eine meiner ersten Sitterhündin war stark allergisch und ein ganz schlimmer Mäkler. Die ging an den Napf, rümpfte die Nase und schaute dich an, mit einem Blick, der besagte, wie du es wagen kannst, ihr solchen Fraß vorzuwerfen, um dann angeekelt wieder zu gehen. Dabei war der Hund viel zu dünn.
Ich hab das eine Weile mitgemacht. Immer diese Angst, ob der Hund frisst oder wieder stehen lässt und wie man dann die Medikamente (bekam sie im Futter) in den Hund bekommt. Das war gar nicht schön. Fütterung bedeutete immer Stress. Und nicht nur für mich, auch für den Hund.
Irgendwann hab ich die Reißleine gezogen (Besitzerin war zu dem Zeitpunkt länger abwesend). Ich hab den Hund einen Tag hungern lassen. Am nächsten Tag hab ich ihr eine halbe Portion angeboten. Hat sie nicht gefressen, wieder hungern lassen bis zur nächsten Mahlzeit, wieder eine halbe Portion angeboten. Hat sie zweimal hintereinander die halbe Portion aufgefressen, hab ich ihr als nächstes eine ganze Portion angeboten. Das ganze hab ich nur mit einer Futtersorte (normal bekam sie mehrere Sorten im Wechsel) über ein bis zwei Wochen durchgezogen (natürlich gab es auch zwischendurch weder Leckerchen noch Kaukram noch sonstwas) - ab da hat sie bei mir (fast) immer alles aufgefressen und ich konnte auch wieder abwechslungsreich füttern.
Aus dieser Erfahrung heraus, würde ich gerade bei einem Hund, der ein generelles Stressproblem hat, wirklich das "Entmäkeln" durchziehen - auch und gerade, wenn der Hund schon zu dünn ist. Es macht auch nicht wirklich einen Unterschied, ob der Hund von sich aus hungert (weil ihm nicht passt, was du in den Napf hast) oder ob du ihn hungern lässt. Im Gegenteil. Diese Mäkelei verursacht dem Hund auch noch Stress.
Natürlich macht man das "Entmäkeln" mit einer Futtersorte, von der man ziemlich sicher weiß, dass der Hund es verträgt und auch eigentlich mag.
Manchmal kann Mäkeln auch darauf hindeuten, dass der Hund bestimmte Komponenten im Futter nicht verträgt - da dein(e) Hund(e) allerdings bei jedem Futter das Mäkeln anfangen, dürfte diese Variante hier unwahrscheinlicher sein.
Da du allerdings auch schriebst, dass einer deiner Hunde ein grundsätzliches Stressproblem hat, würde ich gleichzeitig schauen, dass ich generell den Stress raus nehme. Manche Lebewesen (dazu gehöre auch ich) können bei Stress einfach kaum Nahrung zu sich nehmen bzw. vertragen alleine durch den Stress die Nahrung/Teile der Nahrung schlechter bis gar nicht.
Ggf. sollte hier auch über kurzfristige medikamentöse Unterstützung nachgedacht werden.