aus dem Wohnzimmer, verabschiedete sich und ging.
    Beim nächsten Besuch erwähnte sie beiläufig, daß sie die rechte Tasche (zum Glück eine aufgesetzte) abtrennen mußte, da mein Hund 'seine' Leckerlis auf dem direkten Weg, nämlich durch ein großes, zahngemachtes Loch erbeutet hatte, was ihr erst daheim auffiel, als ihr eigener Hund ein ganz ungewohntes Interesse für besagte Jackentasche zeigte...

    @windi


    fleißig gearbeitet haben wir zwischenzeitlich natürlich auch :smile:
    Die Pfeife habe ich auch von Anfang an eingeführt und den Rückruf damit selten und nur dann, wenn ich mir hundertprozentig sicher war, daß es klappt, geübt, und stets kam er mit fliegenden Ohren angesaust. Doch in dieser geschilderten Spielsituation konnte ich sie nicht einsetzen, denn mein Hund war mit allen Sinnen beim Spielen und Rennen.
    Die Methode des Weggehens klappte recht gut, da hat er doch mal innegehalten und nach mir geschaut, und wenn ich diesen Moment erwischt habe, konnte ich auch erfolgreich die Pfeife einsetzen. Doch war es damals während der ersten wilden Rennminuten fast unmöglich, zu ihm durchzudringen.
    Ich habe dann meinen eigentlich immer frei folgenden Junghund, wenn sich Spielbegegnungen abzeichneten, vorsichtshalber angeleint, um die Begegnung zumindest unter meiner Regie ablaufen zu lassen, mit vorherigem Absitzen und Spiel erst auf Kommando. Ein Hundebesitzer bezeichnete mich deshalb einmal als grausam...
    Das heutige 'Warten' meines Hundes ist für mich ein Hinweis darauf, daß er es durchaus begrüßt, wenn ich in Begegnungs-Situationen wieder die Regie übernehme.


    Dies ist für mich besonders wichtig, da er als mein Reitbegleithund frei folgend nicht zu anderen Hunden hinlaufen soll. Er läßt sich mit Sichtzeichen wunderbar an verschiedene Stellen am Pferd (rechts/links/hinten)dirigieren; so können wir die direkte Konfrontation mit unfreundlichen Hunden vermeiden, denn die Schleppleine kommt für uns beim Reiten ja nicht in Betracht.

    So war mein Aussie als Welpe auch. Das hat sich mit zunehmendem Alter ganz von alleine gegeben. Er hatte (je älter er wurde, desto öfter) die Erfahrung gemacht, daß nicht alle Hunde so begeistert auf seine Aufforderungen zum Spiel reagierten. Seit einem Jahr (mittlerweile ist er zwei Jahre alt) bleibt er stehen und zeigt durch seine Haltung sich nähernde Hunde an. Da reicht dann auch auf 50 Meter das Kommando 'Warten', bis ich ruhigen Schrittes bei ihm angekommen bin und ihn bei Fuß oder an die Leine nehme.