Ich stand dem Buch sehr skeptisch gegenüber aufgrund vieler Kritiker im Bekanntenkreis. Trotzdem habe ich es gelesen und ich muss sagen, dass ich persönlich es als sehr hilfreich empfunden habe. Auch ich bin der Meinung, dass es ein bisschen zu einfach ist, alle möglichen Probleme und Verhaltensstörungen auf Rangordnungsprobleme zu schieben und finde das Buch auch stellenweise sehr sselbstdarstellend und langatmig. Nichtsdestotrotz habe ich die Methoden bzw. die vorgeschlagenen Rituale spaßhalber zu Hause umgesetzt und schon nach 2 Tagen eine enorme Veränderung bei meiner Hündin festgestellt. Sie ist sehr ängstlich und hat starke Trennungsangst, so dass das Alleinebleiben bei uns ein riesiges Problem war und das ganze Üben irgendwie nicht so richtig fruchten wollte. Zwei Tage nach Einhaltung der Verhaltensweisen nach Fennell blieb sie plötzlich entspannt im Korb liegen, wenn ich gegangen bin, und statt nach wenigen Augenblicken schrill zu bellen, hat sie nur noch leise gequengelt und sich dann sogar zum Schlafen hingelegt. Sie wirkt insgesamt viel entspannter und stressfreier in vielen Situationen. Ich kann natürlich nicht in ihren Kopf gucken, aber ich kann mir das nur so erklären, dass die öfters über den Tag verteilten Rituale ihr die Rangordnung immer wieder bestätigen und ihr dadurch mehr Vertrauen und Sicherheit geben. Vielleicht habe ich vorher unbewusst Fehler gemacht und sie meine Position anzweifeln lassen oder so, keine Ahnung. Jedenfalls bin ich nach wie vor sehr überrascht, wie schnell und deutlich sich gerade bei ihrem Angstverhalten Veränderungen eingestellt haben :)
(obwohl ich zugeben muss, ich komme mir beim vorgetäuschten aus-dem-Napf-fressen auch ziemlich affig vor und an die 5 Minuten Regel halte ich mich auch nicht wirklich... 1-2 Minuten reichen bei uns völlig aus
)
Beiträge von Deliara
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Ich bin wahrscheinlich eine der wenigen, die ihren Hund als Welpen kaum ohne Leine laufen lassen hat. Grund war, dass sie extrem überängstlich war und Fluchttendenzen hatte bei Erschrecken.. und nachdem sie mir dann kurz nach ihrem Einzug einmal quer über die (recht weit entfernt von unserer Wiese liegende) Straße bis vor die Haustür gerannt ist und ich nur noch Reifenquietschen gehört habe und dachte, das war's nun, hab ich sie viele viele viele Wochen an der Schleppleine im 10m Radius gehalten. Das kam mir auch insofern entgegen, als dass sie grundsätzlich zu wirklich jedem fremden Menschen hinrennen wollte und mir das eher unangenehm war (das mag ja nunmal auch nicht jeder). Wir haben dann an der Schleppleine den Rückruf geübt und ich hab sie erst ohne Leine laufen lassen, als das relativ gut klappte und ich mehr Vertrauen in sie hatte.
Inzwischen ist sie ja fast 7 Monate alt und der Vorteil dieser Vorgehensweise war bei uns ganz klar, dass sie inzwischen Fahrradfahrer und Jogger komplett uninteressant findet, da sie nie den Erfolg hatte, dort hin zu kommen durch Ziehen, etc. Bei Fußgängern sieht das etwas anders aus, denn ich habe sie als Welpen oft streicheln lassen (weil sie eben so viel Angst vor Allem und Jedem hatte) und in reizarmen Umgebungen zieht sie immer noch zu Passanten bzw. lässt sich im Freilauf nur zögerlich abrufen, wenn sie gerade auf dem Weg zu fremden Leuten ist. Bei Hunden ist es genauso, da kann sie nach wie vor nicht gut vorbeigehen leider... wohl auch deswegen, weil ich sie immer zumindest zum Schnuppern zu anderen hingelassen habe und sie jetzt einfach nicht versteht, dass man auch ohne Beschnuppern an einander vorbeigehen kann. Das würde ich beim nächsten Hund definitiv anders handhaben. Kontakt ist ja gut und wichtig, aber es muss ja nicht immer und überall sein und das würde ich in Zukunft auch schon mit dem Welpen gezielt üben.
Nachteil der Schleppleine in dem jungen Alter war, dass sie relativ schnell gemerkt hat, dass ich ja sowieso am anderen Ende der Leine bin und sie daher nicht wirklich auf mich achten muss. Sprich, sie hat draußen in ihrem 10m Radius ihr Ding durchgezogen und sich so gut wie überhaupt nicht an mir orientiert. Das hat sich schlagartig geändert, seit die Leine ab ist. Im Freilauf dreht sie sich nun immer schön alle paar Meter um, guckt, ob ich noch in der Nähe bin und ist auch prima ansprechbar :)Noch kurz ein paar Worte zur Hundeschule: ich war in zwei verschiedenen Welpengruppen mit ihr. Bei beiden haben sich Spiel- und Übungseinheiten abgewechselt, allerdings lag in der einen der Fokus mehr auf Spielzeiten und in der anderen auf Übungen. Heute ist es so, dass sie sofort völlig austitscht, wenn wir auf den Hundeplatz der eher spielorientierten Gruppe kommen. Wir besuchen dort jetzt den Junghundekurs und die Hunde dürfen zwar meistens auch noch kurz spielen zwischendurch, aber nicht unbedingt immer und direkt am Anfang. Das versteht sie nicht und ist völlig außer Rand und Band an der Leine, hängt senkrecht im Geschirr und ist kaum ansprechbar. Ich denke mal, sie verknüpft den Ort halt einfach mit Toben und Spielen. Bei der anderen Hundeschule ist sie dagegen total ruhig und ausgeglichen und auch ohne Spiel sofort konzentrationsfähig. Ich finde den Unterschied sehr interessant, da sich die "Inhalte" der beiden Kurse kaum unterschieden, nur der Stundenaufbau war halt anders. Ich denke daher, man sollte schon genau beobachten, wie die Welpenkurse strukturiert sind und sich überlegen, welche Konsequenzen das langfristig haben kann.
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Hallo Plummi,
mir ging es genauso wie dir.. mein Welpi ist Mitte Februar eingezogen und ich war nach 3 Tagen fix und fertig mit den Nerven. Sie ist mein erster Hund und ich habe totale Panik bekommen, ob ich ihr gewachsen bin und ob ich ihr das Leben bieten kann, das sie braucht. Dazu muss ich sagen, dass sie ein totales Energiebündel war, Tag und Nacht über Tische und Bänke gegangen ist und einfach nicht ruhig zu stellen war.. kurz, ich habe mich als Anfänger total ünerfordert gefühlt mit ihr. Mir hat es damals sehr geholfen von erfahrenen Hundehaltern zu hören, dass das - je nach Hund
- ganz normal ist und sie ihre Hunde in dem Alter auch nicht mal eben so bändigen konnten. Ich habe ein paar Tage lang ernsthaft eine Abgabe in Erwägung gezogen, konnte es aber letztlich nicht, weil ich sie schon so sehr ins Herz geschlossen hatte, dass ich sie einfach nicht mehr weggeben konnte. Und ich bin im Nachhinein heilfroh darüber! Wie einige hier schon geschrieben haben: man wächst schneller in die neue Situation herein, als man sich anfangs vorstellen kann. Bei uns hat sich vieles von alleine erledigt und mit der Zeit sind meine Zweifel komplett weggewischt worden. Mir hat es auch sehr geholfen, dass meine Schwester eine Nacht vorbei gekommen ist und die "Nachtschicht" übernommen hat (ich wohne alleine mit dem Hund und der Schlafmangel hat mir den Rest gegeben).. endlich ausgeschlafen, hab ich am nächsten Morgen bereits vieles ganz anders gesehen. Nach einer Woche Eingewöhnungszeit bin ich in die Welpengruppe gegangen und auch das hat sehr dazu beigetragen, mir mehr Selbstvertrauen im Hinblick auf meine "Hundehalterqualitäten" zu geben. Wichtig ist, in dieser stressigen Zeit Ruhe zu bewahren. Vieles wird sich von ganz alleine wiesen und auch einige der Anfangsschwierigkeiten lösen sich recht schnell. Ich bin jedenfalls froh, dass ich sie nicht wieder weggegeben habe, sonst wäre mir der supertollste Hunde der Welt entgangen 
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Ich wohne auch in Essen (allerdings auf der.. ähm, sagen wir mal "weniger schönen" Seite *hüstel*
). Da ich hier nur wegen der Uni hin gezogen bin und mich kaum auskenne, freu ich mich immer wieder über nette neue Gassibekanntschaften, die mir evtl. noch ein paar schöne Ecken zeigen können... und natürlich über neue Spielgefährten fürs Hundi :) -
Wäääh, meine hat sich heute auch in irgendwelchen Hinterlassenschaften gewälzt. Sie war so weit weg, dass ich nicht direkt einwirken konnte, auf Rückruf hat sie nicht reagiert und wir sind dann einfach schnell weitergegangen. Irgendwann kam sie hinterher, völlig verdreckt und hat 3 Meilen gegen den Wind gestunken. Ich hab sie gerade erstmal unter die Dusche gestellt und mit Welpenshampoo (hatte noch was davon hier) eingeseift, zusätzlich hab ich noch etwas Tomatenmark beigemischt (hab gelesen, dass das angeblich gegen den Geruch hilft). Ergebnis: jetzt sieht sie zwar wieder normal aus, der Geruch ist aber unverändert.. und morgen muss sie in ihre Tagesbetreuung, die werden sich da sicherlich bedanken, wenn sie dann immer noch so stinkt :/ Ich tendier ja jetzt dazu, sie noch mehrmals unter die Dusche zu stellen, bis der Geruch weg ist, auch wenn das nicht gerade ein Vergnügen für uns beide ist. Kann ich ihr damit schaden? Eigentlich soll man ja so selten wir möglich duschen/shamponieren..
Habt ihr es geschafft, euren Hunden das irgendwie "abzugewöhnen" (wenn ja, wie?) oder muss man einfach damit leben, dass sie sich von Zeit zu Zeit in irgendwelche Haufen schmeißen?
Find das ja echt ganz ganz übel gerade
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Meine ist jetzt 6 Monate (hab grad Wochen gezählt, irgendwie kann ichs kaum glauben, dass sie schon so alt ist
) und wir sind bei 14kg und ca. 53 cm. Hach ich wüsste sooo gerne, wie viel sie noch wächst 
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Wir probieren es mit der gleichen Methode und haben die gleichen Probleme
Sie hört zwar auf zu ziehen, wenn ich stehen bleibe, setzt sich aber dann manchmal am Leinenende hin und guckt geradeaus.. wenn ich sie anspreche, guckt sie kurz über die Schulter, bleibt aber sitzen und lässt sich oftmals auch nicht mit Zungenschnalzen, etc. wieder zu mir locken. Bei uns helfen leider nur Leckerchen, auch wenn ich die in dieser Situation nicht wirklich für angebracht halte. Aber vielleicht verknüpft sie es dann irgendwann positiv, zu mir zurück zu kommen und sich neben mir abzusetzen.Beim Ziehen zur Seite oder beim Trödeln gehe, sage ich "weiter", klopf mir kurz auf den Oberschenkel und gehe dann auch wirklich einfach weiter mein Tempo. Sie muss dann eben zusehen, dass sie wieder auf Kurs kommt. Inzwischen weiß sie beim Klopfen schon, dass sie wieder an meine Seite kommen soll und es dann weiter des Weges geht. Klappt natürlich nicht immer, aber ich würde mal sagen zu 80%. (klar isses nicht toll, dass ich dabei auch Zug auf die Leine bringe, aber anders wusste ich mir nicht zu helfen und anders hat es auch nicht funktioniert)
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Ich hab meine ja von Hundepfoten in Not und habe sie bekommen, obwohl ich als hundeunerfahrene Studentin, alleine lebend und ohne riesiges Finanzpolster auch erst Bedenken hatte, ob mir überhaupt eine Organisation einen Hund vermittelt. Hatte eine sehr nette Vorkontrolle, es wurden viele Fragen gestellt und nachgebohrt, wie ich es mir mit Hund so vorstelle organisatorisch usw. und am Ende hat es dann eben doch geklappt
Will sagen, es gibt sicherlich auch Organisationen, die nicht direkt kategorisch ablehnen, wenn irgendein Faktor (wie bei euch vielleicht die Kinder) nicht ganz so optimal sind nach deren Einschätzung.Oy und wenn ich die Links so anklicke, finde ich schon wieder auf Anhieb zig Hunde, die ich am liebsten noch sofort bei mir einziehen lassen würde.. irgendwann in ferner Zukunft wünsch ich mir ein richtiges Rudel

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Das würde mich auch mal interessieren, wie man Hundi das austreibt *seufz*
Meine bleibt von Anfang an nicht gut im Auto alleine. Sobald sie mich gehen sieht, fängt sie an zu bellen und zu jaulen, selbst wenn es nur kurz zum Bezahlen in die Tankstelle geht. Ich hab aber gemerkt, dass sie nach ca. 10min "aufgibt" und dann sogar entspannt liegen und dösen kann.. ebenso ist sie ruhiger, wenn ich eine Einkaufs-/Erledigungstour mit mehreren Stationen mache, spätestens ab der Dritten lässt sie mich ruhig gehen. Aber bei der Hitze lasse ich sowieso nicht gerne im Auto, also fällt das Üben momentan eh flach..
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Ach schade. Ich dachte, vielleicht gibt es ja auch eine Variante, wo man sich an Sichtpunkten orientieren kann.. "hinter der dicken Eiche direkt an der Stelle, von der aus man durch die Kronen der gegenüberliegenden Bäume die Spitze von Berg XY sehen kann" oder sowas in der Art

Ich komm aus dem südlichen Ruhrgebiet
