Beiträge von Deliara

    Meine Hündin war als Welpe auch oft extrem schnell überdreht und die Box funktionierte für uns auch absolut nicht. Darin hat sie sich bloß noch mehr aufgeregt und so rumgewütet, dass sie samt Box durchs Wohnzimmer gekugelt ist :D
    Was bei uns aber durchaus ging, war entweder ganz simpel festhalten und ansonsten ignorieren, bis sie aufgehört hat zu zappeln und sich entspannt hat (habe dazu das Geschirr in der Wohnung angelassen), oder alternativ irgendwo anleinen. Bei uns war das die Heizung. Davor lag sowieso ihr Kissen und komischerweise kam sie dort angeleint wesentlich schneller zur Ruhe als in der Box. Vielleicht fühlte sie sich weniger eingesperrt und hatte weniger "Barrierefrust", keine Ahnung.

    Ansonsten muss ich sagen, dass ich den Rat "mehr Ruhe, weniger Action" damals auch seeeehr schwer zu beherzigen fand mit einem jungen Hund, der ständig auf 2000 Volt unterwegs war und nur Blödsinn machte, wenn man keine Beschäftigung angeboten hat sobald er wach geworden ist. Rückblickend sehe ich aber durchaus, dass es immens wichtig ist nicht zu viel zu machen. Beim nächsten Hund würde ich in den ersten 2-3 Monaten vermutlich wenig machen außer die Gewöhnung an alle wichtigen Umweltreize, Bindungsarbeit und ein bisschen Rückruf- und Anschautraining. Weniger ist wohl in diesem Fall mehr :smile:

    Ich habe "Canicross" im Titel mal in Anführungszeichen gesetzt, weil wir momentan noch ziemlich chaotisch rumdoktorn ;)

    Ich frage mich gerade, wie langsam man so ein Training aufbaut und wann der Hund überpowert.. vielleicht erzähle ich einfach mal ein bisschen :smile:

    Ich bin Sonntag nach Ewigkeiten erstmals wieder joggen gewesen und abgesehen davon, dass der Versuch mangels Kondition erbärmlich ausging, funktionierte es auch mit Hund absolut nicht. Sobald ich loslaufe titscht sie völlig durch und sprintet völlig unkontrolliert durch die Felder. Rückruf Fehlanzeige, der klappt erst wieder, sobald ich stehen bleibe. Laufe ich los, ignoriert sie mich konsequent. Also habe ich sie angeleint, mir die Leine provisorisch um die Hüfte geschnallt und sie ziehen lassen.

    Dienstag dann der erste "richtige" Versuch mit Bauchgurt und Zuggeschirr. Grundsätzlich klappte das ziemlich gut, ich habe es auch (finde ich) langsam angehen lassen. Wir sind 400 m gelaufen, dann 2-3 Minuten gegangen, dann wieder 400 m gelaufen, etc. Insgesamt 4x das Ganze, also ungefähr 1600 m mit 3 Pausen insgesamt. Für mich war das okay, Leni fing am Auto wahnsinnig an zu hecheln und das hielt auch noch eine gute halbe Stunde an, als wir schon längst zu Hause waren. Ist das normal?

    Donnerstag 2. Versuch, dieses Mal bin ich die ersten 1,2 km durchgelaufen, dann haben wir eine kurze Gehpause von 2 min gemacht, und sind dann nochmal 800 m gelaufen. Hund sah während des Laufens okay aus, kaum waren wir am Auto, hing die Zunge aber wieder auf dem Boden. Bis sich die Atmung wieder normalisiert hatte, verging wieder fast eine halbe Stunde. Mir kommt das komisch vor bei einem Hund, der eigentlch fit ist. Ist es normal, dass auch die Hunde sich am Anfang konditionell so schwer tun? Ist das am Anfang okay oder überfordere ich sie? Wie lang sieht eine "normale" Regenerationsphase aus?

    [Zweites Problem: mir rutscht während des Laufens der Bauchgurt hoch in die Taille, statt auf der Hüfte sitzen zu bleiben. Wenn Hund dann zieht, geht das ziemlich in den Rücken. Kennt das Problem noch jemand und hat eine Idee, wie kann man das lösen kann?]


    Würde mich über ein paar Einschätzungen freuen :smile:

    Ich füttere auch pi mal Daumen, habe aber - als ich angefangen habe frisch zu füttern - eimal alles durchgerechnet, um eine ungefähre Vorstellung zu kriegen. Wobei ich es eine Sache fand, die Werte auszurechnen, aber ungleich komplizierter herauszufinden, was genau denn wo nun drinsteckt :D

    Für mich ist wichtig, beim Fleisch ein bisschen zu variieren. Ich habe meistens Muskelfleisch von Rind und Pute hier, komplette gewolfte Hähnchen, Fisch in verschiedenen Varianten und auch mal sowas wie Euter (einfach, weil sie es mag). Diese ganzen Mixvarianten mit viel "Abfall" drin kaufe ich nicht. Dazu ein wenig Innereien, ab und an mal Pansen, fertig. Gemüse nach Saison was beim normalen Kochen so abfällt, ebenso Kartoffeln, Reis, Nudeln. Einmal in der Woche gibt es Kalbsknochen (alles andere wird verweigert). Abgewogen oder ausgerechnet wird nichts mehr, aber Blutbild passte, also denke ich, es haut einigermaßen hin. Ich denke nicht, dass man aus allem eine Wissenschaft machen muss.

    Ich kenne inzwischen mehrere Pointer, die Probleme mit dem Alleinsein haben. Meine ist ja auch ein Mix und es ist eine glatte Katastrophe. Ob das jetzt aber Einzelfälle sind oder eine tatsächliche Rassedisposition ist, kann ich nicht wirklich beurteilen.

    @Cattledogfan
    Die Wohnlage sehe ich als völlig unprobematisch, gerade wenn es eine Art "Wohnblock" ist. Ich habe Leni bekommen, als ich im 6. Stock gewohnt habe. Ja, es ist nervig nachts mit Fahrstuhl runter zu müssen usw., aber es geht alles und ist ja auch nur eine begrenzte Zeit nötig. Das wäre für mich jedenfalls überhaupt kein Argument. Man muss halt nur auch wirklich runter *können* dann, was mit Kind evtl. schwierig ist, wenn man alleine zu Hause ist. Zumal mein Welpe nachts draußen auch meistens erstmal alles andere spannender fand und gerne auch mal erst nach 25min gepullert hat. Aber wenn man sicherstellt, dass man nachts nicht alleine ist (tagsüber in der ersten Zeit besser auch nicht), müsste sich das ja regeln lassen.

    Ich würde mich eher fragen, wo man mit Kleinkind noch ausreichend Zeit für Erziehung und Beschäftigung des Hundes abzwackt. Gerade, wenn es ein Welpe ist. Ein älterer Hund braucht vielleicht nicht mehr so viel und ist schon "fertig", aber ein junger Hund macht irre viel Arbeit und erfordert auch viel Zeit, finde ich.

    Die 150€ halte ich auch für sehr tief angesetzt. Wenn Betreuung dazukommt, fast schon utopisch. Meine Hündin kostet mich in der HuTa 260€ monatlich. Ich hatte auch mal eine für 200€, aber darunter habe ich noch nie irgendwas gefunden, was für mich tragbar wäre (Zwingerhaltung keine Option hier). Dazu kommen dann noch die ganzen normalen Kosten. Also ich würde etwas höher kalkulieren.

    Wie es mit Hund und Kleinkind ist, kann ich nicht beurteilen, fände aber wichtig, dass man auch Zeit einplant, die "exklusiv" für den Hund ist. Sei es für Erziehungsarbeit oder um einfach zusammen was zu unternehmen. Einen Hund nur als Nebenbeiaccessoir zum Kinderwagen zu führen, wird ihm sicherlich nicht gerecht.

    @Juny06
    Ich würde umkommen gor Sorge, wenn sowas wiederholt passiert. Dass der Hund gerne streunt und irgendwann zurückkommt -ok. Aber mit Straßen und Verkehr und unentspannten Mitmenschen... nee, keine Option, finde ich.


    @Lucy-Lilly
    Hoffentlich ist der neue Zaun hoch genug :D Ich denke, wenn ein Hund einmal auf den Geschmack gekommen ist, ist es schwer, das wieder rauszukriegen. Allerdings finde ich es ehrlich gesagt auch verständlich, wenn der Hund nie von der Leine kommt. Macht ihr Antijagdtraining und arbeitet daran, dass das irgendwann mal anders wird?

    Bei mir würde kein Hund einziehen, dessen Lebenserwartung unter 10 Jahren liegt. Klar weiß man im Einzelfall nie, was passiert, aber von vornherein würde ich keinen so kurzlebigen Hund haben wollen. Allein schon, weil ich eine solche Zucht nicht unterstützen wollen würde. Was kann für ein Lebewesen ein wichtigeres Zuchtkriterium als die Lebenserwartung sein?

    Ich könnte mir so ein Modell ausschließlich mit jemandem vorstellen, den ich bereits gut kenne, zu dem eine sehr gute, stabile Vertrauensbasis und eine freundschaftliche Beziehung besteht, und auf den ich mit 100%ig verlassen könnte. Und mit dem das optimalerweise bereits VOR Anschaffung des Hundes alles so abgesprochen und geplant wäre. Wenn man gemeinsam einen Hund großzieht und für diesen Hund mehrere Bezugspersonen und räumliche Umgebungen etablieren möchte, geht das aus meiner Sicht nur, wenn man absolut am gleichen Strang zieht und ganz generell ein unkompliziertes Verhältnis zueinander hat.

    Und selbst dann kann es passieren, dass der Hund sich eng an eine Person bindet und von der anderen eigentlich nichts wissen will.

    Wo einmal eine Einnahmequelle aufgetan ist, wird man die auch nicht wieder aufgeben. Denke nicht, dass es sich lohnt, seine Energie in solche Bemühen zu stecken. Dass die an sich schwachsinnig und unbegründet ist, weiß sowieso jeder.