Beiträge von Sunti

    Bei FB würde ich mal gar nichts dazu schreiben. Da können die Reaktionen z.T. noch härter und unmenschlicher sein als im DF, deshalb finde ich deinen Ansatz wesentlich besser. Ich bin auch immer für den direkten Weg.

    Eben habe ich zwei bemerkenswerte Sätze hintereinander gehört.

    Ich stand mit Spooks am Feldrand, weil ich vorhatte, mit ihm eine Dummysuche auf dem Acker zu machen, er saß auf Kommando und wartete, als auf einmal von vorn ein kniehoher Mischling angelaufen kam und schon ordentlich am Fixieren war. Ich hab also Spooks die Leine ans Halsband gehängt und ihn festgehalten, er saß leise brummelnd, aber sonst ruhig, auf dem Hintern. Da kam die Hundebesitzerin, nahm ihren Hund am Halsband und sagte mir, ich solle bitte an ihr vorbei gehen, denn sie habe keine Leine dabei, ihrer bräuchte ja keine. Ich erwiderte, dass ich vorhatte, hier zu bleiben, da zerrte sie den fixierenden und zu Spuk ziehenden Hund an uns vorbei. Klar, der braucht keine Leine...
    Wenn ich meinen überall hingehen lassen möchte, wo er hin will, brauch ich auch keine Leine für ihn. :roll:

    Diese Situation hatte ein älterer Spaziergänger gesehen, der danach an mir vorbei ging. Sein bemerkenswerter Satz: "Die wollen sich zerfleischen!"

    Aus Vegetariersicht sage ich mal nein. Da ich seit knapp 14 Jahren dabei bin, habe ich genug Erfahrung mit Rezepten, Bezugsquellen etc., dass ich ziemlich günstig wegkomme. Ab und zu gibt es Veggie-Aufschnitt, der ist etwas teurer, aber Wurst und Fleisch sind ja auch nicht billig.
    Früher, zu meinen Anfangszeiten, gab es Tofu ausschließlich im Reformhaus, da war es schon teuer, welchen zu verwenden, heute kriegst du ihn in guter Qualität auch anderswo. Wenn man natürlich hauptsächlich Ersatzprodukte wie Fleisch- und Wurstersatz kauft, wird es etwas teurer, aber ich denke, dass man da mit echter Wurst auch nicht günstiger wegkommt.

    Meine Erwartungen haben sich von Hund zu Hund eigentlich nicht groß geändert.
    Mein erster war jahrelang mein Gassihund, bis ich in eine andere Stadt zog und sein damaliges Frauchen ankündigte, ihn unter einem Vorwand einschläfern zu lassen, weil ich nicht mehr als Sitter zur Verfügung stand und er nun wieder Arbeit machte. Also habe ich ihn mitgenommen. Diesen Hund kannte ich schon über drei Jahre und wusste daher alles über ihn. Erwartet habe ich nur, dass wir eine tolle Zeit haben werden, wenn wir endlich zusammen leben, und genau das ist passiert.

    Hund Nr. 2 kannte ich auch schon jahrelang durch die Arbeit im Tierheim, wo sie lebte, und später auch etwa anderthalb Jahre durch gemeinsames Training. Sie hatte noch nie in einer Wohnung gelebt, deshalb erwartete ich nicht mal Stubenreinheit. Sie hat mich tausendfach überrascht mit dem, was sie alles konnte und lernte. Stubenrein war sie übrigens vom ersten Moment an. ;)

    Hund Nr. 3 war mein erster, den ich vorher nicht wirklich kannte. Ich kam mir schon etwas komisch vor, einen Hund mitzunehmen, den ich drei Wochen zuvor das erste Mal gesehen hatte und mit dem ich einmal Gassi gewesen war. Da man bei Vorbesitzern nie weiß, was sie einem verschweigen oder selbst ganz anders sehen, habe ich wieder einfach mal genau nichts erwartet und mich überraschen lassen. Bekommen hab ich den Spinner, einen Hund, um den mich inzwischen viele Leute beneiden. :D

    Da ich zu Hause nicht darauf angewiesen bin, Rücksicht auf Mitbewohner zu nehmen, ist es für meine jeweiligen Hunde ziemlich leicht, meine Erwartungen zu erfüllen. Mir ist wichtig, dass der Hund nicht das Haus zusammenbellt, einigermaßen allein bleiben kann und die Rennmäuse in Ruhe lässt. Letzteres brachten Hund 1 und 2 schon von sich aus mit, Nr. 3 lernte es sehr schnell.
    Stubenreinheit kann man zur Not ja trainieren. Es ist nett, wenn der Hund so weit gelassen ist, dass er mit zur Arbeit kann, aber weil er ja keinen Kundenkontakt hat, reicht es auch da, wenn er in "seinem" Zimmer die Klappe hält. Zumindest an den Tagen, an denen ich vormittags auf dem Tierhof bin, muss Hund nämlich zwingend mit ins Büro, an den anderen Tagen kann er auch zu Hause rumliegen.

    Bahn fahren ist auch wichtig, aber hier erwarte ich nicht von Anfang an perfektes Benehmen, auch einen ängstlichen, unerzogenen, frechen etc. Hund kann ich im Zug sicher händeln. Der Rest kommt dann.

    Hätte ich jetzt eine Partnerin und/oder Kinder, sähe die Sache sicherlich anders aus, da müsste ich zwangsläufig mehr von meinem Hund erwarten, z.B. eine gewisse Toleranz Kindern gegenüber. So, wie es ist, bin ich in der glücklichen Lage, mich von meinen Hunden überraschen zu lassen und einfach zu schauen, was sie so mitbringen und was man draus machen kann. Für mich ist das eine schöne Voraussetzung, weil mir nur Tierschutzhunde ins Haus kommen und ich auf diese Weise nicht ewig suchen und Hunderte von Ausschlusskriterien berücksichtigen muss.

    Ich gestehe, dass ich keinen Welpen adoptieren würde. So etwa ein Jahr wäre meine Untergrenze, und ja, ich nehme gern Hunde mit Vorgeschichte, weil ich, wie D'Alis auch schreibt, über die Jahre eine gewisse Erfahrung im Umgang mit Hunden einer bestimmten Sorte gesammelt habe und ungern den Platz mit einem unkomplizierten Hund besetzen möchte, der auch ohne mich jede Chance auf ein tolles Zuhause hätte.

    Der Spuk ist ein ganz toller Hund, bis auf die absolut und komplett fehlende Erziehung in seinen ersten drei Lebensjahren und eine gewisse Abneigung gegen prollende Hunde und kleine Kinder ist er absolut einfach. Es macht Spaß, einen Hund zu haben, der keine Traumata hat, dem man statt ihm erst mal die Angst vor der Welt zu nehmen, gleich ein paar doofe Tricks beibringen kann. :) Es hätte aber auch anders kommen können, allzu viel wussten wir nicht über ihn, als ich mich entschloss, ihn zu nehmen.

    Trotzdem wird, in einem oder zwei Jahren, wenn Wohn- und Lebensumstände passen und der Spinner komplett mackenfrei ist (der olle Streber wird das hinkriegen, ich weiß es... :D), ein Angsthund hier leben. Vielleicht auf Pflegestelle, vielleicht auch als Zweithund. Den Angsthunden gehört mein Herz, ich habe mit etlichen gearbeitet und inzwischen so einige Erfahrung gesammelt.
    Einfach hinzugehen und zu sagen: "Gebt mir den schwierigsten Hund, den ihr habt", würde mir im Traum nicht einfallen; die entsprechenden Hunde finden mich in der Regel schon, wenn es so weit ist.

    Was ich allerdings schon festgestellt habe: Es kommt in meinem Umfeld weniger darauf an, wie schwierig ein Hund aufgrund von Rasse oder Vorgeschichte ist, sondern eher darauf, wovor man ihn gerettet hat. Züchter? Na ja. Tierheim? Okay, schon besser. Ausland? Klasse. Tötungsstation? Die Heiligsprechung.
    Dieses Übertrumpfen geht mir wahnsinnig auf die Nerven, denn es führt im Umkehrschluss dazu, dass eben die Hunde, die nicht unbedingt ins eigene Lebensumfeld passen, weil sie depriviert, traumatisiert oder sonst wie vorgeschädigt sind, aus reinem Rettertum hierher geschafft werden und sich dann halt als schwierige Hunde entpuppen. Was für eine Überraschung. *Ironie*

    Senta wäre für viele Menschen schwierig gewesen: Sie hatte panische Angst vor Fremden, später nur noch vor Kindern, war misstrauisch, fürchtete sich vor den meisten Hunden und brauchte lange, um aufzutauen. In meinem Singlehaushalt hatte sie ihre Ruhe und Geborgenheit, ich wusste, wie man sie vor heranstürmenden Hunden beschützt und habe auch, wenn nötig, Kinder von ihr abgeblockt. In mein Kleinstadtsingleleben passte sie super, ohne dass ich mich hätte einschränken müssen.
    Wenn ich jemandem ihre Vorgeschichte erzählt habe, dann meistens, um etwas Verständnis zu bekommen, warum man seinen 40kg "will nur spielen"- Labbi eben nicht auf sie draufspringen lassen sollte. Hat in den seltensten Fällen geholfen. :/

    Jetzt, mit der blonden Katastrophe, erzähle ich auch gern, wie schwierig er mal war und was er schon alles gelernt hat - das macht es den in seiner Angst übelst angebellten Passanten leichter, etwas Verständnis für sein Benehmen aufzubringen. Manche sind sogar so nett und unterhalten sich im Abstand von zwei bis drei Metern noch ein paar Minuten mit mir - so lernt der Kerl allmählich, dass fremde Menschen keine dicken blonden Hunde fressen. :lol:

    Zitat

    Andiamo reckt und streckt sich manchmal und dann schiebt er den Po in die Höhe und pfffffffft :headbash: wir nennen es Darmgymnastik. Kommt so 2x die Woche vor und immer in unpassenden Momenten. Zum Beispiel im Restaurant oder neulich bei meiner Nagelesignerin...

    Genau das kenn ich hier auch. So alle paar Tage weht beim Strecken ein leise hörbarer Wind aus Richtung Hund. Darmgymnastik, das muss ich mir merken. :lol:

    Ich glaube, wenn ich den Duschvorhang öffnen würde und mich würd wer anstarren, wäre ich erst mal fertig mit der Welt. :lol:
    Tolle Geschichte. In meinen Augen ist es nur natürlich, dass Linus jetzt anhänglicher wird, einer muss ja schließlich ein Auge (oder zwei) auf dich haben. Mach dir keine Gedanken über die perfekte Gefährtin, sie wird auftauchen, wenn der Zeitpunkt passt, lehn dich zurück und lass Merlin zaubern.

    Allergisch war bei mir noch keiner, aber ich durfte mir schon ganz dreist die Frage anhören (von einer aufgestylten älteren Dame mit einer Tonne Schmuck und Pelz), ob denn jetzt schon jeder dahergelaufene Straßenköter Zug fahren dürfe (ziemlich zutreffend, denn Senta kam ja von der Straße :D). Meine nicht so freundliche Antwort: "Solange er sich das Ticket leisten kann, ja." :headbash:

    Mit Senta bin ich grundsätzlich im Türbereich stehen geblieben, und wenn es eine längere Fahrt wurde, hab ich mich dort auf die Treppe gesetzt. Unsere Bahnen haben rechts und links je eine Tür, das Ritual ging dann so: Einsteigen, in die entgegen liegende Tür stellen, warten, bis die Türverriegelung wieder geschlossen ist, Ticket ziehen. Da die meisten Züge, die ich nehme, nicht so voll sind, durfte Senta im Türbereich herumlaufen, wenn sie wollte, sie stand allerdings meistens während der Fahrt in der Tür und schaute durch die Glasscheibe nach draußen. Kam ein Bahnhof, an dem wir nicht aussteigen wollten, wurde sie kurz zuvor in die entgegengesetzte Tür beordert und wartete dort, bis wieder die Fahrgäste eingestiegen und die Türen verriegelt waren, bevor sie wieder in "ihre" Tür durfte. Das war so ein Running Gag, dass im Nah- und Pendelverkehr alle Schaffnerinnen automatisch drauf geachtet haben, dass der Hund seinen Stammplatz in der Tür hatte. Bei Senta hing das einfach mit ihrer Angst zusammen: Sie wollte den Fluchtweg nah bei sich haben.

    Spooks hab ich gleich bei der ersten Fahrt beigebracht, einzusteigen, in seine Ecke (ebenfalls entgegengesetzter Türbereich) zu gehen, sich dort hinzusetzen und abzuwarten, bis sich die Menschen im Eingangsbereich verlaufen und die Türen verriegelt haben. Wir versuchen, immer auf der Seite des Zuges einzusteigen, wo sich der Ticketautomat befindet, denn quer durch den engen Mittelgang zu laufen, um an ein Ticket zu kommen, macht wenig Spaß. Wenn es mal nötig ist, kriegt der Herr das Kommando "Geh voran", das bedeutet, geh zügig geradeaus, guck nicht links und rechts, egal, was da ist. So ignoriert er gekonnt alle Leute, die im engen Gang auf den Plätzen hocken, das kann schon praktisch sein.

    Wenn wir kürzer fahren (also drei Stationen, ca. 20 Minuten), bleib ich im Eingangsbereich stehen, dort ist der Zug am breitesten und der Hund kann bei Einfahrt in den nächsten Bahnhof in seine Ecke beordert werden. Während der Fahrt machen wir Tricks, er guckt zum Fenster raus oder legt sich hin. Seine Position (stehen, liegen, sitzen) darf er frei wählen, denn beim Fahrstil mancher Fahrer ist es ein größerer Balanceakt, nicht durch die Bahn zu rutschen.
    Wenn wir länger unterwegs sind, hoffe ich immer auf einen Vierer, bisher hat es fast jedes Mal geklappt, und wenn sich 60cm Spuk im Fußraum zusammenrollen, möchte da auch kein Anderer mehr sitzen. Bisher hatten wir so unsere Ruhe. Ich steh auch nicht für andere Fahrgäste auf, außer, sie wären älter oder körperlich eingschränkt, denn sowohl der Spuk als auch ich haben ein Ticket und somit sehe ich es nicht ein, mich zu verziehen, nur weil ich nen Hund dabei habe. Allerdings sind unsere Züge wie gesagt auch selten wirklich voll. Im Vierer liegt Spooky vor meinen Füßen, unter dem Sitz möchte ich ihn aufgrund schlechter Erfahrungen nicht haben: Ich würde nicht sehen, wenn sich von hinten auf dem Boden ein Kleinkind oder Fremdhund nähert und ihn belästigt. Das ist mir einfach zu heikel, zumal es bei einem abwehrenden Bellen ja gleich heißt, der böse schwarze Hund. :roll:
    Deshalb bleibt mein Hund in meinem Sichtfeld und nicht unterm Sitz.
    Zu fremden Leuten hingehen ist nicht, es wird nur genervt, wen wir kennen oder wer ihn einlädt, und wenn ihn jemand lockt, dann darf er hin und hallo sagen.
    Schaffner begrüßen und je nach Neigung des Personals abschnuffeln, kuscheln oder knutschen ist ausdrücklich erwünscht, zumindest auf unserer Stammstrecke. Also, richtig unauffällig sind wir nicht, aber die meisten Leute freuen sich, wenn Spooks mit einsteigt.