Mein Rat: Übernimm die Führung, gib dem Hund Sicherheit. Verhalten zu unterdrücken bringt dir auf Dauer nichts, denn unter der Oberfläche ist es noch da und wird irgendwann hochkommen.
Ich arbeite mit Angsthunden und habe die Strategie, dem Hund (erst mal durch mein Auftreten und meine Ausstrahlung) klar zu machen, dass ich in der Lage bin, ihn zu beschützen.
Ich habe ein Markerwort eingeführt, das dem Hund klar macht, dass ich die vermeintliche Bedrohung wahrgenommen und als ungefährlich eingestuft habe.
Ich beobachte meinen Hund. Wenn ich merke, dass ihm etwas unheimlich ist, bin ich sein Schild und stehe/gehe zwischen ihm und der Bedrohung. Ich biete Strategien an, was in der gruseligen Situation zu tun ist. Mein Spinner hat gelernt, mich in solchen Momenten anzuschauen. Dies wird bestätigt. Manchmal hilft es auch, wenn er eine Aufgabe kriegt (Dummy oder Taschentuchpackung festhalten), wenn es zu arg bedrohlich wird, gehen wir einen Bogen.
Beim Vergraulen des Besuches würde ich erst mal am Platz-Schicken arbeiten. Der Kerl wird auf seinen Platz geschickt und muss dort bleiben (zur Not halt auch festbinden, bis er es gelernt hat), und dieser Platz sollte an einer Stelle sein, wo niemand vorbei muss, damit er dort wirklich in Ruhe gelassen wird. Niemand nimmt Kontakt zum Hund auf, wenn er auf seinem Platz ist. Und solange der Besuch da ist und der Hund nicht entspannt, bleibt er dort liegen. Das kannst du ihm schmackhaft machen, indem er dort, wenn er brav liegen bleibt, auch was Leckeres kriegt. Für unsichere Hunde ist der eigene Platz unglaublich wichtig, wenn sie lernen durften, dass dort niemand hinkommt und stört.
PS: Wieso nicht mit Leckerlis, wenn es hilft? Belohnen kann man mit allem, was der Hund als Belohnung empfindet. 