Beiträge von lilactime

    @grPups : Verstehe, was du meinst, sehe das aber etwas anders ;) :

    Warum? Ganz einfach, woher soll der Hund den wissen was er wirklich nicht machen soll, wen es ihm keiner sagt/kommuniziert?

    Du sagst deinem Hund doch aber mit einem Alternativverhalten, welches vorher eingeübt wurde, eindeutig, was er tun soll!
    Dazu braucht es streng genommen keinen Abbruch - der ist sozusagen "mit enthalten": Der Hund lernt, etwas anderes, gewünschtes, anstelle des Ausrastens zu tun.
    Mit einem gut eingeübten Alternativverhalten schließt sich das unerwünschte Verhalten größtenteils aus, wenn kleinschrittig genug trainiert wird.


    Denn was ich als Alternative anbiete bzw. bestätige wenns gezeigt wird ist einfach nur Geschmackssache.

    Nicht ganz: Am günstigsten ist es, etwas zu wählen, was (wie gesagt) dem Ausrasten gegenläufig ist.
    Am Feind vorbeiführen begünstigt den Kontrollverlust. Warum sollte ich es mir und dem Hund denn selber schwer machen?


    Die Gefahr das sich beim Hund eine Verhaltenskette verknüpft ist bei beidem gleich gegeben. Egal ob ich sitz bevorzuge, Blickkontakt oder sonst was.

    Die Verhaltenskette beim Alternativverhalten ist aber eine gewollte. Der Hund soll dieses Verhalten ja erstmal in Konfliktsituationen zeigen, das ist schließlich das Ziel. Das Aggressionsverhalten ist dabei nicht mit eingeschlossen - was es bei einer Verhaltenskette über Abbruch schon sein kann.


    Wenn ich meinen Hund abbreche wenn er unerwünschtes Verhalten zeigt und im Gegenzug belohne wenn er es eben nicht zeigt (und dabei evtl. auch einfach nur das locker vorbei gehen) löse ich nicht automatisch immer wieder das alte Verhalten aus und festigen tu ichs auch nicht, wenn ich richtig belohne und richtig abbreche.

    Wenn ich bei meinem Hund Aggressionsverhalten abbreche, ist die Voraussetzung, dass es vorher ausgelöst wurde.
    Und doch: JEDES Auslösen des Aggressionsverhaltens übt und festigt dieses.
    Dabei ist es erstmal egal, wie anschließend darauf reagiert wird, denn ausgelöst wird es ja auf jeden Fall!

    Deshalb schrieb ich auch, dass ich es sinnvoller finde, erstmal auf Distanz an dem Verhalten zu arbeiten.


    Aber bekanntlich führen mehrere Wege nach Rom.

    Das stimmt wohl... ;)

    Die Alternative zum Pöbln kann auch einfach "Pöbeln unterlassen" sein, wenn ein Hund z.B. "nein" oder "lass das" kennt....dann kann ich ihn auch für das gewünschte Verhalten loben, sobald er es zeigt.


    Hm...einen Abbruch ohne sinnvolles Alternativverhalten würde ich nicht empfehlen. Etwas unterlasssen ist ja erstmal keine ausführbare Alternative - es wird ja nur gesagt "Ey, lass das, ich dulde nicht, was du tust".
    Wenn dann eine Verhaltensalternative folgen würde (Fuß, Apportiergegenstand tragen, Blickkontakt halten), die vorher schon positiv aufgebaut worden ist - dann wäre es etwas anderes.
    Aber dann kann man sich den Abbruch auch von Anfang an sparen - den bräuchte es nicht, wenn man gleich das erlernte Alternativverhalten abfragen würde.

    Im Prinzip stimmt es natürlich: Man kann Verhalten auch einfach abbrechen und daraufhin erwünschtes Verhalten bestätigen.

    Nachteile aus meiner Sicht:
    -Verhaltensketten (erst pöbel ich, Abbruch erfolgt, dann zeig ich was nettes, dann gibts Belohnung)
    - das Verhalten wird jedesmal wieder neu ausgelöst und festigt sich so
    - der Hund wird etwas "hängen gelassen" - denn das erwähnte sinnvolle Alternativverhalten fehlt

    Mir wäre es zB wichtig, in einer Distanz zu üben, in der mein Hund nicht gleich loslegt mit dem unerwünschten Verhalten, dann brauch ich es auch nicht abbrechen und habe die erwähnten Nachteile nicht.

    So, ich hab mich wieder beruhigt!

    Gibt es denn nun irgendeinen anderen Anhaltspunkt, was Cala hat und wie ihr geholfen werden kann? Und kann man nun mit vollständiger Sicherheit davon ausgehen, dass es keine Myopathie ist??

    Gab es da irgendwelche Anhaltspunkte/Überlegungen?


    Aaaalso:

    Labrador Myopathie scheint zunächst einmal schlicht eine Fehldiagnose zu sein.
    Im Muskel deutete nichts darauf hin - auch nicht auf andere Myopathie Formen.

    Folgendes ist der Plan, den ich mit der Neurologin abgesprochen habe:

    - abermals Neurologe (vermutlich in Lüneburg, der ist speziell zertifiziert) aufsuchen und Cala durchchecken lassen
    - Cortisolspiegel im Blut checken lassen (eventuell Verdacht auf Morbus Addison) ---> allerdings sprechen die Laborwerte der TiHo dagegen
    - Bauchraum/Uterus schallen lassen ---> aufgrund der ausgebliebenen Blutungen bei den Läufigkeiten
    - Herz checken lassen (Ultraschall und 24-Stunden-EKG)
    - Hormonstatus bestimmen lassen
    - Myasthenia gravis war auch im Gespräch, ist aber sehr unwahrscheinlich. Das wäre bei der Elektrodiagnostik im Rahmen der Muskelbiopsie aufgefallen

    Die Neurolgin hielt sich wieder sehr bedeckt, da sie Cala halt nicht live vorgeführt bekommen hat.
    Aber ich denke, mit der Liste oben kann man schonmal einiges abdecken!


    Respekt und Hut ab für deine hartnäckigen Bemühungen!

    Ich mag gar nicht darüber nachdenken, dass ich letztes Jahr schwer mit dem Gedanken beschäftigt war, sie gehen zu lassen, als es über Wochen so ganz schlimm war.
    Und jetzt ist da wieder eine Chance!! :smile:
    Und sie ist gar nicht so unrealistisch!

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    Danke euch! :bussi:

    Fürs mitfreuen, mitfiebern, mitleiden und für die Unterstützung!
    Für die Tipps, Vermutungen, fürs in-den-Hintern-treten, für eure Zweifel und einfach die Empathie!

    Wirklich: Das hilft mir sehr!

    Ich telefonier jetzt erstmal mit unserer TÄ....


    Wenn jetzt noch raus gefunden wird, warum Cala diese Leistungsschwankungen hat und ihr geholfen werden kann, das wäre gar nicht auszudenken...

    Gaby, weißt du noch: Das besagte "Haus" aus Strohhalm, Balken und nicht zuletzt mit Garten?
    Ich schließ mich nun erstmal dort ein! :D ;)

    LEUTE...

    ...ich habe Nachricht!!!!

    Die Muskelprobe zeigt KEINERLEI Hinweise auf Labrador Myopathie.


    Nichts!!!

    Ich wollte euch das eben schreiben. Kann grad nicht antworten, hole ich nach, sobald ich mich wieder beruhigt habe.

    gedanklich sind ja sowieso alle dabei

    Ja, das weiß ich! Und es ist gut, das zu wissen! :smile:


    meiner hat in den letzten 3 Tagen wieder Magen-Darm Probleme und ich fürchte mich schon vor der nächsten unverträglichkeit.Dabei is es viel wahrscheidlicher das er Katzenfutter erwischt hat.

    Das ist Mist! :/
    Ich bin wahnsinnig froh, dass Unverträglichkeiten/Allergien uns bis jetzt verschont haben. Bis darauf, dass Cala neuerdings keine Laktose mehr zu vertragen scheint, haben wir da keine Probleme mit.


    Ich oute mich auch mal als stiller Mitleser und drücke ganz feste alle verfügbaren Daumen und Pfoten für das Ergebnis aus München!!!!

    Danke! :smile: Und nett, dass du dich zu Wort meldest!


    Ich glaube, ich würde verrückt werden.

    Dem kann ich mich nur anschließen. Ich hoffe nur, dass die sich dann auch wirklich diese Woche melden!!!

    Ich werde aktuell auch verrückt - gestern abend bekam ich noch eine Mail, dass höchstwahrscheinlich heute die Untersuchungen abgeschlossen sein werden und man sich dann umgehend telefonisch bei mir melden wird.

    Ich warte nun also.


    Konditionierte Entspannung wird optimalerweise aufgebaut, indem das Hörzeichen (dein "Easy") dann gegeben wird, wenn der Hund sich von sich aus entspannt - klassische Konditionierung.
    Man kann das Hörzeichen auch gut mit einem taktilen Signal verknüpfen (du kraulst sie ja dafür am Rutenansatz) oder mit einem Duft (zB Lavendel) verstärken, der beispielsweise auf ein Halstuch aufgetragen wird, welches dem Hund zum Zeichen für Entspannung umgemacht wird.

    Das Problem bei deiner Vorgehensweise sehe ich darin, dass es den Anschein macht, dass du dir noch nicht sicher bist, ob das Entspannungssignal überhaupt mit einem entspannten Zustand verknüpft ist.
    Konditionierte Entspannung kann sich, wenn sie häufiger benutzt wird, blitzschnell wieder "entladen" - sie nutzt sich ab, wenn der Hund nach und nach in aufregenden Situationen damit wieder runtergeholt wird. Der Hund verknüpft fix das Entspannungssignal mit der aufgeladenen Situation, so wird es nutzlos.
    Deshalb ist es wichtig, das Signal häufig wieder über klassische Konditionierung aufzuladen - indem man zB zuhause in absoluter Ruhe mit dem entspannten Hund wieder mit der Konditionierung beginnt (Hund entspannt sich, indem er sich beispielsweise auf die Seite legt und tief seufzt -> Hörzeichen, taktiles Signal, eventuell Duftzeichen noch dazu).

    An deiner Stelle würde ich nochmal von vorne anfangen - mit einem neuen Wort, einem neuen taktilen Signal, vielleicht auch mit einem Duft.
    Konditionierte Entspannung ist auch Fleißarbeit - je mehr Wiederholungen man bei einem wirklich entspannten Hund hinbekommt, bevor das Signal ins tägliche Leben übertragen wird, desto besser.

    Außerdem darf man leider keine Wunder von der kE erwarten.
    Der Hund wird nicht augenblicklich in Stresssituationen schlaff in sich zusammensacken - ABER du bekommst, wenn du es sorgfältig aufgebaut hast, ein Zeitfenster, in dem du handeln kannst. Der Fokus des Hundes wird verschoben, verschiedene Hormone werden freigesetzt - das macht zumindest ansprechbar und bietet eine Arbeitsgrundlage. :smile:

    Ich gehe mit Cala eine recht steile Seitenstraße bergauf, die in eine vielbefahrene Kreuzung mündet.
    Vor uns rollt ein schwarzer Kombi den Berg hinunter, erst langsam, dann immer schneller Richtung Kreuzung.
    Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass niemand hinter dem Steuer sitzt.
    Zeitgleich springen eine Frau auf der anderen Straßenseite und ich auf den Wagen zu und versuchen ihn zu stoppen, bis zur Kreuzung waren es noch etwa 30 Meter.
    15 Meter vor der Kreuzung kriegen wir das Teil schließlich zum Stillstand....und stehen dann da und halten von beiden Seiten den Kombi fest.

    Aus der Sparkasse, etwa 50 Meter den Berg hoch, kommt gemütlich eine Frau geschlendert, bleibt stehen, stutzt, erkennt ihren Wagen, der von uns gehalten wird, läuft dann langsam auf uns zu. Sehr langsam. Provozierend langsam, schließlich halten wir immernoch ihren verdammten Kombi davon ab, auf die Kreuzung zu rollen.
    Uns platzt der Kragen und wir bitten die Dame deutlich, ihren Hintern zu ihrem Wagen zu bewegen, aufzuschließen und die Handbremse anzuziehen.

    Die Antwort nahm mir dann irgendwie jeglichen Wind aus den Segeln. Dame blieb stehen, guckte erstaunt und fragte: "Wieso, ist er schwer?"

    Die Liste der Antworten auf diese Frage ist sehr sehr lang.
    Im Nachhinein fällt mir dazu eine Menge ein.
    Zu besagtem Zeitpunkt aber war ich erstmal sprachlos.


    Vielleicht solltest du es andersherum angehen...deine Maßnahmen sind ja fast alle mehr oder weniger aversiv.
    Zeig ihm doch mal, was du wünschenswert findest anstatt nur zu versuchen, das Verhalten zu maßregeln. :smile:

    Das mit dem langen Kauseil finde ich eine gute Idee. Du kannst ihm damit Spiel (falls es das denn wirklich ist) versuchen neu beizubringen indem du belohnst, was dir gefällt. Fällt er in alte Verhaltensmuster zurück, ist der Spaß halt vorbei, Spielzeug wird weggepackt, nach einiger Zeit gibts dann eine neue Chance.

    Das jeweilige Spiel kannst du initiieren und mit einem Erfolg (Hund konzentriert sich auf das Spielzeug, nicht auf deine Arme) wieder beenden.

    Abseits davon fällt mir noch ein: Wenn ein Zergelspiel mit extrem hoher Erregung bei deinem Hund verbunden sein sollte, kann es auch sein, dass das unerwünschte Verhalten eine Stressreaktion ist bzw. der Hund sich einfach nicht selbst regulieren kann.
    Sollte das der Fall sein, würde ich auf sehr beißbetonte, wilde Spiele verzichten. Entweder ganz - oder bis der Hund gelernt hat, sich dabei zu regulieren.
    Es gibt ja Alternativen zu Zergelspielen. :smile:

    Ein Formwert ist kein Freifahrtschein. Er entbindet doch nicht von der Pflicht, dass Gewicht seines Hundes zu regulieren?
    Und was ja schon gesagt wurde: Wo Hunde mit Übergewicht hoch prämiert werden, sollte man auch nicht auf Objektivität hoffen...das Argument "der Formwertrichter hat aber gesagt..." finde ich jedenfalls seltsam.

    Gibt es einen Unterschied zur Ressourcenaggression? (Rudel als soziale Ressource)? Ich wüsste jedenfalls nicht, worin der bestehen soll.


    Ich würde sagen, der Unterschied besteht minimal in der Intention.
    Ressourcenaggression beschränkt sich ja hauptsächlich auf "ist meins, soll meins bleiben".
    Schutztrieb würde ich wie Helfstyna definieren - wobei dieser vielleicht mehr darauf abzielt, "uneigennütziger" zu sein.
    Ressource = schützenswertes Eigentum, rein egoistische Gründe liegen für die Verteidigung vor
    Schutztrieb = mehr "altruistisches" Handeln