Beiträge von Phantomaus

    Bei mir knallen alle Sicherungen raus, wenn ich einen Welpen sehe. Ich weiß, dass Welpenhalter es ab dem zweiten Tag nicht mehr toll finden, dass jeder ihren Hund befuddeln will, aber ich kann nicht anders und muss mich auf den Boden schmeißen, quietschen und den kleinen Hund locken. Und hoffe immer insgeheim, dass man als Selber-Hundehalter dafür nicht ganz so sehr verachtet wird... :pfeif:

    Wobei ich selbst es auch immer schräg finde, wenn ich mit (erwachsenem) Hund z.B. in der Stadt unterwegs bin: Eine Menge Leute kommen auf meinen Hund zu, machen Geräusche und erzählen mir dann, dass sie auch einen Hund haben und dass meiner ihren sicher riecht. Na klar. :roll: Mehr als einmal bin ich außerdem gefragt worden, ob der Hund ein Leckerli haben darf, sie hätten da welche griffbereit.

    Auf der anderen Seite muss mich selbst maximal beherrschen, damit ich nicht genau das Gleiche mache, wenn ich mal alleine unterwegs bin und einen Hund sehe, den ich interessant finde… Schaffe ich auch nicht immer :hust:.

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    Ich mach lange Spaziergänge, mit Stöcken und Bällen auf der Wiese toben, er ist nicht platt zu kriegen.

    Ich habe auch einen Hund, den man früher nicht platt gekriegt hat und der immer unter Spannung stand. Was Du hier sicher schon überall gelesen hast: Nicht so viel Action machen, nicht noch zusätzlich wuschig machen mit Bällchen werfen und wild spielen. Versuch mal, es viel ruhiger angehen zu lassen mit ihm. Lass Dir Zeit und nimm ihn vielleicht erstmal nicht mit ins Cafè, wenn er das nicht packt. Nimm Dir eine Thermoskanne mit und setz Dich irgendwo abseits mit einem Kaffee und einem Buch in die Botanik – das Wetter wird ja gerade wieder geeigneter dafür. Fuß auf die Leine stellen, Kaffee trinken und nix machen.

    Für zu Hause habe ich leider keine Erfahrung - da war mein Hund gottseidank etwas pflegeleichter. Die üblichen Tipps mit hundertmal den Raum wechseln, damit dem Hund das Hinterherlaufen zu blöd wird, sind bei einem so aufgedrehten Hund allerdings wohl etwas kontraproduktiv... Aber vielleicht wäre es eine Idee, ihm das Körbchen schmackhafter zu machen, indem Du ihm rituell ein T-Shirt oder so etwas von Dir mit rein legst? Also: Hund ins Körbchen schicken, T-Shirt reinlegen, in die andere Raumecke/kurz zur Tür gehen. Wiederkommen, T-Shirt rausnehmen, Kommando auflösen. Und das dann langsam ausbauen?

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    Ich hab auch mal Fragen zu den Packtaschen? Kann man die auch für kleinere Hunde nutzen?

    Man kann schon, aber es nützt einem dann nicht mehr viel. Ein Hund kann offenbar mit einem gut sitzenden Packgeschirr so ca. 10% seines Körpergewichtes tragen. Bei einem 25kg-Hund sind das 2,5 Kilo. Bei einem 10 Kilo-Hund wäre es nur noch ein Kilo und für einen 5kg-Hund sind wahrscheinlich schon die Taschen alleine schwer genug...

    Ich habe das so gemacht, dass ich sie zur Konditionierung hingesetzt habe und mich dann ein paar Meter entfernt habe. So, dass sie eigentlich sowieso und garantiert zu mir wollte. Dann habe ich gepfiffen, das Auflösekommando gegeben und sie flog los. Und dann den Supersnack rein.

    Das Ganze habe ich insgesamt zwei, drei Mal gemacht, da war das Auflösekommando schon nicht mehr wichtig. Dann habe ich das peu à peu ausgeweitet: Gepfiffen, wenn sie 1o Meter vor mir war, aber nichts Besonderes vorhatte. Dann mal, während sie an einem Grasbüschel geschnuppert hat. Dann, während sie überlegt hat, zu einem anderen Hund zu rennen. Dann, als sie schon losgerannt ist.

    Das Ganze habe ich über mehrere Wochen aufgebaut - aber immer nur zwei-, dreimal die Woche gepfiffen. Und immer aus unterschiedlich starken Reizlagen. Und ich habe mir ewig Zeit gelassen, bis ich mich wirklich getraut habe, zu pfeifen, während sie dem Hasen schon hinterherrannnte. Und das klappte dann auch. Bis jetzt noch jedes Mal.

    Ich achte auch darauf, die Pfeife nur sehr selten zu nutzen. Und niemals, wenn ich vorher schon "Hier" gerufen habe und es gerade nicht um Leben und Tod geht. Denn das normale "Hier" will ich natürlich auch behalten. Auch, wenn das gelegentlich mal überhört wird…

    Auf der anderen Seite sehe ich zu, dass ich ca. einmal die Woche pfeife, damit das Ganze aktuell bleibt. Und auch da: Nicht nur, wenn sie dem Reh hinterherwill, sondern auch mal, wenn sie einfach nur lustig geradeaus rennt.

    Neulich hat jemand vor meinem Büro einen sinnfreien Satz geflötet, in dem das Wort "Knackwurst" vorkam.

    Die Stimme und die Vokabel kamen mir bekannt vor und ich bin rausgerannt, um eine Gassibekannte zu grüßen. Sie war es auch, aber ohne Hund. Ich frag sie, wo der Hund denn so schnell hin ist und sie meinte, wieso, der wäre zu Hause geblieben…? Habe dann wegen der Knackwurst nachgefragt und sie meinte, dass sie ALLE aus ihrer Familie so nennt – und diesmal das Kind gemeint war...

    Meinen Hund kann ich auch nicht auf den Arm nehmen. In einem Angsthundthread wurde gestern allerdings auch der Vorschlag gemacht. Von der Grundidee finde ich das gar nicht schlecht - "da ist was gruselig, mein Mensch muss mich retten". Ist ein Schritt in die richtige Richtung, denn immerhin lernt der Hund, sich in Krisensituationen zu seinem Menschen hin zu orientieren. Darauf kann man sicher ein vernünftiges Training aufbauen, in dem der Hund lernt, sich mit Angstauslösern auseinanderzusetzen.

    Was man natürlich nicht fördern will, ist ein pöbelnder Hund, der von da oben erst so richtig gut loslegen kann. Aber darum geht's hier ja offenbar nicht.

    Meinen Hund habe ich auch als zitterndes Nervenbündel übernommen und es hat sehr, sehr lange gedauert, bis ich mit ihr an befahrenen Straßen oder in der Innenstadt langgehen konnte, ohne, dass sie ausrastet.

    Ich habe in der Zwischenzeit viel gelernt, vor allem: Die Angsthasen ticken unterschiedlich. Tipps, die bei einem Hund funktionieren helfen beim nächsten gar nicht. Und es gibt immer wieder Rückschläge, aber es wird Stück für Stück besser. Es kann helfen, ein Tagebuch zu schreiben, wie der Spaziergang/das Training mit dem Hund gelaufen ist. Dann erkennt man Muster und nach einer Weile kann man zurückblättern und sieht, dass sich vieles verbessert hat.

    Ihr müsst Euren Hund beobachten und das Training entsprechend gestalten. Ihr habt sie ja schon ein Weilchen und seht wahrscheinlich ganz gut, wie angespannt sie gerade ist und ob man jetzt besser aufhört oder ob es heute noch ein Stück weiter geht. Ein bisschen Stress aushalten lernen ist gut, zuviel Stress ist dagegen kontraproduktiv.

    Ob das mit dem Tragen eine Lösung ist, weiß ich nicht. Macht es auf jeden Fall nur, wenn der Hund grundsätzlich kein Problem mit getragenwerden hat.

    Genauso mit dem Ansprechen, Streicheln, Füttern oder Festhalten in Angstsituationen. Wenn es dem Hund hilft, wieder runterzukommen oder sich auf etwas anderes zu konzentrieren, ist es gut. Das merkt ihr. Wenn es dem Hund nicht hilft, lasst es sein. Hört nicht auf pauschale Tipps, sondern achtet auf Euren Hund.

    Bei meinem Hund musste das "ruhige Plätzchen" beim Stadttraining übrigens nicht absolut ruhig sein. Im Gegenteil - wenn in einer ruhigen Sackgasse plötzlich eine Tür knallt, kann das schlimmer sein als wenn an der Bushaltestelle ein Krankenwagen mit Sirene vorbeifährt. Ich habe viel rumgesessen und rumgestanden an belebten Ecken und mache das immer noch häufig - dabei achte ich aber immer darauf, dass wir etwas abseits stehen und uns nicht auch noch jemand von hinten überrascht. Und dass niemand dem Hund zu nahe kommt. Das muss man auch erst lernen - der Oma mit dem Rollator klarzumachen: Bitte Abstand halten, der Hund kann Streicheln nicht vertragen.

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    Ist es für den Hund verständlich, wenn ich das bisher erlernte "hier" für den "Alltagsgebrauch" (an der Leine, ohne weitere Ablenkung, in der Wohnung) weiter nutze und parallel das "aqui" für die Situationen unter Ablenkung oder in brenzligen Situationen ähnlich der Pfeife mit ihr erarbeite?

    Grundsätzlich geht das schon. Hat man eins als freundliche Bitte und eins als ernsthaften Befehl. Kann der Hund unterscheiden. Aber: Wenn Du "aqui" rufst, klingt das für den Hund nicht großartig anders als "hier". Der kriegt den Unterschied zwischen Bitte und Befehl praktisch nicht mit und wird Dich nicht hören, wenn er mit den Gedanken woanders ist.

    Ein Pfiff oder ein sonstiges Störgeräusch wären da effektiver. Etwas, was völlig und völlig anders klingt, was man nicht leichtfertig vor sich hin singt und was den Hund "aufweckt": Huiuiuiuiui, mööööööööp, nioo-nioo-nioo (Feuerwehrsirene nachmachen :D ) oder so etwas.

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    Weiß jemand wieviel Traumeeltabletten ein Hund haben darf?

    Das liegt ein bisschen dran, wie intensiv man an die Homöopathie glaubt. Da zählt es ja, in welcher Potenz welches Mittel in welchem Krankheitsstadium gegeben wird. Und das Gewicht des Hundes vielleicht auch noch. Dazu weiß ein Heilpraktiker genaueres.

    Falls er in Eigenregie welche gefressen hat: Egal. Die bestehen praktisch nur aus Milchzucker, das kann er vertragen.