Beiträge von Deliara

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    Ich finde ja! Ich will ja keinen 0815-Familienhund (wenns den denn gäbe), sondern einen, der für mich der passende Begleithund ist. Der muss andere Charaktereigenschaften haben als der ideale Hund von anderen Leuten UND ich bin so oberflächlich zu sagen, dass er mir auch noch optisch gefallen soll.
    Da finde ich gezielte Zucht mehr als nützlich.


    Aber unterscheiden sich denn die Anforderungen an einen Familienbegleithund sooo wesentlich? Ok, der eine hätte gerne ein wenig Wach- und Schutztrieb, der andere nicht, die meisten würden möglichst wenig Jagdtrieb bevorzugen, obwohl einige angeben damit leben zu können und Bereitschaft zeigen es zu händeln.. aber ganz grundsätzlich sind die Vorstellungen vom normalen Nichtarbeitshund doch recht ähnlich.. und all das, was man sich wünscht, würde man doch auch bei Mischlingen finden können, wenn man sich Zeit lässt, die Hunde kennenzulernen und natürlich berücksichtigt, welche Rassen mitgemischt haben (soweit nachvollziehbar).
    Ich habe natürlich auch bestimmte Wünsche bezüglich meines Hundes, aber ich bräuchte definitiv keine Rassehunde und keine gezielte Zucht, um exakt das zu bekommen. Ich bin sicher, ich finde "meinen" Hund auch immer unter denen, die einfach so, auf natürliche Art und Weise, entstanden sind :smile:

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    Hätten wir sicherlich nicht; weil keine Hündin ihre Wahl nach einer genetischen Vielfalt ausrichtet, sondern einfach nur nach dem Vorhandensein, dem Bedürfnis. Eine Hündin würde sich mit jedem Rüden verpaaren, der gerade zur Verfügung steht; nicht mehr und nicht minder. Sie hinterfragt nicht!!!!!


    Das stimmt ja nichtmals. Nicht jede Hündin lässt jeden Rüden auch wirklich ran; konnte ich bei meiner eigenen sehr gut beobachten, die manche Rüden konsequent weggebissen hat in der Hitze und bei anderen schon auf 5m Entfernung den Schwanz zur Seite geklappt hat :ops: Nicht umsonst werden manche Hündinnen mitunter festgeschnallt zwecks "Zuchtdurchführung". Kann man auch von halten was man will.

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    Mal ganz ehrlich, wir hätten tolle Hunde, wenn jede Hündin selber entscheiden dürfte, wer sie begatten darf.


    Der Gedanke kam mir letztens auch. Es ist ja erwiesen, dass die "natürliche Geschlechtspartnerwahl" bei Lebewesen durchaus intuitiv nach Kriterien geschieht, die biologisch sinnvoll sind. Und dass bei gezielter Zucht weniger Krankheiten vererbt werden als bei Zufallsverpaarungen, zweifel ich auch an (anscheinend gibt es zwischen Mischlingen und Rassehunden ja keine gravierenden Unterschiede). Der einzige Grund für gezielte Zucht ist somit doch nur die Tatsache, dass Menschen Hunde eben für bestimmte Gebrauchszwecke benötigen. Das sehe ich auch ein für all diejenigen, die immer noch wirklich mit ihren Hunden ernsthaft arbeiten und bestimmte Eigenschaften einfach brauchen. Aber alle anderen? "Braucht" man für den 0815 Familienhund wirklich gezielte Zucht?

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    Aber das steht doch alles genau drin.
    Und wird genau einfach übergangen. ;)
    Aber die Richter kommen eben aus dem eigenen Verein, nicht nur im SV.


    Wie gesagt, und eben das hat für mich nichts mehr mit Seriösität zu tun und dann ist ein VDH-Stempel auf den Papieren auch kein wirkliches Gütekriterium mehr.

    Ich bin nicht grundsätzlich gegen den Verband und seine Arbeitsweise, aber ich denke, man muss schon genau hinschauen und nicht bei jeder Rasse wird so gearbeitet, wie es im Sinne der Tiere sein sollte.

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    Deliara,
    es hat eben nichts mit dem Standard zu tun.
    Wo hat denn da bitte der Standard schuld?


    Ich rede nicht von "Schuld", aber es wäre aus meiner Sicht sinnvoll, auch für Dinge wie meinetwegen den "Abfallwinkel" einer Hüfte einen erlaubten Standard zu definieren, der solche unsinnigen Trends unterbindet. Das sollte doch die ureigenste Aufgabe eines Zuchtverbandes oder Vereins sein, kritisch zu betrachtenden Entwicklungen zu unterbinden?!

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    Moment!

    Dass der Hochzucht-DSH diese Form hat, das hat doch nichts mit dem Rassestandard zu tun.
    Es hat damit zu tun, dass eine große Mehrheit im Verein den Standard ignoriert und das züchtet und kauft, was ihnen gefällt. Aber der Rassestandard hat damit nichts zu tun. Den könnte der SV ändern, der ist standardgebender Verein. Aber das tut er nicht.


    Natürlich hat das was mit dem Standard zu tun; du sagst doch selbst, dass der SV diese Form akzeptiert. Ein Verein, der beansprucht in seriöser Weise gesunde Hunde zu züchten und eine Art Gütesiegel zu sein, müsste konsequenterweise jeden hochkant rausschmeißen, der ggf. den gültigen Standard ignoriert bzw. müsste dafür sorgen, dass die standardgebenden Vereine entsprechende Änderungen vornehmen, um genau sowas zu verhindern. Erfolgt das nicht verstehe ich nicht, wieso man als Dachverband diejenigen Rassevereine, die sich zum Nachteil der Gesundheit ihrer Tiere quer stellen, nicht ausschließt.

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    Deliara, zeig mir einen Standard, der nicht in Ordnung ist.


    Zum Beispiel der abfallende Rücken des Schäferhundes. Ich versteh einfach nicht, wieso sowas durchgewunken bzw. sogar noch gezielt herbeigeführt wird. Oder wieso legt man - um bei den Plattnasen zu bleiben - keine Mindestnasenlängen fest, gekoppelt mit einer züchterischen Zielvorgabe, wie es in ein paar Generationen einmal sein soll? etc. pp.
    Natürlich lesen sich die Standards alle "nett", das bestreite ich gar nicht ;)

    Aber das ist jetzt wohl wirklich eine ideologische Geschichte. Wer sowas für gut und richtig hält, tut das eben und kauft solche Hunde. Ich tue es nicht.

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    Du weißt schon, dass der VDH keine Rassestandards ändern kann, sondern wenn überhaupt die FCI (und wenn man mal überlegt, wie wenig! in anderen Ländern überprüft wird, dann können wir hier in DE mit den angeblichen zu laschen Sachen des VDH mehr als glücklich sein - es hat nen Grund warum deutsche Züchter es sauschwer in der europäischen Konkurrenz haben bzw. warum man auch aus Amerika den DSH aus Deutschland haben will) und dann auch nur das Ursprungsland.


    Und genau wegen so formalem Mist und Stammesdünkel stehe ich diesem Verein nicht unkritisch gegenüber. Es sollte doch (wenn schon unbedingt gezüchtet werden muss) einfach nur darum gehen, Gesundheit zu erhalten - nicht darum, wer wo was genau absegnet und welchen Stellenwert man mit dem Tier dann bei irgendwelcher "Konkurrenz" hat. Ich finde es schon ziemlich pervers, im Zusammenhang mit Lebewesen überhaupt von Konkurrenz zu sprechen und somit bestimmte monetäre Werte zu definieren, die sich möglicherweise (!) nach Kriterien richten, die der Gesundheit des Tieres nicht zuträglich sind :verzweifelt:

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    Dass sich FCI- und somit auch VDH-ZO und damit die Ordnungen der angeschlossenen Vereine geändert haben, ist aber scheinbar entfallen, oder?

    Und wie viel an der schlechten "Mops-Quote" liegt auch an den Käufern? Wenn die kranken doch gefragt sind, weil es bequem ist, einen Hund zu haben, der wenig Luft bekommt. Das liegt nur an den Züchtern? Die übrigens so einen Mops nicht mehr zuchtzugelassen bekommen im VDH, bei den anderen dagegen schon.


    Die Änderungen kommen aber nicht nur zögerlich, sondern oft auch erst nach Druck aus der Öffentlichkeit.

    Zu Punkt 2, klar, der Käufer spielt immer eine Rolle. Wobei ich niemanden kenne, der aus Bequemlichkeit als Kaufkriterium Kurzatmigkeit angesetzt hat. Wenn es das tatsächlich gibt - ohne Worte :???: :mute:

    Aber ich sehe, wir kommen da nicht zusammen ;) Meiner Ansicht nach sind manche Rassen einfach so arg verzüchtet, dass ich die Zucht einfach grundsätzlich nicht mehr seriös finden kann.

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    Natürlich ist die Frage ernst gemeint.
    Was spricht gegen einen HD-freien Mops, der bei normalen Temperaturen seine 7 bis 10 km am Rad mitläuft, spielt tobt und sich nicht anders verhält als andere Hunde?

    Und genau diese "Modelle" gibt es, sogar beim VDH. Man muss nur suchen und nicht einfach mal eben irgendwo einen Hund mitnehmen.


    Ja, natürlich gibt es die. Ich kenne exakt einen, bei dem sowas wie Radfahren funktioniert, dafür aber einen Haufen andere (ebenfalls VDH), bei denen es eben ganz anders aussieht. Was ist das denn bitte für eine Quote? Dass innerhalb dieser Rasse ein (aus meiner Sicht nicht akzeptabler) hoher Prozentsatz mit gesundheitlichen Problemen belastet ist, lässt sich ja in der Endabrechnung nicht von der Hand weisen. Und wenn ein Verband seriös ist, würde ich erwarten, dass das zum Anlass genommen wird den Rassestandard schleunigst neu zu definieren, Hunde fremder Rassen einzukreuzen um der Problematik entgegenzuwirken, etc. Aber NICHT, es auszusitzen mit dem Verweis, dass es ja durchaus auch gesunde Hunde gäbe.
    Sorry, ich finde die Zucht bei einigen Rassen einfach unseriös :???: