Ich bin stolz, dass Spuk und ich innerhalb eines Jahres das Hinterherrennen hinter Tieren ziemlich gut im Griff haben. Er stoppt auf Kommando sogar beim Hasen, Kaninchen werden inzwischen weitestgehend ignoriert, nur im Dunklen geht er mal hin und guckt, was die da machen, aber ganz locker, nicht mal schnell, wenn sie dann weg sind, schnuppert er nur die Stellen ab, wo sie gesessen haben, und geht weiter markieren. Montag waren wir unterwegs, und weil an der Stelle nichts ist als ein abgemähtes Erdbeerfeld, habe ich ihn vorauslaufen lassen. Als ich dann am Maisfeld vorbei war und das Erdbeerfeld überblicken konnte, stand der Hund am anderen Ende des Feldes am Zaun neben einem Reh, das gerade über den Zaun zu springen versuchte. Er stand nur da und schaute es an, und als ich rief, kam er sofort zu mir, während das Reh über den Zaun sprang. Ich wusste es eigentlich schon immer, dass er nicht packen will, sondern einfach die Bewegung, das Rennen genießt, nun hab ich den Beweis. Das Reh hätte er locker kriegen können, wenn er gewollt hätte. Aber nö, er stand nur daneben und hat es angeguckt. :fondof:
Ganz besonders stolz bin ich derzeit allerdings auf die blonde Katastrophe. Der Hund mit der kürzesten Lunte der Welt, null Frustrationstoleranz und keinerlei Impulskontrolle hat es am Montag zum allerallerersten Mal geschafft, nicht auszurasten, als ein anderer Hund in Sicht kam. Besagte Hündin streunt den halben Tag rund um den Hof ihrer Besitzer durch die Felder, stellt gern mal Hunde, die sie nicht leiden kann, spielt mit denen, die sie mag, und ist glücklicherweise viel zu fett, um zu rennen.
Nun war sie Montag das erste Mal draußen, während der Blonde und ich diese Strecke gingen, und natürlich war weit und breit kein Besitzer in Sicht. Madame Labbi ist leider so... unschlau, dass sie dem explodierenden blonden Atompilz (danke wieder mal an SanSu für den Ausdruck :D) auch direkt ins Maul gelatscht wäre. Ich seh also die Hündin auf dem Feld, mach mich schon mal vorsorglich groß und nehme eine abwehrende Haltung an, was auch gewirkt hat, mehr als ein paar Schritte kam sie nicht auf uns zu, und währenddessen hab ich den zwar angespannten, aber nicht explodierenden Blondling weiter geführt, immer schön Leckerchen jagen lassen, gelobt, abgelenkt, Leckerchen geschmissen... Es ist wirklich ein Riesending, dass er nicht ausgetickt ist, denn normalerweise genügt der Anblick der Schwanzspitze eines anderen Hundes in 500m Entfernung, um ihn hochgehen zu lassen. Ich hab langsam das Gefühl, die monatelange schweißtreibende Arbeit, die blauen Flecken und von der Leine verbrannten Arme lohnen sich doch. 