Beiträge von lilactime

    Ich fühle mich weichgeklopft und werde mir dank eurer regelmäßigen positiven Erwähnungen jetzt wohl auch diese Knochenuhren auf meine Liste packen...

    Abgeschlossen: "Das Volk der Bäume" von Hanya Yanagihara

    Dies ist der Vorgänger zum wesentlich bekannteren "Ein wenig Leben" und im direkten Vergleich mein Favorit.

    Eine an eine wahre Geschichte angelehnte Story, die das Leben, das Forschen und die charakterlichen Abgründe und Abartigkeiten eines Nobelpreisträgers der Medizin thematisiert.

    N. Perina forscht auf einer (fiktiven) mikronesischen Insel an der rätselhaften Langlebigkeit der indigenen Bevölkerung herum und entfesselt dabei auf mehreren Ebenen zerstörerische Kräfte.

    Die Frage, ob Kunst und Künstler getrennt betrachtet werden müssen/sollten erweitert sich hier auf die Wissenschaft, denn Perina ist ein menschlicher Totalschaden.

    Die Art und Weise, wie in diesem Buch die Forschung und Erfolgsgeschichte des Mediziners parallel zu seiner menschlichen Bankrotterklärung entrollt wird, fand ich bemerkenswert gut gelungen. Eigentlich ist bereits nach den ersten paar Zeilen klar: Der Protagonist ist kein Sympath, keine Identifikationsfigur, aber er lässt sich auch nicht unmittelbar und vorbehaltlos hassen - zumindest anfangs nicht.

    Das schafft über immerhin 800 (?) Seiten ein Spannungsfeld und einen Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Längen gab es, aber nie so ausgereizt, dass es fad geworden wäre. Dazu ist der üppige, dichte Schreibstil auch einfach zu bestechend. Ein Stakkato an Bildern, Stimmungen und zwischenmenschlichen Macht- und Moralspielchen.

    Absolut lesenswert.

    Wir haben es mit einer weiteren Runde des durchs Antibiogramm bestimmten ABs nun endgültig in den Griff bekommen.

    Das Fell wächst bereits wieder nach,wie man sieht.

    Ein Glück, sowas brauchen wir echt nicht nochmal...

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    Bevor er die Flasche über den Scanner zieht, stockt der Kassierer kurz, schaut mich an, ich denke "hui, fragt der mich nun etwa nach meinem Ausweis?".... und fragt mich "nur eine Flasche Bier?"

    Glaub, ich wär erst beunruhigt, wenn der Kassierer kurz stockt, schaut und dann fragt : "nur EINE Flasche Bier?" :lol:

    Lieber alt aussehen als aussehen, als käme man mit einer Flasche Bier aktuell niemals hin :ka:

    Ich empfehle beim Thema Dystopie mit großer Ausdauer "The road" (Mc Carthy).

    Es gibt da kein politisches oder kulturelles Klima, dessen langen Schatten man nachfühlen können sollte, denn: Postapokalypse.

    Postapokalypse als Rahmen und Liebe als Kernhandlung. Fand ich komplett zeitlos.

    1984, Schöne neue Welt, Kallocain, Fahrenheit 451 (also die dystopischen Klassiker) sind ja tatsächlich sämtlich unter "Der Einzelne im totalitären Albtraum" zusammenfaßbar. Vielleicht muss man ein grundsätzliches Interesse dafür mitbringen.

    Bist du ein idiotischer, kriminell veranlagter Mensch, ist es a) Berufsrisiko, und b) sollte man nicht so blöd sein eine Wohnung mit Hund auszusuchen. 10 Mal nicht, wenn auch noch ein Warnschild dran ist.

    Es gab mal Zeiten, da hätte jeder getrost gesagt : Joa, selber Schuld, dann sei halt einfach kein Einbrecher...


    Edit : Ich beziehe das auf Verletzungen, nicht auf schreddern.

    Warum beziehst du deine Punkte ausschließlich auf "Verletzungen" und nicht aufs "Schreddern" (nehme an, damit ist der tödliche Ausgang gemeint)?

    Warum ist es denn dann keine Blödheit oder kein Berufsrisiko mehr?