Und im Urlaub gehen wir das Training und die Ruhe richtig an.
2-3 Wochen werden nicht reichen, damit du deinen Welpen halbwegs an dein Leben angepasst bekommst.
Auch, weil ein Lebewesen nichts statisches ist. Die Entwicklung, die Menschenkinder durchmachen, machen Hundekinder im Schnelldurchlauf durch - mit durchaus mehr und heftigeren Phasen. Es gibt Angstphasen, in denen der Welpe/Junghund bereits gelerntes nicht mehr (wie gewohnt) umsetzen kann. Hunde kommen genauso wie Menschen in die Pubertät. Hündinnen haben zusätzlich das "Problemchen" der Läufigkeit, in deren Zeit die Hormonumstellung einiges durcheinander wirbeln kann - und so die Hündin plötzlich nichts mehr von dem kann, was bis dahin selbstverständlich ist. Nichts davon muss so kommen. Aber all das kann kommen. Und der Border Collie ist nunmal eine hochsensible Rasse, die für solche Schwankungen durchaus anfälliger ist.
Zumal, wenn - wie in deinem Fall - die Startbedinungen suboptimal sind. Im schlimmsten Fall sind die Eltern deines Hundes unsicher. Die Mutterhündin lebte viel im Stress, gerade auch in der Trächtigkeit und der Zeit der Welpenaufzucht, bekam nicht ausreichend Nährstoffe während der Trächtigkeit und dem Säugen - kurz, dein Welpe hat seit Zeugung tagtäglich einen Haufen Stresshormone abbekommen. Womit dein Welpe auf Stress nochmal viel empfindlicher reagiert, als ein Border Collie aus sorgfältiger Zucht.
Also selbst wenn du es schaffen solltest, deinem Welpen während deines Urlaubs alle Grundlagen zu vermitteln, so dass er tatsächlich entspannt in der Box pennt - die Wahrscheinlichkeit, dass es immer wieder Phasen gibt, in denen davon absolut nichts klappt, ist verdammt hoch.
Dein Hund ist nicht für ein Leben in der Stadt gemacht. Er ist nicht dafür gemacht, sich mit den Reizen des Verkehrs auseinandersetzen zu müssen. Evtl. ist er noch nichtmal dafür gemacht 24/7 mit einem Menschen zusammen zu leben - oft werden Arbeits-Border Collies noch in Zwingern gehalten und nur zum Arbeiten rausgeholt. Das ist dann epigenetisch verankert - auch in den Nachkommen, manchmal sogar über Generationen.
Diese Hunde benötigen extrem viel Hilfe um in unserem "normalen" Alltag problemlos zurecht zu kommen - und das ihr ganzes Leben lang.
Ob man das tatsächlich leisten möchte, muss man sich sehr, sehr gut überlegen. Und, ob man das kann.