Ich interpretier die zweite Situation etwas anderes: du hast der Pittihündin das Geschirr angezogen, dadurch wurde sie sowohl in ihrer Bewegungsfreiheit (kann nicht weggehen) als auch in ihrer Kommunikationsfähigkeit (kann körpersprachlich nur schwer Distanz verlangen) eingeschränkt.
Und dann quetschte sich eine deiner anderen Hündinnen vorbei. Der Pittihündin war das vielleicht einfach zu viel und sie hat laut und deutlich zu verstehen gegeben, dass sie mehr Distanz möchte.
Mein Hund ist mit Fremdhunden/ noch nicht gut bekannten Hunden oft unsicher und zeigt, wenn er eingeschränkt wird und der andere Hund zu nahe kommt, aus Unsicherheit, ein ähnliches Verhalten. Daher manage ich solche Situationen so, dass andere Hunde uns nicht zu nahe kommen.
Auch bei deinem Fall halte ich daher so ein Management für angebracht: du sorgst dafür, dass ihr kein Hund zu nahe kommt, wenn du sie an-/ausziehst.
Wenn sie allerdings beim Kuscheln andere Hunde weg knurrt, würde ich sie weg oder auf ihren Platz schicken. Hunde sollen Knurren dürfen, den es ist ein wichtiger Schritt in der Kommunikationskette. Fällt dieser weg, kommt nach Lefzen hochziehen und andere, feine körpersprachliche Signale, recht zügig ein Abschnappen oder gar Beißen. Durch das wegschicken lernt der Hund, dass er, eine Situation verlassen soll, die ihm nicht passt und gleichzeitig lernt er, dass er dich nicht zu verteidigen hat.
Du kannst auch einfach, wenn du die Pittihündin kuscheln möchtest, diese zu dir rufen und deine Hunde währenddessen auf ihren Platz schicken. Und danach schickst du die Pittihündin auf ihren Platz und kuschelst dann deine (oder anderesrum).
Ob du mit deiner Theorie richtig liegst, kann man aus dem von dir Beschriebenen nicht beurteilen: Natürlich ist ein Hund verunsichert, wenn er bei einer fast fremden Person mit zwei fast fremden Hunden in einer fremden Umgebung gelassen wird: der Hund weiß nicht, dass Frauchen wieder kommen wird.
Andersrum kennt sie sowohl Frauchen als auch Herrchen von klein auf, ist mit beiden aufgewachsen. Vielleicht hat sie daher gar kein Problem mit zwei Bezugspersonen und dass sie abwechselnd mit ihnen Zeit verbringt...
LG Anna