Zitat
Manche hier haben ne interessante Argumentationsweise..."Mein Hund würde den Test nicht bestehen, also: alles Schwachsinn".
Es ist doch völlig egal, ob ihr eure Hunde vor irgendwelchen Läden warten laßt oder nicht, es ist doch trotzdem interessant zu erfahren, ob der Hund ohne Aufsicht zur blutrünstigen Bestie wird. Soll man für jeden einen individuellen Test zusammenstellen, der an die jeweiligen Lebensumstände angepasst ist, und der auch eidesstattliche Versicherungen vorgesehen wird, etwa so: "Ich erkläre hiermit an Eides statt, dass ich meinen Hund, Dalmatiner-Border Collie-Mischling, geboren am 30. Februar 2009, Transponder Nr: KL94729083xxxxpp9, unter keinen Umständen vor einem Einzelhandelsgeschäft anbinde. Ich verpflichte mich ferner, dies auch in Zukunft niemals zu tun" ?
Und was ist so schlimm daran, seinen Hund an einen Maulkorb zu gewöhnen? Natürlich kann man sich darüber streiten, inwiefern diese oder jene Aufgabe sinnvoll ist, aber schikanös wirken die Anforderungen nicht gerade...
Falls sich das auf meinen Beitrag beziehen sollte, das hab ich so nicht gesagt.
Ich weiß, dass meine Hündin diesen Test nicht bestehen würde, weil sie ein ehemaliger Straßenhund und noch dazu Angsthündin ist. Erst seit zwei Jahren arbeitet überhaupt jemand mit ihr, nämlich ich, und ich bin seit vier Jahren ehrenamtlich als Trainerin im Tierheim tätig - also, neu bin ich auf dem Gebiet nicht. Meiner Meinung nach ist es einfach Unsinn, Übungen abzuverlangen, die im Alltag so nicht auftauchen (sollten). Wer heutzutage seinen Hund noch vor einem Supermarkt ablegt, muss recht mutig sein, denn es werden Hunde geärgert, beworfen, geschlagen, losgemacht, mit Schwachsinn gefüttert oder - hier im Forum gelesen - als Deckpartner für läufige Hündinnen missbraucht. Auch wäre ein Übung, wie Zroadster sie beschrieben hat, für meine Angsthündin der blanke Horror: Ich binde sie an, entferne mich, sie schiebt Panik, kann nicht weggehen und dann packt ihr auch noch einer ins Halsband. Da würde sie schnappen. Aus genau diesen Grund würde ich sie eben nirgends allein lassen. Niemals, unter keinen Umständen, denn sie hätte Angst. Und was hat das bitte damit zu tun, ob ein Hund zur blutrünstigen Bestie wird? Meine würde so lange ängstlich zurückgehen, bis es nicht mehr weiter geht, und wenn der Bedrängende dann trotz ihrer ängstlichen Drohungen noch näher kommt, würde sie schnappen. Tja, deshalb wird sie eben auch nicht irgendwo in der Öffentlichkeit allein gelassen. Bin ich dabei, kann ich sie im Angstfall hinter mich nehmen, ergo, niemand kommt zu Schaden. Ein Test für Neuhundehalter, kein Ding. Aber dann bitte so, dass individuell geprüft wird, ob DIESER Hund und DIESER Halter sich in der Öffentlichkeit bewegen können, ohne anzuecken, jemanden zu belästigen oder gefährden.
Wie einige Seiten zuvor schon geschrieben wurde, hat eben nicht jeder Hund das Glück, als Welpe in einer tollen Umgebung geboren zu werden und dann in eine tolle Familie zu ziehen, wo er sein Leben lang nur gute Erfahrungen macht. Es gibt Hunde mit Vorgeschichte, und diese würden einen solchen Test nicht bestehen. Sollen die deshalb im Tierheim versauern, auch wenn es Menschen gibt, die ihre Eigenarten kennen und gut händeln können, so dass der Alltag gut funktioniert? Solchen Hunden wird durch einen derartigen Test nämlich vielleicht die Vermittlungschance genommen.
Nimm meinen Fall: Ich arbeite vier Jahre lang mit Problemhunden im Tierheim, ich habe das nötige Wissen, die nötige Erfahrung, aber ich habe in den letzten Jahren keinen eigenen Hund gehabt. Ergo müsste meine Hündin mit mir diesen Test durchlaufen. Kann sie aber nicht, wenn bestimmte Übungen drankommen. Es steht noch nicht mal fest, wie der Test überhaupt ablaufen wird, also mach ich mir da noch keinen Kopf drum, denn was bringt es, sich aufzuregen, solange das Land Niedersachsen eh noch nicht weiß, was es will. Und ja, ich fordere eine individuelle Prüfung jedes Hund/Halter- Teams. Teuer genug wird der Test nämlich voraussichtlich sein, dafür darf man dann auch eine gewisse Qualität erwarten.