Beiträge von l'eau

    Das große Problem trockener Rassen: "Normalmenschen" betiteln sie immer als zu dünn.

    Ich bin bisher einmal von einem Fremden (Nicht-Hundehalter) für Jins Figur gelobt worden:

    Ein Spanier, der wohl durch seine Heimatregion mehr Kontakte zu Windhunden hat, als der durchschnittliche Deutsche (dass er Jin für einen jungen Galgo Español gehalten hat, sei ihm bei diesen Umständen verziehen xD)

    Es ist sehr schade, dass viele Tierhalter sich gleich angegriffen fühlen, wenn man ihnen sagt, dass ihr Tier zu dick ist.

    Eigentlich sollte man froh sein, wenn man von Außen eine Mitteilung bekommt - oft genug geht der Prozess schleichend und man merkt es selber gar nicht.

    Ist mir auch schon passiert :ka: Bislang hatte ich aber Glück, dass das niemand mit Ahnung gesehen hat und ich es selber schnell gemerkt habe - außer jetzt nach Jins letzter Läufigkeit, da war sie zum einen hormonell bedingt etwas schwammig und zum anderen ein wenig zu dick (was durch das schwammige aber extremer aussah, als es war). In genau dem Zeitraum ist Jin bei einem Coursing gestartet, bei dem naturgemäß lauter Hundehalter, die einen Blick für schlanke/trainierte Hunde haben, anwesend waren. Und prompt wurde ich darauf angesprochen, dass Jin "gut im Futter steht" :ops: Tjoa, war mir schon bewusst, allerdings nicht, dass das so deutlich zu sehen war. Ich hab dann die Diät etwas konsequenter durchgezogen als zuvor und so kam Jins trockene Figur pünktlich zum Ende der Scheinträchtigkeit wieder zum Vorschein.

    der DWZRV betreut alle Podencos/Podengos sowie Pharaonenhunde usw.

    Clara ist 42 cm hoch und wiegt 19 kg, also nach Rassenstandard völlig im Rahmen!

    Das optimale Gewicht eines individuellen Hundes richtet sich nicht nach Rassestandard sondern danach, wie das Tier aussieht/sich anfasst.

    Sie werden kurz errochen, und geraten dann wieder aus dem Interessensfokus, wenn sie nicht unmittelbar da sind

    Da ist Jin grundlegend anders, sie jagt durchaus auch auf Spur - ist hier aber kontrollierbar, also schon weniger stark gewichtet als der Sichtreiz

    l'eau Meinst du uns mit dem dicken Familien-Windi? :schweig:

    Ne! Eurer hat doch eine gute Figur. Ich weiß durchaus, dass "nur" Familienhunde u.U. eine andere Bemuskelung haben als ein "richtiger" Sportler. Ganz abgesehen davon, dass viele Whippets gar nicht erst die genetische Veranlagung zu solchen Muskelbergen wie Jin haben.

    Und nicht alle Familien-Windhunde sind dick - im Gegenteil, meiner Beobachtung nach eher wenige.

    Ich wollte nur schreiben, dass das Problem eben nicht ausschließlich TS-Hunde betrifft.

    Ich finde schon, dass Podencos, Pharaonenhund & Co. auch etwas in diesem Thread verloren haben - wenn es zu sehr stört, kann man ja den Thread-Titel entsprechend erweitern.

    Podencos, Pharaonenhund & Co. werden ja auch vom DWZRV betreut.

    Und verglichen mit den "typischen" Rassen gibt es schon einige Gemeinsamkeiten zwischen diesen unterschiedlichen Gruppen - u.a. das solitäre Jagen. Zwar auf unterschiedlichen Arten, aber doch komplett selbstständig und praktisch ohne größere Ausbildung (abgesehen vom Apport in die Hand, was wohl teilweise trainiert wird) - das findet man bei vielen anderen Jagdhundrassen eher selten.

    Oder auch, dass diese Hunde meist im Haus (auch dies ohne großartiges Training) total angenehme und recht unauffällige Zeitgenossen sind und draußen dann - spätestens bei entsprechendem Jagdreiz - eine ganz andere Seite zeigen.

    Mit den Galgos hier übe ich seit Monaten "Flugleckerli finden" Sie schauen ihm nach und wissen dann nicht weiter. Grad der Große konnte das anfangs gar nicht. Als wär er nasenblind. Isser nicht, aber irgendwie ist riechen in seiner Wahrnehmungsskala weit hinten gereiht. Das musste der regelrecht lernen, dass man nicht nur mit Glotzen und Durchstarten an Ziele kommt.

    Damit haben die Whippets, die ich kenne absolut gar keine Probleme. Alle nutzen ihre Nasen hervorragend. Jin hat mal - ohne irgendein Training in diese Richtung - meine Schwester über die Nase im Baumarkt wieder gefunden.

    Eine Schwester und eine Halbschwester von Jin sind sogar Flächensuchhunde.

    Der Galgo-Bub von GhAres sucht definitiv mit hoher Nase nach Wild, wenn man ihm im Freilauf zu sehr machen lässt.

    Vielleicht ist es ein Unterschied, ob man relativ reizarm in den Weiten Spaniens oder bei einem guten Züchter im doch recht beengten Deutschland aufgewachsen ist?


    @pinkelpinscher ich verstehe deinen Groll gegenüber TS-Galgo/Podenco-Halter, die keinerlei Ahnung haben.

    Ich unterscheide definitiv extrem zwischen TS-Galgo und Galgo Español. Da wir bei uns im Verein eine Galgo Español-Züchterin haben, hab ich ein recht gutes Bild davon, wie ein Galgo Español aussieht - und die meisten TS-Galgos sehen eben nicht so aus und sie dann als (reinrassige) Galgos zu vermitteln, ohne dazu zu sagen, dass es Mischlinge sind, kann für den Hund (und den Halter) ziemlich blöd enden.

    Ganz abgesehen davon, wie viele "gerettete" Hunde (unabhängig ob Podenco oder Windhund) schließlich als arme Mastschweine mit Krallen, dass jeder Grizzly neidisch guckt, enden :( :

    Wobei das Krallenthema leider oft auch aktive Coursinghunde aus (deutscher) Zucht trifft - allerdings selten so extrem, wie ich es schon bei manchem "geretteten" Hund gesehen habe.

    Auch die Fettleibigkeit ist kein alleiniges TS-Problem, wenn auch man fette Windhunde/Podencos bei Coursings eher selten sieht, so gibt es auch in einem "Nicht-Sportler-Zuhause" gelandete, hierzulande gezüchtete Hunde, die recht "gut beieinander" bis fett sind - wobei auch hier zutrifft, dass sie meist nicht so extrem sind, wie manch "geretteter" Hund. Und dann ist im Ausstellungswesen ja ohnehin gerade der Trend "Substanz" mit "Fett" zu verwechseln :schweig:

    Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch ganz tolle TS-Hundehalter, die ihre Windhunde/Podencos schlank, muskulös und mit ordentlichen Krallen halten und dann noch auf möglichst artgerechte Auslastung achten.

    Und ich denke schon, dass Coursing eine gute Auslastung auch für Podenco & Co. ist - aber bei diesen kann man sich u.U. eben nicht darauf ausruhen und muss dann noch eine weitere Beschäftigung für die Nase suchen.

    Wobei auch dies nicht nur für Podenco & Co. gilt.

    Wenn ich mir anschaue, mit wie viel Freude Jin dabei ist, wenn sie auch ihr Köpfchen benutzen darf. Wie gern sie ihre verlorene Frisbee sucht und mit wie viel Feuereifer sie beim Agility dabei ist - nein, nur mit Coursing wäre sie nicht so glücklich, wie sie es mit der Mischung ist.

    Ja, ganz oft bei Wellen.

    Das der Sprung der auf den Menschen zugesprungen wird, oft als "außen" angesagt wird.

    Da haben die Läufer oft Glück, dass ihre Hunde das außen rein auf Hörlaut auch nicht so gut verstanden haben

    ah, gut, dass du das ansprichst - wir hatten beim letzten Training das zweite Mal die Welle und ich hab nachher auch kurz überlegt, ob "außen" vielleicht das richtigere Kommando wäre. Gut zu wissen, dass ich in dem Fall intuitiv alles richtig gemacht habe. Aber ist ja eigentlich auch logisch...

    Je unabhängiger umso schwieriger stelle ich mir zb die geistige Auslastung vor ? weil, man ist ja umso mehr darauf angewiesen das der Hund darauf Lust hat

    Und selbst wenn der Hund es gelernt hat, das es sich lohnt mit Mensch zusammen zu arbeiten wird es wahrscheinlich immer mal etwas geben, was das überlagert.

    Gar nicht. Hat meine eine Auslastung gefunden, die dem Hund gefällt (Tricksen, Agility, Apportieren, Mantrailing usw. usf.) ist der Hund dort genauso gut/schlecht motivierbar wie jeder andere Hund auch - auch Windhunde sind letztlich nur Hunde. Höchstens mit dem Unterschied, dass sie bei einem entsprechenden Sichtreiz alles stehen und liegen lassen - sie sind eben selbstständige Hetzjäger. Aber das weiß man ja als Windhundehalter und wählt dementsprechend die Gegebenheiten aus :ka:

    Bei praktischer jeder Rasse muss man auf deren Besonderheiten eingehen. Bei manchen ist das einfacher, bei manchen anstrengender.

    Windhunde sind da aus meiner Sicht eher einfacher, einfach, weil sie sehr anpassungsfähig sind und auch mal mit nichts zufrieden sind - nur hin und wieder die Möglichkeit flitzen können brauchen sie tatsächlich und das ist ja nun wirklich einfach zu bewerkstelligen, wenn man sich vor Kauf eines Windhundes ausreichend Gedanken über die Haltung gemacht hat (wie man es bei jeder Rasse sollte).

    Auch ein Grund, weshalb bei mir ein Whippet eingezogen ist: die relativ gute Ableinbarkeit auch außerhalb umzäunter Areale (wobei es beim Whippet auch Linien gibt, die schlecht bis gar nicht ableinbar sind - mMn ist das aber nicht rassetypisch und widerspricht dem eigentlichen Sinn den Whippets) und durch das Terriererbe auch schon genetisch etwas mehr Lust dazu, mit dem Menschen zusammen zu arbeiten.

    :ugly: Das ist aber auch alles mega-kompliziert.

    Ich gebe zu: hätte Jin nicht derartigen Spaß an dem Sport (ich sag immer, dass sie sich Agility als Hobby ausgesucht hat), ich würde ihn nicht machen. Zu anstrengend :tropf:

    Aber da Jin nunmal Agi machen möchte, muss ich da auch durch und gebe mein bestes, sie gut zu führen.

    ja, die orientalischen Windhunde sind idR unabhängiger als die okzidentalen.

    Ich glaube, auch @Marulas Salukis können alle frei laufen - leider ist sie mWn nicht mehr hier aktiv.

    Und ich kenne eine Saluki-Züchterin, deren Salukis auch alle frei laufen können.

    GhAres Azawakh-Dame kann auch recht gut frei laufen, dafür ist ihr Galgo Español nur begrenzt ableinbar.

    Prinzipiell kommt es beim Windhund (neben der Rasse: z.B. ist ein Whippet idR freilauffähiger als ein Galgo) auch immer ein bisschen auf die Gegend drauf an: Eine Gegend mit (viel) sichtbarem Wild ist eher ungünstiger für Freilauf als eine mit wenig bis gar keinem sichtbaren Wild.

    Und wie bei jedem Hund kommt es auch auf die Erziehung drauf an: Hat der Hund gelernt, dass es sich lohnt, beim Menschen zu bleiben?

    Das mMn größte Problem sind Hunde, die selbstständig auf die Suche nach was jagbarem gehen; z.T. kann man das durch rechtzeitiges Eingreifen und entsprechende Erziehung verhindern - aber bei manchen Exemplaren ist wohl auch niemals Freilauf möglich.

    Ein Hund aus dem Tierschutz mit evtl. jagdlicher Vorgeschichte ist natürlich auch eine ganz andere Hausnummer, als ein Welpe vom guten Züchter.

    Hunde, die "nur" bei sichtbarem Wild unkontrollierbar sind, sind mMn in vielen Gegenden gut zu händeln.

    Meine Jin z.B. jagt mit allen Sinnen, ist aber auf Geruchs- und Hörreize kontrollierbar. Nur, wenn sie etwas sieht, ist sie idR erstmal weg. Ich wähle unsere Gassigebiete sorgfältig und ggf. bleibt sie an der Leine.

    Bei Jin ist Auslastung zum Großteil Bewegung (Freilauf, Frisbee-Spielen, Coursing, Wandern und, ab morgen, auch Radfahren (da hol ich mein Rad aus der Werkstatt ab)), aber sie arbeitet auch gern mit dem Kopf, so dass wir gelegentlich miteinander tricksen. Allerdings begleitet sie mich auch praktisch überall mit hin, was u.U. auch anstrengend für sie ist. Jins Lieblingsauslastung ist eine Kombi aus körperlicher und geistiger Beschäftigung: Agility. Machen wir jetzt seit einem Jahr und Jin liebt es.

    Aber ansich ist Jin super-anpassungsfähig und wenn ich mal krankheitsbedingt flach liege, dann können wir auch tagelang nichts machen.