Bei uns in der Gegend ist es so, dass oft Bauhof oder Klärwerk in den ersten Tagen für Fundhunde und -katzen zuständig sind. Das Problem dabei ist allerdings, dass dort in den einzelnen Verwahrstellen keine Chiplesegeräte vorhanden sind, so dass u.U. Tiere unnötig lange dort sitzen, die eigentlich längst wieder zu Hause sein könnten, weil sie gechipt und registriert sind.
Mir selbst passierte es, dass ich einen Hund fand, der dann abgeholt wurde, und als ich den Mitarbeiter darauf hinwies, dass Tierärzte den Microchip auslesen könnten (hier in Niedersachsen war zu dieser Zeit schon Chippflicht), bekam ich nur zur Antwort, die korrekte Prozedur sei, Hund fotografieren, Samstag in die Zeitung setzen und abwarten. 
Zweites Problem: Die Zwinger sind z.T. richtig alt und entsprechen nicht unbedingt den neuesten Standards, hier drücken die Amtsveterinäre gern mal ein Auge zu, weil es die Gemeinde billiger kommt, Hunde da unterzubringen, als gleich die Tagespauschale im Tierheim zu zahlen.
Drittens sind diejenigen, die die Tiere versorgen, nicht im Geringsten geschult im Umgang mit Hunden. Mir erzählte ein Klärwerkmitarbeiter, dass in mindestens einem Fall an den Wochenenden sich keiner der Diensthabenden traute, einen Fundhund zu versorgen, so dass er kein frisches Wasser bekam, nicht aus dem Zwinger durfte und sein Futter durch einen Lüftungsschlitz geworfen wurde. DAS wird in einem Tierheim schon mal nicht passieren. Die Klärwerk- und Bauhofmitarbeiter haben ja schließlich ihren eigentlichen Job zu tun, Hundeversorgung gehört da nun mal nicht dazu.
Auch finde ich, gerade bei einem verwahrlosten oder sonstwie angeschlagenen Tier, dass eine gewisse Überwachung stattfinden sollte. Beim Bauhof oder Klärwerk wird ggf. einmal am Tag nach dem Tier gesehen, weil die Mitarbeiter eben noch ihre Jobs zu machen haben, während im Tierheim normalerweise öfter jemand nach dem Tier sieht, wenn es schon nicht so ganz fit wirkt.
Viertens, und das ist ein Riesenproblem, haben einige dieser Klärwerke und Bauhöfe hier in der Ecke keine geeigneten Verwahrzwinger für Katzen. Das bedeutet, eine Fundkatze wird dorthin gebracht, eingesperrt und entkommt zeitnah wieder aus der Obhut der Gemeinde. Ups, Katze weg, Kosten gespart, wie konnte das passieren? :/
Rechtens ist es, wenn die Stadt bzw. Gemeinde es so geregelt hat, Fundtiere eine gewisse Zeit im Verwahrzwinger unterzubringen, aber ob es wirklich sinnvoll ist, ist die andere Frage.