Beiträge von lilactime

    Frisch abgeschlossen: "In Plüschgewittern" von Wolfgang Herrndorf

    Ein namenloser Ich-Erzähler treibt ruhe- und ziellos durch Berlin, dazwischen erinnerte Episoden seiner Kindheit und Jugend.

    Eine wirkliche Handlung scheint der Roman zunächst nicht zu haben, durchzogen wird er von der lakonischen, unprätentiösen Traurigkeit, die Herrndorf so unverwechselbar macht.

    Der Protagonist irrt durch Vergangenheit und Gegenwart, sein zerrütteter Zustand steigert sich im Verlauf der Erzählung, man ahnt: Da stimmt was nicht, das kann nicht gut enden.

    Das letzte Kapitel dann bietet einen Perspektivwechsel und eine Auflösung (zumindest teilweise) der Odyssee.

    (Eine etwas schlappe Zusammenfassung - in diesem Fall ist es auch echt nicht einfach)

    Ein guter Roman, ich fand ihn etwas plättend. Deprimierend.

    Ich fand es ebenfalls enorm gut, habe ich vor kurzem hier ja auch kundgetan.

    Die Stellungnahme oben klingt tatsächlich merkwürdig (und wer ist eigentlich Frau Weitzel?), ich verstehe den Zusammenhang zwischen deren Rezension und dem "im Halse stecken bleiben" allerdings nicht. Für ungeschickte Rezensenten kann das Buch ja nichts.

    Ja, das Buch ist brutal, behandelt inzestuöse Inhalte, starrt vor Hieb-, Stich- und Schußwaffen - und beinhaltet gleichzeitig eine großartige, unperfekte und authentische Romanheldin.

    Der Schwerpunkt liegt nicht auf der Schilderung eines Mädels, dem etwas zustößt - sondern auf ihrem Aufbegehren und ganz besonders auf dem Weg, der sie in die Lage versetzt, diesen Widerstand leisten zu können. Der Roman beschreibt vor allem anderen diesen Prozess - das schafft er meiner Meinung nach enorm gut!

    Die Parallelen zu "Der Gesang der Flusskrebse" drängen sich oberflächlich aufgrund einer ähnlichen Ausgangsposition der Geschichte auf.

    Da ich "Der Gesang..." ziemlich schlecht fand, fällt mir außer diesem groben Rahmen kein gemeinsamer Nenner auf, anhand dem ich vergleichen könnte.

    Ich halte "Mein Ein und Alles" für ein ganz anderes Literatur-Level.

    Meine Dreschflegel - Bestellung ist auch bereits raus.

    Finde fatalerweise mein Saatgut nicht wieder. Bis auf die "Sammlungen" (Tomaten, Paprika/Chili), für die ich so Mäppchen habe, ist alles hartnäckig verschwunden.

    Weiß nicht mal, nach was für einer Art von Behältnis ich suchen müsste.

    Langsam macht mich das nervös...

    Meine Wunschsorten an Tomaten/Paprika/Chili, die diese Saison zusätzlich neu ausprobiert werden sollen, habe ich von Irina Zacharias, Semillas und Dreschflegel bezogen.

    Vielleicht mache ich auch wieder beim Tomaten-Erhalterring des Vereins zum Erhalt der Nutzpflanzenvielfalt mit, das fand ich letztes Jahr ganz spannend - zumindest bis im Juli nach wochenlangem Regen die Pilzinfektionen Einzug hielten in den Bestand - ab da war die Spannung eher von morbider Prägung... Die letzte Saison war großer Mist.

    Der große Held war Rote Bete - die kann ich jetzt zwar nicht mehr sehen, aber zumindest überlebte sie in großen Mengen bis zum Verzehr.

    Abgeschlossen: "Mephisto" von Klaus Mann

    Diese Abrechnung mit einem opportunistischen Theaterschauspieler, dessen Karriere im 3. Reich dank ausgezeichneter Göring-Beziehungen ihren Höhepunkt erreicht, beruht auf realen Personen und zog einen interessanten Rechtsstreit nach sich.

    Zeitweise war das Buch, 1936 als Exilliteratur bei einem niederländischen Verlag erschienen, nach Kriegsende in Westdeutschland verboten.

    Klaus Manns Hass und seine Verachtung für Regime-Nutznießer trieft aus jeder Zeile:

    Der Schauspieler Hendrik Höfgens legt nach der Machtergreifung '33 eine saubere Karriere hin. Sympathisierte er zuvor lange mit dem Kommunismus und dessen revolutionären Ansätzen, gibt es nach der Machtübernahme kein Halten mehr: Jeder Wegbegleiter, jedes Ideal, jede Überzeugung wird der Karriere zum Fraß vorgeworfen.

    Für Höfgen liefe es blendend - würden ihn nicht ab und an die Geister der Verratenen wieder einholen.

    Sehr sehr gutes Buch, die Verfilmung werde ich mir irgendwann auch noch anschauen.

    - Marquis de Sade - Die 120 Tage von Sodom (absoluter Jahres-Flop)

    - Ernest Hemingway - Wem die Stunde schlägt

    - Tommy Jaud - Sean Brummel - Einen Scheiß muss ich

    - Brett Easton Ellis - American Psycho

    3/4 kenne und verabscheue ich ebenfalls :D

    Ok, American Psycho und die 120 Tage laufen unter "verabscheuen", den Hemingway fand ich lediglich unspektakulär

    Auf jeden Fall aber schließ ich mich bezüglich "Flop" bei dem Trio an