Beiträge von l'eau

    Warum dein Hund das macht, lässt sich so ohne weiteres kaum sagen.

    Nachdem ich im Alltag deutlich mehr schlecht bis sehr schlecht als gut sitzende Geschirre sehe, schließe ich das Geschirr als Teil des Problems nicht aus. Bei kühlerem Wetter verspannt sich die Muskulatur eher, womit bestehende Probleme verstärkt werden können - ein schlechter sitzendes Geschirr also u.U. deutlich unangenehmer wird.

    Solange der Hund halbwegs leinenführig ist und das Halsband ausreichend breit (mind. Breite des Nasenschwamms) ist, würde ich grundsätzlich ein Halsband am Hund präferieren.

    Mein Hund trägt beispielsweise eigentlich nur dann Geschirr, wenn sie ziehen darf/soll; sonst trägt sie immer Halsband - und das, obwohl Jins Leinenführigkeit gelegentlich zu Wünschen übrig lässt (ich bin einfach zu inkonsequent, um das richtig zu trainieren/vermitteln). Probleme, die bei Jin physiotherapeutisch behandelt werden müssen, haben ihren Ursprung nie im Halsband, sondern kommen entweder von (akuten) Sportverletzungen oder rühren aus den "Erinnerungen" einer alten, größeren Verletzung.


    Du schreibst, dass dein Hund ein Morgenmuffel ist. Das kann durchaus dazu führen, dass der Hund sich nicht so recht zum Rausgehen motivieren lassen mag - gerade, wenn gleichzeitig das Wetter nicht so genehm ist. Da muss man sich auch nicht einbilden, der Hund wisse nicht, dass er angezogen würde, weil er den Mantel nicht sähe - der Hund weiß nach wenigen Wiederholungen, bei welchem Wetter er idR angezogen wird.

    Genauso weiß der Hund ganz genau, dass er zum Rausgehen das Geschirr angezogen bekommt. Ganz egal, ob das Geschirr zu sehen ist oder nicht.


    Edit:

    habe ich zwar schon mal versucht aber tue ich eigentlich nie, weil ich es sehe wie du. war als Antwort auf einen vorherigen post der riet, es über Kekse aufzubauen und als Illustration dafür, dass es ihr echt ernst zu sein scheint (weil sie nicht mal für die Lieblingskekse raus will)

    Es ist halt ein Unterschied, ob man einen Hund mit Leckerchen bestechen will oder diese beim entsprechenden Training als Belohnung einsetzt.

    Ich hasse "shoppen". Kaufe wirklich ungern Kleidung. So, jetzt hab ich zwei Jeans, die ich mal bestellt habe und die mir wirklich gut passen. Also wollt ich die mir nochmal - je in einer andren Farbe - bestellen. Gut, eine gab's nicht mehr, aber die andre und diese sogar in ausreichend verschiedenen Farben. Also nochmal zwei verschiedene gekauft. Und jetzt sind die länger, als die die ich vor einem Jahr gekauft habe :ugly: Bei gleicher Größe - ich hab ja echt nochmal nachgeschaut und mit der "alten" Hose verglichen, dachte erst, ich wär so blöd gewesen und hätt die falsche Größe bestellt. Und die hellere ist sogar nochmal länger als die dunklere Hose :ugly: Warum? Wer denkt sich denn sowas aus?

    Aber obenrum passen die Hosen. Also werd ich sie wohl behalten und kürzen lassen - auch wenn das nervt, weil ich dafür extra wo hin muss...

    nochmal vorkram:

    Die Krallen sollen beim Abrollen den natürlichen Bewegungsablauf nicht behindern, das seh ich nämlich als einziges wirkliches Problem bei (zu) langen Krallen.

    Die Bewegung des Hundes wird also auf nervlicher und muskulärer Ebene verändert, Faszien und Sehnen werden in Mitleidenschaft gezogen. Und das betrifft nicht "nur" die Pfoten/Beine des Hundes, sondern seinen gesamten Körper.

    Wobei man ganz klar sagen muss, dass es nicht die eine perfekte Krallenlänge gibt. Wie beim Gewicht auch ist das ein gewisser Bereich, der "perfekt" ist. An welchem Ende des Bereichs man die Krallenlänge halten sollte (sofern sie dies nicht von alleine macht), hängt mMn voranging von Belastung und Umgebung ab.

    Bei einem Hund, der in einem Sport läuft, der viele schnelle Wendungen und/oder hohe Geschwindigkeiten erfordert (z.B. Windhundsport, Agility), sollten die Krallen eher kürzer gehalten werden - simple Physik: je länger der Hebel, desto stärker die Kräfte, den Ansatz wirken. Heißt beim Hund: je länger die Kralle, desto eher ist die Zehe gebrochen (oder schlimmeres).

    Ist der Hund viel im schroffen Gelände unterwegs, so werden die Krallen von Geröll, hartem Untergrund usw. stark beansprucht - hier schützen eher längere Krallen den Hund davor, sich die Krallen blutig zu laufen.

    Ich kann es mir fast nicht vorstellen, dass es ohne manuelles Kürzen geht :see_no_evil_monkey:

    Soll es aber wohl geben.

    Ja, gibt es. Bei Windhunden ist mir noch keiner untergekommen, der ohne Krallenkürzen eine passable Krallenlänge hatte. Aber bei vielen anderen Rassen ist das nicht nötig.


    Wobei es witzigerweise sogar in einem Wurf unterschiedliche Typen geben kann: der Border meiner Agi-Trainerin hat immer "natürlich" eine gute Krallenlänge. Seinem Wurfbruder, der auch bei uns im Verein Agi macht, müssen hingegen die Krallen regelmäßig gekürzt werden (erinnerlich aber nur vorne, hinten läuft er sie auch gut ab).


    Wer die Hundepfoten nicht pflegen muss, muss nicht vom Krallenschneiden reden. Also reden nur die darüber, die es machen (müssen) und es entsteht der Eindruck das sei verbreitet.

    Das denk ich auch.

    Für mich ist durch meine Rasse Krallenkürzen so normal, dass ich es befremdlich finde, wenn ein HH nicht weiß, wie das geht - da muss mir dann immer erstmal wieder einfallen, dass es auch Rassen gibt, bei denen das seltener bis nie nötig ist |)

    ich denke, das muss bei uns so

    nein, das "muss" nicht so. Dein Hund hatte irgendwann mal mit dem Rausgehen Unbehagen (bei Geschirrträgern ist mein erster Gedanke immer, dass das Geschirr nicht richtig sitzt) und daraus hat sich dann dieses Ritual entwickelt. "plötzliche Lähmung" kann übrigens das sog. "Freeze" sein - eine Art auf starken Stress zu reagieren.

    Wenn das jetzt "nur" noch das Ritual ohne die Emotionen dahinter ist, kann man das so lassen (solange es einen nicht nervt). Wenn der Hund aber in dem Moment noch immer eine negative Emotion mit dem Rausgehen verknüpft, würde ich persönlich daran arbeiten - das ist immerhin mind. 3x täglich der Fall. Das finde ich persönlich schon recht lebenseinschränkend.


    @CathymitTara Ich schließe mich Donna63 an, dass dein Hund eigentlich noch zu jung für Arthrose ist. Allerdings gibt es durchaus auch andre Erkrankungen des Bewegungsapparates, die zu Schmerzen führen können. Da dein Hund ein Labradormischling ist, würde ich an deiner Stelle in jedem Fall Ellebogen und Hüfte Röntgen lassen und zwar bei einem TA, der weiß, was er tut und die Röntgenbilder tatsächlich interpretieren kann - ein schlechtes HD-Röntgen kann einen gesunden Hund krank, aber genausogut einen kranken Hund gesund aussehen lassen.

    Daher hab ich ja zwei parallele Lösungswege genannt:

    1. an Mantel/Anziehen gewöhnen/ das Schönfüttern

    2. Rausgeh-Signal einführen, auf das der Hund selbstständig (und freudig) zur Tür kommt

    Und wie von @Lockenwolf vorgeschlagen, das unbeliebte Wetter für den Hund mit was Schönem verknüpfen (die Idee find ich übrigens echt spitze und werde sie mir merken, falls ich mal einen wetterscheuen Whippet erwische).

    Während der Trainingsphase kann man noch versuchen, den Stress für den Hund zu minimieren, indem man möglichst nur bei "angenehmen" Wetter raus geht.

    Nachdem ich die Pizza in den Ofen geräumt habe, konnte Jin sich plötzlich wieder normal verhalten

    Also das hast du jetzt leider komplett missverstanden :no:

    Du solltest die Pizza doch eindeutig in den Hund und nicht in den Ofen räumen... :rollsmile:

    Nö, hab ich schon richtig verstanden. Aber die Pizza war MEIN Mittagessen. Da kann die Prinzessin sich das noch so sehr anders wünschen...

    Allerdings bin ich ja kein Unmensch und Jin hat dann zum Abendessen noch das letzte Stück Pizza bekommen. Und wie immer meine Essensreste vom Abendessen |)

    Mantelanziehen haben wir oft geübt aber sie mag es trotzdem nicht. sie frisst auch keine Kekse dabei, erst danach.

    Klingt so, als würdest du die Trainingsschritte zu groß machen. Bis zu welchem Punkt nimmt sie noch Leckerchen? Wenn sie den Mantel sieht, wenn du ihn in der Hand hast? Dann erstmal das Belohnen und sich langsam dem ersten Punkt annähern, der Meideverhalten erzeugt.

    mit Keksen rauslocken geht auch nur so semi, sie scheint es wirklich nicht zu wollen, auch für die Lieblingskekse kommt sie nur wenige schritte, dreht dann wieder ab etc.

    Rauslocken würde ich auch gar nicht.

    Wenn sie mit Leine halbwegs problemlos mitgeht, dann wäre bei mir in nächster Zeit für Gassi eben immer die Leine dran.

    vmtl. ist ihr das Anziehen unangenehm und/oder sie hat gelernt, dass es Kekse gibt, wenn sie nur genug Drama macht.

    Am besten trainierst du das Mantelanziehen in einer ruhigen Minute unabhängig vom Rausgehen. Mantelanziehen ist was normales und kein Weltuntergang.

    Trägt dein Hund Geschirr? Dann bitte kritisch schauen, ob das Geschirr wirklich passt und ggf. das Anziehen auch (neu) positiv trainieren.

    Damit sich das Verhalten nicht noch mehr festigt, kann eine Hausleine sinnvoll sein.

    Außerdem würde ich wohl ein Rausgeh-Signal auftrainieren. Also: immer nur, wenn dein Hund auch sicher ankommt/mitkommt, dieses Signal geben und per Leckerchen bestärken. Erst, wenn dein Hund auf das Signal hin sofort angeflitzt kommt, es auch zu Zeiten verwenden, an denen der Hund sonst nicht so gern kommt - aber natürlich anfangs nur bei Wetter, bei dem der Hund nicht großartig angezogen werden muss.

    Jin hat(te) auf das letzte Pipi-Machen oft keinen Bock (weil sie zur der Zeit eigentlich noch nicht muss, ich aber keine Lust habe, mitten in der Nacht aufzustehen, damit der Hund sich lösen kann). Ich hab dann eine Keksdose neben die Türe gestellt, Signal eingeführt (bei uns "Komm Pipimachen"), Dose möglichst laut geöffnet und bin dann mit dem Keks zu Jin hin und hab sie mit dem Keks zur Tür geführt. Nach wenigen Tagen ist Jin schon beim Öffnen der Dose von alleine aufgestanden. Mittlerweile steht sie schon beim Signal auf. Theoretisch könnt ich die Kekse nun auch wieder ausschleichen, aber irgendwie ist das auch ein nettes Ritual so...