Beiträge von lilactime

    Ich hab hier nun schon mehrfach angesetzt, etwas zu schreiben und es doch nicht abgeschickt...wir haben zwei fürchterliche Tage hinter uns.

    Vorgestern fing es an mit 100 Meter Gassi im Zeitlupentempo, gegen Ende auch mit leichtem Humpeln.
    Der schlechte Zustand setzte sich in der Wohnung fort mit totaler Apathie.
    Die Krönung war dann Desinteresse am angebotenen Kausnack - so etwas hatten wir noch nie. Cala nahm immer absolut alles an fressbarem mit, ohne Ausnahme.
    Zum Glück nahm sie die Ohrmuschel nach einiger Zeit doch - aber diese Situation machte mir nochmal klar, wie schlecht es ihr teilweise gehen muss.
    Die Gassigänge waren grottig: Quälend langsam und so gut wie ohne Umweltinteresse.

    Tja...und seit heute geht es plötzlich wieder - als sei ein Schalter umgelegt worden.
    Frau Hund macht Quatsch, will tricksen, will draußen schnüffeln, markieren und fremde Hunde verbellen. Sie trägt den Kopf hoch (und nicht fast auf Höhe des Asphalts), läuft im Trab und wirkt wieder lebendig.

    Und das alles kann sich innerhalb der nächsten Stunden wieder komplett ändern, haben mir die letzten Tage gezeigt.
    Zwischen tiefem Elend und stolzem, fröhlichem Hund liegen oft nur 4 Stunden.

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    Wir werden vermutlich wieder mit Physiotherapie einsteigen - ich habe den Eindruck, Cala hat weiter Muskelmasse verloren.
    Müssen halt schauen, wie sie es verträgt, wenn es wieder zu einer Verschlechterung kommt, muss neu geschaut werden.

    Immer mal wieder hört, bzw liest, man ja davon, dass Hündinnen nach der Läufigkeit einen "Entwicklungsschub" machen. Könnt ihr das bestätigen? Und wenn ja, wie äußerte sich das?

    Cala wurde nach jeder Läufigkeit etwas ruhiger und selbstsicherer.
    Außerdem nahm ihr Bedürfnis nach Fremdhundekontakten immer mehr ab, ihr eingeschworener Kreis genügte ihr irgendwann.
    Spielen wurde unwichtiger, die Urinmarken anderer Hunde und das Markieren an sich immer wichtiger.
    Man konnte das alles wirklich in Schüben nach den Läufigkeiten beobachten.

    Verändert sich das Verhalten eurer Hündinnen WÄHREND der Läufigkeit? Kuscheliger, zickiger, verfressener,...?

    Während der Läufigkeit an sich ist sie auf jeden Fall anhänglicher.
    Sie ist generell ein Hund, der viel Wert auf seine Individualdistanz legt - in den Läufigkeiten wird das gerne mal vergessen.
    Ein sicheres Anzeichen, dass Cala läufig wird/ist, ist das Gefiepe beim Anblick anderer Hunde - ob Männlein oder Weiblein.

    :smile:

    Sadako: Ja, ich habe einen Klicker und das Markerwort "Ende". Da er generell draußen zu sehr abgelenkt ist und nicht ganz so verfressen, nützt aber der Klicker auf die Distanz nicht. Das Markerwort funktioniert noch nicht so gut. Vielleicht braucht es auch noch Zeit :/ V.a. wenn wir mit beiden Hunden unterwegs sind, ist es einfach nur ätzend :p

    "Ende" sollte doch das Hörzeichen für die Radiuskontrolle sein und kein Marker?
    Der Clicker nützt dir in dem Fall nicht als direkte Belohnung sondern als Versprechen auf eine Belohnung (sekundärer Verstärker) - es ist nicht gesagt, dass diese Belohnung unbedingt Futter sein muss.
    Was mag dein Hund außer Futter? Wie ist die Qualität des Futters hinsichtlich der Vorlieben deines Hundes, nimmst du etwas ganz besonderes oder einfach Trockenfutter?

    Ich finde das Verhalten Deines nahen Umfelds unglaublich dreist und respektlos.

    Myopathien gibt es auch bei Menschen. Vielleicht sollte man Deine Tippgeber mal fragen, ob sie sich derartig schwer erkrankten Menschen gegenüber ebenso distanzlos und dreist verhalten und ihnen unaufgefordert derartige "Ratschläge" geben würden

    Vermutlich nicht...aber das sind dann ja auch Menschen und nicht "nur" Hunde. :/
    Ich könnte den Leuten als Tipp aber tatsächlich mal die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke und deren Website ans Herz legen.

    Aber ich denke das liegt sicher auch mit dem Wetter zusammen.
    Bei Eliot merke ich auch jede Wetteränderung an seinem Gangbild

    Trockene Kälte bekommt Cala super, habe ich den Eindruck.
    Wenns nass und eklig wird, läuft sie eher schlechter - ich kann aber nicht sagen, ob das an ihrer persönlichen Abneigung gegen solch ein Wetter liegt oder tatsächlich an irgendwelchen körperlichen Prozessen. :ka:

    Was mir auffällt ist das du ein tolles Gespür dafür bekommen hast was Ihr in dem Moment gut tut.

    Jepp, ich denke, ich kann Cala inzwischen wirklich sehr gut lesen.
    Wärme ist tendenziell gut, habe ich den Eindruck. Berührungen müssen nicht immer sein - wir arbeiten übrigens weiterhin an der konditionierten Entspannung, sind aber immernoch bei der Verknüpfung durch klassische Konditionierung: Cala legt sich auf die Seite, streckt sich, seufzt - ich streiche ihr einmal der Länge nach über den Rücken mit dem Hörzeichen "Easy". Als weitere Hilfe wird dazu noch Lavendelduft kommen.
    Im Alltag nutze ich die KE noch nicht. Ich erwarte auch keine Wunder, aber vielleicht hilft es mir ja, Cala aus ihrem "Krawall-Modus" zurück in einen denkenden Zustand zu holen, um ihr dann ein Alterativverhalten anzubieten...

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    Calas "Hass" auf andere Hunde nimmt weiterhin zu, habe ich den Eindruck. Es ist wirklich extrem.
    Bis jetzt erklärte ich es mir ja immer mit ihrer jetzigen körperlichen Verfassung...ich könnte mir aber auch vorstellen, dass einige Situationen aus der Vergangenheit da mit reinspielen:
    Bevor die Myopathie endgültig ausbrach hatte Cala immer wieder schlechte Phasen, in denen sie sehr kraftlos war. In dieser Zeit hätte ich dafür sorgen müssen, dass sie nicht von anderen Hunden belästigt wird. Das habe ich zu Teil versäumt.
    Vielleicht hat Cala da schon die Erfahrung gemacht: Ich fühle mich schlecht und kann mich nicht wehren/Frauchen unterstützt mich nicht, also ist es am sinnvollsten präventiv loszuzetern um Überforderungssituationen zu vermeiden.

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    Gestern abend lief Cala ganz klasse und wir erweiterten die übliche Runde ein Stück.
    Zuhause allerdings bekam sie wieder diese seltsamen Krämpfe im Hinterlauf. Sie machte nicht den Eindruck, als wäre es sehr schmerzhaft - irritiert war sie aber schon.
    Ich massierte den Muskel mit etwas Druck und die Krämpfe hörten sofort auf. Etwa eine halbe Stunde später traten sie abermals auf, bevor sie dann komplett verschwanden. Ich hoffe, das wird nun nicht zum Dauerzustand....

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    Eventuell habe ich übrigens jemanden, an den ich mich - nach der Pleite mit Berlin - nochmal bezüglich der Labrador Myopathie wenden kann.
    Wenn ich mehr weiß, sag ich Bescheid! :smile:

    Obwohl meine Hündin kastriert ist, sind viele Rüden extrem interessiert an ihr und ich muss diese dann (weil einige Hundehalter ihren Hund nicht selber unter Kontrolle haben;) ) in der Bewegung einschrenken oder sogar unterwerfen, und mich hat noch nie ein Rüde deswegen gebissen, ich habe ihm einfach nur klargemacht, dass ich das nicht möchte.

    Dass du noch nicht gebissen oä wurdest, hat meines Erachtens nach nichts mit deinen ausgereiften hündischen Kommunikationsfähigkeiten zu tun sondern wohl eher mit purem Glück...du "unterwirfst" fremde Rüden, die an deiner Hündin interessiert sind (und die sich in einer eh hohen Erregungslage befinden)?
    Wie muss man sich das vorstellen? Drehst du sie klassisch auf den Rücken?
    Es gibt so viele Möglichkeiten sich Rüden vom Hals zu halten, da muss man sich selbst nicht gefährden und zu so zweifelhaften Maßnahmen greifen.

    Das eigene, direkte Umfeld ist bei uns ebenfalls einfach nur ungerecht und alle meinen sie wüssten es besser.
    Als hätte man es mit sich selbst nicht schon schwer genug. Als würde es uns Spaß machen, den Hund so zurück zu nehmen und quasi nie wieder richtig toben zu lassen.

    Ja, genau! Als hätte man irgendein perverses persönliches Vergnügen daran, dass der eigene Hund kaum noch Hund sein darf/kann.
    Am unverschämtesten fand ich den Tipp, Cala einfach "über ihre Grenzen" gehen zu lassen - und das, obwohl die entsprechende Person Cala nie auch nur ansatzweise dabei erlebt hat, wenn sie an ihre Grenzen stößt.
    Das ist kein schöner Anblick und niemand mit etwas Empathie im Leib würde dem Hund zumuten, diese Grenzen zu überschreiten.

    Sie KANN einfach nicht! Was ist daran nicht zu verstehen???

    Hast du meine Nummer noch? Wenn du magst, kannst du mich gerne für ein Pläuschchen anrufen. Ich bin heute den restlichen Tag daheim.

    Ja, habe ich selbstverständlich noch! :smile:
    Ich komme sehr gerne darauf zurück, gestern habe ich es nicht mehr geschafft bzw es war schon zu spät.

    Das stößt hier auch auf völliges Unverständnis auf allen Seiten, jeder weiß es besser, mancher fremde(!!!!) HH versteht mich besser als meine Familie. Ich kann dich gut verstehen.

    Geht mir auch so - gerade HH mit kranken Hunden verstehen mich so viel besser als meine hundelose Familie. Traurig....

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    Kot absetzen ist immernoch ein Thema - gestern ging es dann doch noch, heute wird sich wieder geweigert.

    Cala ist gestern im Laufe des Tages so katastrophal gelaufen, es war so unglaublich schwer, das mitanzusehen.
    Nachdem es morgens noch ok war (bis auf die Kotgeschichte), hatte ich mir eigentlich vorgenommen, noch drei weitere Runden zu laufen, also einen Tag mit insgesamt vier Runden zu machen.
    Der zweite Gassigang war dann schon so grottenschlecht, dass ich merkte: 4 Runden schafft sie nicht.

    In der Wohnung dasselbe Spiel: Cala lag nur apathisch herum.
    Ich habe mich dann mit der Rotlichtlampe zu ihr gesetzt. Anschließend kam sie auf meine Heizdecke. Die Wärme tat ihr gut, das merkte man recht schnell.
    Die Schmerztablette gab es etwas früher als sonst, die Abend/Nachtrunde ließen wir ausfallen. Ich hatte den Eindruck, Cala brauchte einfach Ruhe.

    Heute ist es besser. Sie lief passabel und ist auch sonst guter Dinge. Ich hoffe, das bleibt so!!!

    Ich denke du hast da schon ein gutes Gefühl dafür.

    Das denke ich inzwischen auch - umso mehr regt es mich nach wie vor auf (ich schrieb es schonmal), dass mein Umfeld nach wie vor mit Stichwörtern ankommt wie
    -Cala muss auch mal über ihre Grenzen gehen
    -Ich verweichliche sie komplett
    -Ich müsste lange Strecken einfach ausprobieren, das würde sie schon schaffen

    Einfach ungerecht - und da es wirklich aus meinem nahen Umfeld kommt, kann ich auch nicht darüber hinwegsehen.

    Ich bin anscheinend nun eine Art Hypochonder für meinen Hund in den Augen einiger Leute.

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    Heute nacht scheuchte mich Cala aus dem Bett - Durchfall.
    Was mir dabei auffiel war, dass sie große Probleme hatte, Kot abzusetzen, obwohl sie wirklich dringend musste: Sie kam nicht richtig in die Hocke und musste es an verschiedenen Stellen probieren, bis es funktionierte.

    Das gleiche Spiel heute: Cala war eigentlich gut drauf, flitzte ein paar Mal über die Schneedecke und suchte sich dann einen Ort zum Kot absetzen.
    Es ging nicht, sie kam nicht richtig runter.
    Sie versuchte es drei- oder viermal und gab dann auf.
    Bis jetzt also kein Kotabsatz.
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    Das mit der Leinenführigkeit ist auch so ein Thema. Wege die er kennt geht er richtig schön an der Leine. Sind wir allerdings in einen Gebiet, wo er noch nie war, dann zieht er wie verrückt. Aber wie soll ich mit ihm üben?

    Es gibt die Möglichkeit, eine Unterscheidung zwischen Geschirr und Halsband zum Training der Leinenführigkeit einzuführen:
    Wenn es Situationen gibt, in denen du nicht konsequent an der Führigkeit arbeiten kannst, führst du den Hund am Geschirr.
    Da darf er dann auch mal ziehen und sein Ding machen, am Halsband dagegen übst du wieder strikt Leinenführigkeit.

    Dein Hund befindet sich in der Adoleszenz, da ist es völlig normal, dass er empfindlicher auf Reize reagiert, schneller hochfährt, nur mühsam wieder zu beruhigen ist usw...
    An einem Dickkopf würde ich dieses Verhalten nicht festmachen, es unterstellt dem Hund ja Absicht.
    Hormoncocktails und gravierende Veränderungen im Gehirn bewirken in der Zeit der Geschlechtsreife/Adoleszenz "auffälliges" Verhalten.
    Selbstverständlich sollte trotzdem daran gearbeitet werden, ausruhen kann/darf man sich nicht auf dieser Erklärung.

    Solange dein Hund nicht zuverlässig abzurufen ist, würde ich ihn an einer Schleppleine führen und gegebenenfalls in eingezäuntem oder ablenkungsarmen Gebiet am Rückruf arbeiten.
    Meine Frage wäre auch, wie du belohnst bzw. wie genau dein Rückruf aussieht?