Beiträge von Sunti

    ... wenn DU dich freust, als sei Weihnachten, weil DEIN HUND von deiner Kollegin ein kg Rinderkopfhaut geschenkt bekommt. Kollegins zarte Tibet Terrier-Dame kann damit nichts anfangen, der Spinner zerlegt gerade schon das erste Stück. :D

    Hundegeschädigt sind wir irgendwie beide, die Kollegin und ich. Wir dealen und tauschen gern Kausnacks, und wenn die Tibeterin mit im Büro ist, kriegt sie unter Garantie was von dem Zeug, das ich in meinem Rucksack stecken habe (was mich wiederum mehr geschädigt dastehen lässt :ops: ). Dazu frage ich sie sogar vorher, ob der Teppich (so nenn ich das Wuschelchen liebevoll) mitkommt, damit ich mehr Kausnacks einstecken kann - von der softeren Sorte, damit die Kleine auch was davon hat.

    Momentan seh ich ziemlich viele Möpse. JRT gibt es zwar auch viele, aber die Anzahl hat sich nicht nennenswert gesteigert. Frz. Bulldoggen sind mehr geworden, Labrador Retriever in schokobraun wachsen hier allerdings wie die Pilze aus dem Boden. Ich vermute, hier in der Nähe muss ein Züchter sein.
    Was mir allerdings immer Probleme bereitet, ist die Masse an Viszlas, die hier rumrennt. Warum Probleme? Weil die Viecher alle gleich aussehen! Und allesamt laufen sie angeleint an der Retrieverleine und somit abgeleint nackt. Ich hab also nicht mal die Chance, sie an ihren Halsbändern zu unterscheiden. :headbash: Sieht man von weitem einen, hat man keine Möglichkeit, zwischen Emma, Lando, Jule, und wie sie alle heißen, zu unterscheiden. Blöd, weil ich jedes Mal hoffen muss, dass es sich um ein gut hörendes Exemplar handelt, das den Spinner nicht frühstücken möchte. Es wird Zeit, dass Winter wird, da haben die Viszlas zumeist Mäntel an, daran werde ich sie dann auseinanderhalten. :D

    Die erwähne ich ja schon gar nicht mehr, das ist hier Alltag. Wenn ich aussteige und die geballte Ladung Schüler möchte einsteigen, steh ich, sobald sich die Zugtür auftut, vor einer Wand aus Leibern und Schultaschen. Beim Anblick des großen, schwarzen Hundes wird dann gleich erschrocken gequietscht, so dass ich nur denke: Selbst schuld. Bleibt zurück, wie es sich gehört, dann werdet ihr nicht mit ihm konfrontiert. Aber momentan hab ich DAS Problem ja nicht - sind schließlich Ferien. :gut:

    Zug. Mal wieder. Spinner und ich waren ja im Urlaub und wurden offenbar vom Zugpersonal vermisst. Denn kaum wird die Schaffnerin unserer ansichtig, wird auch schon das arme kleine Hundchen geknuddelt und betüttelt. Dann haben wir halt ein wenig gequasselt, und ich hab ihr vom Urlaub erzählt und den Irren, die ich unterwegs getroffen hab. Leute, die mal kurz streicheln wollen und dann plötzlich den Hund im Schwitzkasten haben und ihn küssen wollen etc. Meinte dann noch: "Ich hab mich so nach der NWB und meinen vertrauten Irren gesehnt."
    Guckt sie mich an, grinst breit und meint: "Herzlichen Glückwunsch, die Irren sind zurück!"
    Und das Irrste daran: Ich hab mich gefreut. :D

    Auf dem Tierhof arbeite ich viel mit Hunden, die grausame Dinge erlebt haben.
    Du darfst (musst!) das im Hinterkopf behalten, denn wenn du ihre Vergangenheit kennst, kannst du dir Verhaltensweisen besser erklären, die sie zeigt, und ggf. auch mit Hilfe dieser Informationen die richtige Lösungsstrategie für Probleme finden. Mir haben die Infos immer geholfen, sofern wir welche hatten. Beispiel: Einer der Hunde, die meine Freundin und ich trainiert haben, wurde im Ursprungsland zu strangulieren versucht. Als Ergebnis wollte er jeden ernsthaft beißen, der in Richtung seines Halses fasste. Da wir wussten, warum er das macht, konnten wir entsprechend mit ihm arbeiten, und heute streckt er seinen Kopf freiwillig ins Halsband.

    ABER: Dein Hund besteht nicht nur aus seiner Vergangenheit. In eurem Alltag darf diese keine übergeordnete Rolle spielen. Ich habe eine ehemalige Straßenhündin aufgenommen, und niemals hab ich gedacht, oh Gott, der arme Straßenhund, was hat sie alles mitgemacht... Nein, ich habe mit ihr unseren Alltag, die Gegenwart, gelebt. Und das war völlig richtig so. Denk nicht zu viel drüber nach, was dein Möpschen früher erlebt hat, behandle den Hund ganz normal wie deinen anderen Hund. Wenn du für die beiden kochen magst, mach das ruhig, das tun viele Halter. Aber verhätschle den Hund nicht aufgrund seiner Erlebnisse. Zeig ihm (und dir), dass die Vergangenheit vorbei ist. Jetzt seid ihr zusammen, jetzt muss der Hund nicht mehr im Käfig leben und Kot fressen. Und das bringst du ihm bei. Geduldig, sanft, aber bestimmt.

    Das schlechte Gewissen vergiss mal ganz schnell, denn nicht DU hast dem Hund das angetan. Denk dir über seine Vorbesitzer ruhig: "Diese Bastarde!" oder ein anderes fieses Wort, das dir hilft, sie zu verabscheuen, aber du bist nicht sie, bloß weil du auch ein Mensch bist. ;)
    Und wenn du weinen möchtest, dann tu das ruhig, aber nicht unbedingt vor dem Hund, denn häufig verwirren große Gefühlsausbrüche sensible Hunde noch mehr. Den Vorschlag von LasPatitas finde ich echt gut, versuch es doch mal damit.

    PS (edit ging nicht mehr): O-Ton des einen Bruders, dem ich, aufgrund seiner etwas ruppigen Art (so geht er mit allen um, nicht nur mit Hund) die Beschwichtigungssignale erklärt habe, damit er selbst sieht, wann er den Hund bedrängt: "Seit du mir diese Beschwichtigungssignale erklärt hast, weiß ich gar nicht mehr, wann der Hund angefasst werden will!" :herzen1:
    Zur Erklärung: Spook beschwichtigt ziemlich häufig, weil er einfach grundunsicher ist. Oft heißt das allerdings nicht, dass man aufhören soll, ihn zu streicheln, sondern ist einfach so "drin" bei ihm. Ich erkenn den Unterschied inzwischen sehr gut und hab auch den Jungs gesagt, sie können da auf ihr Bauchgefühl hören und merken schon, wenn es wirklich zu viel wird. Aber ich find es so süß, dass sie sich total drauf einlassen.

    Meine Brüder sind jetzt auch ein wenig hundegeschädigt...
    Sie sind an und für sich sehr tierlieb, scheuen aber die Verantwortung und Einschränkungen, die man mit eigenem Haustier hat.
    Deshalb lassen sie jetzt ihre gesamte Tierliebe am Spinner aus, der das auch reichlich genießt.
    Er kriegt Streicheleinheiten, wird mit dem Schinken gefüttert, den unser Vater beim letzten Besuch hier vergessen hat (Jungs sind, wie ich auch, inzwischen auf die vegetarische Seite gewechselt), darf knutschen und auf den Schoß, dauernd knuddelt ihn jemand im Vorbeigehen, er darf auf die Couch in der Wohnküche. Seine Millionen Haare werden toleriert, wenn sie überall rumliegen, und der eine Bruder geht sogar dauernd mit mir und ihm raus, weil ich zum ersten Mal in dieser Gegend bin und andernfalls wahrscheinlich mitten in der Großstadt verloren ginge. Heute morgen hab ich ihn dabei gesehen, wie er nach legalen Freilaufflächen gegoogelt hat, weil ich gestern abend erwähnt hatte, dass der Hund mal wieder von der Leine muss. Gefunden haben wir einen Park, wo der Freilauf illegal ist, aber offenbar das Amt nicht so oft kontrolliert. Somit stand mein Brüderchen Schmiere, während Spinner und ich getobt haben. Und für Zerrspiele mit der Beißwurst sind die Jungs auch zu haben. Also, totaaaal hundegeschädigt. Der Spinner ist ansteckend. :fondof:

    Ich hab im Urlaub etwas :hust: übertrieben.
    Wir haben ja keine ordentlichen Zooläden, und nun war ich mit meiner Freundin einmal in ihrem örtlichen Laden (Name vergessen), die hatten eine riesige Auswahl an verschiedensten Knabbersachen, da hab ich übelst zugeschlagen.

    Lachsröllchen, riesige Stücke Rindernackensehnen, Straußensehnen (hab ich mich bisher immer gegen gesperrt, aber das Zeug ist echt klasse für die Zahnpflege, hab ich jetzt gemerkt), Großpackung Rinderkopfhaut, ein Standartdummy von 500g in rot (den der Spinner sogar schon ganz brav gehalten hat) und einen gerollten Büffelhautstick mit Lachsfüllung drin.
    Dann waren wir noch im Zoo Kölle, und das war für mich auch wieder ein Hundeparadies. Es gab dort ein neues Zugstopp, eine Hundewurst, ein Buch (gut, war reduziert) und jede Menge interessanter Eindrücke.
    Ich red mir jetzt jedenfalls ein, dass ich die nächsten Monate keine Kausnacks mehr kaufen muss. :roll:

    ... in der Nudelbox, die ich, in Begleitung des Hundes, noch vor Antritt der Zugreise am Bahnhof gekauft habe. Sie war ordentlich zugepappt, aber als ich sie öffnete, nachdem Hund im Zug in seiner Ecke verstaut war, grinste mich direkt ein Haar meines Hundes an. Der Kerl ist ein Zauberer, anders kann ich mir das nicht erklären.