Mein Hund war früher auch so extrem – und ganz weg trainieren können habe ich es in 8 Jahren nicht. Aber es ist besser geworden. Viel besser. Und es ist inzwischen für mich nicht mehr der blanke Horror, mit dem Hund ein längeres Stück an der Leine zu laufen.
1. Das Gezerre und die Erwartungshaltung:
Das Problem ist wirklich, dass man selber nach einer halben Stunde "wir üben das jetzt, es sind ja nur 400 Meter, da reißen wir uns beide mal zusammen und es ist mir egal, wie Du Dich anstellst, es dauert so lange, wie es dauert"- Krampf einfach nur die Leine abzumachen will, um dem armen Hund jetzt endlich rennen zu lassen.
Ich habe daher "Erst strapazieren wir uns mit Leinelaufen üben und dann darfst Du rennen" voneinander abgekoppelt.
Ich bin also mehrmals am Tag nur mal kurz mit ihr zum Leinelaufen üben nach draußen gegangen - mal eine Runde ums Haus, eben zum Briefkasten oder auch nur bis zur Mülltonne. Aber ganz bestimmt nicht zur Freilaufstrecke. Damit sie trotzdem ihre Bewegung bekommen hat, bin ich zusätzlich mit dem Auto irgendwohin gefahren, wo sie dann sofort und ohne Tamtam freilaufen durfte.
Und weil ich das Problem der Erwartungshaltung ja schon kannte, bin ich auch ab und zu auch mit dem Auto irgendwo hingefahren, wo wir nur an der Leine eine Runde um den Parkplatz gegangen sind und mehr nicht.
2. Die Aufmerksamkeit unterwegs:
Ich laufe nicht nur dem Hund hinterher, sondern entdecke selber immer mal wieder spannende Sachen. Ich knibble an Bäumen rum, drehe Steine um, verstecke Dummies oder finde einen Würstchenbaum. Der Hund weiß nie, ob ich mir die Schnürsenkel neu binde oder ob ich die ultimative Schnupperstelle gefunden habe, aber sie sieht schon zu, dass sie auf keinen Fall verpasst, was ich so mache.
Anfangs kam es natürlich vor, dass es ihr egal war, ob ich jetzt zum Pinkeln in den Wald gehe oder ob ich eine Verabredung mit der Würstchenfee habe. Dann hat sie's halt nicht mitgekriegt. War ja egal, gab ja kein Kommando. Aber nach kurzer Zeit hatte sie spitz, dass es sich eigentlich immer lohnt, nach mir zu sehen: Falls ich was Lustiges vorhabe. Inzwischen gibt's kein Käferfoto mehr ohne Hundenase drauf ;-)
Sie läuft natürlich trotzdem oft weit vor, sie ist ja ein viel beschäftigter Hund und es gibt immer alles Mögliche für sie zu entdecken. Aber sie hält den Kontakt zu mir – und das war früher nicht so.