ersetzen wir das "kontrollieren" in diesem Fall einfach durch "alles ruhig im Auge behalten" - und genau das tut dieser Typ.
Beiträge von terriers4me
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Ich denke, noch nicht gelernte Beißhemmung ist da sehr im Spiel - nicht etwa, weil der kleine Welpe beschädigen möchte, sondern weil er sich schlicht noch nicht kontrollieren gelernt hat. Ich hatte hier ja nun auch wieder so einen kleinen Power-Piranha von acht Wochen aufwärts, aber das Hündchen war, dank Aufwachsen im altersgemischten Rudel und bei erfahrenen Leuten, tatsächlich schon sehr vorsichtig. Diese Kleinen hatten von ihren Geschwistern und vierbeinigen "Erziehungsberechtigen" früh gelernt, daß das tolle Spiel unschön endet, sobald man zu fest zufaßt.
Insofern hatte ich die Kleine zwar auch monatelang ständig in dieser Jagdhunde-Manier irgendwo hängen, habe aber selbst in der schlimmsten Hai-Phase keinen einzigen Kratzer in der Haut gehabt. Obwohl ich viel mit bloßen Händen mit ihr gerangelt habe, eben, um diese gut angelegte Hemmung gleich beizubehalten - da reichte wirklich ein "Vorsicht!", und die Jungjägerin ließ sofort locker. Wie das "erlaubte" Paar Schuhe, die Besen und das Spielzeug dagegen aussahen, ist klar: altersgerecht. Aber, wie gesagt, Haut und auch Kleidung hat selbst der kleine, dauerkauende und -schüttelnde Terrier bei der ganzen Zupack-Toberei nie auch nur geritzt - und sowas das scheint dieser Lütte eben noch nicht gelernt zu haben.
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Buddy,
im Prinzip stimmt das genau, daß ein sehr ruhiger Welpe oft der selbstbewußteste ist - dieser Typ sitzt dann aber garantiert NICHT unter der Heizung oder sonstwo am Rand, sondern beobachtet das Gewusel meist von einem erhöhten "Chefplatz" aus. Das ist wirklich ein Unterschied, den du ganz deutlich siehst, wenn du einen Wurf beobachtest: der Souveräne versteckt sich nicht, der kontrolliert eher.
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Für mich klingt das eher nach dem Normalverhalten einer derart heißen Mischung. Verstärkt eventuell dadurch, daß ihr den unsichersten, geducktesten Welpen aus dem Wurf genommen habt (nämlich den, der immer "friedlich" unter der Heizung saß!).
Also den "underdog", der jetzt zum ersten Mal richtig altersgemäß aufdrehen möchte, aber offenbar bisher noch kein geregeltes Spielverhalten gelernt hat, weil ihm die zehn wilden Geschwister eher Angst als Freude gemacht haben.
Das Mordstemperament, das bei so einer, sagen wir mal: risikofreudigen Mischung ja nahezu garantiert ist, in geregelte Bahnen zu lenken, dürfte eine recht anspruchsvolle Aufgabe werden, von Schutz- und Jagdtrieb gar nicht zu reden. Wenn ihr da nicht ganz sicher und erfahren seid, braucht ihr schleunigst professionelle Hilfe, Kommerz hin oder her. Ein pubertierender Weimaranermischlingsrüde, der weder Beißhemmung noch Manieren gelernt hat, ist nämlich alles andere als witzig...
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Hier gibt's beides: wenn ich Gemüsemix dünste, kommt Fenchel dazu, ich füttere ihn aber auch oft mal roh püriert. Weil's ein sehr zartes und saftiges Gemüse ist, scheint der Hund das auch zu verdauen, im Gegensatz zu roh pürierten Möhren, die rauskommen, wie sie reingegangen sind. Wenn ich bloß Ballast brauche, püriere ich übrigens die rohen Stiele, und die Blätter gehen eh roh mit ins Gemüse.
Gottseidank putzt mein Hund sowohl rohen als auch gedünsteten Fenchel begeistert weg. Dafür streikt sie dann bei jeder Art von püriertem Obst - bei der Vorgängerin war's genau umgekehrt. Ich würde Fenchel also auch so füttern, wie der Hund ihn am liebsten mag und am besten verträgt - und das erstmal mit ganz kleinen Mengen ausprobieren.
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Ein guter Airedale ist aber auch wirklich ein Hund zum Schwärmen!
Die für einen Terrier große Führigkeit soll die Rasse übrigens einem guten Schuß Collieblut verdanken, und das schlägt bis heute noch manchmal durch: Meine Hündin hatte sehr knappes, drahtiges Haar und kaum Bart - da konnte man den Collie am Kopf tatsächlich noch ein bißchen erkennen. -
Ich selbst habe allerbeste Reithunde-Erfahrungen mit einem Airedale gemacht. ABER das ist ein Terrier, also einer, der sehr viel Temperament und reichlich Jagd- und Schutztrieb mitbringt und auch mit anderen Hunden schwierig werden kann, wenn ihm die Führung fehlt. Allerdings ist die Power (zumindest in den Leistungslinien) gekoppelt mit einem Willen zur Zusammenarbeit, der den Hund gut handhabbar werden läßt.
Das setzt aber unbedingt entsprechendes Grundtraining voraus - der ist also definitiv kein "Selbstläufer" am Pferd, sondern eher einer der Anspruchsvollen. Wenn's klappt, ist ein Airedale allerdings perfekt: körperlich leistungsfähig, kernig und immer für alles zu begeistern, dazu von angenehmer Mittelgröße und - gut getrimmt - nach Matschausritten fix sauberzukriegen.
Ein "cooler" Hund a la Hachiko, Blue Merle Aussie oder RR ist es natürlich nicht - gottseidank sind Airedales weit aus der Mode und bleiben das hoffentlich auch!!
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@ lakasha,
der Hund bellt vermutlich nix mehr an, der bellt einfach, weil er sonst keine Abwechslung hat. Irgendwann landen sehr gelangweilte/frustrierte Hunde in dem Stadium, in dem sie sämtliche Energie mit Dauerbellen abreagieren, gern rund um die Uhr, notfalls ohne jeden Anlaß. Sie haben ja gelernt, daß sonst ja eh nichts läuft.
Liegt allein an der Haltung: einer der der Schäferhunde aus meinem obigen Post hatte das Glück, nach vier Jahren Haft in andere Hände zu kommen und wieder "Rudelanschluß" zu haben - und fortan war der Nonstop-Kläffer ein ruhiges, ausgelichenes Tier.Bloß: solchen Besitzern ist Gekläff eben lieber, als selbst den Hintern hochzukriegen - dann ist der lästige Hund abends schön müde & der Rest ist für die Nachbarn...mein herzliches Beileid!
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Ich verstehe nur zu genau, was du meinst! Ich bin eigentlich derart hundeverrückt, daß ich mein Leben lang gedacht habe, ich könnte problemlos über einem Tierheim wohnen. Bis einer meiner Nachbarn auf die Idee kam, zwei junge Schäferhunde in einen Zwinger zu packen und da vergammeln zu lassen, gerade mit so viel Service, daß es tierschutzrechtlich nicht zu beanstanden war. Diesen Hunden durfte ich VIER Jahre lang Tag und Nacht fast nonstop beim Wahnsinnigwerden zuhören (ich arbeite dummerweise auch zuhause). So lange hat das gedauert, bis da gerichtlich was zu machen war und zumindest ein Hund erlöst wurde, und am Ende war ich auch ziemlich dicht vor durchgedreht. Mein eigener Hund übrigens ebenso - die konnte buchstäblich keine Pfote aus der Tür setzen, ohne daß das rasende, aggressive Gekläff losging und wollte nachher nicht mehr mit in den Garten.
Inzwischen ist das glücklicherweise vorbei und hier rundum wohnen vernünftige Hundehalter, aber wie folternd dauerndes Gebell tatsächlich sein kann, werde ich sicher nie mehr vergessen. Ich habe ewig gebraucht, bis ich überhaupt wieder ruhig durchschlafen konnte und nicht von jedem Beller irgendwo hochgefahren bin, immer mit diesem elenden Schrecken: Jetzt geht's wieder los...
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Lakelands werden/wurden immer dann in Jack Russels eingekreuzt, wenn das Ergebnis kräftiger, besser befellt und "showier" sein sollte. Das ist kein neues Thema, und die fuchsjagenden Russell-Leute haben sich immer erbittert dagegen gewehrt, weil Lakelands ja sehr harte, tötende Terrier sind und damit diese einmalige "sanfte" Arbeitsweise des Russells, die ursprünglich sein Daseinszweck war, ruinieren.
Diese Lakeland-Debatte war auch einer der Hauptgründe, weshalb so viele jagende Terriermen heftig gegen die FCI-Anerkennung waren, und siehe da: als das erste offizielle Zuchtbuch aufgestellt wurde, war promt ein Lakeland-Mixrüde dabei. Erfüllte alle Kriterien, mußte also eingetragen werden und wurde sehr erfolgreich.
Wie gesagt: das Thema ist ein uralter Streitpunkt, und hin- und hergekreuzt worden ist immer. Jack Russels waren ja, von einigen wenigen puristischen Fuchsjäger-Zuchten wie Foxwarren abgesehen, immer eine sehr gemischte Truppe - Beagle und Bullterriereinfluß inklusive.
Ich kenne andererseits kaum eine Hunderasse, die über so lange Zeit so gebrauchstyptreu gebleiben ist wie diese vergleichsweise wenigen "original type" Parson Russells. Kann man hier ganz wunderbar sehen, und die Mutter von Carlisle Tack könnte auch meine junge Hündin sein - da hat sich nix verändert:
http://www.prt-jrt.com/articles/wilco…now-wilcox.html
ABER das sind dann wieder die Stämme, die inzwischen ganz intensiv und ohne Einkreuzungen auf Linie gezogen sind, und dabei dummerweise auch auf einige Tiere, die Ataxie vererbt haben, aber in praktisch jedem dieser Pedigrees vorkommen, oft sogar gehäuft - also ist auch das wieder ein zweischneidiges Schwert.