Erstmal Danke für das positive feedback 
Ein paar Kommentare hab ich grad noch:
Zitat
Mein Bruder ist bei einer Pharmafirma beschäftigt (er hat einen Doktortitel :D) und von ihm bekam ich die Bestätigung, dass die Wirkstoffe in Medikamenten wesentlich länger halten, als auf den Verpackungen angegeben. Gesetzeshalber darf aber nur eine gewisse Haltbarkeit draufstehen.
Das stimmt, ist aber auch keine Geldschneiderei der Pharmafirmen, sondern schlicht dem geltenden Recht unterworfen.
Aus dem gleichen Grund steht auch auf Mineralwasser und Honig ein Verfallsdatum, obwohl beides eigentlich auch in 1000 Jahren noch geniessbar sein sollte.
Wer seine Medikamente sachgerecht lagert, kann viele (vor allem die sowieso lange haltbaren) - aber eben auch nicht alle - auch noch lange nach dem offiziellen Verfallsdatum verwenden und darf mit Wirksamkeit und Harmlosigkeit rechnen.
Dennoch wäre es gefährlich, generell dazu zu raten, abgelaufene Medikamente weiterhin zu verwenden, denn es gibt große Unterschiede.
Manche Medikamente zersetzen sich eben wirklich auch bei sachgerechter Lagerung nach einiger Zeit und ein - mit Sicherheitsnetz versehenes Haltbarkeitsdatum - macht daher großen Sinn.
Unsachgemäße Lagerung oder erhebliche Überalterung führt letztlich auch zum Zersetzen vieler anderer Medikamente. Dabei kann nicht nur die Wirksamkeit verloren gehen, sondern es können auch Zersetzungsprodukte entstehen, die alles andere als heilsam sind, ja teils sogar giftig sein können.
Daher ist es empfehlenswert, das Verfallsdatum generell einzuhalten, es sie denn, man kennt sich mit den eigenschaften des jeweiligen Wirkstoffes gut genug aus, um zu wissen, was man tut.
Bei Impfungen ist das ganz anders und viel uneinheitlicher als die einheitliche Impfpraxis glauben lässt. Wir leben bei Impfungen noch immer im "one size fits all" Zeitalter und das entspricht nicht der Realität. Irgendwann wird Medikation allgemein (wir arbeiten mit Hochtouren daran) und auch Impfen individualisiert sein. Dann werden weder alle Patienten mit gleicher Erkrankung die gleichen Medikamente bekommen, noch alle Impflinge den gleichen Impfstoff in gleicher Menge und den gleichen Zeitabständen. Natürlich wird das aufwändiger und es ist herausfordernd, dass nicht viel teurer werden zu lassen. Aber noch sind wir nicht da. Mit dem Wissen teils, mit den Möglichkeiten noch lange nicht.
Daher orientieren sichdei Impfempfhelungen nach dem Grundsatz: Better safe than sorry und richten sich eher nach den schlechten Respondern.
Doch was kann man als Patient oder Patientenbesitzer beim Impfen tun, um den realen Notwendigkeiten näher zu tun? Für am sinnvollsten halte ich es - des Aufwandes und der Kosten halber würde ich das auf die weniger verträglichen Impfungen konzentrieren-, vor einer fällig werdenden Impfauffrischung den jeweils spezifischen Antikörpertiter bestimmen zu lassen - kostet halt auch was. Der sagt einem ziemlich genau, ob man auffrischen muss und wenn nicht, wann die nächste Kontrolle sinnvoll ist.
So kann man in einigen Fällen Impfintervalle ganz erheblich strecken, ohne Schutz zu verlieren.
Ich habe mir so selber z.B. einmal 10 Jahre Tetanus Aufschub erwirkt. Das übrigens wahrscheinlich deshalb, weil ich zwischendurch wohl in ordentlichen Kontakt mit Tetanuserregern kam. Gut, dass ich geimpft war.
Viele Grüße
(Dr.) Ingo