Beiträge von Sunti

    Hab ich irgendwas anderes behauptet? Ich erinnere mich nicht, geschrieben zu haben, dass jemand absichtlich unsichere Collies züchtet. :roll:

    Aber es ist nun mal eine Tatsache, dass Collies zu Unsicherheit neigen können, und das sollte man nicht unter den Teppich kehren. Über die Zucht kann ich nichts sagen, weil ich keine Ahnung habe, woher mein Benny letztlich kam, ich war mindestens die vierte Besitzerin.
    Wie bei allen Rassen gibt es Züchter, die zugunsten bestimmter Merkmale in anderen Bereichen Abstriche machen.
    Rassetypisch heißt ja nicht, dass es immer gewollt ist. Es kann aber bei der Rasse passieren, und dessen muss man sich bewusst sein.

    Das ist aber nicht das Thema des Threads, also sollten wir diese Diskussion an dieser Stelle sein lassen. Wenn du weiter drüber diskutieren willst, schreib mir doch ne PN oder eröffne einen neuen Thread. ;)

    Mein erster Hund war ein absoluter "Anfängerhund". Ich habe ihn als Schülerin kennen gelernt und bin sehr regelmäßig mehrmals die Woche mit ihm Gassi gegangen.

    Benny war ein Langhaarcollie, als wir uns kennen lernten, war er geschätzte neun Jahre alt, er war eher unsicher (heute weiß ich, dass das nicht nur mit seiner Vorgeschichte zu tun hatte, sondern durchaus auch rassetypisch sein kann), und seine Haltung war nicht die beste. Auch hatte er zig Vorbesitzer, die ihn nicht unbedingt mit Samthandschuhen angefasst haben. Von Zwinger und Schlägen mit Besen und Zeitungen wusste ich, den Rest habe ich nie erfahren.

    Trotz all dieser Päckchen, die er zu tragen hatte, war Benny ein wundervoller Hund, der eigentlich keine Baustellen hatte. Er schloss sich mir sofort an, fing schnell an, zu vertrauen, und von da an war er leichtführig, verzieh meine Anfängerfehler und brachte mir ganz nebenbei alles bei, was man so über Hundesprache wissen muss. Ich habe viel von ihm gelernt und er hat viel von mir gelernt, und als ich nach dem Abi auszog, nahm ich ihn mit, weil sein Exfrauchen eh nichts mehr von ihm wissen wollte. So wurde er mein Hund. Einen besseren Anfängerhund hätte ich mir nicht wünschen können.
    Benny war verträglich mit allen Hunden, unendlich geduldig mit Kindern und Welpen, er liebte Menschen, sobald sie ihn beachteten, taten sie es nicht, ignorierte er sie. 99% der Zeit konnte ich ihn ohne Leine laufen lassen, und meistens musste ich ein Kommando nur denken, und er führte es aus. Einen derart sensiblen, auf meiner Wellenlänge schwimmenden Hund habe ich selten erlebt.
    Ich bilde mir nicht ein, dass ich irgend einen Beitrag zur Erziehung dieses wundervollen Hundes geleistet habe, es war einfach seine Art, den Menschen, die er liebte, jeden Wunsch von den Augen abzulesen.

    Von daher: Ja, ich denke, es gibt Hunde, die für Anfänger eher geeignet sind als andere, aber der Haken ist halt, dass es keine Garantie gibt, einen solchen zu erwischen, wenn man einen Welpen, ganz gleich welcher Rasse und Herkunft, ins Haus holt. Anfängerhunde findet man eher unter den erwachsenen Hunden. Ich hatte das unverschämte Glück, ein solches Juwel zu bekommen, und das wünsche ich jedem Hundeanfänger auch.

    1. Waschzwang. Ich brauche mir nach dem Händewaschen die Hände nicht abzutrocknen, das erledigt der Hund. Sobald ein Körperteil etwas Feuchtigkeit aufweist, wird er per Zunge abgetrocknet. Selbiges gilt auch für Lotion und Creme, aber das haben ja viele Hunde.

    2. Die Decke. Wenn die Rennmäuse Theater machen und der Herr gern fiepsend vorm Gehege stehen würde (darf er nicht), geht er in sein Nest unterm Schreibtisch und holt seine Decke raus. Er weiß genau, dass er nicht auf der Decke rumkauen soll, aber wenn die Mäuse Party machen, schleppt der Hund die Decke an.

    3. Man muss aufstehen, wenn Frauchen aufsteht. Immer. Und wenn ich die Beine bewege (Hund liegt oft unterm Schreibtisch), erschreckt man sich. Deshalb hab ich mir angewöhnt, ohne mich zu rühren ganz leise zu sagen: "Ich steh jetzt auf." Dann steht er ruhig auf, geht zur Seite und ich kann aufstehen und weggehen.

    4. Wenn er aufgedreht ist, muss er was im Maul haben. Findet er kein Spielzeug oder Hirschgeweihstück, dann schleppt er ne Decke, ein Kissen etc. an. Etwas im Maul haben beruhigt ihn, dass muss was vom Schnuller haben. :hust:

    Meine Tierärztin kenn ich auch schon einige Jahre, weil ich immer mit den Rennmäusen dort war. Wir haben uns schon öfter mal lange und ausführlich über Hunde unterhalten, und als klar war, dass ich meine Schwarze adoptieren würde, bin ich einfach mal vorbeigeschneit und habe sie gefragt, ob sie Erfahrung mit Angsthunden in der Praxis hat. Weil ich Senta schon kannte (war über ein Jahr ihre Trainerin auf dem Tierhof gewesen), wusste ich, dass sie als Angsthündin Probleme mit dem Tierarztbesuch haben würde. Deshalb haben wir uns auch viel Zeit gelassen, sie an den Ernstfall zu gewöhnen.

    Viele Spaziergänge führten "zufällig" durch die Straße, wo die Praxis liegt.
    Irgendwann sind wir halt mal rein, setzten uns ins leere Wartezimmer (wir hatten die Erlaubnis, vor Beginn und nach Ende der Sprechstunde zu kommen, wenn wir üben wollten), Frau Doktor kam dazu, begrüßte den Hund, unterhielt sich kurz mit mir und wir gingen wieder. Das haben wir einige Male wiederholt, irgendwann ging es auch mal ins Sprechzimmer, ein anderes Mal auf den Tisch... Meine Tierärztin hat eine Engelsgeduld mit ängstlichen Tieren, das muss man einfach mal so sagen.

    Zu deiner 2. Frage noch: Ja, ich würde den Hund (mal ganz abgesehen vom Tierarzttraining, was nie schaden kann) einige Zeit nach der Ankunft mal dem Tierarzt vorstellen, einfach, weil der Tierarzt ihn in gesundem Zustand kennen sollte, um Abweichungen besser einordnen zu können. Wenn sich Arzt und Hund in einer stressfreien Situation, also ohne Krankheit oder Verletzung, kennen lernen können, wird ihre spätere Beziehung mit größerer Wahrscheinlichkeit stressärmer sein, als wenn ihre erste Begegnung im Akutfall stattfindet.

    Übrigens, Senta hat beim Tierarzt keine Leckerchen genommen, außer, ich hatte Wurst dabei. Vielleicht nimmst du beim ersten Besuch auch vorsichtshalber die Superleckerchen mit.

    Ich persönlich hätte für dieses Problem eine ganz eigene Lösung: Umdrehen. Ich bin auf einem Ohr taub, und wenn mich Nebengeräusche stören, leg ich mich aufs gesunde Ohr, und Ruhe ist. :D
    Ansonsten stört mich dieses Putzgeräusch nicht sonderlich, viel eher bin ich versucht, die Rennmäuse zu strangulieren, wenn die mitten in der Nacht ne Party mit Gitternagen, von den Etagen springen oder Trommelkonzert veranstalten. Denn sobald die damit loslegen, steht Herr Hund vorm Gehege und fiept. :headbash: